Generalbundesanwalt Harald Range in seinem Büro in der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe © Uli Deck/dpa

Die Ermittler im Fall der Terrorzelle NSU haben laut Generalbundesanwalt Harald Range Beweise für eine Tatbeteiligung der inhaftierten Beate Zschäpe .

"Wir haben viele Beweismittel, die belegen, dass sie sehr genau wusste, was in den Köpfen (der mutmaßlichen Mörder) Mundlos und Böhnhardt vorgegangen ist und was sie getan haben. Und dass sie an den Taten beteiligt war, zumindest durch logistische Hilfe", sagte Range der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung . Es sei aber noch nicht klar, ob sie "an einem oder mehreren Tatorten" war. Range sagte, seine Behörde arbeite daran, Zschäpe eine Beteiligung an den Morden nachzuweisen.

Im Falle einer Mittäterschaft drohe Zschäpe eine lebenslange Haftstrafe. "Bei so vielen Morden kann das auch wirklich heißen: lebenslang", sagte Range. Die Höchststrafe für Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beträgt zehn Jahre Haft, weniger könne er sich im Fall von Zschäpe nicht vorstellen, sagte Range. Hinzu kommt auch noch der Vorwurf der schweren Brandstiftung.

Zschäpe schweigt bislang zu ihrer Rolle in der Neonazi-Gruppe, die nach ihrem Abtauchen Ende der 1990er Jahre die Terror-Organisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet haben soll. Dem NSU werden zehn Morde, zwei Brandschläge und eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt. Mundlos und Böhnhardt waren im November nach einem gescheiterten Banküberfall in Eisenach tot in ihrem Wohnmobil gefunden worden, Zschäpe stellte sich der Polizei.