Israel : Ein Herz für die Kinder aus Gaza

Leser H.-C. Buchmann arbeitet für eine Organisation, die palästinensische Kinder für Behandlungen nach Israel bringt. Täglich erlebt er die Hilfsbereitschaft in der Region.
Kinder aus Gaza ©Shevet Achim

Seit über einem Monat bin ich in Israel und arbeite für eine christliche Einrichtung, die Kindern aus dem Gazastreifen zu überlebenswichtigen Herzoperationen verhilft. Die Organisation heißt "Shevet Achim". Der Name bedeutet "einträchtig beieinander leben".

Wir sind ein Team von amerikanischen, arabischen und jüdischen Mitarbeitern. Die Transportfahrten innerhalb Israels sind meine tägliche Aufgabe. Im Regelfall ist es kein Problem, dass kranke palästinensische Kinder für Operationen über die Gazagrenze dürfen. In einem Haus in Jerusalem kommen sie mit ihren Müttern zeitweise unter. Ich fahre sie zu Untersuchungen und Operationen in die Krankenhäuser nach Tel Aviv. Zwei davon geben uns Vergünstigungen von fünfzig Prozent – bis zu 8.000 US-Dollar.

Dienstags ist Gazatag. Dann fahre ich mit einem arabisch sprechenden Mitarbeiter an den Grenzpunkt Eres, um Familien abzuholen und sie nach Tel Aviv zu bringen. Dort werden diejenigen aufgenommen, die für eine Operation bleiben müssen. Die Kinder, die nur Vor- oder Nachuntersuchungen haben oder die entlassen wurden, fahren wir abends wieder an den Grenzübergang. Freitags stehen immer spezielle Besucherfahrten in die Krankenhäuser an. Die Familien aus Gaza dürfen aus Sicherheitsgründen das Krankenhaus nicht verlassen.

Die Resonanz auf unsere Arbeit ist erstaunlich. Eines Nachmittags fuhren wir mit einem arabischen Taxifahrer durch die Stadt. Wir erzählten ihm von unserer Arbeit und für wen die riesige Menge an gekauften Lebensmitteln bestimmt ist – daraufhin fuhr er uns umsonst nach Hause.

Bei einer Essenseinladung traf ich einige Israelis. Ich erfuhr, wie viele aktive und hilfsbereite Menschen hier leben und wie viele sich freiwillig engagieren. Das Interesse an unserer Arbeit war unerwartet groß. Wie der Zustand der Hamaskinder sei und ob es ihnen auch gut gehe nach den Operationen, fragte ein Regierungsbeamter. Die militante Gruppe der Hamas beschießt immer wieder sein Land. Trotzdem sorgte er sich um das Wohlergehen der Kinder, was mich sehr berührte. Am Ende bedankten sich alle sehr herzlich bei uns.

Mein Kollege und Chef Jonathan hat mich einmal zu einer Grenzkontrolle mitgenommen. Viele Leute am Grenzübergang kennt er bereits persönlich. Kein Wunder, denn seit ungefähr acht Jahren muss er dort alle zwei bis drei Wochen passieren. Jonathan erzählte mir, wie er mit dem Van einmal mit palästinensischen Kindern und Müttern kurz vor der Schließung den Kontrollpunkt passieren wollte. Ein israelischen Grenzbeamten hielt ihn an und fragte: "Do you know these moms?" - "Yes" - "Ok, we trust you." Er durfte weiter.

Jonathan erzählte mir auch, dass mit der Sperre nach Gaza viele Menschen dort arbeitslos wurden. Früher arbeiteten sie auf israelischen Farmen. Die Palästinenser, die ich auf meinen Fahrten treffe, sagen, dass sie für den Frieden mit Israel sind. Frieden bringe in fast jeder Hinsicht Vorteile.

Verzweifelt kehren die palästinensischen Familien nach den Krankenhausbesuchen in ihre engbesiedelte Heimat zurück. Mir wird immer klarer, dass militante Gruppierungen in der Minderheit sind und in der Bevölkerung kein gutes Ansehen genießen.

Die Termine und die Erlaubnis für die Gazakinder, nach Israel zu kommen, können sich über Nacht ändern. Abends studiere ich immer den Zeit- und Aufgabenplan für den nächsten Tag – doch am nächsten Tag kommt wieder alles komplett anders. Ich sehe das als Herausforderung an, auch wenn es anstrengend ist. Ich mache kaum Sightseeing, am Sabbat steht bei mir meist nur Erholung auf dem Programm.

Ich empfinde es als Bereicherung, die Leute in diesem Land kennenzulernen, zu sehen, wie den Kindern geholfen wird. Und zu erleben, dass Nationalität und Glauben hier kein Hindernis für humanitäre Hilfe sind.

Verlagsangebot

DIE ZEIT wird 70 ...

... und ihre Journalisten erzählen von den Geschichten ihres Lebens. Von Geheimnissen und Irrtümern unserer Zeitung. Und von den besten Lesern der Welt. Eine Festausgabe.

Mehr erfahren

Kommentare

59 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Scheinbar

nicht interessant, da es nicht genug Israelbashing als Essenz aus dem Artikel zu ziehen gibt.

Das Kinder aus Gaza in Tel Aviv behandelt werden passt sogar nicht ins Bild des unmenschlichen Staates, des Besatzers, des Goliaths.

Solche Artikel bleiben ungelesen, schade eigentlich.

P.S. ich werde mich auch nicht weiter damit beschäftigen, ich muss noch einen Beschwerdebrief an die Lufthansa schicken, weshalb man ein paar Menschenfreunde nicht nach Israel transportieren will.

Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion Ihrerseits für eine sachliche und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Artikelthema. Danke, die Redaktion/lv

SCHEINbar kompliziert

Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung.

quelle: http://cosmos.ucc.ie/cs10...

Das hätte für sie auch dann den Vorteil nicht Stundenlang auf die verschiedene Checkpoints zu warten.

Oh. Dann mussten die Israelis auch erlauben, dass pälestinenische Studenten, die Medizin im Ausland studiert haben, auch zurück nach Gaza dürften. Tun sie aber nicht (immer).

Ist das "Israel-Bashing"? Nein, das ist die Wirklichkeit und die Wirkung Israeli Politik.

Israel-bashing.

"Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung."
Vielleicht wenn die Hamas-"Regierung" im Gazastreifen dafür sorgen würde, dass das Kraftwerk, das den Gazastreifen mit Strom versorgt, über genügend Treibstoff verfügt und das Treibstoffangebot nicht künstlich verknappen würde, dann müssten diese palästinensischen Kinder nicht nach Israel zur Behandlung.

http://www.spiegel.de/pol...

http://derstandard.at/132...

Zitat: "Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist wegen Treibstoffmangels abgeschaltet worden. Das Elektrizitätswerk liefere für gewöhnlich etwa 35 Prozent des Stroms im Gazastreifen, teilte der Leiter der örtlichen Energiebehörde am Dienstag mit. Ahmed Abu al-Amrin warnte, die Stromversorgung der Krankenhäuser sei nun gefährdet. "

Da Sie diese Fakten nicht in Betracht gezogen haben, handelt es sich bei Ihrem Kommentar in der Tat um "Israel-bashing".

Hier geht es nicht um die Hamas, Hisbollah, der israelische...

Geheimdienst, das israelische Militär, etc. Hier geht es um die einfachen Leuten, nur sie sind in der Lage Frieden zu schaffen. Die besagten Gruppen denken in ganz anderen Kategorien und sind fern der Dinge, die wirklich wichtig sind. Das Problem sind nicht einfache Israelis jüdischen, christlichen oder muslimischen Glaubens, auch nicht die einfachen Palästinenser (Christen und Moslems) und auch nicht die kleinen Bürger des Irans. Das Problem sind die Mächtigen, sie schaffen nichts und trotzdem verursachen sie nur Probleme.

Geld, das es in Gaza gibt

Der einzige Grund ist, dass die 2006 zerstörten Krankenhäuser ein Grund ist, dass die Kinder nach Israel „müssen“ ist sicher falsch, denn wie auf der Website der Organisation „Shevet Achim“ zu lesen ist, existiert diese schon seit knapp zwanzig Jahren, und da standen die Krankenhäuser mit Sicherheit noch. Des Weiteren wurden seit 2007 ganze 5,3 Milliarden Euro von der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Gaza und der dort verwaltenden Hamas zugewiesen, was sich auf Angaben der PA selbst beruht. Ich glaube davon hätte man in 5 Jahren diese Krankenhäuser wieder aufbauen können. Was ihre These mit den Wartezeiten an Checkpoints angeht, ist das nichts anderes wie bei einem Flughafenterminal, und wenn man lebenswichtige Herzoperationen braucht, ist das sicherlich nicht entscheidend. Abgesehen davon sind diese Checkpoints eingerichtet worden nachdem die Serien von Selbstmordattentaten der Palästinenser in Israel nicht zu enden schien und etlichen Zivilisten das Leben gekostet hat. Weshalb z.B. auch in Israel jeder Krankenwagen vor der Einfahrt eines Hospitals gecheckt werden muss, egal wie dringend der Notfall ist. Was die studierenden Ärzte angeht, wenn sie denn tatsächlich nicht nach Gaza zurückgelassen werden, wo sind sie dann? Und wenn sie hier behaupten was Wirklichkeit ist und was nicht, dann würde es mich brennend interessieren, ob sie diese Wirklichkeit denn mal live vor Ort gesehen haben.

Gegendarstellung

Seit dem Jahr 2006 hätte sich viel verändern könne, Hauptgrund dass es nicht geschah ist die Hamas.

http://www.israelheute.co...

Es waren sicher sehr viele Angriffe der IDF, aber wie viele gab es auf Israel? Da kann ich bedenkenlos noch eine Null dranhängen, denn die festgenommenen Einzeltäter mit Sprengstoffgürtel waren hier ne Zeit lang an der Tagesordnung. Und wie viele Frauen und Kinder bei diesen Anschlägen in Israel ums Leben kamen, fällt bei ihrer Tatsachenbeschreibung komischerweise unter den Tisch. Und von denen waren wahrscheinlich nicht mal 10% an Feindseligkeiten beteiligt, wenn sie mittags im Bus von der Arbeit nach Hause fuhren.

Flach liegend

Sie glauben, HANNEESSE, Hamas hätten die von Israel zerstörte Krankenhäuser in den vergangenen sechs Jahren aufbauen können, wenn sie nur wollten?

Nie von den völkerrechtswidrige Blockade von Gaza gehört?

Nicht nur Zement, sondern auch solche Artikel wie Pasta, Limonade, Rasierschaum, Chips, sowie Büromittel und Matratzen stehen/standen auf der Verbotsliste der Israeli Regierung.

Wie sähe so ein Krankenhaus aus, ohne Zement oder Matrazen?

Quelle: http://www.news.at/articl...

Erst nach der Tötung von 9 Aktivisten auf dem Schiff "Mavi Marmara" sah die Israeli Regierung sich im Juni 2010 gezwungen, die Liste ein bisschen zu lockern. Aber die Blockade und die kollektive Bestrafung besteht nach wie vor.

Das Hauptproblem ist der Rassismus

Wenn sich die israelischen Regierungschefs der letzten Jahre mal genauer anschaut, fällt auf, dass diese die Palästinenser offensichtlich nicht als gleichwertige Menschen betrachten. Gerade von Nethanjahu existiert ein wunderschönes Foto, bei dem er dem Arafat die Hand geben musste. Einen ähnlich angewiderten Blick dürften damals die ehemaligen Sklavenhalter in den Südstaaten gemacht haben, als sich diese nach dem verlorenen Krieg mit ihrem ehem. Sklaven auseinandersetzen mussten.

Jede Lösung des Nah-Ostkonflikts kann nur unter Berücksichtigung der Interessen und Rechte der palästinensischen Flüchtlinge zu Stande kommen, die auch einen sehr großen Anteil der Palästinenser stellen. Der Staat Israel und auch die deutschen Medien ignorieren die Flüchtlinge vollständig. Hier wird gerne der Eindruck vermittelt, als gäbe es lediglich ein „Grenzproblem“ zwischen den Palästinensern, die vollständig irgendwie in den besetzten Gebieten leben und sich dort auch ernähren könnten und den Juden in Israel.

Würde die palästinensische Führung auf ein „Friedensangebot“ eingehen, welches die Flüchtlinge komplett ignoriert, würden diese danach faktisch komplett in der Luft hängen, weil danach auch die Grundlage für die Finanzierung dieser Lager/Menschen von der UNO wegfallen würde. Die besetzen Gebiete und die Anrainerstaaten sind aber nicht in der Lage diese Flüchtlinge alleine zu finanzieren oder zu integrieren. Kein Mensch, der noch ein bisschen Respekt und Verantwortung für seine Leute empfindet, könnte auf solch ein Angebot eingehen.

Also, sehr geistreich finde ich zumal Ihren ersten Absatz

nun nicht - Motte neudeutsch: "Wie guckst Du", oder nachher "Der hat halt so geguckt".
Schwach, aber bösartig.
Mit der richtigen Lupe und der richtigen Momentaufnahme findest Du selbst bei Mahatma Ghandi, hätte es ie Technik damals schon gegeben, solche Momentshots.

Das größte Interesse für die Situation in der Region haben doch naturgemäß die Israelis - es fehlt eine Zusicherung des Anerkennens der Sichherheit des Volkes Israel und der gesicherten Existenz für den Staat.

Der Staat Israel wurde in der Nacht seiner Staatsausrufung von den arabischen Kräften überfallen, die Bevölkerung vertrieben und gejagt, bis die Russen Waffen zur Verteidigung zur Verfügung stellten. Die arabischen Kräfte bestanden zum größten Teil aus regulären Armeeeinheiten.
Und in der Folge zogen die arabischen Nachbarstaaten immer wieder ihre Armeen an Israels Grenzen zusammen in vielfacher Überzahl sowohl an Kriegstechnik wie auch an Kriegern. Mit dem Ziel, die erste Scharte von 1948/1949 auszuwetzen und die Juden endgültig zu vertreiben, den Staat, wie heißt es heute ohne Rückbesinnung auf diese geschichtlichen Tatsachen, die Besatzungsmacht auszulöschen ... ein Krebsgeschwür in der islamischen Welt ... Sprache des Friedens und der Zuversicht für friedliche Regelungen - und die Zeit danach?
Da liegen die Israelis schon richtig, wenn Sie fordern: Vor Friedensverhandlungen ein absoluter Gewaltverzicht und völkerrechtlich abgesicherte Zusagen für die Existenz von Volk und Land. So schwer zu verstehen?

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille

Von der Blockade hab ich natürlich gehört, und auch den Grund warum sie erhoben wurde. Zudem wurde der Wiederaufbau Gazas von Israel selbst unterstützt, und Dinge wie Holz und Zement (den man auch selbst herstellen kann), wurden sehr wohl über die Grenze gelassen, und zwar so viel, dass letztes Jahr das erste 5 Sterne Hotel in Gaza eröffnet werden konnte. Das wird sicher für die nächsten zwanzig Jahre ein Einzelfall bleiben, aber ihre theoretisch dargestellte Lage im Gazakonflikt ist definitiv „Israel-Bashing“.

Zu witzig

wenn ich die angeblichen Quellen zu ihren [...] Thesen sehe, weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Allein die wirre URL. Adresse lässt auf ungesicherte Scheininformationen schließen.
[...]

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche und Unterstellungen. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/au.

Bitte nicht ablenken

Ehrlich Herr Rosental, Sie sind mir schon lustig. Das Foto entstand bei einem offiziellen „Handshake-Shooting“, bei dem beide vor etlichen Fotografen posiert haben. Gerade kein Schnappschuss, bei dem Bebe gerade an das schlechte Essen vom Vortag gedacht hat. Nebenbei passt dieser Gesichtsausdruck auch nahtlos zu seinem Reden und Handeln. Versuchen Sie mal ein ähnliches Foto von Ghandi zu finden. Den Link können Sie hier ja mal posten. Ich wünsche schon mal viel Spaß beim Suchen.

Nebenbei: Sie lenken mit Ihrer Forderung nach dem einseitigen Gewaltverzicht der Palästinenser von des eigentlichen Pudels Kern ab.

Welchen Vorschlag haben Sie denn, für die Palästinenser in den Flüchtlingslagern?

Dürfen die, nach der damaligen Rechtsauffassung des Weltsicherheitsrats der UNO, zurück nach Israel und dort ihre Ländereien und Häuser wieder in Besitz nehmen? Bekommen die auch die israelische Staatbürgerschaft?
Oder sollen die auch in den ohnehin schon gnadenlos überfüllten Gaza-Streifen gepfercht werden? Machen Sie mal einen konstruktiven Vorschlag, der für Sie als solch ein Flüchtling eine akzeptable Existenz sichern würde.

Re: Israel-bashing.

"Vielleicht wenn Israel nicht die Krankenhäuse in Gaza mit Phosphorbomben zerstörte, oder der Strom- und Wassernetz in Gaza dazu, müssten diese palästinensische Kinder nicht nach Tel Aviv zur Behandlung."

Vielleicht wenn die Hamas-"Regierung" im Gazastreifen dafür sorgen würde, dass das Kraftwerk, das den Gazastreifen mit Strom versorgt, über genügend Treibstoff verfügt und das Treibstoffangebot nicht künstlich verknappen würde, dann müssten diese palästinensischen Kinder nicht nach Israel zur Behandlung.

Die Hamas sorgt sicher nicht dafür. Die Hamas sind radikale Islamisten, die Krieg führen wollen und nicht im Sinne der Bevölkerung handeln. Und selbst wenn Strom zur Verfügung stünde, dann kann man die Kinder immer noch nicht behandeln, weil Israel ja Krankenhäuser mit Phosphorbomben zerstört - was Sie ja mit ihrem Kommentar schön unter den Teppich gekehrt haben.

Alles noch etwas komplizierter

Die ganze Sache da unten ist extrem kompliziert und vor allem verfahren.

Wir haben das Problem, dass viele denken - je nach Sympathie - ,dass entweder die Palästinenser oder die Israelis diesen Bürgerkrieg (was anderes ist es nicht) angefangen haben.
Stimmt nicht so ganz.

In den 1920er Jahren bis hin zum WK II. gab es in Palästina, wie der Staat damals noch hieß, immer wieder Anschläge von Zionisten gegen die britische Verwaltungsmacht. In den letzten Zügen des WK II. hat eben diese einen Bürgerentscheid unter den Palästinensern gemacht, ob die Juden in dieses Land einreisen und es als Staat wieder aufbauen können. Der Ausgang war überwältigend, eine überwiegende Mehrheit der Palästinenser wollten dies.
Dummerweise wollten dies die Nachbarn Palästinas/Israels nicht weil sie selber das Land wollten. Also überzogen sie das Land mit Krieg und waren verblüfft, dass die Juden diese bestehen konnten. Daraufhin tat Israel das was Europa jetzt macht und warf alle Muslime in einen Topf und beginnen Unrecht gegen die Palästinenser (was in diversen UN-Resolutionen auch bewiesen ist), dies sorgte dafür, dass sich Teile radikalisierten und was wieder zur Radikalisierung von Teilen der Israels nach sich zog und schwupps schon hatten wir den schönsten Bürgerkrieg und keiner wills gewesen sein.

Die Palästinenser oder Teile davon als Feind, das hat sich Israel selber zuzuschreiben.

Wenn es nur die Mächtigen wären...

Das Problem bei solch einem Konflikt ist eigentlich nicht der, letztendlich sehr geringe Teil von radikalen Fanatikern, sondern eine viel größere Masse, die von der jetzigen Situation profitiert.

Man hat sich sehr gut auf dem geraubten Land in Israel eingerichtet und profitiert auch von den Palästinensern, die sich in Israel als billige Arbeitskräfte, mit nur sehr geringen Rechten, verdingen müssen.

Rund ~1/3 der jüdischen Bevölkerung in Israel lebt auf Land, dass ihnen nach der damaligen UN-Resolution nicht gehört.
Wenn man wirklich den Palästinsern zu einer menschenwürdigen, gleichberechtigten Existenz verhelfen will, muß man solch ein heißes Eisen anfassen.

Lediglich mal ein paar kranken Kindern aus dem Ghetto zu einer wichtigen medizinischen Behandlung zu verhelfen, hat leider den großen Charme der Gewissensberuhigung, bei dem man sich mal auf die Schulter klopft, was für ein guter Mensch man doch sei.

Ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei weitem nicht genug. (Insbesondere, wenn man sich die Zahlen der getöteten palästinensischen Kinder der letzten Jahr vor Augen führt.)

keine "Gewissensberuhigung" sondern wahre Hilfe

Arafat war einer der größten Terroristen die ich live miterlebt habe, ihm hätte ich auch nicht die Hand geben wollen, vor allem nicht, wenn es mein Volk wäre, dem er diese Taten zufügte. Und diese paar „Ghettokinder“ sind die Zukunft Gazas, und von denen werden monatlich alleine im Wolfson Medical Center Tel Aviv 25 operiert, um eine Überlebenschance zu haben! Das ist nur eines von vielen israelischen Krankenhäusern, bei denen die Operationen zu maximal der Hälfte des Preises und von Ärzten die in ihrer Freizeit arbeiten, durchgeführt werden. Definitiv mehr als „Gewissensberuhigung“! Wenn Sie schon so große Töne spucken, für welch große Taten die dem Nahostkonflikt helfen, klopfen Sie sich denn auf die Schulter??

Keine Gewissensberuhigung

Mir fallen ehrlich gesagt ein paar größere Terroristen ein, die obendrein noch Premierminister von Israel waren. Sei es Jitzchak Schamir, der von Großbritannien als Terrorist gesucht wurde, oder noch viel schlimmer Ariel Scharon, dessen Taten selbst den hartgesottenen Israelis sauer aufgestoßen waren. Man sollte niemals vergessen, dass der Staat Israel mit Terrorismus, Vertreibung und Mord geschaffen wurde. Daher hat dieses Terrorismus-Argument gegen die Palästinenser einen äußerst schalen Nachgeschmack.

Ein großer Schritt in Richtung Frieden wäre es, wenn Israel erst einmal ihre Terroristen an die kurze Leine nehmen würde: Die schwerbewaffneten Siedler, die vom israelischen Steuerzahler alimentiert werden und ungestraft in den besetzten Gebieten Palästinenser massakrieren dürfen. Eine gemeinsame Polizei und Gerichtsbarkeit für alle würde dort wahre Wunder bewirken.

Zu meinem „Beitrag“: Ich habe, wie jeder deutsche Steuerzahler, damals den Aufbau der Infrastruktur im Gaza-Streifen mitfinanziert und durfte dann erleben, wie diese Einrichtungen gezielt von der ISDF zerstört wurden.

Diese Postings, die den Finger in die eine oder andere Wunde legen, sind bei mir noch nicht einmal eine Gewissensberuhigung. Ich bewege mich damit genauso auf der Minderheitenposition in Bezug auf unsere Regierung, wie die humanitären Hilfsangebote einzelner Israelis eine Minderheitenposition in Bezug auf deren demokratisch gewählter Regierung darstellen. Mit viel Glück hilft es zu einer differenzierteren Betrachtung der Dinge beizutragen.

ein paar Steuergelder sind ein schlechtes Argument

Was die Gründung des Staates Israel angeht übertreiben Sie „Mathematiker“ definitiv. Es wurde in den Jahrzenten davor schon massiv die Zusammenarbeit und Unterstützung der Palästinenser gefördert. Z.B. durch das Haddasah Krankenhaus, die in allen erdenklichen Dörfern ärztliche Hilfe leisteten und dann vertrieben wurden, und ein Hilfskonvoi bei Jerusalem massakriert wurde. Und wenn Sie so gute Vorschläge haben, kommen Sie doch nach Israel undunterstützen die Politik mit ihren Ideen.
Und ihrer Meinung ist es dann besser diese Kinder sterben zu lassen, dann können Sie sich gleich in einer Reihe mit den von Ihnen genannten israelischen Terroristen nennen lassen. Sie reden schlecht über die Helfer in Israel und wissen alles besser, doch sind wohl nur in der Lage den gezahlten Steuern, wahrscheinlich Ihr einziger Beitrag, hinterher zu weinen. Ich glaube nicht, dass diese Einstellung diese Diskussion positiv fördert.

Probleme

machen meist nur Fanatiker und Ideologen. Besonders schlimm wird es, wenn solche Politik machen. Das die "normalen" Menschen jedweder Couleur eigentlich nett und hilfsbereit sind, kann man überall erleben.
Deshalb herzlichen Dank für diesen Bericht, der den einen oder anderen mal zum Innehalten und Nachdenken bringen sollte, bevor er mit seinem Bashing oder in welche Richtung auch immer weitermacht. Jede Kommunikation hilft Feindbilder abzubauen.

Es gibt übrigens noch andere konstruktive Initiativen:
http://www.ferien-vom-kri...
http://www.ferien-vom-kri...

Lösung

Tut mir leid, ich sehe mich weder als Fanatiker noch als Ideologe wenn ich auf die Ursache der Probleme hinweise.

Warum müssen Kinder aus Gaza nach Tel Aviv zur Behandlung?

Warum sind "nette und hilfsbereite" Menschen, wie gerade in den letzten Tagen, die Einreise nach Palästina massiv von der Regierung in Tel Aviv (und Lufthansa) gehindert?

Auch diese Aktionen sollten zum innehalten, NACHdenken, und positive Handlung ermuntern.

Mir wird es nicht "warm ums Herz", dass mal die Behandlung eines kranken Kindes an die Laune eines IDF Grenzbeamten hängt. Dieses Bericht bestätigt, auch ohne es zu wollen, die Machtverhältnisse des Konflikts, die nicht "normal" oder "barmherzig" sind/sein sollen.

Ich habe mir gerade mal diesen Film hier angeschaut

http://video.google.com/v...
und stelle fest, dass in Deutschland die veröffentlichte Meinung zu Israel und seiner verbrecherischen Besatzungspolitik sich nur unwesentlich unterscheidet von der in den USA. Dazu gehört auch, wie in dem Film dargestellt wird, das Verschweigen der israelischen Friedensbewegung und der Initiativen, die versuchen, das Unrecht an den Palästinensern ein wenig wieder gutzumachen, z.B. indem sie gemeinsam mit den Palästinensern zerstörte Häuser wieder aufbauen.
Ich finde es natürlich bewundernswert, dass es diese hier beschriebene Initiative gibt, noch besser allerdings wäre die Beendigung des brutalen Besatzungsregimes, das nicht nur die Palästinenser entwürdigt, quält, foltert, ihrer Lebensgrundlage beraubt und tötet, sondern auch den jugendlichen Menschen, die in der IDF Dienst tun und in den besetzten Gebieten zu Taten aufgefordert werden, die sie mit ihren ursprünglichen moralischen Vorstellungen nicht vereinbaren können, schrecklichen Schaden zufügen.