RechtsextremismusGroßrazzia gegen Neonazis in vier Bundesländern

In einem Großeinsatz gegen die rechte Szene hat die Polizei Häuser durchsucht und 24 Haftbefehle erlassen. Im Fokus: die kriminelle Vereinigung Aktionsbüro Mittelrhein. von afp und dpa

Screenshot der Homepage des Aktionsbüros Mittelrhein

Screenshot der Homepage des Aktionsbüros Mittelrhein  |  Screenshot: ZEIT ONLINE

Bei einer Großrazzia gegen Rechtsextremisten in Rheinland-Pfalz , Nordrhein-Westfalen , Thüringen und Baden-Württemberg hat die Polizei am Dienstag mehrere  Häuser durchsucht. Im Zentrum der Ermittlung steht die rechtsextreme Vereinigung Aktionsbüro Mittelrhein.

Mitglieder des Aktionsbüros hätten Angehörige der linken Szene ausgespäht und seien gewalttätig gegen sie vorgegangen, hieß es. In Bad Neuenahr-Ahrweiler durchsuchten die Einsatzkräfte einen Treffpunkt der Vereinigung. Hinweise auf eine Verbindung zur Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) haben die Ermittler demnach aber nicht.

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"Anti-Antifa-Arbeit" als Schwerpunkt

Zuvor waren 24 Haftbefehle erlassen worden, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. Insgesamt ermittelt die Behörde gegen 33 Menschen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Beteiligung an schwerem Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen. Am Nachmittag wollten Polizei und Staatsanwaltschaft Details mitteilen.

Die Ermittlungen gegen das Aktionsbüro Mittelrhein begannen den Angaben zufolge Mitte 2010. Schwerpunkt der Betätigung der Organisation sei die "Anti-Antifa-Arbeit" gewesen: Die Gruppe habe unter anderem Informationen über Mitglieder der linken Szene gesammelt und diese veröffentlicht. Sie hat auch rechte Demonstrationen organisiert.
 

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Leserkommentare
    • Kelhim
    • 13. März 2012 14:58 Uhr

    Ein "braunes Haus" als Versammlungsort weniger. Würde mich nicht wundern, wenn die Polizei im Keller des Hauses ein Waffenarsenal für die braunen Wahnvorstellungen vom Bürgerkrieg fände.

    Randnotiz: Unfreiwillig komisch finde ich die Vermeidung englischer Begriffe auf dem Screenshot ("Verweise" statt "Links"), aber im oberen Menü steht dann RSS - for lack of a better word? ;)

  1. "Die Ermittlungen gegen das Aktionsbüro Mittelrhein begannen den Angaben zufolge Mitte 2010. Schwerpunkt der Betätigung der Organisation sei die "Anti-Antifa-Arbeit" gewesen: Die Gruppe habe unter anderem Informationen über Mitglieder der linken Szene gesammelt und diese veröffentlicht. Sie hat auch rechte Demonstrationen organisiert."

    Werden jetzt auch Ermittlungen gegen die Hacker von Anonymous eröffnet, die Informationen über die rechte Szene gehackt und veröffentlicht haben, u.a. die Namen von Interviewpartner in konservativen Zeitungen wie der "Jungen Freiheit"?

    http://www.stern.de/digit...

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    • strlcp
    • 13. März 2012 16:34 Uhr

    "Werden jetzt auch Ermittlungen gegen die Hacker von Anonymous eröffnet (..)"

    http://www.heise.de/newst...

    http://www.gulli.com/news...

    http://www.netzwelt.de/ne...

    http://www.sueddeutsche.d...

    etc. pp

    • strlcp
    • 13. März 2012 16:34 Uhr

    "Werden jetzt auch Ermittlungen gegen die Hacker von Anonymous eröffnet (..)"

    http://www.heise.de/newst...

    http://www.gulli.com/news...

    http://www.netzwelt.de/ne...

    http://www.sueddeutsche.d...

    etc. pp

  2. des braunen Sumpfes, das ist wichtig für unser Land.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Demonstration | Ermittlung | Körperverletzung | NSU | Polizei | Staatsanwaltschaft
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