Integration : Mehrheit der Imame steht für dialogbereiten Islam

Eine Studie hat Zahlen zu muslimischen Geistlichen in Deutschland vorgelegt, die dem negativen öffentlichen Bild widersprechen. Viele wollen besser Deutsch lernen.

Die Mehrheit der muslimischen Geistlichen in Deutschland sind einer neuen Studie zufolge offen für Diskussionen über den Islam. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Studie Islamisches Gemeindeleben in Deutschland hervor, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie das Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz erstellten.

So sehen die islamischen Geistlichen die Einführung des Islamunterrichts an deutschen Schulen nicht als Konkurrenz an und befürworten die Ausbildung von islamischen Religionslehrern mit großer Mehrheit. Sie hätten außerdem ein großes Interesse an Aus- und Fortbildungsangeboten, insbesondere im sozialen, beratenden und seelsorgerischen Bereich. Insgesamt gibt es in Deutschland 2.350 Moscheegemeinden und alevitische Cem-Häuser. In etwa 2.180 Gemeinden ist regelmäßig ein Imam oder ein alevitischer Dede tätig.

Zudem wollten sie auch besser Deutsch lernen. Die Sprache sei bislang ein großes Problem. Eine Reihe von Imamen schätzte ihre Deutschkenntnisse deutlich schlechter ein als die Muslime in Deutschland insgesamt. Dies hänge auch damit zusammen, dass viele Bediensteten erst seit Kurzem in der Bundesrepublik seien. In mehr als der Hälfte der Gemeinden kommt der Vorsitzende inzwischen aber aus der Nachfolgegeneration der Einwanderer.

Viele Gemeinden bieten Deutschkurse an

In der Vergangenheit war immer wieder kritisiert worden, viele islamische Religionsbedienstete seien überhaupt nicht vertraut mit Deutschland. Diesem Bild widerspricht die Studie. Da Imame zum Teil auch die religiöse Erziehung muslimischer Kinder übernehmen oder Orientierung im Alltag geben, messen ihnen manche deshalb eine Schlüsselfunktion bei der Integration von Muslimen in Deutschland zu. Für die Studie wurden etwa 1.140 islamische Gemeinden und mehr als 800 Imame befragt.

In der Studie wurden auch Angebote untersucht, die in einer islamischen Gemeine vorzufinden sind. So bieten die meisten Gemeinden neben einem religiösen Angebot auch eine Beratung in Gesundheits- oder Erziehungsfragen an. Zudem gebe es häufig eine Hausaufgabenhilfe. Ein Drittel der Gemeinden haben außerdem Deutschsprachkurse für Jugendliche.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) sagte laut Mitteilung: "Die Ergebnisse belegen die Rolle, die islamische Gemeinden, Imame und alevitische Dedes im Integrationsprozess spielen." Sie bestätigten den Nutzen bestehender Initiativen zur Aus- und Fortbildung von Imamen. Mit den Studien sei ein zentraler Punkt des Arbeitsprogramms der Deutschen Islamkonferenz umgesetzt worden. Das Plenum der Konferenz, die den Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen fördern soll, kommt an diesem Donnerstag in Berlin wieder zusammen. In Deutschland leben etwa vier Millionen Muslime.

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Kommentare

89 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Mehrheit der Imame steht für dialogbereiten Islam

"Eine Studie hat Zahlen zu muslimischen Geistlichen in Deutschland vorgelegt, die dem negativen öffentlichen Bild widersprechen."

Ist das mal wieder eine dieser Auftragsstudien, wo der Wunsch der Vater des Gedankens ist? Es gibt andere Studien, welche dieses positiven Bild des Islams in Deutschland ganz und gar nicht bestätigen. [...]

"Viele wollen besser Deutsch lernen."

Wieso haben sie es dann nicht schon längst getan? Die sind doch nicht erst seit gesten hier im Land, sondern schon seit vielen Jahren.

Gekürzt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke. Die Redaktion/au.

Erst den Artikel lesen, dann antworten

"Die sind doch nicht erst seit gesten hier im Land, sondern schon seit vielen Jahren."

Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?

Im dritten Absatz steht:
"Dies hänge auch damit zusammen, dass viele Bediensteten erst seit Kurzem in der Bundesrepublik seien."

Und zu der von Ihnen genannten Studie möchte ich Ihnen diesen BildBlog Artikel nahelegen

http://www.bildblog.de/19...

Zitat der Studie: "Das Modell III belegt ferner, dass diese erhöhte Gewaltbereitschaft weitestgehend auf andere Belastungsfaktoren zurückzuführen ist, wobei die vier bereits bekannten Faktoren einbezogen werden. Dies führt dazu, dass von der Zugehörigkeit zu einer Konfessionsgruppe kein Effekt mehr auf das Gewaltverhalten zu beobachten ist. "

Viele Grüße

3 Suryo:

"Sie beziehen sich auf eine Studie unter Jugendlichen. Der Artikel hier bezieht sich auf eine Studie unter islamischen Geistlichen."

Die junge Generation der hier lebenden Muslime ist auf Grund von Demographie und Geburtenquote sehr zahlreich. Diese islamischen Geistlichen werden außerdem über ihre Art des Islams, den sie hier verbreiten, das Verhältnis dieser Jugendlichen zur hiesigen Gesellschaft entscheidend prägen.

"Was glauben Sie wohl: wenn man eine Studie unter deutschstämmigen Jugendkriminiellen und unter Pastoren und Pfarrern machte, gäbe es dann auch unterschiedliche Ergebnisse?"

Sparen Sie sich Ihre Nebenkerzen. In der Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes war nicht nur von kriminellen, sondern von den muslimischen Jugendlichen insgesamt die Rede.

Schauen Sie sich die Realität der Studie an

Und wieder muss ich Sie fragen, haben sie den BildBlog Artikel gelesen? Ja, die Zahlen der Studie sind in der Tat eindeutig. Sie belegen eindeutig, dass aus der Konfessionszugehörigkeit und der Religiösität kein Zusammenhang mit Gewalttätigkeit herzuleiten ist.

Es ist tatsächlich ein "Wunschdenken" vorhanden, aber nicht meinerseits, Herr Barama.

Jugendliche und der Imam

"Diese islamischen Geistlichen werden außerdem über ihre Art des Islams, den sie hier verbreiten, das Verhältnis dieser Jugendlichen zur hiesigen Gesellschaft entscheidend prägen."

Aber nur, wenn die Jugendlichen den Imamen überhaupt zuhören. Ein Teil tut das bestimmt. Ein anderer Teil ist eher wenig religiös und geniesst die Vorzüge des modernen Lebens ohne Rücksicht darauf, was der Imam sagt. Und ein anderer Teil - der, den die meisten vermutlich als Symbol für das Integrationsproblem sehen - , hört eher auf Bushido, Haftbefehl u.a. als auf den Imam.

19 Juarez:

"Und wieder muss ich Sie fragen, haben sie den BildBlog Artikel gelesen? ... Sie belegen eindeutig, dass aus der Konfessionszugehörigkeit und der Religiösität kein Zusammenhang mit Gewalttätigkeit herzuleiten ist."

Und ich muß Sie fragen: Haben Sie den Artikel über die Studie des niedersächsischen Instituts für Kriminologie gelesen? Daraus geht das genaue Gegenteil hervor.

http://www.spiegel.de/pan...
"Eine neue Studie hat eine besorgniserregende Entwicklung unter jungen Muslimen festgestellt: Demnach wächst ihre Gewalttätigkeit mit zunehmender Bindung an den Islam. Zudem nehme mit der Religiosität auch die Akzeptanz von Machokulturen und die Nutzung gewalthaltiger Medien zu."

Gemeint ist, daß eine stärkere islamische Religiosität auch ein stärkeres Verhaften an der traditionellen Kultur des Herkunftslandes bedeute und die Eingliederung in die Lebensverhältnisse dieses Landes erschwert, das ein westliches, christlich-abendländisches ist.

"Dieser (Rauf Ceylan - D. Verf.) hatte festgestellt, dass die Mehrheit der Imame in Deutschland, also der muslimischen Geistlichen, den Rückzug in einen konservativen Islam und in die eigene Ethnie fördert. Die meisten Imame seien nur zeitweise in Deutschland, könnten kein Deutsch und deshalb keine positive Beziehung zur deutschen Kultur aufbauen. Für sie sei die Dominanz der Männer selbstverständlich. Ihre Lehren förderten entsprechende Einstellungen bei muslimischen Jugendlichen."

@ 35 Quelle

Aber gerne, liebe Redaktion!

Spiegel Online, 5.6.2010: "Das KFN (Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsens) befragte 2007/2008 bundesweit in 61 Städten und Landkreisen rund 45.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse. Ein Schwerpunkt war die Frage, wie sich die Zugehörigkeit zu einer Religion und die persönliche Religiosität auf die Einstellungen und Verhaltensweisen von 14- bis 16-Jährigen und insbesondere auf die Integration junger Migranten auswirken. Das Ergebnis: Während junge Christen mit steigender Religiosität weniger Gewalttaten begehen, ist bei jungen, männlichen Muslimen das Gegenteil der Fall."

Danke, Oback Barama, ohne Ihren Link hätte ich die Quelle so schnell nicht wiedergefunden.

Vorab-Zusammenfassung

So, damit auch alle vorab wissen, was in diesem Thread wieder diskutiert werden wird, hier die Zusammenfassung in Stichworten:
Integration, Rassismus, Naivität, Gutmenschen, Links, Rechts, Salafismus, Koran, Taqiyya, Türken, Neukölln, Kreuzberg, Marxloh, Freiheit, Terror.

Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion, um sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion zu beteiligen. Danke, die Redaktion/lv

Wurde ja auch Zeit fuer eine neue Studie

nachdem 2010 folgendes herausgefunden wurde:

"Nur jeder fünfte bis sechste Imam gehört nach Ceylans Recherchen zur Gruppe der „intellektuell-offensiven“ Imame (Ceylan 2010, S. 110ff), die dem traditionellen Verständnis des Islam kritisch gegenüberstehen und Deutschland und seiner Kultur offen und konstruktiv begegnen. Das für west- deutsche Städte typische multikulturelle und multireligiöse Umfeld würden diese Imame als stimulierend wahrnehmen und die jungen Muslime dazu anleiten, sich mit einer positiven Grundeinstellung auf die ihnen gebotenen Integrationschancen einzulassen."

(Ceylan, R. (2010). Die Prediger des Islam. Imame – wer sie sind und was sie wirklich wollen. Freiburg, Basel, Wien: Herder Verlag.)

4 ausgewandert:

"Nur jeder fünfte bis sechste Imam gehört nach Ceylans Recherchen zur Gruppe der „intellektuell-offensiven“ Imame (Ceylan 2010, S. 110ff), die dem traditionellen Verständnis des Islam kritisch gegenüberstehen und Deutschland und seiner Kultur offen und konstruktiv begegnen. Das für west- deutsche Städte typische multikulturelle und multireligiöse Umfeld würden diese Imame als stimulierend wahrnehmen und die jungen Muslime dazu anleiten, sich mit einer positiven Grundeinstellung auf die ihnen gebotenen Integrationschancen einzulassen."

Mit anderen Worten, gemäß dieser Studie von 2010 vertreten 5 von 6 Imamen vertreten einen westenfeindliches, orthodoxen Islam, der einer Integration der Muslime in die westlichen Gesellschaften feindlich gegenübersteht. Diese Studie paßt aber so gar nicht in das optimistische Bild, was hier verbreitet werden soll.

Papier ist geduldig

Leider sind es die Menschen nicht. Solche Studien sind Augenwischerei. Solange selbst moderne türkische Familien ihren Kindern vorrangig türkisch beibringen und die deutsche Sprache als zweitrangig und fremd betrachtet wird, wird es keine Annäherung zwischen den Menschen geben - im Gegenteil.

Und an dieser Stelle kommen wir wieder zur alten Schallplatte der gescheiterten Integration: Solange es parallele Gesellschaften gibt, in denen es gar nicht notwendig ist, die deutsche Sprache zu beherrschen, solange gibt es auch keine Integration. [...]
Ganz klar: Sie können sich nun mal nicht mit der deutschen Sprache identifizieren und verweigern daher auch die Gleichstellung der deutschen Sprache mit der Sprache ihrer Heimat, sei es die Türkei, Saudi-Arabien, Kurdistan oder der Libanon. Die meisten kommen schließlich aus einer Notsituation nach Deutschland (Krieg, polit. Verfolgung, etc.). Diese Art der Auswanderung lässt sich nun mal nicht mit dem uns verankerten Bild vom vorbereiteten beabsichtigten Auswandern in ein anderes Land vergleichen, welches uns (Deutschen) vorschwebt.

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/au.

@Robo Term

"Solange selbst moderne türkische Familien ihren Kindern vorrangig türkisch beibringen"

Woher wissen Sie das? Ich habe übrigens auch vorrangig Bayrisch gelernt und erst dann Hochdeutsch.

"Solange es parallele Gesellschaften gibt, in denen es gar nicht notwendig ist, die deutsche Sprache zu beherrschen, solange gibt es auch keine Integration."

Warum gibt es diese Parallelgesellschaften? Und wie bricht man sie auf?

Korrekt!

Und sogar:

Was ist so schlimm an Parallelgesellschaften? Sind die nicht sogar absolut normal in einer Demokratie? Leben vietnamesische Einwanderer, die überwiegend untereinander vietnamesisch sprechen, Buddhisten sind und vorrangig im Gastronomiebereich und Blumenhandel (zumindest in Berlin) tätig sind, nicht auch in einer Paralellgesellschaft? Was ist mit, sagen wir, dem reichen Bankierstöchterchen aus dem Taunuskreis, lebt das nicht mit seinesgleichen in einer Werlt, die nicht die der Mehrheit entspricht, aber parallel zu ihr?

Parallelgesellschaften sind etwas völlig normales. Es gibt "die Mehrheit" nicht wirklich. Man muss sie für jedes Merkmal neu definieren.

Nun ja...

Auf wieviele Fälle mag sich Ihre - durchaus konsistente - Aussage beziehen? Es ist ja nicht so, daß alle diese Menschen gestern hier angekommen sind. Beruflich habe ich häufig Kontakt mit Menschen türkischer Abstammung. Gewisse statistische Regelmäßigkeiten konnte ich ausmachen. Mit kleinem Einkommen sinkt die Wahrscheinlichkeit guter Deutschkenntnisse, und mit steigendem Alter auch. Absolut irreguläre Verteilung bei Kopftuchtragenden. Es sind also wohl die Alten, die vor x Jahren bereits zu alt waren, um richtig Deutsch zu lernen, und die, deren Deutschkenntnisse für ihre Tätigkeit im Beruf ausreichen. Übrigens - die Kinder können perfekt deutsch UND türkisch. Am erfreulichsten sind die Mittelschichtler mit astreinen Deutschkenntnissen und dem regionalen Dialekt.

@ 24 Nebelkerze

Nein, ein reiches Kind aus dem Taunuskreis lebt in der deutschen Gesellschaft, genauso wie ein Pastorentöchterchen aus Mecklenburg. Mit unterschiedlichen Familiengeschichten, unterschiedlichen politischen Umgebungen, aber ganz selbstverständlich als Teil Deutschlands.

Eine Parallelgesellschaft wird darum so bezeichnet, weil sie nicht als Teil dieses Landes lebt und auch nicht leben will. Deutliche Abgrenzung durch Kleidung, Haarschnitt, Sprache, Ghettobildung mit autarker Versorgung in Religion, Recht, Medizin etc. zeichnen solche Parallelgesellschaften aus.

"Die deutsche Gesellschaft" BESTEHT aus Parallelwelten!

"Nein, ein reiches Kind aus dem Taunuskreis lebt in der deutschen Gesellschaft, genauso wie ein Pastorentöchterchen aus Mecklenburg."

Falsch. Hätten Sie wie ich an einer Uni studiert, wo die Kinder aus gutem Hause aus Frankfurt und München auch massenweise studioerten, dann wüßten Sie, daß Sie als "normaler" Mensch mit diesen Leuten nichts zu tun haben, daß Sie da auch nicht reinkommen und daß diese Leute sich wioederum auch nicht in Ihre Lage versetzen können. Das ist, hehe, nicht Ihre Welt. Habitus, Herkunft und Lebensführung sind völlig unterschiedlich. Clarissa aus dem Taunus heiratet mit Sicherheit nicht Mechaniker Ronny aus Sachsen (der wiederum aus einer Welt kommt, der ich auch nicht angehöre) und hat im zweifelsfall mehr mit der Bankierstochter aus Paris gemein als mit diesem ihrem Landsmann.
Deutschland besteht aus zig "Parallelgesellschaften"! Nur Diktaturen streben eine völlig einförmige Gesellschaft an, und selbst die schaffen das meist nicht.

49 Suryo:

"Clarissa aus dem Taunus heiratet mit Sicherheit nicht Mechaniker Ronny aus Sachsen (der wiederum aus einer Welt kommt, der ich auch nicht angehöre) und hat im zweifelsfall mehr mit der Bankierstochter aus Paris gemein als mit diesem ihrem Landsmann.
Deutschland besteht aus zig "Parallelgesellschaften"! Nur Diktaturen streben eine völlig einförmige Gesellschaft an, und selbst die schaffen das meist nicht."

Die nächste Nebelkerze. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

@ 49 Falsch

Sie möchten den Begriff "Parallelgesellschaften" mit neuem Inhalt füllen und setzen ihn darum gleich mit "Schichten" oder "Klassen". Dadurch möchten Sie die Existenz einer ganz bestimmten Parallelgesellschaft rechtfertigen, die sich unserer Gesellschaft nicht anpassen möchte. Sondern ihre eigene Gesellschaft mit eigenen Gesetzen hier errichten möchte.

Daß die Perpetuierung dieser abgekapselten Existenz den Nachkommen dieser Gruppe in ihrem beruflichen Fortkommen schadet, scheint Sie wenig zu stören. Wichtiger ist anscheinend die Zementierung von Traditionen: männliche Dominanz, Frömmlertum, Nationalismus.

parallelgesellschaften...

wenn ich in manchen vierteln in meiner stadt das deutsche präkariat sehe...dann denke ich mir die brauchen zum einen einen deutschkurz und zum anderen einen arbeitsplatz. so wie babbeln allerdings wird das schwer...

da sieht man mal das religion nichts mit integration zu tun hat...sondern integrationn eher mit ökonomie^^

da unterscheidet sich der zeitarbeitende muslim nicht vom zeitarbeitenden deutschen. und es ist gut das seit relativ kurzer zeit endlich imame an deutschen universitäten ausgebildet werden.

Inkonsequenz der Neuen Rechten

Tolles Argument, Herr Barama. Ich verstehe Sie einfach nicht. Im thread zu den Artamanen fanden Sie es überhaupt nicht schlimm, dass eine Gruppe gewaltbereiter, knallharter nationalsozialisten in Mecklenburg eine eindeutige parallelgesellschaft aufbauen will und die zivilgesellschaft aktiv unterwandert. Ja, Sie verteidigten das auch noch, meinten, dass sei doch alles von der Meinungsfreiheit gedeckt und jeder, der das kritisiere, sei selber Faschist ( mir z.b. warfen Sie vor,ich wolle diese Menschen in ein KZ stecken).
Warum gelten alle diese Ihre Ansichten nicht für die etwa 3 Prozent der deutschen Bevölkerung, die islamisch-religiös sind, wovon wiederum nur ein Bruchteil gewaltbereit sind? Warum nicht?

Sagen sie mir, was daran falsch sein soll

Der Begriff parallelgesellschaften ist meines Wissens nicht definiert, warum sollen nur rechtspopulisten darüber verfügen können?
Natürlich verlaufen die Trennlinien der Gesellschaft nicht in erster linie zwischen ethnischen und religiösen, sondern vor allem milieu- und vermögenstechnischen Grenzen. Ob sie es wollen oder nicht, aber mit einem Muslim ähnlicher Ausbildung und aehnlichen Einkommens haben Sie mehr gemeinsam als mit einem deutschen Adligen oder, sagen wir, einem linksradikalen deutschen Hausbesetzer.
Im übrigen: wenn Sie sich so um parallelgesellschaften, die 'uns' ihren willen aufzwingen wollen, sorgen, dann sind Sie bei den Muslimen eher an der nachrangigen Adresse. Neonazis wollen unsere Demokratie erst recht abschaffend und haben seit der Wiedervereinigung weit über hundert Menschen abgeschlachtet. Das kann man von den angeblich so gewaltbereiten muslimischen " parallelweltlern" beim besten Willen nicht behaupten. Also verbunden Sie Ihre Energie doch nicht hier, sondern setzen sich lieber vor Ort bei einer Initiative gegen rechts ein.
Ich meine, Sie sind doch sicher für Freiheit und Menschenrechte, oder.

@ 73 Oha

Wikipedia ist keine gesicherte Quelle. Der Begriff "Parallelgesellschaft" kommt aus der Soziologie. Mittlerweile ist er durch die Debatte um Migration und Integration Allgemeingut geworden.

Da hat Colombina wohl recht: Sie kämpfen so verbissen gegen diesen Begriff, weil Sie die Existenz muslimischer Parallelgesellschaften verteidigen wollen. Besser wäre es für diese Parallelgesellschaften allerdings, wenn Sie Ihre Energie in Aufklärung dieser bildungsfernen Gruppen stecken würden. "Bildungsfern" ist übrigens ebenfalls kein Kampfbegriff der politischen Rechten.

Ich empfehle Ihnen, viel zu lesen - unterschiedliche Medien und vor allem viel Fachliteratur.

@ 73 Na hören Sie mal -

Haben Sie selbst den Wikipedia-Artikel gelesen? Wenn ja, wieso unterschlagen Sie dann diese ganze Passage?

"Das Wort Parallelgesellschaft wurde Anfang der 1990er Jahre von dem Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer in die Debatte um Migration und Integration eingebracht, wobei das Wort zunächst kaum Beachtung gefunden hat.[1] Im Jahre 1996 wurde es bereits gelegentlich, aber noch zögerlich verwendet.[2] Populär wurde das Wort erst in den Jahren 2003 und 2004.[1]
Nach der Ermordung des islamkritischen Filmemachers Theo van Gogh am 2. November 2004 erfolgten im Lauf des Novembers Anschläge auf eine Koranschule sowie auf Moscheen, islamische Schulen und auch Kirchen in den Niederlanden. In der folgenden öffentlichen Kontroverse wurde zunächst in den Niederlanden, dann im übrigen Europa das Schlagwort „Parallelgesellschaft“ in den Massenmedien popularisiert. Es wurde oft mit der Auffassung kombiniert, dass die multikulturelle Gesellschaft gescheitert sei und die drohende Spaltung der Gesellschaft politisches Handeln erfordere. 2004 wurde das Wort Parallelgesellschaft aufgrund seiner häufigen Verwendung bei den Wörtern des Jahres von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) auf den 2. Platz gewählt. Nach dem Terroranschlag am 7. Juli 2005 in London und den Unruhen in Frankreich 2005 wurde das Wort erneut verstärkt im Diskurs verwendet."

Hier haben Sie ja die Genese und Definition, auf dem Silbertablett serviert! Sie diskutieren höchst unredlich.

Lesen Sie's nochmal...

Ja, ich habe den Artikel gelesen und zwar vor allem unvoreingenommen.

Daß das Wort an sich "popularisiert" wurde, heißt nicht, daß es dafür eine klare, wissenschaftliche Definition gäbe. Das Silbertablett, von dem sie sprechen, steht nicht im Artikel, da steht nur etwas über die Geschichte der Verwendung und die Kritik daran.

Ich "verteidige" nicht die Existenz muslimischer Gesellschaften, ich finde es nur widerwärtig, wie hier zum Teil die Muslime in Bausch und Bogen als "Parallelgesellschaft" abqualifiziert werden, um sie zu dämonisieren. Das Einordnen in eine "Parallelgesellschaft" dient nämlich vor allem dazu, zwischen "denen" und "uns" zu trennen. So konnte dann z.B. die NSU zehn Jahre lang morden und das Ganze wurde dann flapsig "Döner-Morde" genannt. Was ja nichts anderes suggerieren sollte als "Ach, da wird schon irgendwas krummes gelaufen sein bei diesen Muslimen in ihrer Parallelgesellschaft, aber wir haben damit ja nichts zu tun".

Außerdem stört es mich, wenn gleichzeitig die reale Existenz gewaltbereiter, verfassungsfeindlicher Milieus in der biodeutschen Bevölkerung geleugnet und verharmlost wird. Gut sehen konnte man das im Kommerntarbereich zum Artikel "Vati ist ein guter Nazi". Da haben zum Teil dieselben Leute, die sich hier über die bösen Muslime erregen, das explizite Bekenntnis zum Nationalsozialismus und die aktive Abspaltung von der Mehrheitsgesellschaft als als "von der Meinungsfreiheit gedeckt" benannt! Diese Heuchelei kotzt mich an.

@ 77 Silbertablett

"Auf dem Silbertablett serviert" ist eine Redewendung, die in etwa bedeutet: mühelos zu finden. Die Definition können Sie nun mühelos finden.

Daß Muslime hierzulande in Parallelgesellschaften leben, ist keine Dämonisierung, sondern eine Tatsache. Nicht die Deutschen ordnen die Muslime in ihre Parallelgesellschaften ein, das besorgen die Muslime ganz alleine.

Was das mit den sogenannten "Döner-Morden" zu tun hat, bleibt Ihr Geheimnis. Da es in diesem Thread um die Dialogbereitschaft von Imamen geht, liegt die Thematik "Parallelgesellschaft" nahe. Sie wechseln nun zum Thema NSU-Morde und noch weiter zu einem anderen Thread zum Thema Neo-Nazis. Das hat mit unserer Debatte nichts zu tun.

Sie schnallen's nicht

Die Redewendung kenne ich, danke. Die Definition, von der sie sprechen, findet sich nicht im Artikel. Sie müssen den unterschied zwischen einer populären "Definition" und einer wissenschaftlichen Definition verstehen. Beim aktuellen stand der Wissenschaft können Sie z.B. den Begriff nicht in einer soziologischen Debatte anwenden, eben, weil es keine anerkannte Defintion dafür gibt. Die würde z.B. Quantifizierbarkeit, Qualifizierbarkeit usw. beinhalten.

Lustig im übrigen, daß alle "Definitionen" hier sich auf den Islam beziehen. Das allein zeigt doch sehr deutlich in Richtung "Kampfbegriff"!

Im übrigen bleibe ich dabei, daß diejenigen, die sich am meisten über "die Muslime" erregen, die größten Heuchler sind, denn in der Regel verharmlosen sie die viel größere Gefahr von rechts, und der Fall der ungestört mordenden NSU hängt natürlich damit zusammen. Da wurde eine zehnjährige Mordserie ganz automatisch in die "Parallelwelt" abgeschoben und genau deswegen nicht vorher aufgeklärt.

Siebenundneunzig Prozent der Menschen hier sind KEINE Muslime, aber rechtsradikale Ansichten finden bei viel mehr Menschen Beifall. Statistisch gesehen ist zudem absolut erwiesen, daß Nazis weitaus gefährlicher sind. Über hundert Menschen wurden seit 1990 von denen in Deutschland getötet. Vernunftbegabte Menschen richten ihre Prioritäten an der Realität aus, nicht an ihrem Bauchgefühl.