World Press Photo:
Wenn das Weltgeschehen privat wird

Der Spanier Samuel Aranda ist für das Pressebild des Jahres 2011 gekürt worden. Sein Foto zeigt eine verschleierte Frau in Jemens Hauptstadt Sanaa während der Proteste gegen Präsident Salih. Sie hält ein verwundetes Familienmitglied in den Armen. | © Samuel Aranda, Spanien, für The New York Times
Eine Momentaufnahme der gewalttätigen Unruhen aus dem Jemen ist zum Pressefoto des Jahres 2011 gekürt worden. Besondere Erwähnung fand in dem Wettbewerb wegen seiner historischen Bedeutung die Aufnahme eines Amateurfotografen, die libysche Rebellen im Kampf gegen den früheren Machthaber Muammar al-Gaddafi zeigt. In diesem Jahr hatten sich mehr als 5000 Fotografen aus 124 Ländern beworben. Eine Auswahl der prämierten Bilder.
- Datum 10.02.2012 - 20:46 Uhr
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Der erste Preis ist - wie so häufig bei den Awards - nicht der beste. Was mich daran iritiert, ist die fotografische Qualität. Hier wird nicht die gehobene Qualität des Fotografen prämiert, sondern die evozierte Geschichte im Kopf des Betrachters. Perfekt ist, wenn beides stimmt.
Die Aufnahme einer Prostituierten von Brent Stirton (#4) zeigt, wie es richtig geht: Komposition, Rembrandt-Licht, Farbe und - last not least - inhaltliche Aussage sind perfekt. Einzig die Vermutung, dass die Frau für die Aufnahme posiert stört hier. Für die Jury war eine unbewaffnete Frau wohl nicht ausreichend, es muss das Leid eines Soldaten sein, um auf den ersten Platz zu kommen!?
Wie der erste Preis in der Kategorie "Arts and Entertainment Stories" (Bild #3) zustande gekommen ist, wundert mich. Ich finde, die Juroren legen zu viel Gewicht auf das Dokumentarische und vernachlässigen die handwerkliche Kunst beim Fotografieren. Die Werke haben z.T. die Qualität von Foto-Laien. Das ist schade und vollständig. Übrigens, wer sich für Portraits interessiert, vergleichbar mit dem von Ton Koene (Bild #15), der googelt mal "Daedalus V Portraits"!
Gerade der 1. Preis hat mich persönlich von der Thematik her nicht mitgerissen. Vielmehr war es für mich Licht und Schatten und die Szene, die auf mich wie fast wie ein religiöses Gemälde Michelangelo's wirkt. Gerade das macht das Bild so faszinierend. Verdienter Sieger.
Das Ding heisst World Press Photo. Da geht es nicht um Studiophotographie, sondern um Journalismus. Und da spielt natürlich auch der Nachrichtenwert bei der Auswahl eine Rolle.
PS: Und die Schleichwerbung für ihre eigenen Bilder passt hier auch nicht wirklich her.
"Die Werke haben z.T. die Qualität von Foto-Laien."
Das macht aber nichts. Der Unterschied liegt darin, dass die Fotografen hier irgendwo in der Welt unterwegs waren und eine Situation eingefangen haben, die nicht künstlich von ihm geschaffen wurde. Wenn Sie Fotografen kennen, die so arbeiten, wissen Sie, dass bis zu diesem einen Bild Stunden und Tage vergehen können und der Fotograf einiges von sich selbst dabei "zurückstellen" muss. Seinen Hunger, seine Sicherheit usw. Die technische Bildqualität ist dabei völlig uninteressant und wird auch allg. hin überbewertet. Ein guter Fotograf macht mit einer 20€-Wegwerfkamera gute Bilder.
Nichts gegen Ihre verlinkten Fotografien. Die sind schon ganz nett. Aber nicht mit denen hier vergleichbar, da Sie Ihre Motive sicher nicht in jemenitischen Hütten oder auf ukrainischen Straßenstrichs getroffen haben, sondern im netten Studio. Das kann ja eigentlich jeder.
Gerade der 1. Preis hat mich persönlich von der Thematik her nicht mitgerissen. Vielmehr war es für mich Licht und Schatten und die Szene, die auf mich wie fast wie ein religiöses Gemälde Michelangelo's wirkt. Gerade das macht das Bild so faszinierend. Verdienter Sieger.
Das Ding heisst World Press Photo. Da geht es nicht um Studiophotographie, sondern um Journalismus. Und da spielt natürlich auch der Nachrichtenwert bei der Auswahl eine Rolle.
PS: Und die Schleichwerbung für ihre eigenen Bilder passt hier auch nicht wirklich her.
"Die Werke haben z.T. die Qualität von Foto-Laien."
Das macht aber nichts. Der Unterschied liegt darin, dass die Fotografen hier irgendwo in der Welt unterwegs waren und eine Situation eingefangen haben, die nicht künstlich von ihm geschaffen wurde. Wenn Sie Fotografen kennen, die so arbeiten, wissen Sie, dass bis zu diesem einen Bild Stunden und Tage vergehen können und der Fotograf einiges von sich selbst dabei "zurückstellen" muss. Seinen Hunger, seine Sicherheit usw. Die technische Bildqualität ist dabei völlig uninteressant und wird auch allg. hin überbewertet. Ein guter Fotograf macht mit einer 20€-Wegwerfkamera gute Bilder.
Nichts gegen Ihre verlinkten Fotografien. Die sind schon ganz nett. Aber nicht mit denen hier vergleichbar, da Sie Ihre Motive sicher nicht in jemenitischen Hütten oder auf ukrainischen Straßenstrichs getroffen haben, sondern im netten Studio. Das kann ja eigentlich jeder.
Gerade der 1. Preis hat mich persönlich von der Thematik her nicht mitgerissen. Vielmehr war es für mich Licht und Schatten und die Szene, die auf mich wie fast wie ein religiöses Gemälde Michelangelo's wirkt. Gerade das macht das Bild so faszinierend. Verdienter Sieger.
Wenn SIe selbst der Fotograf sind, dann: Ja, ganz nett. Diese Bilder aber mit denen von Koene zu vergleichen ist, sry, fast eine Beleidigung für Ton Koene. Soviel zu Amateurfotografie.
Gruss
Das Ding heisst World Press Photo. Da geht es nicht um Studiophotographie, sondern um Journalismus. Und da spielt natürlich auch der Nachrichtenwert bei der Auswahl eine Rolle.
PS: Und die Schleichwerbung für ihre eigenen Bilder passt hier auch nicht wirklich her.
Sollten sich auf dem Foto Nr. 10 tatsächlich Polarbären und Pinguine getroffen haben? Oder ist das nur eine ähnliche, weniger bekannte Vogelart, die im Norden Russlands lebt? Ich bin zumindest stutzig geworden und dachte zuerste an eine Fotomontage...
Zitat:"So wird ein Pinguin nie einen Eisbären treffen. Zu seinem Glück. Die hungrigen Eisbären bewohnen den Nordpol oder besser gesagt die arktischen Gebiete rund um den Nordpol, während die emsigen Pinguine am Südpol oder besser gesagt auf der Südhalbkugel unserer Erde anzutreffen sind."
http://www.kinderseite.na...
Das könnten eventuell die vermeintlichen "Pinguine" sein:
http://upload.wikimedia.o...
"Die Werke haben z.T. die Qualität von Foto-Laien."
Das macht aber nichts. Der Unterschied liegt darin, dass die Fotografen hier irgendwo in der Welt unterwegs waren und eine Situation eingefangen haben, die nicht künstlich von ihm geschaffen wurde. Wenn Sie Fotografen kennen, die so arbeiten, wissen Sie, dass bis zu diesem einen Bild Stunden und Tage vergehen können und der Fotograf einiges von sich selbst dabei "zurückstellen" muss. Seinen Hunger, seine Sicherheit usw. Die technische Bildqualität ist dabei völlig uninteressant und wird auch allg. hin überbewertet. Ein guter Fotograf macht mit einer 20€-Wegwerfkamera gute Bilder.
Nichts gegen Ihre verlinkten Fotografien. Die sind schon ganz nett. Aber nicht mit denen hier vergleichbar, da Sie Ihre Motive sicher nicht in jemenitischen Hütten oder auf ukrainischen Straßenstrichs getroffen haben, sondern im netten Studio. Das kann ja eigentlich jeder.
Das Foto ist wahnsinnig gut. Es ist eine Geschichte, die da einfühlsam erzählt wird. Ich bin selbst Fotografin und kann den Fotografen zum ersten Preis nur beglückwünschen. ER hat den 1. Preis meines Erachtens total verdient! Die negativen Kritiker sollten sich mal fragen, wie es ist in Krisengebieten zu arbeiten. Ich habe im Kosovo und einigen anderen Ländern Reportagen erstellt, auch unter gefährlichen Einflüssen von Aussen. Da geht es nicht um " scharfe Fotos" , sondern um das Einfühlen in eine Jetztsituation, die nie wieder so sein wird, wie gerade in der Sekunde des Auslösens. Der Fotograf Samuel Aranda ist verdient an die Stelle gerückt, an der sicher gern viele Fotojournalisten stehen würden. An die erste Stelle nämlich.Glückwunsch auch der Jury.
Gruss
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