Callgirl-AffäreErmittlungen gegen Strauss-Kahn wegen Sex-Partys

Die französische Justiz ermittelt gegen Dominique Strauss-Kahn wegen "organisierter Zuhälterei". Dem ehemaligen IWF-Chef drohen bis zu 20 Jahre Haft. von afp und dpa

In der Affäre um illegale Sex-Partys hat die französische Justiz ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen Dominique Strauss-Kahn eingeleitet. Die Vorwürfe lauten auf "organisierte Zuhälterei". Dies teilte die Staatsanwaltschaft in Lille mit. Die zuständigen Ermittlungsrichter hätten eine ursprünglich für Mittwoch geplante Vernehmung vorgezogen.

Strauß-Kahns Anwälte erklärten, er habe alle Vorwürfe "mit größter Entschiedenheit" zurückgewiesen. Strauss-Kahn sei nun gegen Zahlung von 100.000 Euro unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er dürfe aber nicht mit den weiteren Verdächtigen Kontakt aufnehmen.

Anzeige

Strauss-Kahn war bereits vor einem Monat befragt worden. In der Affäre geht es vor allem um die Frage, ob Strauss-Kahn bei seiner Teilnahme an gesponserten Partys wusste, dass die Teilnehmerinnen Prostituierte waren. Sollten die Ermittler Hinweise darauf finden, droht ihm eine Anklage wegen Beihilfe zur Zuhälterei. Darauf stehen in Frankreich bis zu 20 Jahre Haft.

Die zweite Frage im Zentrum der Vernehmungen ist die Finanzierung der Partys. Sie wurden von zwei Bekannten Strauss-Kahns organisiert, einer von ihnen rechnete sie über seine Firma ab. Sollte Strauss-Kahn über die betrügerischen Machenschaften informiert gewesen sein und gegebenenfalls auch illegale Gegengeschäfte in Aussicht gestellt haben, droht ihm eine Anklage wegen Veruntreuung von Firmengeldern und bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Im vergangenen Jahr hatte Strauß-Kahn nach Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens seinen Posten als IWF-Chef aufgegeben. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren zwar wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein, eine zivilrechtliche Klage ist aber noch anhängig.
 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Beiträge. Die Redaktion/sc

    • oh.stv
    • 27. März 2012 9:41 Uhr
    2. WOW...

    da ist er wohl jemand sehr mächtigem auf die Füsse getreten...

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bei Michel Friedman gab es niemanden der ihm so auf den Fersen war.
    Eher im Gegenteil. Alle hatten Angst was mit ihnen Passieren würde wenn sie zu genau ermitteln^^

    Ob DSK nach Recht und Gesetz bestraft werden soll weil in Frankreich die Wahlen anstehen?

    Könnte mir vorstellen das die Sozialisten ihn aufs Korn nehmen um allen zu zeigen das alle gleich behandelt werden und Sarkozys Leute um den Sozialisten zu schaden.

  2. das wird konsequenzen für ihn haben, egal was die untersuchungen ans licht bringen, ist ein hoffnungsloser optimist. und wieder gegen kaution auf freien fuß. anderre, die nicht über das geld verfügen, gehen in untersuchungshaft. ein sehr gerechtes justizsystem. entspricht doch ganz unserer kapitalistischen unkultur.

    2 Leserempfehlungen
  3. Bei Michel Friedman gab es niemanden der ihm so auf den Fersen war.
    Eher im Gegenteil. Alle hatten Angst was mit ihnen Passieren würde wenn sie zu genau ermitteln^^

    Ob DSK nach Recht und Gesetz bestraft werden soll weil in Frankreich die Wahlen anstehen?

    Könnte mir vorstellen das die Sozialisten ihn aufs Korn nehmen um allen zu zeigen das alle gleich behandelt werden und Sarkozys Leute um den Sozialisten zu schaden.

    Antwort auf "WOW..."
  4. ist diesbezüglich Langeweile.
    Das letzte VW-Event wird gerade gerichtlich verarbeitet.

    Eine Leserempfehlung
  5. Der notgeile, storchenschwänzige alte Vogel "Strauß Kahn" hat mal wieder über die Strenge geschlagen. Watt nu Herr Kahn? Kopp in den Sand? Ich sag ja, Sie brauchen Eier für sowas!

  6. Prostitution ist in Frankreich verboten, aber die Freier werden nicht bestraft. Hier scheint mit einem innovativen Ansatz der Freier zum "Beihälfer des Zuhälters" umdefiniert zu werden.

    Der Vorwurf der Veruntreuung wurde (laut Le Monde) fallengelassen.

    http://www.lemonde.fr/soc...

    2 Leserempfehlungen
  7. Ob Politiker Sexparties mit Call Girls besuchen,
    dass interessiert mich persönlich Zero.

    Wüßte auch gerne, warum das verboten is.

    Ob Politiker Waffen, Panzer, UBoote in
    Krisengebiete verkaufen und militärische
    Angriffe/Interventionen genehmigen, das
    finde ich eigentlich wesentlich interessanter.

    Sollen die Herren und Damen Politiker ihr Privatleben
    doch so gestalten, wie sie wollen.

    In ihrer Funktion als Volksvertreter wünsche ich, dass
    sie verantwortungsbewußt Entscheidungen treffen.
    Und das hat DSK eigentlich immer getan.

    In weitaus stärkerem Maße als Sarkozy .

    2 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Dominique Strauss-Kahn | Justiz | Staatsanwaltschaft | Zuhälterei | Euro | Frankreich
Service