ThronjubiläumWer braucht die Queen?
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 Mit 25 Jahren begann für Elizabeth die Pflichterfüllung

Queen Elizabeth II. besuchte eine Schule am Tag ihres Jubiläums. Vor 60 Jahren wurde sie Königin.

Queen Elizabeth II. besuchte eine Schule am Tag ihres Jubiläums. Vor 60 Jahren wurde sie Königin.

Churchill sprach von den Kriegstagen, der solidarischen Selbstverleugnung des Königs, der "Loyalität, die über die normale Beziehung zwischen König und Untertanen weit hinausgeht". Dann erinnerte er sich an seine Kindheit unter Queen Victoria und schloss: "Ich spüre echte Begeisterung, wenn ich jetzt wie damals das Gebet und die Hymne anstimme: God Save the Queen – Gott schütze die Königin."

Die 25-jährige Prinzessin Elizabeth war zu diesem Zeitpunkt auf Privaturlaub im Treetop-Hotel in Kenia. Sie und ihr Mann Philip, mit dem sie seit vier Jahren verheiratet war, hatten sich am Vorabend bis auf wenige Meter an eine Elefantenherde herangepirscht und sie von einem Hochsitz aus gefilmt. In diesem Moment, behaupten ihre Biografen, wurde Elizabeth Königin.
Trauerkleider hatte sie im Gepäck. In Schwarz mit Trauerflor stieg sie am 7. Februar in London aus dem Flugzeug. Am 8. Februar trat der "Accession Council" im St.-James-Palast zusammen, wo seit Jahrhunderten die neuen Monarchen proklamiert werden. Als das Parlament ein paar Tage später der neuen Königin huldigte, hatte Churchill wieder Gelegenheit zu großer Rhetorik. "Eine hübsche und jugendliche Person, Prinzessin, Frau und Mutter, ist Erbin unserer Traditionen und Ruhmestaten geworden." Man sprach von einem neuen "elisabethanisch Zeitalter". Für die von den Lasten des Weltkriegs erdrückten Briten war die neue Königin das Symbol eines Neubeginns.

Meinungsumfragen gab es damals noch keine, aber wenige werden Zweifel an der Monarchie gehabt haben. Respekt und Ehrerbietung waren normal. Nur Intellektuelle und Sozialisten wetterten gegen Klassenhierarchie und Adelsprivilegien. Als die Queen im Juni 1953 in der Westminister Abbey gekrönt wurde, säumten drei Millionen die Straße, im ganzen Land gab es Streetpartys, und wer Zugang zu einem Fernseher hatte, konnte dem ersten Großereignis der TV-Geschichte folgen.

Wie viel hat sich seither geändert! Der Wohlstand ist größer, der Einfluss der Briten in der Welt geringer, Respekt und Ehrerbietung wurden vom Promi-Wesen abgelöst, auch die "Royals" wurden Freiwild für Zeitungen. Die Queen musste sich in der TV-Show "Spitting Image" als Karikatur betrachten, ihre Finanzen offenlegen und Steuern zahlen. Vier Kinder hat sie verheiratet, drei sind geschieden. Als nach dem Unfalltod Prinzessin Dianas 1997 der Volkszorn Partei für die "Prinzessin der Herzen" ergriff, sahen viele die Monarchie schon am Ende. Und doch: Als Prinz William und Kate Middleton im April vergangenen Jahres heirateten, war es wie immer: die Kutschen, die Uniformen, der Jubel. Ein neues Kapitel der königlichen Familiengeschichte begann, die Briten machten wieder ein königliches Familienfest zum Teil ihrer Lebensgeschichte. In einer Umfrage gaben zwei Drittel an, die Monarchie werde auch in 100 Jahren noch bestehen.

Warum haben es die Briten nie für nötig gehalten, ihre Monarchie abzuschaffen, wie andere Nationen? Niemand könnte behaupten, es fehle ihnen die revolutionäre Gesinnung. 1649 waren sie die ersten, die einen König, Charles I., köpften. Als William und Mary 1689 den Thron bestiegen, wachten die Abgeordneten des Unterhauses über die Ereignisse – 100 Jahre vor der Französischen Revolution hatte die "Glorreiche Revolution" die Monarchie auf eine Verfassungsgrundlage gestellt.

Aber Monarchen und das Volk – stolz und pragmatisch – schlossen immer wieder Kompromisse miteinander. Die Monarchie passte sich der Zeit an, damit der Kern überleben konnte. Nach den zwei inkompetenten, ausschweifenden Königen George IV. und William IV. inszenierte sich die kinderreiche Victoria als erste Mutter des Landes. Sie erfand die Rituale, die dem Volk bis heute erlauben, an den Lebenszyklen der königlichen Familie teilzunehmen.

Leserkommentare
  1. Welchen "Skandal" hat denn "Battenbergs Liesken" selbst zu verantworten gehabt? Ziemlich dummer Formulierung, finde ich.

    3 Leserempfehlungen
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    [...] Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

    Jeder Journalist kann dazu seine eigene Meinung haben - allerdings sollte er auch etwas Respekt vor der Meinung der Leser haben.

    [...] Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/kvk

    Jeder Journalist kann dazu seine eigene Meinung haben - allerdings sollte er auch etwas Respekt vor der Meinung der Leser haben.

  2. ...by the Grace of God, of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of her other realms and territories Queen, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith.

    ...und Autos reparieren kann sie auch

    http://www.youtube.com/wa...

    2 Leserempfehlungen
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    • cvnde
    • 06.02.2012 um 16:39 Uhr

    Hat sie im Krieg gelernt!

    ...ihr Fuhrpark läuft ja, aber wer weiß wenns auf's Land geht.

    • cvnde
    • 06.02.2012 um 16:39 Uhr

    Hat sie im Krieg gelernt!

    ...ihr Fuhrpark läuft ja, aber wer weiß wenns auf's Land geht.

  3. ...ist Christian???

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Bleibende Werte"
    • Lieps
    • 06.02.2012 um 16:35 Uhr

    "Gott schütze die Königin".Immerhin 12 Premierminister überdauert und 60 Jahre als Queen im Vereinigten Königreich.
    Sie ist nun doch ein anderes Kaliber, als unser Bundespräsident Wulff. Elisabeth II. nötigt schon einen gewissen Respekt ab. Allerdings als Königin der Herzen wird sie nicht in die Geschichte eingehen. Dieser Platz ist durch Luise von Preußen und auch von Diana besetzt.
    Wer den Adel gänzlich abschaffen will, der schafft auch ein Stück verbliebener Poesie ab.
    Soweit möchte ich mich nun doch aus dem Fenster lehnen.

    Lieps
    Preußischer Diplomat

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    • cvnde
    • 06.02.2012 um 16:39 Uhr
    6. Klar!

    Hat sie im Krieg gelernt!

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    • scg
    • 06.02.2012 um 17:23 Uhr

    ...britannia rule the waves...
    60 jahre. meinen respekt.

  4. Wir! Goldene Kutsche statt Bobbycar, dazu tolle Hüte, leuchtende Farben und elegante Abendkleider, funkelnde Juwelen und zeitlos schicke Handtaschen. Rassige Pferde, Ascot, Hoflieferanten, kein popeliges Sponsoring. Der Duke of Edinburgh und sein trockener Humor. Trooping The Colour und Garden Party statt Nord-Süd-Dialog. Schnuckelige Corgies, die immer nebenhertrotten: Wuff-wuff statt Wulff.
    God save the Queen – möge sie noch viele Jahre in guter Gesundheit strahlen und herrschen!

    Eine Leserempfehlung

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