GroßbritannienPolizei räumt Occupy-Zeltlager in London

In London hat die Polizei ein seit Monaten bestehendes Zeltlager von Finanzmarkt-Kritikern aufgelöst. Nicht alle Demonstranten nahmen das hin. von afp und dpa

Polizeieinsatz vor der St. Paul's Kathedrale

Polizeieinsatz vor der St. Paul's Kathedrale  |  © Dylan Martinez/Reuters

Die Polizei ist in den frühen Morgenstunden gegen ein Lager von Kapitalismuskritikern vorgegangen, die sich vor mehreren Monaten vor der Londoner St. Paul's Kathedrale niedergelassen hatten. Ein Gericht hatte die Räumung verfügt.

Zum Zeitpunkt des Eingreifens kurz nach Mitternacht waren noch etwa 50 bis 60 Anhänger der Occupy-Bewegung vor der Kathedrale. Die Aktion verlief größtenteils friedlich. Die meisten Demonstranten folgten der Anordnung der Polizei und räumten ihre Zelte. Einige Protestierende zogen sich jedoch zunächst auf eine aus Holzpaletten errichtete Barrikade zurück. Beamte bauten die später ab und brachten die Demonstranten weg. Insgesamt gab es etwa 20 Festnahmen.

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100 Polizisten waren an dem Einsatz beteiligt. Die Stadt London hatte per Gerichtsbeschluss das Recht erhalten, die Zelte abzubauen. Die Proteste dürfen jedoch fortgesetzt werden.



Der Protest von Finanzmarktkritikern vor der Kathedrale nahe der Londoner City hatte Mitte Oktober 2011 begonnen. In Anlehnung an die Occupy-Bewegung an der New Yorker Wall Street wollen die Demonstranten auf die Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten aufmerksam machen, die sie als mitverantwortlich für die Schuldenkrise betrachten.

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Leserkommentare
  1. Was sind den dass für Typen, Pfadfinder ?
    Warum zelten die vor Kirchen ?
    Haben die kein Zuhause ?

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gerry10
    • 28. Februar 2012 8:52 Uhr

    Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

    Orson Welles

    • Gerry10
    • 28. Februar 2012 8:52 Uhr

    Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

    Orson Welles

    21 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Occu... Wer?"
  2. ...
    Die Stadt London kann immer noch keinen gerichtlichen Beschluss erwirken lassen, diese wenigstens angemessen zu besteuern.

    Auch wurden an der Londoner Börse keine Marktteilnehmer verhaftet.

    Die Proteste jedoch dürfen fortgesetzt werden.

    gms

    8 Leserempfehlungen
  3. ... ihr tragt die Falschen weg.

    8 Leserempfehlungen
  4. scheint mehr ein mediales Phänomen zu sein, als dass es etwas bewegt hätte.

    Es gab Interviews mit Wissenschaftlern, die bislang weniger Aufmerksamkeit hatten, Reportagen von Menschen in verschiedenen Innenstädten und viele, viele Artikel und Berichte, darüber was nun alles in Bewegung sei und wie sehr die Bevölkerung der Industrienationen hinter dieser Occupy-Idee stünde.

    Es scheint mir aber nicht der Fall zu sein. Die Camps wurden kleiner, Menschen gingen wieder ihrer Profession nach, wenn sie denn eine andere als das Zelten vorweisen konnten und ansonsten ist alles - mal von einigen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt abgesehen - wie es war.

    Wenn da nicht die vielen in den verschiedenen Medien vielleicht aus Angst, einen Trend zu verpassen, abgesetzten Artikel, Berichte, Prognosen oder was auch immer wären, die uns als historische Dokumente erhalten bleiben...

    Und nächsten Sommer heißt es dann: "Wo ist die nächste gesellschaftliche Bewegung am Keimen, aus der vielleicht etwas werden könnte? Nichts wie hin, um nichts zu verpassen!"

    3 Leserempfehlungen
  5. gegen die Banken vor? Niemand? Aha.

    3 Leserempfehlungen
    • kinnas
    • 28. Februar 2012 9:34 Uhr

    "Insgesamt gab es etwa 20 Festnahmen."

    Interessant wäre für mich, was den Leuten vorgeworfen wird. Oder ist jetzt Zelten in der Stadt eine Straftat, wofür man in den Knast kommt?

    Etwas detailliertere Zusatzinfos hätten dem Artikel gut getan.

    Eine Leserempfehlung
  6. "die sie als mitverantwortlich für die Schuldenkrise betrachten."
    Falsch
    die sie als verantwortliche der schuldenkriese betrachten.
    Richtig.
    Folge einfach dem Geldfluss, um die kriminellen zu finden.

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Recht | Gericht | Occupy-Bewegung | Polizei | Protest | Stadt
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