MittelamerikaHunderte Tote bei Gefängnisbrand in Honduras

Bei einem Feuer in der Haftanstalt Comayagua sind mehr als 300 Menschen umgekommen. Gerüchte über einen Aufstand wies der Gefängnisdirektor zurück.

Bei einem schweren Brand in einem Gefängnis in Honduras sind nach Behördenangaben mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen seien durch das Feuer in der Haftanstalt in Comayagua im Zentrum des Landes verletzt worden, sagte der Leiter der Strafvollzugsbehörde des mittelamerikanischen Landes, Danilo Orellana.

Dem Behördenchef zufolge brach das Feuer am Dienstagabend Ortszeit aus. Der Brand habe sich in mehrere Trakte des Gefängniskomplexes ausgebreitet. Als mögliche Ursachen nannte Orellana Brandstiftung durch einen Insassen oder einen Kurzschluss. Die Ermittlungen dauerten an.

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Feuerwehrleute sagten, sie hätten nicht zum Brandherd vordringen können, weil in dem Gefängnis geschossen worden sei. Der Gefängnisleiter wies Berichte über Krawalle zurück.

Einige Häftlinge geflohen

Augenzeugen zufolge gelang es einigen Insassen, den Flammen zu entkommen und sich auf das Gefängnisdach zu retten. Ersten Berichten zufolge sollen einige Häftlinge die Flucht ergriffen haben. Dutzende Menschen wurden in Krankenhäuser in Comayagua eingeliefert.

Verzweifelte Familien der Häftlinge versammelten sich am Mittwoch vor den Gefängnismauern, um Nachrichten über ihre Angehörigen zu erhalten. "Mein Bruder Roberto Mejía war in Trakt sechs, man hat mir gesagt, dass dort alle umgekommen sind", sagte Glenda Mejía. Carlos Ramírez, dessen Bruder ebenfalls in Trakt sechs einsaß, sagte, er habe noch keine Informationen bekommen.

Das Gefängnis in der 58.000-Einwohner-Stadt Comayagua zählt 850 Insassen. Die Haftanstalt liegt 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa und etwa fünf Kilometer von der US-Luftwaffenbasis Palmerola entfernt.

Strafanstalten in Lateinamerika sind häufig überbelegt. Honduras verfügt über 24 Strafvollzugsanstalten mit Kapazitäten für 8.000 Insassen, tatsächlich sitzen aber mehr als 13.000 Häftlinge dort ein.

Im Dezember 2010 starben bei einem Feuer in einem Gefängnis der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile 83 Häftlinge. Das für 700 Häftlinge ausgelegte Gefängnis war mit 1.900 Insassen überbelegt. Nach Polizeiangaben war die Katastrophe durch Brandstiftung während eines Streits zwischen Häftlingen ausgelöst.

 
Leserkommentare
  1. bitte sofort tätig werden. Allein der Überschriften-Trailer weißt zwei Schreibfehler auf.

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    also statt 'weißt' - 'weist'. :(

    also statt 'weißt' - 'weist'. :(

  2. also statt 'weißt' - 'weist'. :(

    Antwort auf "Hallo Korrektor(IN)"
  3. Sehr bedauerlicherweise werden die überfüllten und in Europa unvorstellbaren Zustände in den Gefängnissen in fast allen Lateinamerikanischen Gefängnissen nur durch solche Katastrophen bekannt!

  4. und schlechte Zustände sorge für solche Katastrophen.

    Orpheus 13437

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