Ägypten: Polizei tötet Demonstranten in Suez
Hunderte Verletzte in Kairo, Todesfälle in Suez - das ist die Bilanz der zweiten Nacht nach den tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Fußballanhängern in Port Said.
© Ed Giles/Getty Images

Demonstranten in Kairo
Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in der ägyptischen Stadt Suez sind nach Angaben von Ärzten zwei Protestierer getötet worden. Zeugen berichteten, die Polizei habe zunächst mit Tränengas versucht, Hunderte Demonstranten auseinanderzutreiben. Diese hätten Steine und Molotow-Cocktails geworfen und versucht, den Hauptsitz der örtlichen Polizei zu stürmen. Die Polizisten hätten daraufhin zunächst in die Luft und dann in die Menge geschossen. 25 Demonstranten wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Auslöser der Proteste war der Tod von 74 Menschen nach dem Spiel des Kairoer Fußballclubs Al-Ahli in Port Said.
In Kairo wurden laut dem Staatsfernsehen über 600 Demonstranten durch Tränengas verletzt. Etwa 10.000 Menschen hatten sich vor dem Innenministerium versammelt, um gegen die Untätigkeit der Polizei bei den Fußball-Krawallen in Port Said zu protestieren. Sie riefen auch Slogans gegen den herrschenden Militärrat. Die Demonstranten warfen mit Steinen, die Polizisten setzten Tränengas ein. Dabei seien 54 Polizisten verletzt worden, berichtete das staatliche Fernsehen. Demzufolge wollten die Protestierer das Hauptgebäude des Innenministeriums stürmen.
Zwar gab der von den Streitkräften ernannte Ministerpräsident Kamal al-Gansuri erste personelle Konsequenzen gegen Sicherheitsverantwortliche bekannt. Zur Enttäuschung vieler Parlamentarier entließ die Regierung den Innenminister jedoch nicht. Das Parlament will binnen einer Woche die genauen Umstände des Blutvergießens klären lassen.
Wie Fernsehaufnahmen zeigen, hatten Polizei und Militär am Mittwoch in Port Said tatenlos zugesehen, wie Zuschauer mit Flaschen, Steinen und Messern Jagd auf Spieler und Fans von Al-Ahli machten. Dessen Anhänger, die eine prominente Rolle bei der vor einem Jahr begonnenen Revolution in Ägypten spielten, kündigten weitere Demonstrationen gegen den Militärrat an.
Es kursieren viele Spekulationen, dass die Gewalt politisch motiviert gewesen sei. Ziel sei es, die Revolution zu diskreditieren und den demokratischen Wandel zu stoppen, hieß es in Online-Diskussionsforen. Das Militär wolle Chaos säen, um sich als Schutzmacht unverzichtbar zu machen. Die Bewegung des 6. April, die mit ihren Massenprotesten vor einem Jahr den Sturz des Präsidenten Hosni Mubarak herbeigeführt hatte, beschuldigte die Generäle: Sie seien Verursacher das Chaos und wollten die Ägypter davon überzeugen, dass das Land ohne den Militärrat nicht zu regieren sei. Nach einer anderen Theorie planten die Sicherheitskräfte, den Ahli-Fans einen Denkzettel zu verpassen.






In Libyen hatte unser Aussenminister Westerwelle sein freiheitliches Herz ja erst wiedergefunden, als die Sache schon gelaufen war.
Jetzt kann er ja in Ägypten mal Klartext reden und der Demokratiebewegung uneingeschränkte Unterstützung zusagen.
Herr Westerwelle?
Hallo?
FDP?
Noch wer da?
Alle weg?
Tot?
Frühling sieht irgendwie anders aus.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc
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sind mannigfaltig.
Es klingt aber nicht sehr wahrscheinlich, dass der Staat Kravalle anzettelt die den Sturz seiner Führung zum Ziel haben, es könnten im Gegenteil auch die Gegner der Militärs sein.
Warten wir also ab, was wirklich dahinter steckt statt zu spekulieren.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich alles wieder beruhigen wird und damit meine ich nicht Ägypten (da geht es erst richtig los) sondern die berichterstattung zu diesem thema.
Ach ja, danach wills keiner gewusst haben und die absichten waren doch edel.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc
geschossen wurde, die eine Polizeistation stürmen wollten.
Ehrlich gesagt wundert mich nicht, dass die Polizisten schossen, denn wer möchte schon gern gelyncht werden, wie es ihnen laut der Meldung von der Menge angedroht wurde?
Mit Demokratiebewegung hat das wohl nichts zu tun.
die Kommentare kann man hier leider immer erst ab Seite 2-3 ernst nehmen. Seite 1 scheint allein für Zynismus und Politikanfeindung reserviert zu sein. Das sagt wohl einiges über das Durchschnittsalter hier aus (> 40).
MfG
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