ToulouseElitepolizisten erschießen Mohamed M.

Der Verdächtige von Toulouse ist bei einem Feuergefecht mit der Polizei umgekommen. Elitepolizisten waren zuvor in das Versteck des Mannes vorgerückt.

Polizisten am Einsatzort in Toulouse

Polizisten am Einsatzort in Toulouse

Der Mann, der in Toulouse und Montauban sieben Menschen getötet haben soll, ist tot. Ein Scharfschütze der französischen Polizei habe Mohamed M. bei einem Sprung aus dem Fenster am Donnerstag per Kopfschuss getötet, sagte der zuständige Staatsanwalt.

Zuvor habe es eine etwa fünf Minuten dauernde Schießerei gegeben, bei der auch zwei Polizisten Verletzungen erlitten, sagte Innenminister Claude Guéant. Der Verdächtige habe etwa 30 Schüsse abgegeben, teilte der Staatsanwalt mit. Neben seiner Leiche sei ein großkalibriger Colt entdeckt worden, der 23-Jährige habe eine schusssichere Weste getragen. 

Anzeige

Auf einer der Al-Kaida nahestehenden Islamisten-Website tauchte ein Bekennerschreiben auf, mit dem eine Gruppe mit dem Namen "Soldaten des Kalifats" für die Morde die Verantwortung übernahm. M. selbst hatte sich als Einzeltäter bezeichnet, aber auch deutlich gemacht, dass er sich als Teil des Al-Kaida-Netzwerks verstehe.

Der mutmaßliche Serienmörder habe alle seine Taten gefilmt. Sie seien auf den entdeckten Videofilmen erschreckend deutlich zu erkennen, sagte der Staatsanwalt. Beim tödlichen Kopfschuss auf sein erstes Opfer, einen Soldaten, habe er gesagt: "Du tötest meine Brüder, und ich töte dich." Polizisten habe er gesagt: "Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies – wenn ihr sterbt, Pech für euch!".

Unterdessen werden Details aus dem Leben von Mohamed M. bekannt: Er saß knapp zwei Jahre wegen kleinerer Delikte im Gefängnis. In dieser Zeit begann nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft seine islamische Radikalisierung.

Plötzlich stürmte M. aus dem Badezimmer

Die Stürmung der Wohnung, bei der M. starb, begann am späten Donnerstagvormittag. Elitepolizisten drangen in die Wohnung im Stadtviertel Côte Pavée in Toulouse ein, in der sich der Verdächtige versteckte. Sie traten Fenster und Türen ein, nachdem sie die Lage von außen bestmöglich aufgeklärt hatten, schilderte Innenminister Guéant den Verlauf. Mit Video-Robotern hätten sie das Innere erforscht. In der Wohnung tasteten sich die Polizisten der Spezialeinheit Raid Schritt für Schritt voran, weil die Räume hätten vermint sein können. Sie setzten offenbar Gas ein, um den Täter bewegungsunfähig zu machen.

Plötzlich sei der Verdächtige aus dem Badezimmer gestürmt und habe mit mehreren Waffen auf die Beamten geschossen. "Es waren häufige Schuss-Salven, ziemlich schwer. Ein Mitglied des Einsatzkommandos sagte mir, dass er noch nie zuvor ein Feuer von einer derartigen Intensität erlebt hat", sagte Guéant.

Die Elite-Polizisten hätten zurückgeschossen. Nach einem mehrminütigen Schusswechsel sei der Mann dann aus dem Fenster gesprungen und habe mit der Waffe in der Hand weiter gefeuert. "Er wurde tot auf dem Boden gefunden", sagte Guéant. Nach Information des TV-Nachrichtensenders BFM wurden am Tatort mehr als 300 Patronen verschossen.

Seit mehr als 32 Stunden belagert

Die Beamten hatten seit Mittwochabend keinen Kontakt zu Mohamed M. mehr gehabt. Guéant vermutete deshalb, der 23-Jährige lebe womöglich nicht mehr. M. habe vorher gesagt, er wolle mit der Waffe in der Hand sterben. Guéant sprach davon, es seien zwei Schüsse zu hören gewesen. Es sei aber unklar gewesen, woher sie kamen.

Mehr als 32 Stunden lang hatten Hunderte schwer bewaffnete Polizisten das Haus belagert. Sie drehten Strom und das Gas ab. Außerdem zündete die Polizei in der Nacht mehrere Sprengsätze in der Nähe, offenbar um den Verdächtigen einzuschüchtern. Am Vormittag schilderten Augenzeugen, es habe in einer Minute drei weitere Explosionen gegeben. Kurz darauf begann die Erstürmung.

Insgesamt sieben Menschen getötet

Verteidigungsminister Gérard Longuet hatte am Mittwochabend dem TV-Sender TF1 gesagt, man wolle den mutmaßlichen Attentäter lebend ergreifen, um ihn vor Gericht stellen zu können. "Wir wollen seine Beweggründe erfahren und hoffentlich herausbekommen, wer seine Komplizen sind, falls es welche gibt." Das gelang nicht.

Der Franzose algerischer Herkunft soll bei insgesamt drei Mordanschlägen sieben Menschen getötet haben, darunter Angehörige einer jüdischen Schule in Toulouse sowie drei aus Nordafrika stammende Fallschirmjäger.


View Larger Map

Zu Beginn des Einsatzes am gestrigen Mittwoch hatte der Mann mit automatischen Waffen auf Polizisten gefeuert, die sich der Wohnung näherten, und mindestens zwei von ihnen verletzt.

Kamera gefunden

Mohamed M. hatte die Taten bereits indirekt zugegeben, wie Guéant am Mittwoch sagte. Als Motiv nannte er Rache für palästinensische Kinder. Er habe im Gespräch mit der Polizei bedauert, dass er nicht mehr Menschen getötet habe, sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins. Für Mittwoch habe er den nächsten Mord geplant gehabt.

Den Ermittlern zufolge hatte die Polizei zuvor den Motorroller gefunden, mit dem der Verdächtige wohl zu den Orten seiner Verbrechen fuhr, sowie eine Kamera, mit der er seine Taten möglicherweise filmte. Noch gesucht werde ein Auto, in dem Waffen und Sprengstoff vermutet werden.

Die Elitepolizisten hatten am Mittwoch mehrere Male vergeblich versucht, in M.s Wohnung in einem Mehrfamilienhaus einzudringen. Jedes Mal drängte er sie mit Schüssen aus schweren Waffen zurück.

Leserkommentare
  1. sind ihre Schlußfolgerungen.

    Der Artikel wurde an die aktuellen Geschenisse angepasst, dies ist bei Onlein-Medien möglich, daher passen die ersten Kommentare nicht mehr.
    Er sprang aus dem Fenster, weil Gas eindrang.

    Ihre Schlußfolgerungen sind konstruiert und lassen sich leicht in Gegenteil drehen. Den Beweis bleibe ich schuldig, da ich mich nicht an absurden Verschwörungstheorien beteilge.
    Genauso wie 9/11, jede Menge Verschwörungstheoretiker auf den Plan rief, auch hier zeigt sich wie nahe sich Radikale
    aller Coleur teilweise sind.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Etwas "absurde Verschwörungstheorie" zu nennen, ist äußert schädlich. Es bezeugt, dass plausible Möglichkeiten durch schlichte Ignoranz abgetan werden, ohne genauer darüber zu diskutieren. Mich als radikal zu bezeichnen, gibt ihren Aussagen übrigens auch nicht mehr Inhalt.

    Auf France24 gerade gesagt, dass sich alles auf dem Erdgeschoss abgespielt hat. Es scheint mir sehr unwahrscheinlich, dass jemand durch einen Sprung aus dem Erdgeschoss stirbt.

    Ich hoffe, dass hier (wie auch für 9/11 immernoch notwendig) unparteiische Ermittlungen stattfinden werden.

    "Das ist bei Onlinemedien möglich"

    Es ist absolut verwirrend, wenn man selbst nicht grade diesen Artikel gebookmarkt hat und zum ersten mal öffnet.

    Dann scheint tatsächlich eine merkwürdige Diskrepanz zwischen Text und Kommentaren zu bestehen, die recht bizarr ist.

    Die Zeit wäre gut beraten das zu berücksichtigen.

    Was nämlich auch mit Onlinemedien möglich ist, ist einfach einen neuen Artikel zu posten.
    Wenn dieser Artikel in dieser Form archiviert wird ist er halb wertlos.

    Etwas "absurde Verschwörungstheorie" zu nennen, ist äußert schädlich. Es bezeugt, dass plausible Möglichkeiten durch schlichte Ignoranz abgetan werden, ohne genauer darüber zu diskutieren. Mich als radikal zu bezeichnen, gibt ihren Aussagen übrigens auch nicht mehr Inhalt.

    Auf France24 gerade gesagt, dass sich alles auf dem Erdgeschoss abgespielt hat. Es scheint mir sehr unwahrscheinlich, dass jemand durch einen Sprung aus dem Erdgeschoss stirbt.

    Ich hoffe, dass hier (wie auch für 9/11 immernoch notwendig) unparteiische Ermittlungen stattfinden werden.

    "Das ist bei Onlinemedien möglich"

    Es ist absolut verwirrend, wenn man selbst nicht grade diesen Artikel gebookmarkt hat und zum ersten mal öffnet.

    Dann scheint tatsächlich eine merkwürdige Diskrepanz zwischen Text und Kommentaren zu bestehen, die recht bizarr ist.

    Die Zeit wäre gut beraten das zu berücksichtigen.

    Was nämlich auch mit Onlinemedien möglich ist, ist einfach einen neuen Artikel zu posten.
    Wenn dieser Artikel in dieser Form archiviert wird ist er halb wertlos.

    • fatiha
    • 22.03.2012 um 13:35 Uhr

    Der man hat wahrscheinlich überhaupt nicht den Koran gelesen. Das Töten von Zivilisten kommt im Koran nicht vor, es ist nicht mal die Rede wert. In diesem Fall wurden ja sogar Kinder umgebracht, kaltblütig Exekutiert, im Islam gelten Kinder vor Gott als Muslime und Sündenfreie. Und weiter kommt so etwas wie 72 Jungfrauen im ganzen Koran nicht vor, 4 mal werden Gefährtinnen (Huri sowohl M u. F ) erwähnt im Koran, aber nicht in Zusammenhang eines Sterbens oder eines Märtyrers, die Verse stehen in einem anderem Kontext. Die die für eine gerechte Sache sterben oder getötet werden, die gelten als Märtyrer und brauchen keine Angst mehr am Jüngstengericht haben, und man soll sie auch nicht Tote nennen, den sie leben. Das ist das was der Koran sagt.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mag sein..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Syyidina Abu Sa'eed Khudri überliefert, der Prophet habe gesagt: "Und noch der letzte im Paradies wird 80.000 Sklaven haben und 72 Frauen und wird ein Zelt besitzen, das aus Perlen, Rubinen und Smaragden gefertigt ist. Wer auf Erden jung oder alt gestorben ist, wird dreißig Jahre alt sein und nicht älter, wenn er das Paradies betritt."

    Soviel also dazu.

    "Syyidina Abu Sa'eed Khudri überliefert, der Prophet habe gesagt: "Und noch der letzte im Paradies wird 80.000 Sklaven haben und 72 Frauen und wird ein Zelt besitzen, das aus Perlen, Rubinen und Smaragden gefertigt ist. Wer auf Erden jung oder alt gestorben ist, wird dreißig Jahre alt sein und nicht älter, wenn er das Paradies betritt."

    Soviel also dazu.

  2. So sicher war ich mir da wirklich nicht.

    Antwort auf "[...]"
  3. in meinem früherem Bekanntenkreis war ein SEK-Beamter.
    Dieser mußte eine zeitlang mit schußsicherer Weste und Personenschützern rumlaufen.
    Warum? Er wurde bedroht, von Angehörigen, von jemand den er zusammgeschlagen hat.
    Warum hat er den zusammengeschlagen? Bei einem Einsatz hat der seinen Kollegen erschossen, er hat genau in den Sehschlitz getroffen.

    Für mich macht es durchaus Sinn Mohammed M. erst zu zermürben, bevor man zu schlägt.

  4. 101. @Talan068

    Etwas "absurde Verschwörungstheorie" zu nennen, ist äußert schädlich. Es bezeugt, dass plausible Möglichkeiten durch schlichte Ignoranz abgetan werden, ohne genauer darüber zu diskutieren. Mich als radikal zu bezeichnen, gibt ihren Aussagen übrigens auch nicht mehr Inhalt.

    Auf France24 gerade gesagt, dass sich alles auf dem Erdgeschoss abgespielt hat. Es scheint mir sehr unwahrscheinlich, dass jemand durch einen Sprung aus dem Erdgeschoss stirbt.

    Ich hoffe, dass hier (wie auch für 9/11 immernoch notwendig) unparteiische Ermittlungen stattfinden werden.

    Antwort auf "was nicht stimmt"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Verschwörungstehorien aufzustellen, daher ist es nützlich daraufhin zu weisen wenn dies getan wird.

    Verschwörungstehorien aufzustellen, daher ist es nützlich daraufhin zu weisen wenn dies getan wird.

  5. Verschwörungstehorien aufzustellen, daher ist es nützlich daraufhin zu weisen wenn dies getan wird.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@Talan068"
    • vishal
    • 22.03.2012 um 13:44 Uhr
    103. sorry

    sorry aber wenn jemand dazu in der lage ist, kleine wehrlose kinder zu erschießen, der ist in meinen Augen psychisch Krank. Ob sie wollen oder nicht..genau wie Hitler auch in meinen Augen psychisch krank war..was für eine Ideologie dahinter steht spielt keine Rolle, denn wenn sie so eine Tat rechtfertigt ist sie ebenfalls psyichisch krank.Dazu bedarf es keiner Psychologischen Analyse..

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie benutzen ein Etikett, dass das Ergebnis von psychologischen Analysen ist, Und gleichzeitig bestreiten Sie deren Notwendigkeit.

    Ein Fachbegriff zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht einfach von Laien nach dem Augenschein benutzt werden sollte. Wenn Ihnen danach ist, dann nennen Sie den Mörder einfach "irre". Das ist eine unwissenschaftliche Vokabel, die für ungeschützte Bemerkungen die richtige Kragenweite hat.

    Sie benutzen ein Etikett, dass das Ergebnis von psychologischen Analysen ist, Und gleichzeitig bestreiten Sie deren Notwendigkeit.

    Ein Fachbegriff zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht einfach von Laien nach dem Augenschein benutzt werden sollte. Wenn Ihnen danach ist, dann nennen Sie den Mörder einfach "irre". Das ist eine unwissenschaftliche Vokabel, die für ungeschützte Bemerkungen die richtige Kragenweite hat.

    • kimiko
    • 22.03.2012 um 13:47 Uhr

    Rechtsradikales Gedankengut findet sich natürlich bei vielen Islamisten wieder, z.B. Frauenfeindlichkeit, Homophobie. Das ist allerdings bei allen fundamentalistischen Strömungen in den Religionen so.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Frauenfeindlichkeit und Homophobie sind unter Rechtsextremen zahlreicher als unter dem Rest der Menschheit. Zum Kernbestand ihrer Ideologie zählt beides nicht.
    Mit anderen Worten, man kann stramm rechtsextrem sein, ohne zugleich ein gestörtes Verhältnis zu Frauen und Schwulen zu haben.

    Frauenfeindlichkeit und Homophobie sind unter Rechtsextremen zahlreicher als unter dem Rest der Menschheit. Zum Kernbestand ihrer Ideologie zählt beides nicht.
    Mit anderen Worten, man kann stramm rechtsextrem sein, ohne zugleich ein gestörtes Verhältnis zu Frauen und Schwulen zu haben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service