Neue deutsche Nazis: Wie Neonazis ihre Gegner bedrohen
Schweineherzen im Briefkasten – Neonazis schüchtern ihre Gegner mal brachial, mal subtil ein. Dabei gehen sie präzise und professionell vor.
Wenn Johannes Hartl morgens auf dem Weg zur Schule ist, trifft er sie fast jedes Mal. Neulich fuhren sie im Auto fast eine Minute im Schritttempo neben ihm her und beobachteten ihn. "Die machen nichts. Die wollen einfach nur, dass ich sie sehe", sagt Hartl.
"Die", das sind Neonazis aus dem Ort, die dem Schüler das Leben schwer machen wollen. Sie wissen genau, dass die Polizei gegen diese subtile Art der Bedrohung kaum etwas unternehmen kann.
Es ist nichts Neues, dass Neonazis gezielt Angst verbreiten. "Anti-Antifa"-Arbeit nennt die Szene das. Journalisten, Politiker und alternative Jugendliche: Wer sich öffentlich gegen die Neonazis stellt, soll eingeschüchtert werden. Doch während die Rechtsextremen früher verhältnismäßig wahllos vorgingen – sie sammelten öffentlich zugängliche Informationen und Adressen für schwarze Listen – investieren sie inzwischen viel Mühe und Augenmaß, um Neonazigegner möglichst zielgenau auszuspähen.
- Neue deutsche Nazis
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Deutschland hat ein Neonaziproblem. In den vergangenen zwanzig Jahren sind Zonen entstanden, in denen sie faktisch das Sagen haben. Und sie dringen zunehmend in soziale Milieus der Mitte ein, zu denen sie früher kaum Zugang hatten.
Dies ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Strategie. ZEIT ONLINE zeigt in der Serie "Neue deutsche Nazis", wie moderner Rechtsextremismus funktioniert und wo die Grenzen zwischen Demokratie und Rechtsextremismus aufweichen. Wir zeigen, wie jene Angst-Räume entstehen, in denen auch die Zwickauer Terroristen zu ihren brutalen Entschlüssen gelangten.
Die moderne deutsche Neonazi-Szene ist dynamisch, vernetzt, vielfältig und einflussreich. Wir sind sicher: Das Problem Rechtsextremismus wird sich nicht von selbst lösen.
- Die Serie
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Bisher erschienen:
Neue deutsche Nazis: Wie Rechtsextreme mit Geschick und Geduld neue Milieus und Regionen erobern.
No-Go-Area im Landtag: Wie die NPD das sächsische Parlament nutzt.
Frauensache Volksgemeinschaft: Frauen spielen in der rechtsextremen Szene eine Schlüsselrolle.
Flashmobs gegen die Demokratie: Wie Neonazis neue Medien und linke Symbole nutzen.
Wie Neonazis ihre Gegner bedrohen: Rechtsextreme schüchtern Demokratie-Aktivisten ein – professionell und präzise.
Warum es Neonazis nach Dortmund zieht: Dortmund ist ein Hot-Spot der Szene. Wie kam es dazu?
Spuren der Dortmunder Neonazis: Eine Fotostrecke aus der westdeutschen Rechtsextremismus-Hochburg
Vati ist ein guter Nazi: Die Generation der Nachwende-Neonazis wird zur Elterngeneration.
Spiel nicht mit den Ausländerkindern: Was die rechtsextreme Erziehung bei Kindern anrichtet.
Der Extreme unter den Rechtsextremen: Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern kämpft NPD-Fraktionschef Pastörs gegen die Verweichlichung seiner Partei.
Lieber nicht über Neonazis schreiben: Warum Angst, Kostendruck oder Desinteresse lokale Berichterstattung verhindern.
Gute Mitte, böse Nazis: Warum es nicht reicht, nur auf die Rechtsextremisten zu schauen.
Kein Kampf gegen Neonazis ohne die Mitte: Eine Bilanz der Rechtsextremismus-Serie
Hartl hat den Zorn der örtlichen Szene auf sich gezogen, weil er genau das machte, was Politiker stets von den Bürgern einfordern: Wachsam bleiben gegenüber rechtsextremen Umtriebe. Angefangen hat alles im Frühling vergangenen Jahres. Da marschierten die Rechtsextremisten durch Hartls Heimatort Schwandorf in Bayern. Der damals 16-Jährige beteiligte sich an der Gegendemonstration, doch das reichte ihm nicht. "Ich wollte mich damit inhaltlich stärker auseinandersetzen", sagt er.
Internet als Einschüchterungsplattform
Im Internet stieß er schnell auf Naziwebseiten der Region. Hartl startete das Blog Schwandorf gegen Neonazis und begann regelmäßig über rechtsextreme Veranstaltungen zu berichten. Die Lokalzeitung druckte Artikel von ihm ab und auch ZEIT ONLINE veröffentlichte im Störungsmelder seine Texte. Die SPD zeichnete ihn für seine Arbeit mit dem Hans-Weber-Preis aus.
Bald begannen die Rechtsextremisten, ihn bei Aufmärschen gezielt zu fotografieren und direkt anzusprechen. Kurze Zeit später fand er sein Foto auf der Homepage der örtlichen Kameradschaft. Aber die Drohungen liefen ins Leere. Das Schwandorfer Wochenblatt, das lokale Bündnis gegen Rechtsextremismus und auch ZEIT ONLINE stellten sich öffentlich hinter Hartl. "Diese Unterstützung war für mich ganz wichtig", sagt er. Ein bisschen Sorge hätten seine Eltern schon, aber der Stolz überwiege.
Dabei ist das, was Hartl erlebt hat, noch vergleichsweise harmlos. Ein befreundeter Fotojournalist verkaufte vor ein paar Monaten exklusive Bilder von Nazi-Funktionären an einen Fernsehsender. Kurz darauf verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf sein Auto.
Eine wichtige Plattform für rechtextreme Einschüchterung ist das Internet. Die Zahl der professionell gemachten "Anti-Antifa"-Webseiten, die für die Justiz meist unerreichbar im Ausland gehostet werden, steigt stetig. Die Szene veröffentlicht Fotos, Adressen und private Daten der Betroffenen. Vieles stammt aus sozialen Netzwerken. Ob Schule, Arbeitsstelle, Lebenslauf oder Vereinsmitgliedschaften – alles was im Netz zu finden ist, wird von den Neonazis gesammelt. Die von den Rechtsterroristen der Zwickauer Zelle erstellte Liste, mit 10.000 aus Telefonbüchern abgeschriebenen Adressen, wirkt dagegen geradezu dilettantisch.





Im deutschen Recht galt m.W. lange Zeit Bedrohung nicht als Straftatbestand: "Solange nichts passiert, können wir nichts machen", war der Satz der Polizei. Ich weiß nicht, ob sich das geändert hat; wenn ja, dann offensichtlich aber nicht so, dass Polizei und Staatsanwaltschaft eingreifen können.
Bedrohung hat aber erhebliche bösartige Auswirkungen auf Beziehung und Gemeinschaft. Sie ist absolut keine Bagatelle und muss ernst genommen werden. Strafgesetzbuch, Justiz und Polizei müssen ermächtigt werden, Täter zu verfolgen und aus dem Verkehr zu ziehen. Verschärft müssen auch Straftaten verfolgt werden, deren Zweck in Einschüchterung des Opfers oder der Allgemeinheit ist.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlich argumentierten Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc
Dazu die Wikipedia-Einträge:
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
Man muss sich aber immer öffentliche, persönliche und rechtliche Unterstützung holen, um gegen die Neonazis vorzugehen.
Neben der politische gewollten Blindheit gegenüber Neonazis gibt es noch das Problem der mangelhaften Auswahl der Polizeischüler, deren Ausbildung und der geringen Anzahl an Polizisten, weil der Staat durch die Neoliberalen mit Hilfe der Sozialdemokraten kaputtgespart und ausgehungert wurde und wird.
Die Polizei kann nichts machen? Wenn die jemanden erwischen der kifft wird das volle Programm durchgezogen, monatliche Kontrollen, Führerscheinentzug etc. Mir kann keiner erzählen das die Polizei nichts machen KANN.
Wenn mir jemand mit dem Auto auf Schrittgeschwindigkeit folgt kann die Polizei ihn Anhalten wegen Verkehrsbehinderung. es gibt immer Wege, man muß nur wollen.
Wenn es keinen Straftatbestand darstellt, im Schritttempo neben jemandem herzufahren, um ihn einzuschüchtern, dann muss man eben die Gesetze ändern.
Stalking war früher auch nicht strafbar. Heute doch. Geht doch!
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Dazu die Wikipedia-Einträge:
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
Man muss sich aber immer öffentliche, persönliche und rechtliche Unterstützung holen, um gegen die Neonazis vorzugehen.
Neben der politische gewollten Blindheit gegenüber Neonazis gibt es noch das Problem der mangelhaften Auswahl der Polizeischüler, deren Ausbildung und der geringen Anzahl an Polizisten, weil der Staat durch die Neoliberalen mit Hilfe der Sozialdemokraten kaputtgespart und ausgehungert wurde und wird.
Die Polizei kann nichts machen? Wenn die jemanden erwischen der kifft wird das volle Programm durchgezogen, monatliche Kontrollen, Führerscheinentzug etc. Mir kann keiner erzählen das die Polizei nichts machen KANN.
Wenn mir jemand mit dem Auto auf Schrittgeschwindigkeit folgt kann die Polizei ihn Anhalten wegen Verkehrsbehinderung. es gibt immer Wege, man muß nur wollen.
Wenn es keinen Straftatbestand darstellt, im Schritttempo neben jemandem herzufahren, um ihn einzuschüchtern, dann muss man eben die Gesetze ändern.
Stalking war früher auch nicht strafbar. Heute doch. Geht doch!
Diese ganze Denunziantenkultur ist mies, meiner Ansicht nach sollte man die Sammlung von Informationen darüber wer Demonstrationen besucht ganz unter Strafe stellen als illegale Ausspähung. Ich habe kein Problem damit, dass es in unserer Gesellschaft radikale Linke und Rechte gibt, wenn sie Straftaten begehen gibt es einen auf den Deckel von Vater Staat. Ein eliminatorisches Interesse auf die Ränder bezogen greift fehl. Die Bedrohung kommt immer aus der Mitte.
Kein Problem für Sie ist es dass es in unserer Gesellschaft radikale Linke und Rechte gibt. Das sehe ich anders. Die radikalen Rechten sind erwiesenermassen eine für die deutsche Demokratie ungleich grössere Bedrohung als ihre linken Gegendemonstranten. Diese werden von der Mitte mit den Nazis gleichgestellt, was eine völlige Verkennung der Lage in Deutschland ist Gewiss, die Bedrohung kommt immer aus der Mitte, in dem Sinn dass die Mitte mehr nach rechts als nach links neigt. Sind doch die Rechten Dorfes Söhne und Töchter, währen den linken alle völkische Verwurzelung fehlt.
"Der Fisch stinkt immer vom Kopf her."
Kein Problem für Sie ist es dass es in unserer Gesellschaft radikale Linke und Rechte gibt. Das sehe ich anders. Die radikalen Rechten sind erwiesenermassen eine für die deutsche Demokratie ungleich grössere Bedrohung als ihre linken Gegendemonstranten. Diese werden von der Mitte mit den Nazis gleichgestellt, was eine völlige Verkennung der Lage in Deutschland ist Gewiss, die Bedrohung kommt immer aus der Mitte, in dem Sinn dass die Mitte mehr nach rechts als nach links neigt. Sind doch die Rechten Dorfes Söhne und Töchter, währen den linken alle völkische Verwurzelung fehlt.
"Der Fisch stinkt immer vom Kopf her."
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlich argumentierten Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc
zum Thema Datenschutz.
Jede Vorratsdatenspeicherung findet jemand, der auf sie zugreifen möchte.
Unsere tollen politiker uns Foristen sind ja nun auch schon lange am Project "Kommentirung nur mit Whren Namen".
Dann werden die rechten die Vorratsdatenspercherung gar nicht erst bemühen müssen, wenn die Netz Annonymität abgeschaft wird, sonder können sich gleich per Suchbot die liste der Kritiker zusammenstellen und sich alls informationen raussuchen lassen.
Mans fragt sich oft wirklich ob solche Gesetzt eher für die Extremisten gamacht werden als gege sie.
Unsere tollen politiker uns Foristen sind ja nun auch schon lange am Project "Kommentirung nur mit Whren Namen".
Dann werden die rechten die Vorratsdatenspercherung gar nicht erst bemühen müssen, wenn die Netz Annonymität abgeschaft wird, sonder können sich gleich per Suchbot die liste der Kritiker zusammenstellen und sich alls informationen raussuchen lassen.
Mans fragt sich oft wirklich ob solche Gesetzt eher für die Extremisten gamacht werden als gege sie.
seitens der AN ist auch in unserer nordostniedersächsischen Region sattsam bekannt.
Besonders betroffen sind demokratisch orientierte und organisierte Jugendliche, bevorzugt Jungen und junge Männer aus Schülervertretungen, Jugendverbänden, Aktivisten in Jugendtreffs - und zentren und andere mehr oder weniger exponierte Akteure.
Die Redaktion der Zeit möge ggf. ein Rundschreiben an die sich inzwischen aufgrund der Realität der Bedrohung zu Netzwerken zusammenschließenden Gruppierungen senden, sie werden erschreckend fündig werden, fürchte ich.
Die letzte Anti-Neonazi-Demo gab es hier vor 2 Jahren, darauf folgten zahlreiche antidemokratische Attacken der AN u.a., die z.T. in der Lokalpresse dokumentiert wurden.
Leider wird die Thematik in den Schulen und in vielen, auch den betroffenen, Elternhäusern viel zu defensiv angegangen, die Strategie der Einschüchterung kann dadurch aufgehen.
Die Gegenstrategie der jungen Neonazi-Gegner gegen Demo-Überwachung durch Neonazis möchte ich aber nicht unerwähnt lassen. Die Organisatoren riefen erfolgreich dazu auf, den Demonstrationszug ringsum durch Ordner zu sichern, die sich im Swing-Kids-Outfit inkl. Sonnenbrillen für ihre Beobachter unkenntlich machten - Probleme gab es damit nicht, da diese Verkleidung laut Gerichtsbeschluß nicht unter das Vermummungsverbot fällt...
;)
Ansonsten möchte ich, auch im Namen meiner Familie, dem jungen Herrn Hartl hier meinen Respekt für seinen Mut ausdrücken und versichern, daß wir weiter machen.
I.
...hat es damals begonnen.
Das der Staat sich hier nicht durchsetzen kann und den ganzen Haufen einfach verbietet ist gerade im Hinblick auf unsere Geschichte mehr als armselig.
Mir ist schon deutlich bewußt, dass überall juristische Fallstricke lauern doch eigentlich
verstehe ich es nicht wirklich, der Staat ist ja sonst nicht zimperlich wenn es um die Einschränkung der Bürgerrechte geht.
"Das der Staat sich hier nicht durchsetzen kann und den ganzen Haufen einfach verbietet"
Und Sie glauben tatsächlich, dass darin die Lösung aller Probleme liegt? Wo sie schon auf die Vergangenheit anspielen: Die NSDAP wurde nach dem Putschversuch von 1923 auch verboten. Und was hat´s gebracht? Sehen Sie...
Parteienverbote bringen rein gar nichts - im Gegenteil, geben sie ein falsches Gefühl der Sicherheit. Nicht umsonst hat es sich das BVerfG bei den einzigen bisherigen Parteienverboten in der Bundesrepublik 1952 und 1956 seinerzeit nicht leicht gemacht. Und auch durch diese Verbote wurde in der deutschen Gesellschaft weder nationalsozialistisches, noch kommunistisches Gedankengut beseitigt. Solche Probleme müssen sich gesellschaftlich regeln. Und wenn eine Gesellschaft, es nicht schafft, die Demokratie gegen solche Subjekte von rechts und links tiefenwirksam (und nicht nur durch Parteienverbote!) zu verteidigen, hat sie´s leider auch nicht anders verdient.
Wie ich schon mehrmals angedeutet habe, sind diese jetzt gutausgebildeten und meist intelligenten jungen Menschen eine Gegenbewegung auf 50 Jahre Linksdrall.
[...]Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion von Argumenten. Danke, die Redaktion/kvk
Jede einseitige Bewegung provoziert Gegenbewegungen. Und noch etwas: Man kann Denken ausser durch kurzzeitige Unterdrückung nicht unterbinden. Also wie gesagt. Mal etwas pragmatischer denken und mit dieser Naziphobie aufhören!
...was ich schon immer irgendwie fand:
Vielmehr als irgendwas Politisches ("rechts" vs. "links") sind Skinheads und Rechtsradikale das deutsche Gegenstück zur süditalienischen Mafia/Camorra/Ndrangheta.
Die Sache mit den Schweineherzen erinnert mich doch stark an die toten Fische und Pferdeköpfe aus "Der Pate".
Machtausübung via Einschüchterung. Gesetz des Schweigens bei den Eingeschüchterten. Absteckung von Revieren. Zulauf bei Jugendlichen, die sich arm, perspektivlos und ausgegrenzt fühlen. Insbesondere in - wie auch immer - benachteiligten, stigmatisierten Landesteilen (Ostdeutschland, Mezzogiorno). Auch Raubmorde (also Bereicherungsmotivation!) waren dem NSU-Trio nicht fremd.
Statt apokalyptische Parallelen zu ziehen zur Machtergreifung '33 oder die Arroganz der Alt-68er zu Verursachern zu erklären, sollten die Kriminalbeamten sich vielleicht mal mit ihren italienischen Kollegen zum Erfahrungsaustausch vernetzen.
"Das der Staat sich hier nicht durchsetzen kann und den ganzen Haufen einfach verbietet"
Und Sie glauben tatsächlich, dass darin die Lösung aller Probleme liegt? Wo sie schon auf die Vergangenheit anspielen: Die NSDAP wurde nach dem Putschversuch von 1923 auch verboten. Und was hat´s gebracht? Sehen Sie...
Parteienverbote bringen rein gar nichts - im Gegenteil, geben sie ein falsches Gefühl der Sicherheit. Nicht umsonst hat es sich das BVerfG bei den einzigen bisherigen Parteienverboten in der Bundesrepublik 1952 und 1956 seinerzeit nicht leicht gemacht. Und auch durch diese Verbote wurde in der deutschen Gesellschaft weder nationalsozialistisches, noch kommunistisches Gedankengut beseitigt. Solche Probleme müssen sich gesellschaftlich regeln. Und wenn eine Gesellschaft, es nicht schafft, die Demokratie gegen solche Subjekte von rechts und links tiefenwirksam (und nicht nur durch Parteienverbote!) zu verteidigen, hat sie´s leider auch nicht anders verdient.
Wie ich schon mehrmals angedeutet habe, sind diese jetzt gutausgebildeten und meist intelligenten jungen Menschen eine Gegenbewegung auf 50 Jahre Linksdrall.
[...]Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion von Argumenten. Danke, die Redaktion/kvk
Jede einseitige Bewegung provoziert Gegenbewegungen. Und noch etwas: Man kann Denken ausser durch kurzzeitige Unterdrückung nicht unterbinden. Also wie gesagt. Mal etwas pragmatischer denken und mit dieser Naziphobie aufhören!
...was ich schon immer irgendwie fand:
Vielmehr als irgendwas Politisches ("rechts" vs. "links") sind Skinheads und Rechtsradikale das deutsche Gegenstück zur süditalienischen Mafia/Camorra/Ndrangheta.
Die Sache mit den Schweineherzen erinnert mich doch stark an die toten Fische und Pferdeköpfe aus "Der Pate".
Machtausübung via Einschüchterung. Gesetz des Schweigens bei den Eingeschüchterten. Absteckung von Revieren. Zulauf bei Jugendlichen, die sich arm, perspektivlos und ausgegrenzt fühlen. Insbesondere in - wie auch immer - benachteiligten, stigmatisierten Landesteilen (Ostdeutschland, Mezzogiorno). Auch Raubmorde (also Bereicherungsmotivation!) waren dem NSU-Trio nicht fremd.
Statt apokalyptische Parallelen zu ziehen zur Machtergreifung '33 oder die Arroganz der Alt-68er zu Verursachern zu erklären, sollten die Kriminalbeamten sich vielleicht mal mit ihren italienischen Kollegen zum Erfahrungsaustausch vernetzen.
Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.
"Die Mitte der Gesellschaft ist radikal, gewaltbereit, bereit jedem Hassprediger zu folgen – solange sie anonym bleiben und dem scheinbaren gemäßigten Mainstream zugehörig scheinen können, ihre Besitzstände gewahrt bleiben (das ist ja das allerwichtigste) und sie kein persönliches Risiko eingehen. Man lese nur einmal die Leser-Kommentare von WELT online und FOCUS online; in letzter Zeit sogar FAZ online. Da kann einem das kalte Grausen kommen.
Ich fürchte, es bedarf nur eines Demagogen, der eine Mischung aus Sarrazin, Mixa und F.J.Strauß ist – und schon ist die Zeitmaschine erfunden."
Und das meinen Sie toternst?
Bei dieser Paranoia versteht man einiges besser. Wenn ich Ihre Gedanken zu Ende formulieren darf: Ehe Sie sich vom "Radikalismus und der Gewaltbereitschaft der Mitte der Gesellschaft" überwältigen lassen, üben Sie lieber Gewalt und Repression gegen die Mitte dieser Gesellschaft aus?
So argumentieren nur Extremisten außerhalb der Mitte, welche dieser die eigene Meinung aufzwingen wollen. Und sei es mit Zwang und Repression.
Es ist unser Glück, dass die rechte Szene bisher noch kein Äquivalent zu der französischen Marine Le Pen gefunden hat. Ich habe mir neulich einmal eine Rede von ihr angehört, und muss ihr leider zugestehen, dass sie das gut gemacht hat: Sie hat mit ihren populistischen Aussagen, ihr Publikum zum Jubeln gebracht. Egal, ob es um Wirtschaftspolitik, Ausländerpolitik oder sonst was ging, die Leute haben ihr zugejubelt...
"Die Mitte der Gesellschaft ist radikal, gewaltbereit, bereit jedem Hassprediger zu folgen – solange sie anonym bleiben und dem scheinbaren gemäßigten Mainstream zugehörig scheinen können, ihre Besitzstände gewahrt bleiben (das ist ja das allerwichtigste) und sie kein persönliches Risiko eingehen. Man lese nur einmal die Leser-Kommentare von WELT online und FOCUS online; in letzter Zeit sogar FAZ online. Da kann einem das kalte Grausen kommen.
Ich fürchte, es bedarf nur eines Demagogen, der eine Mischung aus Sarrazin, Mixa und F.J.Strauß ist – und schon ist die Zeitmaschine erfunden."
Und das meinen Sie toternst?
Bei dieser Paranoia versteht man einiges besser. Wenn ich Ihre Gedanken zu Ende formulieren darf: Ehe Sie sich vom "Radikalismus und der Gewaltbereitschaft der Mitte der Gesellschaft" überwältigen lassen, üben Sie lieber Gewalt und Repression gegen die Mitte dieser Gesellschaft aus?
So argumentieren nur Extremisten außerhalb der Mitte, welche dieser die eigene Meinung aufzwingen wollen. Und sei es mit Zwang und Repression.
Es ist unser Glück, dass die rechte Szene bisher noch kein Äquivalent zu der französischen Marine Le Pen gefunden hat. Ich habe mir neulich einmal eine Rede von ihr angehört, und muss ihr leider zugestehen, dass sie das gut gemacht hat: Sie hat mit ihren populistischen Aussagen, ihr Publikum zum Jubeln gebracht. Egal, ob es um Wirtschaftspolitik, Ausländerpolitik oder sonst was ging, die Leute haben ihr zugejubelt...
Dass Neonazis heute immer noch Menschen bedrohen können, liegt eben auch daran, dass man ihnen jahrzehntelang keinen Einhalt gebot. Denn so wie vor allem ranghohe alte Nazis in der Bundesrepublik unbehelligt und unbestraft leben konnten, so konnten und können sich Neonazis ungehindert ausbreiten.
Das Recht muß dem Unrecht nicht weichen , ist zwar ein im Notwehrrecht geschriebener Grundsatz, er findet aber im zivilen Leben und insbesondere bei Neonaziaufmärschen und Neonaziumtrieben keine Entsprechung.
Konservative im Verein mit rechten Sozialdemokraten verhinderten über Jahrzehnte eine wirkungsvolle Aufklärung über die Naziverbrechen und auch eine wirksame Bekämpfung alter und neuer Nazis. Sie wollten und wollen nicht wahrhaben, dass die Feinde der Demokratie schon immer Rechts standen und stehen: http://de.wikipedia.org/w... http://www.zeit.de/2012/0... .
... aber ich habe nicht kapiert, wie der Wikipedia-Artikel damit zusammenhängt.
Der Artikel über E.J.Gumbel war sehr erhellend.
mit den Feinden der Demokratie gemein?
... aber ich habe nicht kapiert, wie der Wikipedia-Artikel damit zusammenhängt.
Der Artikel über E.J.Gumbel war sehr erhellend.
mit den Feinden der Demokratie gemein?
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