Leserartikel

IsraelEin Herz für die Kinder aus Gaza

Leser H.-C. Buchmann arbeitet für eine Organisation, die palästinensische Kinder für Behandlungen nach Israel bringt. Täglich erlebt er die Hilfsbereitschaft in der Region. von Hannes-Christoph Buchmann

Kinder aus Gaza

Kinder aus Gaza  |  ©Shevet Achim

Seit über einem Monat bin ich in Israel und arbeite für eine christliche Einrichtung, die Kindern aus dem Gazastreifen zu überlebenswichtigen Herzoperationen verhilft. Die Organisation heißt "Shevet Achim". Der Name bedeutet "einträchtig beieinander leben".

Wir sind ein Team von amerikanischen, arabischen und jüdischen Mitarbeitern. Die Transportfahrten innerhalb Israels sind meine tägliche Aufgabe. Im Regelfall ist es kein Problem, dass kranke palästinensische Kinder für Operationen über die Gazagrenze dürfen. In einem Haus in Jerusalem kommen sie mit ihren Müttern zeitweise unter. Ich fahre sie zu Untersuchungen und Operationen in die Krankenhäuser nach Tel Aviv. Zwei davon geben uns Vergünstigungen von fünfzig Prozent – bis zu 8.000 US-Dollar.

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Dienstags ist Gazatag. Dann fahre ich mit einem arabisch sprechenden Mitarbeiter an den Grenzpunkt Eres, um Familien abzuholen und sie nach Tel Aviv zu bringen. Dort werden diejenigen aufgenommen, die für eine Operation bleiben müssen. Die Kinder, die nur Vor- oder Nachuntersuchungen haben oder die entlassen wurden, fahren wir abends wieder an den Grenzübergang. Freitags stehen immer spezielle Besucherfahrten in die Krankenhäuser an. Die Familien aus Gaza dürfen aus Sicherheitsgründen das Krankenhaus nicht verlassen.

Die Resonanz auf unsere Arbeit ist erstaunlich. Eines Nachmittags fuhren wir mit einem arabischen Taxifahrer durch die Stadt. Wir erzählten ihm von unserer Arbeit und für wen die riesige Menge an gekauften Lebensmitteln bestimmt ist – daraufhin fuhr er uns umsonst nach Hause.

Bei einer Essenseinladung traf ich einige Israelis. Ich erfuhr, wie viele aktive und hilfsbereite Menschen hier leben und wie viele sich freiwillig engagieren. Das Interesse an unserer Arbeit war unerwartet groß. Wie der Zustand der Hamaskinder sei und ob es ihnen auch gut gehe nach den Operationen, fragte ein Regierungsbeamter. Die militante Gruppe der Hamas beschießt immer wieder sein Land. Trotzdem sorgte er sich um das Wohlergehen der Kinder, was mich sehr berührte. Am Ende bedankten sich alle sehr herzlich bei uns.

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Mein Kollege und Chef Jonathan hat mich einmal zu einer Grenzkontrolle mitgenommen. Viele Leute am Grenzübergang kennt er bereits persönlich. Kein Wunder, denn seit ungefähr acht Jahren muss er dort alle zwei bis drei Wochen passieren. Jonathan erzählte mir, wie er mit dem Van einmal mit palästinensischen Kindern und Müttern kurz vor der Schließung den Kontrollpunkt passieren wollte. Ein israelischen Grenzbeamten hielt ihn an und fragte: "Do you know these moms?" - "Yes" - "Ok, we trust you." Er durfte weiter.

Jonathan erzählte mir auch, dass mit der Sperre nach Gaza viele Menschen dort arbeitslos wurden. Früher arbeiteten sie auf israelischen Farmen. Die Palästinenser, die ich auf meinen Fahrten treffe, sagen, dass sie für den Frieden mit Israel sind. Frieden bringe in fast jeder Hinsicht Vorteile.

Verzweifelt kehren die palästinensischen Familien nach den Krankenhausbesuchen in ihre engbesiedelte Heimat zurück. Mir wird immer klarer, dass militante Gruppierungen in der Minderheit sind und in der Bevölkerung kein gutes Ansehen genießen.

Die Termine und die Erlaubnis für die Gazakinder, nach Israel zu kommen, können sich über Nacht ändern. Abends studiere ich immer den Zeit- und Aufgabenplan für den nächsten Tag – doch am nächsten Tag kommt wieder alles komplett anders. Ich sehe das als Herausforderung an, auch wenn es anstrengend ist. Ich mache kaum Sightseeing, am Sabbat steht bei mir meist nur Erholung auf dem Programm.

Ich empfinde es als Bereicherung, die Leute in diesem Land kennenzulernen, zu sehen, wie den Kindern geholfen wird. Und zu erleben, dass Nationalität und Glauben hier kein Hindernis für humanitäre Hilfe sind.

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Leserkommentare
  1. "Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung."
    Vielleicht wenn die Hamas-"Regierung" im Gazastreifen dafür sorgen würde, dass das Kraftwerk, das den Gazastreifen mit Strom versorgt, über genügend Treibstoff verfügt und das Treibstoffangebot nicht künstlich verknappen würde, dann müssten diese palästinensischen Kinder nicht nach Israel zur Behandlung.

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://derstandard.at/132...

    Zitat: "Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist wegen Treibstoffmangels abgeschaltet worden. Das Elektrizitätswerk liefere für gewöhnlich etwa 35 Prozent des Stroms im Gazastreifen, teilte der Leiter der örtlichen Energiebehörde am Dienstag mit. Ahmed Abu al-Amrin warnte, die Stromversorgung der Krankenhäuser sei nun gefährdet. "

    Da Sie diese Fakten nicht in Betracht gezogen haben, handelt es sich bei Ihrem Kommentar in der Tat um "Israel-bashing".

    11 Leserempfehlungen
    Antwort auf "SCHEINbar kompliziert"
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    Geheimdienst, das israelische Militär, etc. Hier geht es um die einfachen Leuten, nur sie sind in der Lage Frieden zu schaffen. Die besagten Gruppen denken in ganz anderen Kategorien und sind fern der Dinge, die wirklich wichtig sind. Das Problem sind nicht einfache Israelis jüdischen, christlichen oder muslimischen Glaubens, auch nicht die einfachen Palästinenser (Christen und Moslems) und auch nicht die kleinen Bürger des Irans. Das Problem sind die Mächtigen, sie schaffen nichts und trotzdem verursachen sie nur Probleme.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Verunglimpfungen und bleiben Sie beim Thema. Die Redaktion/ds

    "Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung."

    Vielleicht wenn die Hamas-"Regierung" im Gazastreifen dafür sorgen würde, dass das Kraftwerk, das den Gazastreifen mit Strom versorgt, über genügend Treibstoff verfügt und das Treibstoffangebot nicht künstlich verknappen würde, dann müssten diese palästinensischen Kinder nicht nach Israel zur Behandlung.

    Die Hamas sorgt sicher nicht dafür. Die Hamas sind radikale Islamisten, die Krieg führen wollen und nicht im Sinne der Bevölkerung handeln. Und selbst wenn Strom zur Verfügung stünde, dann kann man die Kinder immer noch nicht behandeln, weil Israel ja Krankenhäuser mit Phosphorbomben zerstört - was Sie ja mit ihrem Kommentar schön unter den Teppich gekehrt haben.

  2. nicht interessant, da es nicht genug Israelbashing als Essenz aus dem Artikel zu ziehen gibt.

    Das Kinder aus Gaza in Tel Aviv behandelt werden passt sogar nicht ins Bild des unmenschlichen Staates, des Besatzers, des Goliaths.

    Solche Artikel bleiben ungelesen, schade eigentlich.

    P.S. ich werde mich auch nicht weiter damit beschäftigen, ich muss noch einen Beschwerdebrief an die Lufthansa schicken, weshalb man ein paar Menschenfreunde nicht nach Israel transportieren will.

    Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion Ihrerseits für eine sachliche und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Artikelthema. Danke, die Redaktion/lv

    10 Leserempfehlungen
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    Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung.

    quelle: http://cosmos.ucc.ie/cs10...

    Das hätte für sie auch dann den Vorteil nicht Stundenlang auf die verschiedene Checkpoints zu warten.

    Oh. Dann mussten die Israelis auch erlauben, dass pälestinenische Studenten, die Medizin im Ausland studiert haben, auch zurück nach Gaza dürften. Tun sie aber nicht (immer).

    Ist das "Israel-Bashing"? Nein, das ist die Wirklichkeit und die Wirkung Israeli Politik.

  3. Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung.

    quelle: http://cosmos.ucc.ie/cs10...

    Das hätte für sie auch dann den Vorteil nicht Stundenlang auf die verschiedene Checkpoints zu warten.

    Oh. Dann mussten die Israelis auch erlauben, dass pälestinenische Studenten, die Medizin im Ausland studiert haben, auch zurück nach Gaza dürften. Tun sie aber nicht (immer).

    Ist das "Israel-Bashing"? Nein, das ist die Wirklichkeit und die Wirkung Israeli Politik.

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Scheinbar"
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    "Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung."
    Vielleicht wenn die Hamas-"Regierung" im Gazastreifen dafür sorgen würde, dass das Kraftwerk, das den Gazastreifen mit Strom versorgt, über genügend Treibstoff verfügt und das Treibstoffangebot nicht künstlich verknappen würde, dann müssten diese palästinensischen Kinder nicht nach Israel zur Behandlung.

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://derstandard.at/132...

    Zitat: "Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist wegen Treibstoffmangels abgeschaltet worden. Das Elektrizitätswerk liefere für gewöhnlich etwa 35 Prozent des Stroms im Gazastreifen, teilte der Leiter der örtlichen Energiebehörde am Dienstag mit. Ahmed Abu al-Amrin warnte, die Stromversorgung der Krankenhäuser sei nun gefährdet. "

    Da Sie diese Fakten nicht in Betracht gezogen haben, handelt es sich bei Ihrem Kommentar in der Tat um "Israel-bashing".

    Der einzige Grund ist, dass die 2006 zerstörten Krankenhäuser ein Grund ist, dass die Kinder nach Israel „müssen“ ist sicher falsch, denn wie auf der Website der Organisation „Shevet Achim“ zu lesen ist, existiert diese schon seit knapp zwanzig Jahren, und da standen die Krankenhäuser mit Sicherheit noch. Des Weiteren wurden seit 2007 ganze 5,3 Milliarden Euro von der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Gaza und der dort verwaltenden Hamas zugewiesen, was sich auf Angaben der PA selbst beruht. Ich glaube davon hätte man in 5 Jahren diese Krankenhäuser wieder aufbauen können. Was ihre These mit den Wartezeiten an Checkpoints angeht, ist das nichts anderes wie bei einem Flughafenterminal, und wenn man lebenswichtige Herzoperationen braucht, ist das sicherlich nicht entscheidend. Abgesehen davon sind diese Checkpoints eingerichtet worden nachdem die Serien von Selbstmordattentaten der Palästinenser in Israel nicht zu enden schien und etlichen Zivilisten das Leben gekostet hat. Weshalb z.B. auch in Israel jeder Krankenwagen vor der Einfahrt eines Hospitals gecheckt werden muss, egal wie dringend der Notfall ist. Was die studierenden Ärzte angeht, wenn sie denn tatsächlich nicht nach Gaza zurückgelassen werden, wo sind sie dann? Und wenn sie hier behaupten was Wirklichkeit ist und was nicht, dann würde es mich brennend interessieren, ob sie diese Wirklichkeit denn mal live vor Ort gesehen haben.

    wenn ich die angeblichen Quellen zu ihren [...] Thesen sehe, weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll.

    Allein die wirre URL. Adresse lässt auf ungesicherte Scheininformationen schließen.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche und Unterstellungen. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/au.

  4. 44. Danke

    Ihr Engagement genießt meine Hochachtung! Hier wird gleich wieder die Bühne benutzt, die israelische Politik zu kritisieren. Das hat zwar seine Berechtigung, würdigt aber in keiner Weise den Einsatz von Tausenden von israelischen Bürgern, die sich für ein Miteinander stark machen. Die Peace Now Bewegung um Uri Avneri ist eine davon. Ich hatte die Ehre, ihn und seine Frau kennenzulernen. Ich möchte hier Ihre Arbeit würdigen und freue mich, dass sie dort ein Licht aufstellen.

    5 Leserempfehlungen
  5. Es werden noch Brücken geschlagen, das ist eine gute Nachricht.
    Als ich den Artikel gelesen habe, war ich beschämt. Wir denken nur noch an die Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinenser, zwischen Juden und Iraner. Die Menschen - haben wir vergessen.

    4 Leserempfehlungen
  6. Der einzige Grund ist, dass die 2006 zerstörten Krankenhäuser ein Grund ist, dass die Kinder nach Israel „müssen“ ist sicher falsch, denn wie auf der Website der Organisation „Shevet Achim“ zu lesen ist, existiert diese schon seit knapp zwanzig Jahren, und da standen die Krankenhäuser mit Sicherheit noch. Des Weiteren wurden seit 2007 ganze 5,3 Milliarden Euro von der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Gaza und der dort verwaltenden Hamas zugewiesen, was sich auf Angaben der PA selbst beruht. Ich glaube davon hätte man in 5 Jahren diese Krankenhäuser wieder aufbauen können. Was ihre These mit den Wartezeiten an Checkpoints angeht, ist das nichts anderes wie bei einem Flughafenterminal, und wenn man lebenswichtige Herzoperationen braucht, ist das sicherlich nicht entscheidend. Abgesehen davon sind diese Checkpoints eingerichtet worden nachdem die Serien von Selbstmordattentaten der Palästinenser in Israel nicht zu enden schien und etlichen Zivilisten das Leben gekostet hat. Weshalb z.B. auch in Israel jeder Krankenwagen vor der Einfahrt eines Hospitals gecheckt werden muss, egal wie dringend der Notfall ist. Was die studierenden Ärzte angeht, wenn sie denn tatsächlich nicht nach Gaza zurückgelassen werden, wo sind sie dann? Und wenn sie hier behaupten was Wirklichkeit ist und was nicht, dann würde es mich brennend interessieren, ob sie diese Wirklichkeit denn mal live vor Ort gesehen haben.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "SCHEINbar kompliziert"
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    Sie glauben, HANNEESSE, Hamas hätten die von Israel zerstörte Krankenhäuser in den vergangenen sechs Jahren aufbauen können, wenn sie nur wollten?

    Nie von den völkerrechtswidrige Blockade von Gaza gehört?

    Nicht nur Zement, sondern auch solche Artikel wie Pasta, Limonade, Rasierschaum, Chips, sowie Büromittel und Matratzen stehen/standen auf der Verbotsliste der Israeli Regierung.

    Wie sähe so ein Krankenhaus aus, ohne Zement oder Matrazen?

    Quelle: http://www.news.at/articl...

    Erst nach der Tötung von 9 Aktivisten auf dem Schiff "Mavi Marmara" sah die Israeli Regierung sich im Juni 2010 gezwungen, die Liste ein bisschen zu lockern. Aber die Blockade und die kollektive Bestrafung besteht nach wie vor.

    • CoMiMo
    • 20. April 2012 10:23 Uhr

    Die ganze Sache da unten ist extrem kompliziert und vor allem verfahren.

    Wir haben das Problem, dass viele denken - je nach Sympathie - ,dass entweder die Palästinenser oder die Israelis diesen Bürgerkrieg (was anderes ist es nicht) angefangen haben.
    Stimmt nicht so ganz.

    In den 1920er Jahren bis hin zum WK II. gab es in Palästina, wie der Staat damals noch hieß, immer wieder Anschläge von Zionisten gegen die britische Verwaltungsmacht. In den letzten Zügen des WK II. hat eben diese einen Bürgerentscheid unter den Palästinensern gemacht, ob die Juden in dieses Land einreisen und es als Staat wieder aufbauen können. Der Ausgang war überwältigend, eine überwiegende Mehrheit der Palästinenser wollten dies.
    Dummerweise wollten dies die Nachbarn Palästinas/Israels nicht weil sie selber das Land wollten. Also überzogen sie das Land mit Krieg und waren verblüfft, dass die Juden diese bestehen konnten. Daraufhin tat Israel das was Europa jetzt macht und warf alle Muslime in einen Topf und beginnen Unrecht gegen die Palästinenser (was in diversen UN-Resolutionen auch bewiesen ist), dies sorgte dafür, dass sich Teile radikalisierten und was wieder zur Radikalisierung von Teilen der Israels nach sich zog und schwupps schon hatten wir den schönsten Bürgerkrieg und keiner wills gewesen sein.

    Die Palästinenser oder Teile davon als Feind, das hat sich Israel selber zuzuschreiben.

  7. Seit dem Jahr 2006 hätte sich viel verändern könne, Hauptgrund dass es nicht geschah ist die Hamas.

    http://www.israelheute.co...

    Es waren sicher sehr viele Angriffe der IDF, aber wie viele gab es auf Israel? Da kann ich bedenkenlos noch eine Null dranhängen, denn die festgenommenen Einzeltäter mit Sprengstoffgürtel waren hier ne Zeit lang an der Tagesordnung. Und wie viele Frauen und Kinder bei diesen Anschlägen in Israel ums Leben kamen, fällt bei ihrer Tatsachenbeschreibung komischerweise unter den Tisch. Und von denen waren wahrscheinlich nicht mal 10% an Feindseligkeiten beteiligt, wenn sie mittags im Bus von der Arbeit nach Hause fuhren.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Es war einmal"
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    Wenn sich die israelischen Regierungschefs der letzten Jahre mal genauer anschaut, fällt auf, dass diese die Palästinenser offensichtlich nicht als gleichwertige Menschen betrachten. Gerade von Nethanjahu existiert ein wunderschönes Foto, bei dem er dem Arafat die Hand geben musste. Einen ähnlich angewiderten Blick dürften damals die ehemaligen Sklavenhalter in den Südstaaten gemacht haben, als sich diese nach dem verlorenen Krieg mit ihrem ehem. Sklaven auseinandersetzen mussten.

    Jede Lösung des Nah-Ostkonflikts kann nur unter Berücksichtigung der Interessen und Rechte der palästinensischen Flüchtlinge zu Stande kommen, die auch einen sehr großen Anteil der Palästinenser stellen. Der Staat Israel und auch die deutschen Medien ignorieren die Flüchtlinge vollständig. Hier wird gerne der Eindruck vermittelt, als gäbe es lediglich ein „Grenzproblem“ zwischen den Palästinensern, die vollständig irgendwie in den besetzten Gebieten leben und sich dort auch ernähren könnten und den Juden in Israel.

    Würde die palästinensische Führung auf ein „Friedensangebot“ eingehen, welches die Flüchtlinge komplett ignoriert, würden diese danach faktisch komplett in der Luft hängen, weil danach auch die Grundlage für die Finanzierung dieser Lager/Menschen von der UNO wegfallen würde. Die besetzen Gebiete und die Anrainerstaaten sind aber nicht in der Lage diese Flüchtlinge alleine zu finanzieren oder zu integrieren. Kein Mensch, der noch ein bisschen Respekt und Verantwortung für seine Leute empfindet, könnte auf solch ein Angebot eingehen.

  8. Von der Blockade hab ich natürlich gehört, und auch den Grund warum sie erhoben wurde. Zudem wurde der Wiederaufbau Gazas von Israel selbst unterstützt, und Dinge wie Holz und Zement (den man auch selbst herstellen kann), wurden sehr wohl über die Grenze gelassen, und zwar so viel, dass letztes Jahr das erste 5 Sterne Hotel in Gaza eröffnet werden konnte. Das wird sicher für die nächsten zwanzig Jahre ein Einzelfall bleiben, aber ihre theoretisch dargestellte Lage im Gazakonflikt ist definitiv „Israel-Bashing“.

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    Antwort auf "Flach liegend"

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  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Israel | Herz | Gaza | Hamas | Familie | Frieden
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