ErziehungTalente entdecken statt Durchschnitt fördern

Wir konzentrieren uns auf die Schwächen der Kinder statt auf die Talente. Damit fördern wir Durchschnitt statt Innovationen, sagt der Genetiker Markus Hengstschläger. von 

ZEIT ONLINE : Herr Hengstschläger, Ihr Buch heißt Die Durchschnittsfalle . Was haben Sie gegen den Durchschnittsmenschen?

Markus Hengstschläger: Der Durchschnitt hat noch nie etwas Innovatives geleistet. Es gibt aber auch einfach keinen durchschnittlichen Menschen. Jeder hat spezielle, individuelle Talente. Aber wir leisten es uns zugunsten des Durchschnitts, diese Talente nicht zu fördern. Da schwärmt ein Vater: "Mein Sohn ist so problemlos, ist noch nie negativ aufgefallen." Aber auch positives Auffallen ist nicht erwünscht. Das wäre nämlich Stress: Das Kind hat dann wahrscheinlich Bedarf nach mehr. Wir sollten es aber gerade motivieren, neue Wege zu gehen, aufzufallen. Wer einen neuen Weg gehen will, muss den alten verlassen! Dafür müssen wir wieder den Mut aufbringen. Denn wir wissen nicht, welche Innovationen in der Zukunft gebraucht werden – und welche Talente wir dafür benötigen.

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ZEIT ONLINE: Es gibt doch die Eltern, die ihre Kinder ganz und gar nicht für durchschnittlich halten, sondern für hochbegabt.

Hengstschläger: Meiner Ansicht nach hat der Begriff Hochbegabung keinen Sinn. Damit meinen die Eltern vielleicht besondere, schon sichtbare Erfolge. Man kann zwar vermuten, dass hinter den Erfolgen eine besondere Begabung steckt, sie können aber auch ausschließlich das Ergebnis von Drill sein. Messen kann man immer nur die Leistungen und Erfolge, nicht Talent oder Begabung.

Markus Hengstschläger
Markus Hengstschläger

Markus Hengstschläger leitet das Institut für Medizinische Genetik an der Wiener Med-Uni. Er promovierte mit 24 Jahren am Vienna Biocenter zum Doktor der Genetik und ist Vater von zwei Kindern. Ende Januar ist sein Buch Die Durchschnittsfalle. Gene - Talente - Chancen erschienen.

ZEIT ONLINE: Wenn man es nicht messen kann, was ist dann Talent? Eine angeborene Gabe oder das Produkt der Umwelt?

Hengstschläger: Es gibt manchmal biologische Leistungsvoraussetzungen für ein Talent. Ich habe in meinem Buch versucht zu diskutieren, was Talent ist, was daran genetisch und was Umwelt sein könnte, und wie man es entdecken kann. Die Genetik spielt eine Rolle. Alleine ist sie aber nichts wert. Talente müssen entdeckt werden. Und dann: üben, üben, üben. Aber umgekehrt gilt eben auch: Ein Elefant kann so viel üben, wie er will – er wird nie so locker auf den Baum klettern wie der Affe. Darauf muss unser Bildungssystem reagieren und jedes Kind individuell betrachten. Gene sind nur Bleistift und Papier, die Geschichte schreiben wir selbst.

ZEIT ONLINE: Fördert die Schule nicht besondere Leistungen? Und damit die Talente dahinter?

Hengstschläger: Nein, sie arbeitet immer auf den Durchschnitt hin. Wie soll etwa eine Durchschnittsnote entscheiden, ob jemand ein guter Arzt wird? Heute läuft es doch so: Hat ein Kind vier schlechte Noten im Zeugnis und eine sehr gute – was sagen Lehrer, Eltern, Politiker? In dem Fach, in dem du sehr gut bist, tust du nichts mehr. Aber in den Fächern, in denen du schlecht bist, lernst du rund um die Uhr, bis eine durchschnittliche Note erreicht ist. Da wo das Kind so gut war, wird es auch Durchschnitt, weil es keine Zeit mehr dafür hat. Wir geben viel Geld aus, um den Kindern zu sagen, was sie nicht können, und ihnen dann zu raten, sich hauptsächlich mit den Dingen zu beschäftigen, die sie nicht gut können. Das ist nicht sinnvoll.

Leserkommentare
  1. die ihn sehen wollen, bzw. bereits sind dafür zu bezahlen. Daher haben Fußballstars derzeit einen höheren Marktwert als Tennisspieler in Deutschland, und einen noch höheren, als Tischtennisspieler.

    Drill kann weder Begabung, noch Intelligenz vollständig ersetzen, lediglich die Leistung verbessern, bis zu einer bestimmten Grenzen.

    • Chali
    • 21. Februar 2012 13:14 Uhr

    "Bildungsferne Schichten müssen kompromisslos zur Bildung gebracht werden."
    Solche Sätze lese ich gar nicht gern - zumal diese Passiv-Konstruktionen. WER bringt hier WEN "zur Bildung"? Kompromisslos? Mit nwelchen Mitteln denn das?

    "Und zwar nicht, um den Durchschnitt zu heben, sondern weil wir auf die sonst verborgenen Talente nicht verzichten können."
    Da frage ich mich mal wieder, welches "wir" der Professor da meint. Er - und wer noch?

    " Auch Spitzenleistungen im Handwerklichen sollten genauso viel wert sein wie im Musischen, im Sportlichen oder in der Wirtschaft. "
    Allein mit dem Begriff "Wert" habe ich schon meine Schwierigkeiten."Wertschätzung" wäre für den Anfang doch völlig ausreichend?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie haben Recht, wenn Sie in Frage stellen, dass der Autor sich und seines Gleichen als Vormund der Gesellschaft, beonsders der "Unterschicht" ansieht.

    Allerdings sehe ich es so, dass die Gesellschaft Verantwortung hat gegenüber denen, die objektiv nicht in der Lage sind, sich um sich selber zu kümern. In dem Fall die Kinder.

    Bildung ist der einzige Weg zum Aufstieg, der im Prinzip unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ist. Und da ist es richtig, wenn die Gesellschaft verhindert, dass Kinder, die noch nicht selber für sich sorgen können, unter der Unfähigkeit oder der Bildungsunlust ihrer Eltern leiden.

    Immer schoen auf die Schwaechen konzentrieren und nicht auf die guten Argumente und Ideen!

    "WER bringt hier WEN "zur Bildung"? Kompromisslos? Mit nwelchen Mitteln denn das?"

    Wie das am besten geschieht, koennen Sie sich ja mal ueberlegen, anstatt Herrn Haengstschlaeger vorzuwerfen, keine fertige Loesung zu praesentieren. Machen Sie doch mal selbst einen konkreten Vorschlag, wie man Kinder aus bildungsfernen Familien aus dem Loch holt!

    "Allein mit dem Begriff "Wert" habe ich schon meine Schwierigkeiten."Wertschätzung" wäre für den Anfang doch völlig ausreichend?"

    Suchen Sie einfach weiter nach Haaren in der Suppe!

    ""Und zwar nicht, um den Durchschnitt zu heben, sondern weil wir auf die sonst verborgenen Talente nicht verzichten können."
    Da frage ich mich mal wieder, welches "wir" der Professor da meint. Er - und wer noch?"

    Ich ZB und eine Gesellschaft wie die unsere, die einem Teil von ihr durch Vernachlaessigung zu dauerhaften "Verlierern" macht. Nicht alle wollen wie Sie auf auf verborgene Talente lieber Verzichten.

    • moppelg
    • 21. Februar 2012 13:18 Uhr

    Vor allem in Anbetracht der Diskussion, dass manche fordern MINT Fächer stärker zu bewerten in der Schule.
    Das wäre für die Schüler die woanders ihr Talent haben fatal.

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    Die Mint-Fächer sind, historisch bedingt, in unserem Schulsystem völlig unterbewertet. Für eine richtige wissenschaftliche Ausbildung ist das „M“ zwingend erforderlich. Leider passiert es in den Gesellschaftswissenschaften sehr oft, dass dort aufsehend erregende Forschungsergebnisse, auch von renommierten Wissenschaftlern, publiziert werden, die bei genauerer Analyse des zugrundeliegenden Datenmaterials zu folgenden Ergebnissen führen: Es werden unlogische Schlussforderungen gezogen oder statistische Analyse des Datenmaterial war fehlerhaft. Wir erhalten dadurch Desinformation, die mehr schadet, als nützt.
    Für das Gros der qualifizierteren Berufe sind zumindest bessere Grundkenntnisse im „INT“ sehr hilfreich.
    Das man könnte sich hier jegliche Diskussion sparen, wenn man sich von dem (Voll-)Abitur verabschieden würde. Es reicht ja völlig aus, wenn die Fächer/Noten zu den jeweiligen Ausbildungen/Berufen passen würden.
    Herr Hengstschläger patzt schon im Grundsätzlichen: Die Notenvergabe in unserem Schulsystem ist in den meisten Fällen ungeeignet Talent überhaupt zu erkennen oder gar zu bewerten. Die Fähigkeit Mathematik betreiben zu können, lässt sich sowieso nicht mit einer schriftlichen Klausur feststellen. Aber auch bei den anderen Fächern gilt: Wiedergekautes und auswendiggelerntes Wissen wird abgefragt, welches möglichst fehlerfrei wiedergegeben werden sollte. Gäbe es nicht das Problem der „Schnittstelle“, dann wäre ein dummer Computer in unserer Schule der ungeschlagene Klassenprimus. Aber seit wann haben solche Maschinen „Talent“?

    "Vor allem in Anbetracht der Diskussion, dass manche fordern MINT Fächer stärker zu bewerten in der Schule.
    Das wäre für die Schüler die woanders ihr Talent haben fatal."

    Im Moment ist es allerdings gerade umgekehrt.
    Schauen wir uns die "Hauptfächer" am Gymnasium an, deretwegen man besonders gut durchfallen kann:

    Mathematik, Deutsch, Fremdsprache1, Fremdsprache2

    Mathematik. OK: Gehört zu MINT.
    Der Rest: Sprachen.

    Wer naturwissenschaftlich völlig talentfrei ist, kann hier wunderbar durch's Leben gehen, wenn er nur sprachlich genug fit ist und damit ausgleichen kann.
    Übel dran ist der gegenteilige Schüler. Sprachliche Einschränkungen sind ein Killerkriterium für die meisten Gymnasien.
    Und das in einem Land, dessen Wirtschaftskraft vornehmlich nicht von Übersetzern und Literaten, aber von Ingenieuren vorangetrieben wird.

    Also: Die Aufwertung der MINT-Fächer ist die Beseitigung einer alten Asymmetrie, nicht die Schaffung einer neuen.

    • Puh
    • 21. Februar 2012 13:23 Uhr

    Notwendig ist ja wohl beides: die Förderung von speziellen Talenten und die Förderung von nicht so ausgeprägten Kompetenzen auf ein - nennen wir es ruhig so - durchschnittliches Niveau. So etwas nennt sich dann auch Allgemeinbildung - und das die immer wichtig war, immer wichtig sein wird, ist eigentlich doch bekannt.

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    • vopa
    • 21. Februar 2012 18:48 Uhr

    Allgemeinbildung ist auch nur eine Einbildung

    An deutschen Schulen wird außer Englisch
    an Fremdsprachen meist nur Französisch und Latein
    gelehrt. Was macht Französisch und Latein
    allgemeinbildender als etwa Chinesisch?
    Wieviele Menschen sprechen Chinesisch und
    wieviele Französisch (von Latein ganz zu schweigen)?

    Von China lernt man in Geschichte ein bißchen was
    im Zusammenhang mit der Seidenstraße,
    und ein bißchen was im Zusammenhang mit der
    europäischen Kolonialgeschichte ("gelbe Gefahr").

    Die deutsche Gymnasialbildung, die gern
    das Fähnchen "Allgemeinbildung" hochhält, ist
    in Wirklichkeit sehr einseitig, regional wie fachlich.

    Die Nazi-Geschichte wird bis zum Erbrechen durchgekaut,
    in Geschichte, Deutsch, Religion. Von anderen Teilen
    der Erde erfährt man dagegen wenig, siehe oben.

    Von Jura, Wirtschaft, Technik u.a. erfährt man an einem
    deutschen "allgemeinbildenden" Gymnasium fast gar nichts.

    Sicher, eine Auswahl muß getroffen werden.
    Dazu ist das Angebot an Wissen heutzutage zu umfangreich.
    Aber dieser Anspruch der "Allgemeinbildung" kann dann
    nicht mehr aufrechterhalten werden.

  2. Sie haben Recht, wenn Sie in Frage stellen, dass der Autor sich und seines Gleichen als Vormund der Gesellschaft, beonsders der "Unterschicht" ansieht.

    Allerdings sehe ich es so, dass die Gesellschaft Verantwortung hat gegenüber denen, die objektiv nicht in der Lage sind, sich um sich selber zu kümern. In dem Fall die Kinder.

    Bildung ist der einzige Weg zum Aufstieg, der im Prinzip unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ist. Und da ist es richtig, wenn die Gesellschaft verhindert, dass Kinder, die noch nicht selber für sich sorgen können, unter der Unfähigkeit oder der Bildungsunlust ihrer Eltern leiden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Bildung ist der einzige Weg zum Aufstieg, der im Prinzip unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ist."

    Laut PISA Studie ist in keinem Land der OECD die soziale Herkunft wichtiger für die Bildungschancen als in Deutschland.

    Mangels Vergleichsgruppe kann man nur ahnen, welche Sprachkompetenzen die untersuchten Kinder gehabt hätten ohne den Kita Besuch.

  3. Immer schoen auf die Schwaechen konzentrieren und nicht auf die guten Argumente und Ideen!

    "WER bringt hier WEN "zur Bildung"? Kompromisslos? Mit nwelchen Mitteln denn das?"

    Wie das am besten geschieht, koennen Sie sich ja mal ueberlegen, anstatt Herrn Haengstschlaeger vorzuwerfen, keine fertige Loesung zu praesentieren. Machen Sie doch mal selbst einen konkreten Vorschlag, wie man Kinder aus bildungsfernen Familien aus dem Loch holt!

    "Allein mit dem Begriff "Wert" habe ich schon meine Schwierigkeiten."Wertschätzung" wäre für den Anfang doch völlig ausreichend?"

    Suchen Sie einfach weiter nach Haaren in der Suppe!

    ""Und zwar nicht, um den Durchschnitt zu heben, sondern weil wir auf die sonst verborgenen Talente nicht verzichten können."
    Da frage ich mich mal wieder, welches "wir" der Professor da meint. Er - und wer noch?"

    Ich ZB und eine Gesellschaft wie die unsere, die einem Teil von ihr durch Vernachlaessigung zu dauerhaften "Verlierern" macht. Nicht alle wollen wie Sie auf auf verborgene Talente lieber Verzichten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Chali
    • 21. Februar 2012 13:42 Uhr

    andre Menschen zu bevormunden. Ich habe da einfach keine Freude dran. Ich habe da Skrupel - ich denke da immer an Begriffe wie "Die Würde des Menschen" und ähnlich verstaubtes.

    Aber es besteht ja offensichtlich unter den Postern kein Mangel

    • Chali
    • 21. Februar 2012 13:58 Uhr

    untersucht?

    Ob es besonders gut Fussball spielen oder Schwimmen oder Boxen kann? Zum Ruhme des Sports - und des real existierenden Sozialismus?

    Wird denn so etwas gewünscht? Wieder gewünscht? "Kompromisslos"?

    Ich sach ja - ich habe keine Freude daran. Ich glaube, ich werde mich mit ein paar Minderlesitern zusammensetzen und Glühwein trinken. Die DamenHerrn machen mir mehr Spass.

    Ideen zu dem Thema gibt es eine ganze Reihe, zu sehen in vielerlei Modellprojekten u.ä. Die dauerhafte (nachhaltige) Umsetzung in der Breite scheitert jedoch immer wieder an der systematisch falschen Schwerpunktsetzung. Ein Beispiel: Warum unterrichten die bestentlohnten Lehrkräfte an gymnasialen Oberstufen, statt an Primarschulen oder besser noch in Kindergärten? Also dort, wo die harte Basisarbeit zu leisten und noch was zu erreichen ist?
    Manche Antworten auf komplexe Fragen sind doch recht einfach zu finden...

  4. Das Interview bildet meiner Ansicht nach sehr treffend die Leistungs- und Produktivitätsideologie unserer Gesellschaft ab. Es wird gar nicht gefragt, wie sich der Begriff "Leistung" überhaupt definiert, wem die "Spitzenleistungen" der/des Einzelnen am Ende zugute kommen sollen und in wessen Namen sie gefördert werden. Stattdessen wirft eine selbstetikettierte akademische Bildungselite mit diesen Schlagwörtern um sich, ohne wirklich willens oder gar in der Lage zu sein, deren Bedeutung für Mensch und Gesellschaft sowie deren Implikationen und Konsequenzen offenzulegen. Wenn das Ganze dann noch mit Konzepten des "Wertes" und der Trennung zwischen den "Schwächeren" und (implizit) den "Stärkeren" vermengt wird, ist Skepsis angebracht.

    Es wurde bereits in einem anderen Kommentar gefragt: Wer soll hier wen zur "Bildung" bringen? In dieser Frage zeigt sich die praktische Hilflosigkeit einer Bildungsideologie der "Spitzenleistungen": Gute (heute würde man sagen: exzellente) Lehre braucht nämlich gute Lehrende. Nach welchen Kriterien diese aber ausgewählt werden, welche Bildungsmodelle ihrer Tätigkeit zugrunde liegen, welche langfristigen Ziel sie anstreben usw. wird hier noch nicht einmal zur Diskussion gestellt. Stattdessen wird eine augenscheinlich selbstlegitimierende Rhetorik von Leistung und Produktivität perpetuiert, die ihre nicht vorhandenen Inhalte zur Aufrechterhaltung bestehender Machtverhältnisse in einen deontologischen Sollensanspruch kleidet. Das ist Ideologie pur.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie sprechen unter anderem abwertend von einer "selbsternannten Bildungselite", werfen aber gleichzeitig mit Fremdwörtern um sich. In meinen Augen gesellen Sie sich damit selbst zur "Bildungselite".
    Die Frage danach, wie man diese Forderungen umsetzen kann und wie man bestehende Hürden, um den "Idealzustand" zu erreichen, überwinden kann ist definitiv berechtigt.

    Doch so wie die Frage ob man eine Demokratie oder eine Monarchie haben möchte, ist auch die Frage nach der Förderung von Talenten eine Grundsatzfrage. Und ich glaube, dass Herr Hengstschläger auch nur seine Meinung zu dieser grundlegenden Frage offen legt in diesem Artikel.
    Die Frage, wie ein guter Lehrer auszusehen hat ist eine ebenso schwierige wie individuelle Frage.

    Sie kritisieren, dass es kein Gesamtkonzept ist, das in sich stimmt und alle offenen Fragen beantwortet - zu recht.
    Aber fragen Sie sich doch selbst: Sind Sie nicht auch Teil der Gemeinschaft? Sind Sie nicht auch Teil des "Wir"? Also beantworten Sie für sich die Frage, wie ein guter Lehrender auszusehen hat.
    Ein Professor, egal wie fachlich begabt er ist, kann niemals für uns alle sprechen, wenn es um unsere Bedürfnisse geht.

    Was ist Ihre Meinung? Was brauchen Sie, was brauchen Ihre Kinder? Tun wir doch das, was Herr Hengstschläger so beschwört. Tun wir uns zusammen, beantworten wir gemeinsam unsere Fragen und schieben sie nicht auf die Schultern weniger und meckern dann, dass es nicht unsere Ansicht ist.

    In diesem Sinne einen guten Abend Ihnen.

    • Medley
    • 22. Februar 2012 12:45 Uhr

    Na, wenn sie ihren Beitrag dem Herrn Hengstschläger direkt zugetextet hätten, er wäre sicher baff gewesen, ob ihres Talents, mit vielen bauschigen Worten wenig zu sagen.

    Bringen sie es doch einfach mal auf den Punkt: Sie machen dem rührigen Mann den Vorwurf, dass er es doch glatt wagt Unterschiede betonen zu wollen, anstatt wohlfahrtssozialstaatliche(sprich: marxistische)Gleichheit anzustreben. Und das von ihnen unterstellt auch noch im Dienste einer aus ihrem Hut gezauberten ominösen Leistungs- und Produktivitätsideologie, -womit sie wohl die von ihnem mutmaßlich wenig geschätzte sogenannte "Profitmaximierung" meinten- plus der von ihnen behaupteten Pflichtschuldigkeit zur Aufrechterhaltung des Machtanspruchs des etablierten "Großkapitals" und der "Hochfinanz", die sie in Zielsetzungen des Buchautors offenbar entdeckt haben wollen.

    Liege ich da richtig, mit meiner Kompakteindampfung?

    Naja, da frag' ich mich halt, ob es vielleicht wohl auch mit etwas weniger verstaubten Klassenkampfgetöse ginge? Der Mann will ja schließlich nicht den geknechteten Massen wieder ihre Ketten anlegen, indem er ihnen ihre Individualität mittels Talententfaltung wieder rückübereignet, sondern ganz im Gegenteil, er will sie befreien, indem er sie als eigeschlagene Nägel hervorzieht, damit sie herausragen können. Dabei ist es egal wie sehr man das tut. Wichtig ist indess, dass man für alle sichtbar ist, weil das erkannte Talent Lebensinn spenden und Anerkennung geben kann. Darauf kommt's an.

    Ihr Kommentar ist inhaltlich konfus und sprachlich gekennzeichnet von eitler und selbstgefälliger Phrasenhaftigkeit. Auch durch die Benutzung von aufgeputzten akademischen Wortungetümen wird der Inhalt nicht besser; Beispiele:- selbstlegitimierende Rhetorik, deontologischer Sollensanspruch, Produktivitätsideologie.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Lionel Messi | Hochbegabung | Affe | Bildung | Eltern | Energie
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