Medienkonzern: Die Angst treibt Murdoch
Wegen Korruptionsverdachts geht die britische Polizei drastisch gegen Reporter des Boulevardblattes "Sun" vor. Das sieht sogar die linke Presse kritisch.
Wie sich die Zeiten gewandelt haben. Jahrzehntelang flog Rupert Murdoch in London ein, um mit Premiers gleich welcher Polit-Couleur zu dinieren oder seine medialen Expansionspläne voranzutreiben. Diese Woche jedoch treibt den Konzernchef des globalen Medienimperiums News Corporation die Angst nach London. Es geht um die Zukunft seiner britischen Zeitungen. Nicht genug damit, dass die Abhöraffäre, die 2011 zum abrupten Ende seines Sonntagsblattes News of the World führte, noch lange nicht abgeschlossen ist. Kaum eine Woche verstreicht, in der nicht Opfer illegaler journalistischer Lauschangriffe, zumeist Prominente oder Politiker, in außergerichtlichen Vergleichen durch Zahlungen von Murdochs britischer News International entschädigt werden.
Besonders bedrängend für den Medienmogul ist aber die öffentliche Untersuchung unter Lord Justice Levenson, die sich, höflich in der Form und unerbittlich in der Sache, nicht nur ums Abhören von Anrufbeantwortern mobiler Telefone dreht, sondern um das brisante Thema der Beamtenbestechung durch Journalisten. Die ungewöhnliche Verhaftungswelle von leitenden Redakteuren der Sun, des größten britischen Boulevardblattes, zwingt Murdoch daher zum Krisenmanagement. Wozu erst einmal die Versicherung zählt, dass er nicht im Traum daran denke, die Sun einzustellen.
Die Belegschaft des Boulevardblattes ist in aufrührerischer Stimmung. Viele Journalisten fühlen sich vom Management, am Ende also von Murdoch selbst, verraten; sie fürchten um ihre Arbeitsplätze und um die Zukunft des Blattes. Auch die NUJ, die Gewerkschaft der Journalisten, kritisiert den Konzernherren, spricht angesichts der Polizeiaktionen aber auch von einer "Hexenjagd".
Scharfe Auflagen gegen Murdoch-Journalisten
Pikanterweise war es das Management von News International selbst, das die Vorlage für die Verhaftungen im Morgengrauen des vergangenen Wochenendes geliefert hatte. Der Konzern hatte sich im Sommer letzten Jahres, wenn auch widerwillig, bereiterklärt, Millionen von E-Mails der Sun an Scotland Yard weiterzureichen. Damit nahm das Unheil seinen Lauf. Bis zum vergangenen Sommer war auch die Polizei nicht sonderlich daran interessiert gewesen, die weithin übliche, nicht immer legale Zusammenarbeit mit der Presse im allgemeinen, und den Murdoch-Blättern im besonderen, aufzuklären. Nun aber demonstrierte sie das, was viele Beobachter als overkill bezeichnen.
Journalisten der Sun wurden am frühen Morgen von einem mehreren Polizisten aus dem Bett geholt, Schubladen durchwühlt, Flurböden aufgerissen, Briefe und Computer beschlagnahmt. Danach wurden gegen die Betroffenen ungewöhnlich scharfe Auflagen verhängt, die eine Ausübung ihres Berufes so gut wie unmöglich machen. Einige der betroffenen Journalisten dürfen sich nicht mehr mit Kollegen austauschen, obgleich gegen sie keine Anklage erhoben wurde.
Kein Wunder, dass selbst den Redakteuren des linksliberalen Guardian, die entscheidenden Anteil an der Enthüllung journalistischer Lauschangriffe und der engen Kooperation von Polizei und Boulevard hatten, angesichts des Ausmaßes der staatlichen Reaktionen Unwohlsein beschleicht. Stephen Hewlett, Medienkommentator des Blattes, bemerkte, "keine Zeitung, Boulevard oder nicht", könne darauf verzichten, für Informationen zu bezahlen.





Jede Sekunde ohne das korrupte Murdoch Imperium ist eine Bereicherung für die Welt...
gehoert zerschlagen - hier und in den USA ...
Die Murdoch Blätter haben Wahlen entschieden. Wer sich mit Murdoch anlegt, der hat ein großes Problem. Die Politiker haben Angst, das sich Murdoch für die Angriffe bei den Ermittlungen gegen ihm rächen könnten. Daher versuchen die Murdoch Macht zu brechen.
"Wozu erst einmal die Versicherung zählt, dass [Murdoch] nicht im Traum daran denke, die Sun einzustellen."
Aber selbstverständlich nicht: Friede Springer stellt sicherlich auch niemals die BILD ein, egal, wieviel Dreck die Redakteure dort am Stecken haben, man denke nur an Herrn "Esser" aka Wallraff.
"Aber statt den Geist zu beflügeln, hat ihn die Alphabetisierung dem Einfluss von Prägungen ausgesetzt: Druckerzeugnisse voller Werbeslogans, Leitartikel [...]. Zum eigenständigen Denken kommt es dabei eher selten.
(E. Bernays, "Propaganda")
Entfernt. Bitte tragen Sie sachlich und konstruktiv zum Thema des Artikels bei. Die Redaktion/mak
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