MordseriePolizei sucht nach Komplizen des Toulouse-Attentäters

Die Polizei fahndet nach einem weiteren Mann, der Mohammed Merah geholfen haben soll, die Anschläge vorzubereiten. Der Geheimdienstchef bestreitet Verbindungen zu Merah.

Im Fall des mutmaßlichen Attentäters Mohammed Merah aus Toulouse suchen die Ermittler nach einem zweiten Komplizen. Dabei gehe es um den Diebstahl des Motorrollers, den Merah bei seinen drei Bluttaten benutzt hatte, hieß es von Seiten der Polizei in Paris. Dieser dritte Mann sei noch nicht identifiziert. Er sei aber womöglich an Vorbereitungen der Anschläge beteiligt gewesen, indem er Motorrad-Zubehör gekauft oder sich zur Abschaltung der Diebstahlsicherung kundig gemacht habe.

Bisher hatten die Ermittler mitgeteilt, dass Merah ein Einzeltäter gewesen sei, der vermutlich von seinem älteren Bruder unterstützt wurde. Der Bruder soll auch an dem Diebstahl des Motorrollers beteiligt gewesen sein. Gegen Abdelkader Merah, der in der Nähe von Paris inhaftiert ist, läuft ein Ermittlungsverfahren.

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Vorwürfen, der mutmaßliche Serienmörder Merah sei ein Spitzel der Sicherheitsbehörden gewesen, widersprach der Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes DCRI. Merah sei weder "Informant des DCRI, noch eines anderen französischen oder ausländischen Dienstes" gewesen, sagte Geheimdienstchef Bernard Squarcini. 

Möglicherweise mit gefälschtem Pass nach Israel eingereist

Der frühere Chef der Spionageabwehr DST, Yves Bonnet, hatte zuvor eine Spitzel-Tätigkeit von Merah vermutet. Auf die Frage, ob Merah ein Informant gewesen sei, sagte er der Zeitung Dépêche du Midi: "Das genau ist das Problem." Merah sei beim DCRI nicht nur als Islamist bekannt gewesen, sondern habe dort einen Ansprechpartner gehabt. "Nennen Sie es Ansprechpartner, nennen Sie es Führungsoffizier (...). Ich weiß nicht, wie weit diese Beziehungen gingen, also diese Zusammenarbeit mit dem Dienst, aber man kann sich wirklich Fragen stellen an diesem Punkt", sagte Bonnet.

Merah war nach Reisen nach Afghanistan und Pakistan in den Jahren 2010 und 2011 beim Geheimdienst bekannt. Im November 2011 wurde er nach Angaben der französischen Sicherheitsbehörden zwar vorgeladen, aber danach als nicht gewaltbereiter Islamist eingestuft. Er wurde deshalb auch nicht verschärft überwacht. Wie außerdem bekannt wurde, ist Merah im Jahr 2010 für drei Tage nach Israel und in die Palästinensergebiete gereist. Den israelischen Angaben zufolge hatte Merah ein Touristenvisum, sei aber womöglich mit falschem Pass nach Israel eingereist.

Merah hatte im südfranzösischen Toulouse nach eigenen Angaben sieben Menschen erschossen, darunter drei Kinder und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule. Von den drei Tatorten war er jeweils mit einem Yamaha-Motorroller geflüchtet. Er wurde später von der Polizei in seiner Wohnung in Toulouse umstellt und nach mehr als 30-stündiger Belagerung am vergangenen Donnerstag erschossen. Merah hatte sich selbst als Mitglied des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida bezeichnet.

 
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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
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    • Schlagworte Polizei | Mohammed Merah | Sucht | Israel | Afghanistan | Anschlag
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