World Press Photo : Wenn das Weltgeschehen privat wird

Die besten Pressebilder des bewegten Jahres 2011 sind mit den World Press Photography Awards ausgezeichnet worden. Der wichtigste Preis ging an den Spanier Samuel Aranda.

Eine Momentaufnahme der gewalttätigen Unruhen aus dem Jemen ist zum Pressefoto des Jahres 2011 gekürt worden. Besondere Erwähnung fand in dem Wettbewerb wegen seiner historischen Bedeutung die Aufnahme eines Amateurfotografen, die libysche Rebellen im Kampf gegen den früheren Machthaber Muammar al-Gaddafi zeigt. In diesem Jahr hatten sich mehr als 5000 Fotografen aus 124 Ländern beworben. Eine Auswahl der prämierten Bilder.

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Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Unvollständige Kriterienwahl

Der erste Preis ist - wie so häufig bei den Awards - nicht der beste. Was mich daran iritiert, ist die fotografische Qualität. Hier wird nicht die gehobene Qualität des Fotografen prämiert, sondern die evozierte Geschichte im Kopf des Betrachters. Perfekt ist, wenn beides stimmt.

Die Aufnahme einer Prostituierten von Brent Stirton (#4) zeigt, wie es richtig geht: Komposition, Rembrandt-Licht, Farbe und - last not least - inhaltliche Aussage sind perfekt. Einzig die Vermutung, dass die Frau für die Aufnahme posiert stört hier. Für die Jury war eine unbewaffnete Frau wohl nicht ausreichend, es muss das Leid eines Soldaten sein, um auf den ersten Platz zu kommen!?

Wie der erste Preis in der Kategorie "Arts and Entertainment Stories" (Bild #3) zustande gekommen ist, wundert mich. Ich finde, die Juroren legen zu viel Gewicht auf das Dokumentarische und vernachlässigen die handwerkliche Kunst beim Fotografieren. Die Werke haben z.T. die Qualität von Foto-Laien. Das ist schade und vollständig. Übrigens, wer sich für Portraits interessiert, vergleichbar mit dem von Ton Koene (Bild #15), der googelt mal "Daedalus V Portraits"!

ich weiß nicht

"Die Werke haben z.T. die Qualität von Foto-Laien."

Das macht aber nichts. Der Unterschied liegt darin, dass die Fotografen hier irgendwo in der Welt unterwegs waren und eine Situation eingefangen haben, die nicht künstlich von ihm geschaffen wurde. Wenn Sie Fotografen kennen, die so arbeiten, wissen Sie, dass bis zu diesem einen Bild Stunden und Tage vergehen können und der Fotograf einiges von sich selbst dabei "zurückstellen" muss. Seinen Hunger, seine Sicherheit usw. Die technische Bildqualität ist dabei völlig uninteressant und wird auch allg. hin überbewertet. Ein guter Fotograf macht mit einer 20€-Wegwerfkamera gute Bilder.

Nichts gegen Ihre verlinkten Fotografien. Die sind schon ganz nett. Aber nicht mit denen hier vergleichbar, da Sie Ihre Motive sicher nicht in jemenitischen Hütten oder auf ukrainischen Straßenstrichs getroffen haben, sondern im netten Studio. Das kann ja eigentlich jeder.

Polarbären und Pinguine

Sollten sich auf dem Foto Nr. 10 tatsächlich Polarbären und Pinguine getroffen haben? Oder ist das nur eine ähnliche, weniger bekannte Vogelart, die im Norden Russlands lebt? Ich bin zumindest stutzig geworden und dachte zuerste an eine Fotomontage...

Zitat:"So wird ein Pinguin nie einen Eisbären treffen. Zu seinem Glück. Die hungrigen Eisbären bewohnen den Nordpol oder besser gesagt die arktischen Gebiete rund um den Nordpol, während die emsigen Pinguine am Südpol oder besser gesagt auf der Südhalbkugel unserer Erde anzutreffen sind."

http://www.kinderseite.na...