Der frühere NPD-Vorsitzende Udo Voigt und zwei weitere NPD-Funktionäre müssen sich wegen eines womöglich rassistisch motivierten Planers zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erneut vor Gericht verantworten. Die Freisprüche des Landgerichts Berlin vom Vorwurf der Volksverhetzung und Beleidigung hob das Kammergericht auf.

Der sogenannte WM-Planer war von der rechtsextremen Partei anlässlich der Fußball-WM in Deutschland herausgegeben worden. Auf einem Bild des Kalenders war ein Trikot mit der Nummer 25 abgebildet, das damals der dunkelhäutige deutsche Nationalspieler Patrick Owomoyela in der Nationalmannschaft trug. Dazu stand geschrieben: "Weiß – Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONALMannschaft."

In erster Instanz waren Voigt und zwei weitere Funktionäre im April 2009 noch zu Bewährungsstrafen verurteilt worden . Im Berufungsverfahren hob das Landgericht Berlin die Strafen mit der Begründung auf, der WM-Planer sei mehrdeutig und habe keine rassistisch diffamierende Wirkung.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hob nun das Kammergericht den Freispruch wegen Fehlern bei der Beweiswürdigung auf. Es verwies den Fall an eine andere Kammer des Landgerichts zurück.