Screenshot der Homepage des Aktionsbüros Mittelrhein Screenshot: ZEIT ONLINE

Bei einer Großrazzia gegen Rechtsextremisten in Rheinland-Pfalz , Nordrhein-Westfalen , Thüringen und Baden-Württemberg hat die Polizei am Dienstag mehrere  Häuser durchsucht. Im Zentrum der Ermittlung steht die rechtsextreme Vereinigung Aktionsbüro Mittelrhein.

Mitglieder des Aktionsbüros hätten Angehörige der linken Szene ausgespäht und seien gewalttätig gegen sie vorgegangen, hieß es. In Bad Neuenahr-Ahrweiler durchsuchten die Einsatzkräfte einen Treffpunkt der Vereinigung. Hinweise auf eine Verbindung zur Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) haben die Ermittler demnach aber nicht.

"Anti-Antifa-Arbeit" als Schwerpunkt

Zuvor waren 24 Haftbefehle erlassen worden, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. Insgesamt ermittelt die Behörde gegen 33 Menschen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Beteiligung an schwerem Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen. Am Nachmittag wollten Polizei und Staatsanwaltschaft Details mitteilen.

Die Ermittlungen gegen das Aktionsbüro Mittelrhein begannen den Angaben zufolge Mitte 2010. Schwerpunkt der Betätigung der Organisation sei die "Anti-Antifa-Arbeit" gewesen: Die Gruppe habe unter anderem Informationen über Mitglieder der linken Szene gesammelt und diese veröffentlicht. Sie hat auch rechte Demonstrationen organisiert.