BischofskonferenzDialog auf katholisch

Auf der Frühjahrkonferenz der Bischöfe geht es auch um den begonnenen innerkirchlichen Dialog. Die bisherigen Erfahrungen sind jedoch ernüchternd.

Der Priester Christian Ammersbach ist ein bescheidener Mensch. Wenn man ihn fragt, was er denn damit meine, dass die katholische Kirche, "dialogischere Umgangsformen" brauche, dann sagt er: "Zum Beispiel, dass man eine Antwort erhält, wenn man einen Brief schreibt." 

Darum, wie man miteinander redet, wird es auch gehen, wenn sich in dieser Woche die deutschen katholischen Bischöfe zu ihrer jährlichen Frühjahrs-Vollversammlung treffen. Vor eineinhalb Jahren hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, auf dem Höhepunkt des Missbrauchsskandals einen innerkirchlichen Gesprächsprozess ins Leben gerufen. Wie dieser fortgesetzt wird, wollen die Bischöfe nun neben vielen anderen Themen beraten.  

Dass es Gesprächsbedarf gibt, daran jedenfalls kann kein Zweifel bestehen. Die Problemfelder sind schnell umrissen. Da ist zum einen die Zahl der Kirchenaustritte, die 2010 infolge der Missbrauchsdebatte mit 181.193 Rekordhöhe erreichte. Ob dies 2011 anders war, lässt sich noch nicht absehen. Es sind noch keine Zahlen veröffentlicht.  

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Ein Viertel weniger Priester

Zum anderen ist da der chronische Priestermangel. Seit 1990 hat sich die Zahl der katholischen Priester um fast ein Viertel reduziert, die Zahl der Neupriester sinkt ständig. Die Folgen bekommt einer wie Ammersbach täglich zu spüren. Er war sechs Jahre lang Gemeindepfarrer, bevor er Dekanatsjugendseelsorger wurde. Er sagt: "Immer mehr Pfarrer leiden unter Burnout und fallen aus, weil sie viel zu große Räume verwalten müssen."

Dass die Gemeindepfarrer immer weniger präsent sind, könnte zudem ein Grund dafür sein, dass es auch mit der Kirchenbindung der verbliebenen Katholiken immer weiter bergab geht. Besuchten 1990 noch 21,9 Prozent regelmäßig den Gottesdienst, waren es im Jahr 2010 nur noch 12,6 Prozent.

Die Lösungsvorschläge, die für diese Probleme im Umlauf sind, sind eigentlich seit Jahrzehnten die gleichen. Die Aufhebung des Pflichtzölibats, die Einführung des Frauenpriestertums oder zumindest eine Stärkung von Diakonen, also von Geistlichen, die nicht die volle Priesterweihe besitzen, so wie die Zulassung von Diakoninnen sind nur einige von ihnen.

Leserkommentare
  1. 1. Stress

    Niedlich, dass sogar katholische Geistliche einen Burn-out haben, wenn der Gemeindekreis zu gross ist.
    Zum Priestermangel kann ich nur feststellen, dass die kath. Kirche doch eine internationale Gemeinschaft ist und wenn Priester in Deutschland fehlen, kann man die doch aus Afrika und Südamerika anwerben.
    Oder wird so schlecht bezahlt, dass es keine Arbeitserlaubnis für die gibt ?
    Dann muss die Kirche sie eben bereits zum Studium der Theologie nach Deutschland locken.
    Es geht doch nicht um das Zöllibat, es geht darum, dass nicht mehr genug intelligente Leute an den Unfug glauben,der da verkündet werden soll. Reformen und Toleranz sind im Widerstand, gegen die Kirche entstanden, dass müssen die Bischöfe sich verinnerlichen.

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    Den Glauben von Milliarden von Menschen als Unfug zu bezeichnen ist intolerant und arrogant.

    • Atan
    • 27.02.2012 um 19:11 Uhr

    würde - im Gegenteil erleben wir weltweit eine Renaissance der Religion.
    http://globalprayers.info/

    Selbst Deutschland, das im internationalen Vergleich religiöser Bevölkerungen eher auf den hinteren Plätzen liegt, hat immer noch einen Anteil von 70% religiöser/hochreligiöser Einwohner (Bertelsmann Religionsmonitor 2008). Die Diskussion, ob geglaubt wird, kann man sich also eher sparen, verheerend ist eher das katastrophale Versagen der Kirchenführung(en) in Bezug auf die spirituellen Bedürfnisse der Menschen, die nicht mehr bedient werden. Vor allem die katholische Kirche ist in einem unzeitgemäßen Klerikalismus und Dogmatismus versteinert und erzwingt so, dass die Menschen sich woanders umsehen.

    "...es geht darum, dass nicht mehr genug intelligente Leute an den Unfug glauben,der da verkündet werden soll."
    LOL

    Den Glauben von Milliarden von Menschen als Unfug zu bezeichnen ist intolerant und arrogant.

    • Atan
    • 27.02.2012 um 19:11 Uhr

    würde - im Gegenteil erleben wir weltweit eine Renaissance der Religion.
    http://globalprayers.info/

    Selbst Deutschland, das im internationalen Vergleich religiöser Bevölkerungen eher auf den hinteren Plätzen liegt, hat immer noch einen Anteil von 70% religiöser/hochreligiöser Einwohner (Bertelsmann Religionsmonitor 2008). Die Diskussion, ob geglaubt wird, kann man sich also eher sparen, verheerend ist eher das katastrophale Versagen der Kirchenführung(en) in Bezug auf die spirituellen Bedürfnisse der Menschen, die nicht mehr bedient werden. Vor allem die katholische Kirche ist in einem unzeitgemäßen Klerikalismus und Dogmatismus versteinert und erzwingt so, dass die Menschen sich woanders umsehen.

    "...es geht darum, dass nicht mehr genug intelligente Leute an den Unfug glauben,der da verkündet werden soll."
    LOL

    • kyon
    • 27.02.2012 um 16:46 Uhr

    Dogmatisches Denken engt ein, verstehendes Denken öffnet Horizonte.
    Der Mann aus Nazareth hat mit dem Herzen gesprochen und nicht mit dem Zeigefinger.

    Aber was hat die Katholische Kirche schon mit dem Mann aus Nazareth zu schaffen?

    8 Leserempfehlungen
  2. Die katholische Kirche weiß schon, warum sie nicht mehr Priester gebrauchen kann:

    - mehr Priester, mehr Kosten; in diversen diakonischen Einrichtungen sieht man ja wie ungern die Kirche faire Löhne zahlt. Und weniger Mitarbeiter -> weniger Kosten

    - braucht die Kirche auch weniger Priester weil es immer weniger Schäfchen werden auf die man aufpassen muss.
    Ein großer Teil wird die nächsten 2 Jahrzehnte aussterben (sind ja in der Regel nicht mehr die Jüngsten) und es kommt immer weniger nach.

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  3. Den Glauben von Milliarden von Menschen als Unfug zu bezeichnen ist intolerant und arrogant.

    12 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Stress"
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    Selbst wenn Milliarden Menschen glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, so wird dies weiter Unfug bleiben und sollte auch so benannt werden.

    mag sein.

    Und was ist es, Menschen mit dem Versprechen vom Paradies zu manipulieren?
    Kindern und Ungebildetet mit der Drohung von Hölle und Verderbnis einzuschüchtern und zu traumatisieren?
    Homosexuelle, Geschiedene, die ein zweites, drittes, zwölftes Mal heiraten, vor die Tür zu setzen?

    Ist das tolerant und Zeichen von Gleichberechtigung?

    ... um Menschen als intolerant und arrogant anzusehen.

    Es müssen sich nur genügend Milliarden von Menschen zum Kreatinismus bekennen und schon sind die anderen Milliarden intolerant und arrogant. Oder die Sache mit Moroni, Scientology, Hindus ........

    "Den Glauben von Milliarden von Menschen als Unfug zu bezeichnen ist intolerant und arrogant."

    Dieser aggressive, intolerante Atheismus richtet sich merkwürdigerweise immer nur gegen die christlichen Kirchen. Vermutlich deswegen, weil damit keinerlei Risiko verbunden ist und die Mitglieder der RKK sich nicht wehren können.

    "Die Problemfelder sind schnell umrissen. Da ist zum einen die Zahl der Kirchenaustritte, die 2010 infolge der Missbrauchsdebatte mit 181.193 Rekordhöhe erreichte. Ob dies 2011 anders war, lässt sich noch nicht absehen. Es sind noch keine Zahlen veröffentlicht."

    Vergleicht man diese Zahlen mit den Austritten aus den Evangelischen Kirchen, so kann man diese noch als gering bezeichnen. Außerdem wäre es hilfreich, die Zahl der Menschen zu erwähnen, die sich im gleichen Zeitraum katholisch taufen ließen. Da sähe es doch gleich ganz anders aus. Die Diskussion über die Fälle von sexuellem Mißbrauch haben keinen signifikanten Einfluß auf die Zahl der Mitglieder der römisch-katholischen Kirche. Aber Hauptsache, auf den alten ideologischen Gegner eingeprügelt.

    Selbst wenn Milliarden Menschen glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, so wird dies weiter Unfug bleiben und sollte auch so benannt werden.

    mag sein.

    Und was ist es, Menschen mit dem Versprechen vom Paradies zu manipulieren?
    Kindern und Ungebildetet mit der Drohung von Hölle und Verderbnis einzuschüchtern und zu traumatisieren?
    Homosexuelle, Geschiedene, die ein zweites, drittes, zwölftes Mal heiraten, vor die Tür zu setzen?

    Ist das tolerant und Zeichen von Gleichberechtigung?

    ... um Menschen als intolerant und arrogant anzusehen.

    Es müssen sich nur genügend Milliarden von Menschen zum Kreatinismus bekennen und schon sind die anderen Milliarden intolerant und arrogant. Oder die Sache mit Moroni, Scientology, Hindus ........

    "Den Glauben von Milliarden von Menschen als Unfug zu bezeichnen ist intolerant und arrogant."

    Dieser aggressive, intolerante Atheismus richtet sich merkwürdigerweise immer nur gegen die christlichen Kirchen. Vermutlich deswegen, weil damit keinerlei Risiko verbunden ist und die Mitglieder der RKK sich nicht wehren können.

    "Die Problemfelder sind schnell umrissen. Da ist zum einen die Zahl der Kirchenaustritte, die 2010 infolge der Missbrauchsdebatte mit 181.193 Rekordhöhe erreichte. Ob dies 2011 anders war, lässt sich noch nicht absehen. Es sind noch keine Zahlen veröffentlicht."

    Vergleicht man diese Zahlen mit den Austritten aus den Evangelischen Kirchen, so kann man diese noch als gering bezeichnen. Außerdem wäre es hilfreich, die Zahl der Menschen zu erwähnen, die sich im gleichen Zeitraum katholisch taufen ließen. Da sähe es doch gleich ganz anders aus. Die Diskussion über die Fälle von sexuellem Mißbrauch haben keinen signifikanten Einfluß auf die Zahl der Mitglieder der römisch-katholischen Kirche. Aber Hauptsache, auf den alten ideologischen Gegner eingeprügelt.

  4. Es ist ein Jammer, dass es die katholische Kirche mit dieser wunderbaren Botschaft des Neuen Testaments nicht mehr schafft, bei den Menschen anzukommen. Aber es ist kein Wunder, dass diese Kirche in weiten Teilen, seitdem sie die Botschaft des II. VAtikanischen KOnzils verraten oder vergessen hat und den Menschen nicht mehr in ihrem Alltag begegnet und nur noch abgehobene Morallehren veröffentlicht, immer weiter aus der Mitte der Gesellschaft verschwindet. UNd viele katholische Bischöfe wollen es ja auch im Rahmen eines sogenannten "Erneuerungs- und Rückbesinnungsprozesses" ja auch so. Am ENde wird die katholische Kirche auf Kleinstformat schrumpfen. Es braucht eben eine neue Reformation. Die Menschenrecht, die im Grunde so wunderbar mit der Lehr Jesu zusammenpassen, müssen endlich auch im Zentrum der katholischen Kirche ankommen, z.B. die Gleichberechtigung der Frau. AUs verkrustetem Beton vieler Jahrhunderte könnten wieder lebendige Pflanzen wachsen.

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  5. "Die Aufhebung des Pflichtzölibats, die Einführung des Frauenpriestertums, eine Neubewertung von Homosexualität" - wann hat es sowas in der RKK je gegeben? Die RKK hat eine alte Tradition, die sie nicht mal eben umschmeißen kann. Ich frage mich vor allem, warum die Leute, die sowas vorschlagen, nicht einfach eine neue Kirche gründen? Da ist doch kein heiliger Gral, den der Vatikan erstmal rausrücken müsste, damit Kirche möglich wird!

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    Aber wozu denn? Wenn die hier so trefflich beschriebenen Unzufriedenen doch einfach nur in die evangelische Nachbargemeinde gingen, wäre allen sehr geholfen.
    Die Eintrittszahlen der Evangelischen sähen vorübergehend ein wenig besser aus. Die katholischen Gläubigen würden nach dem Austreten der 'protestantischen Katholiken' auch wieder einen Kreuzweg an den Freitagen der Fastenzeit in ihrer Gemeindekirche beten können, womöglich wie in alten Zeiten mit einem Geistlichen, vielleicht sogar eine Rosenkranzandacht im Oktober. Wäre ja garnicht auszudenken.Da kommen freudige Gefühle auf.

    Wir haben in unserer 'modernen' Gemeinde mittlerweile sogar eine vom Bischof beauftragte Dame, die Wortgottesdienste mit den Gemeinden feiert. Mehr macht eine protestantische Pastorin auch nicht. Leider fährt nun ein Drittel des bislang treuen Kirchgänger in eine Nachbargemeinde. Das scheint also nicht der große Wurf zu sein.

    Oder soll es auch noch eine 'Mahlfeier' sein? Dann wären wir Protestanten! Da ist die Grenze, die nicht überschritten werden darf, wenn man katholisch bleiben will und das wollen erstaunlich viele Katholiken.

    Aber wozu denn? Wenn die hier so trefflich beschriebenen Unzufriedenen doch einfach nur in die evangelische Nachbargemeinde gingen, wäre allen sehr geholfen.
    Die Eintrittszahlen der Evangelischen sähen vorübergehend ein wenig besser aus. Die katholischen Gläubigen würden nach dem Austreten der 'protestantischen Katholiken' auch wieder einen Kreuzweg an den Freitagen der Fastenzeit in ihrer Gemeindekirche beten können, womöglich wie in alten Zeiten mit einem Geistlichen, vielleicht sogar eine Rosenkranzandacht im Oktober. Wäre ja garnicht auszudenken.Da kommen freudige Gefühle auf.

    Wir haben in unserer 'modernen' Gemeinde mittlerweile sogar eine vom Bischof beauftragte Dame, die Wortgottesdienste mit den Gemeinden feiert. Mehr macht eine protestantische Pastorin auch nicht. Leider fährt nun ein Drittel des bislang treuen Kirchgänger in eine Nachbargemeinde. Das scheint also nicht der große Wurf zu sein.

    Oder soll es auch noch eine 'Mahlfeier' sein? Dann wären wir Protestanten! Da ist die Grenze, die nicht überschritten werden darf, wenn man katholisch bleiben will und das wollen erstaunlich viele Katholiken.

    • okmijn
    • 27.02.2012 um 18:38 Uhr

    "lehramtlich geklärte Fragen"

    Und deshalb ist jede Klarstellung, dass es im wesentlichen beim Wahnsinn bleibt, ein guter Schritt in Richtung Bedeutungslosigkeit (für entwickelte Länder).

    Wenn eine rationale Diskussion dogmatisch ausgeschlossen ist, dann ist das eine Organisation, die inkompatibel mit der modernen Welt ist.

    Wenn diese Lehrmeinungen dann auch noch lebensgefährlich sind, wie der Umgang mit Schutz vor Infektionen oder Stellungnahmen zur Homosexualität, dann sollte man aktiv gegen eine solche Organisation vorgehen.

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  6. In der Evangelischen Kirche gibt es übrigens auch gerade eine interessante Dialogbewegung: Die Frauenmahle. Die sind nicht zentral gesteuert, sondern funktionierten wie ein Netzwerk: Wer möchte (z.B Landeskirchen, Kirchenkreise) spricht eine Einladung zu einem festlichen Essen aus, bei dem Frau sich anmelden kann. Bekannte/prominente Frauen sind geladen, um mit Tischreden einen Dialog der Gäste über die Zukunft von Kirche und Religion anzuregen. Ergebnisse und Tischreden werden auf der Internetplattform www.frauenmahl.de veröffentlicht. Auch als Anregung an die Kirchenleitung.

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