Muslime in DeutschlandDie Islamkonferenz sollte ein würdiges Ende finden

Zu viel Gezanke und Misstrauen: Die Islamkonferenz hat ihren Zweck erfüllt. Die wichtigen Themen könnten andere Gremien besser diskutieren. von 

Islamkonferenz

Die Teilnehmer der Deutschen Islamkonferenz im Umspannwerk im Berliner Bezirk Kreuzberg  |  © Wolfgang Kumm dpa

Na, gehört der Islam nun zu Deutschland? Oder nur die Muslime, ohne ihren Islam? Unionsfraktionschef Volker Kauder musste zum Start der diesjährigen Islamkonferenz unbedingt noch mal in der Wunde kratzen, die Innenminister Hans-Peter Friedrich aufgerissen hatte. Aber ganz ehrlich: Wollen wir das wirklich schon wieder diskutieren? Allein daran erkennt man: Die Islamkonferenz hat sich erledigt. Sie ist kein Forum mehr für offene Diskussionen, sondern eines für Misstrauen und Kleinkrämerei. Übrigens auf beiden Seiten – bei den deutschen Politikern und den Vertretern der Muslime.

Sie war aber deshalb nicht sinnlos. Innenminister Wolfgang Schäuble hat sie im Jahr 2006 gegründet, um ins Gespräch zu kommen mit den deutschen Muslimen. Dieses Signal war überfällig. Das Ziel: Menschen in Deutschland sollten gut miteinander leben, einander besser verstehen, unabhängig davon, welchen Glauben sie haben. Thomas de Maizière hat versucht, den Dialog weiterzuführen. 15 Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie 15 Muslime – Vertreter der Verbände ebenso wie Einzelpersonen – nahmen teil.

Anzeige

Streit gab es gleich auf der zweiten Konferenz, und der riss auch nicht mehr ab. Diese Rangeleien wurden oft beleidigt und kleinkrämerisch geführt, haben aber durchaus einen Zweck erfüllt. Denn endlich wurde auch der Öffentlichkeit klar, dass es die Muslime mit einer zentralen Vertretung nicht gibt. Konservative Verbände, die auf Kopftücher und getrenntem Sportunterricht für Mädchen und Jungen bestanden, saßen neben liberalen Muslimen und Islamkritikern, die die Verbände – und auch den neu gegründeten Koordinationsrat der Muslime – nicht als ihre Vertreter anerkannten.

Außerdem ist viel passiert infolge der Islamkonferenzen. Ganz Konkretes: In manchen Bundesländern wird Islamunterricht eingeführt. Und eher Hintergründiges: Durch diverse Studien wissen wir mehr über das Leben der Muslime in Deutschland.

Der falsche Ort für Terrorprävention

Aber die Islamkonferenz war immer eine Veranstaltung des Innenministeriums und deshalb auch mit einem zweiten klaren Ziel verknüpft: dem der inneren Sicherheit. Das heißt, Muslime wurden immer gleichzeitig unter dem Terrorverdacht betrachtet. Dieser Zwiespalt der Ziele, innere Sicherheit und offener Dialog, wurde durch die Persönlichkeiten von Schäuble und de Maizière gemildert, die ehrlich den Dialog suchten. Doch seit im Jahr 2010 der neue Innenminister Hans-Peter Friedrich den Vorsitz übernommen hat, hat sich der Tenor geändert. Friedrichs Hauptinteresse wurde neulich wieder deutlich, als er eine Studie zu den Lebenswelten muslimischer Jugendlicher mit reißerischer Überschrift exklusiv der Bild -Zeitung übergab . Ihm geht es vor allem um die Terrorprävention. Dazu braucht er diese Konferenz nicht. Auch nicht, um die Salafisten im Blick zu behalten.

Die Themen der Islamkonferenzen aber sind nicht überflüssig geworden. Aktuell geht es darum, was Gleichberechtigung für muslimische Frauen und Mädchen bedeutet. Aber manche Fragen dazu werden viel zu eng gestellt, wenn sie nur im Rahmen des Islam diskutiert werden. Wenn es beispielsweise darum geht, in welchen Fällen und von wem muslimische Mädchen daran gehindert werden, an Schulausflügen oder am Schwimmunterricht teilzunehmen, dann ist das wahrscheinlich nur am Rande ein Problem des Glaubens.

Parvin Sadigh
Parvin Sadigh

Parvin Sadigh ist Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Das Thema passt besser zum ebenfalls 2006 gegründeten Integrationsgipfel von Angela Merkel oder in die Hände der Spezialisten des Bundesamtes für Migration. Denn dort kann man jenseits der Religion fragen nach Familienstrukturen, nach Erziehungsstilen und Bildung. Auch der Integrationsgipfel wird immer wieder als überflüssig gerügt, unter anderem weil er strittige Themen wie die doppelte Staatsbürgerschaft nicht offen zur Diskussion stellt. Aber er hat zuletzt immerhin einen recht konkreten Aktionsplan veröffentlicht, an dem er gemessen werden kann. Er kann viel konkretere Ziele setzen, auch wenn am Ende die Länder den schwarzen Peter haben, mit ihrem Budget nur Teile davon umsetzen zu können.

Es wäre jedenfalls schön, wenn wir uns im kommenden Jahr nicht schon wieder mit der Frage plagen müssten, ob der Islam denn nun zu Deutschland gehört.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ich plädiere dafür, die Kommentarfunktion für diesen Artikel auszuschalten

    Es kommt das Wort "Islam" darin vor...

    Aber falls nicht...

    In dem Film "Das Leben des Brian" von Monty Python provoziert ein einsamer Eremit eine Steinigung, weil er uneinsichtig rumhüpfend "Jehova, Jehova!" schreit.

    Steinigt mich, aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass "der Islam" zu so vielen Ländern und Staaten dieser Erde gehört, wie es das Christentum, das Judentum, der Buddhismus etc auch tut. Glaube kennt keine territorialen Grenzen, und im übrigen, ist er etwas tief persönliches, aus dem die Politik und ein Staat sich raushalten sollten.

    18 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Glaube kennt keine territorialen Grenzen, und im übrigen, ist er etwas tief persönliches, aus dem die Politik und ein Staat sich raushalten sollten."

    Genau das ist der springende Punkt. Wenn einzelne radikale Splittergruppen sich gegen die Gesellschaf wenden muss man diese überwachen und wenn sie Gesetze brechen auch verhaften.
    Aber ansonsten ist es schon bitter das immer unter diesen Artikeln die meisten Kommentare stehen.

    Desto gebildeter eine Gesellschaft desto weniger spielt Religion eine Rolle in der Politik. Das hat die Vergangenheit gezeigt und diese Aussage Kauders zeigt nur sein beschränktes Weltbild das er glaubt für zukünftige Wähler würde so etwas eine Rolle spielen.
    Worte sind Wind. Ob er meint der Islam gehört zu Deutschland oder nicht ist doch egal. Ich habe nur die Befürchtung das viele diese Aussage so interpretieren möchten das es dann ok ist Muslime schlechter zu behandeln als Christen. Schließlich gehören sie ja nicht zu Deutschland. Das ist schäbig. Wieso hat er das nicht gesagt als die NSU Mordserie hochgekommen ist? Das wär doch mutig gewesen. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Also haben auch keine Deutschen die türkischen Einzelhändler hingerichtet sondern radikalislamische Osmanengangster.

    So setzen sich nämlich solche Spalteräußerungen im gesellschaftlichen Gedächtnis fest.

    Entfernt. Verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Ich zitiere:

    >> Es kommt das Wort "Islam" darin vor...

    Aber falls nicht...
    ...
    Steinigt mich, aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass "der Islam" zu so vielen Ländern und Staaten dieser Erde gehört, wie es das Christentum, das Judentum, der Buddhismus etc auch tut. Glaube kennt keine territorialen Grenzen, und im übrigen, ist er etwas tief persönliches, aus dem die Politik und ein Staat sich raushalten sollten.<<

    Du weißt schon, wie der Islam funktioniert oder??? Wenn nicht, mach dich mal schlau, denn die Scharia, das Gesetz des Islam, hat den Glauben, die Legislative und die Exekutive IN EINER HAND !!! Also, wenn du meinst, die Politik und der Staat sollten sich raus halten, dann bist DU gegen den Islam ... informier dich mal, bevor du was los lässt und offensichtlich keine Ahnung hast, wovon du redest ...

  2. gehört nicht zu Deutschland, auch wenns es der ehemalige Bundespräsident populistisch "in die Welt geschrien hat".
    Für mich ist das so, da ich grundsätzlich gegen
    Religionen bin.

    31 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • GDH
    • 19. April 2012 15:40 Uhr

    Man braucht nicht provozierend zu formulieren "Der Islam gehört nicht zu Deutschland".

    Eine sinnvolle säkulare Formulierung wäre aus meiner Sicht:
    "Der Islam gehört zu Deutschland genauso wie Kaninchenzucht, Christentum, Heavy Metall, Bratkartoffeln und Segelfliegen. Das sind Dinge, mit denen sich manche Leute in diesem Land beschäftigen und in diesem Sinne gehört das zu unserem Land.".

  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur dann an der Diskussion, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag leisten wollen. Die Redaktion/ds

  4. Letzendlich werden die knapp 5 Millionen Muslime nicht aus Deutschland verschwinden.
    Jede Religion hat die selbe Toleranz in einer freiheitlichen Demokratie verdient. Auch wenn sie diskriminiernd gegenüber Frauen ist siehe Katholizismus.
    Die gesellschaftliche Entwicklung das sich Menschen immer mehr von der Religion abwenden ist sowieso nicht auf zu halten. Die Islamdebatte wird doch nur so hoch gehalten um eine Rechristianisierung der Bevölkerung und des öffentlichen Diskurses zu erreichen.
    Religion stirbt aus. Desto weiter entwickelt ein Land desto weniger Religiöse Menschen gibt es.

    Das macht den Heerschenden Angst, schließlich wählen 50% der Wähler nur die Union wegen dem großen C nicht wegen Inhalten. Deshalb wird ein radikalislamischer Popanz aufgebaut da mit die Menschen denken , hach wie toll ist doch das Christentum . In einer Multikulturellen Gesellschaft die wir hier bald in vollem Umfang haben werden sobald die EU auch eine Regierung stellt darf Religion keine zentrale Rolle spielen. Sie muss frei praktizierbar sein, aber im öffentlichen und politischen Diskurs hat sie nichts zu suchen.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gut formuliert. Das Christentum ist scheinheilig zu einer Anti-Bewegung verkommen mit dem Islam als Projektionsfläche, ohne Inhalte oder sonstige Werte. Auch das Wort "jüdisch-christlich" wird gerne populistisch genutzt, um dem Islam etwas entgegenzuhalten - entgegen historischer Erfahrungen.

    Wie viele darauf reinfallen sehen wir an den noch viel zu hohen Umfragewerten für die CDU.

    • fse69
    • 19. April 2012 15:54 Uhr

    "...Die Islamdebatte wird doch nur so hoch gehalten um eine Rechristianisierung der Bevölkerung und des öffentlichen Diskurses zu erreichen. Religion stirbt aus. Desto weiter entwickelt ein Land desto weniger Religiöse Menschen gibt es...."

    Die Islamdebatte wird heute auch von areligiösen Kreisen geführt, die im Namen von Humanismus und Aufklärung - oder was sie dafür halten - eine neue Form eines totalitär angehauchten Gesinnungskonformismus einfordern. Wenn ein Günther Wallraff sein Verdikt über die Integrationsfähigkeit einer muslimischen Gemeinde von der Frage abhängig macht, ob diese bereit sei, eine Lesung von Rushdies "Satanischen Versen" in ihrer Moschee zu tolerieren, hat das herzlich wenig mit einem Wunsch nach Rechristianisierung zu tun. Ebenso wenig hat eine Alice Schwarzer die Rechristianisierung im Kopf, wenn sie was von Kopftüchern als "Hakenkreuzflaggen" fabuliert.

    Da stimme ich Ihnen vollkommen zu - ich darf jede Religion haben, die ich haben möchte. Nur leider ist es ein wenig naiv, zu glauben, dass sich bei einigen Kulturen - dort ist der wesentliche Unterschied - Religion und Politik,Bildung etc. so einfach trennen ließen. Das ist bei uns so, aber bei vielen Menschen durchzieht die Religion das ganze Leben. Also: Denken Sie wirklich, dass in diesem Sinne jede Religion die gleiche Toleranz verdient, auch wenn Diskriminierung z.B. das GESAMTE Leben prägt? Ich denke, dann würden wir uns soziokulturell rückwärts bewegen...

    ist die große Hoffnung, dass die Gesellschaft allgemein von der religiösen Umklammerung noch weiter befreit wird. Noch immer ist im GG die religiöse Dominanz verankert: vor Gott - und den Menschen.

    Die Anhänger dieser Ideologie ermorden weltweit Abweichler in den eigenen Reihen. In Madrid, Bombay, Djerba, Bali, London, New York, Toulouse, ... schlachten sie massenhaft Ungläubige ab. In bestem Deutsch bejublen sie die Toten der Loveparade und sind beleidigt, wenn in Berichten über Steinigungen das Alter des verurteilten Vergewaltigungsopfers im Spiegel falsch berichtet wird.

    Diese Ideologie gehört nicht nach Deutschland - nicht noch einmal. Nationalsozialismus nein, Deutsche ja, Islam nein, friedliche und tolerante Zuwanderer ja.

  5. 5. [...]

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen und verständlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/ag

    • pestei
    • 19. April 2012 15:39 Uhr

    Gut gemeinter Rat: Das Foto würde ich austauschen.

    "Das heißt, Muslime wurden immer gleichzeitig unter dem Terrorverdacht betrachtet."

    Das hat seine Gründe. Die Islamkonferenz wurde u.a. als Antwort auf den islamistischen Terrors ins Leben gerufen als Appeasement-Maßnahme. Islamistischer Terror hat seine Wurzeln in radikalisierten islamischen Zirkeln.

    20 Leserempfehlungen
  6. Ich ärgere mich immer über diese political correctness im Zuge dieses Themas. Ich möchte niemanden an seinem Glauben hindern und es ist mir egal ob er Jesus verehrt oder Mohammed oder das fliegende Spaghetti-Monster.

    Ich will aber nicht, dass auf der Straße Korane verteilt werden und ich zwingend diese Religion als Teil unser Kultur anerkennen muss. Ich kann das nicht mal begründen, muss ich auch nicht. Genauso wenig kann ich begründen, warum ich keine Tomaten mag. Mir gefällt die islamische Kultur einfach nicht.

    Ich finde Missionierung gehört einfach nicht in unsere Zeit und die Sonntagmorgen Zeugen Jehovas sind mir schon zu viel. Da brauch ich keine radikalen Salafisten auf der Straße. Also bitte Missionierungen jeglicher Art verbieten.

    Was mich aber am meisten stört ist die Ungleichheit. Von unserer christlich geprägten Kultur wird absolute Toleranz eingefordert, schweinefleischfreie Tage an Schulen und kopftuchtragende Lehrerinnen. Das ist aber nach meiner Meinung zu viel des Guten!

    Ich gehe doch auch nicht nach Saudi-Arabien und renne mit Bier und Bratwurst in der Hand durch Riad und predige wie toll doch Schweinefleisch und Alkohol ist und verlange Toleranz.

    Wer sich entscheidet seinen Kulturraum zu verlassen, der hat das Recht seine Kultur sich zu bewahren aber nicht diese den Anderen aufzuzwingen!

    Die Moslems können gerne zu Deutschland gehören, ihre Religionsfreiheit ist zu respektieren; der Islam gehört nicht zu Deutschland, er ist nicht zu unterstützen.

    46 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • GDH
    • 19. April 2012 15:51 Uhr

    "Ich finde Missionierung gehört einfach nicht in unsere Zeit und die Sonntagmorgen Zeugen Jehovas sind mir schon zu viel. Da brauch ich keine radikalen Salafisten auf der Straße. Also bitte Missionierungen jeglicher Art verbieten."

    Das wird schwierig mit der Meinungsfreiheit. Ich nehme mir als Atheist auch das Recht raus, Leuten, die ihre Religion raushängen lassen, zu sagen, was ich davon halte. Offene Diskussionen muss niemand fürchten. Wer missionieren geht und dann beleidigt ist, wenn die Angesprochenen mit deutlichen Worten erkären, warum sie ganz sicher nicht zur gewünschten Religion konvertieren werden, ist selbst schuld.

    "Was mich aber am meisten stört ist die Ungleichheit. Von unserer christlich geprägten Kultur wird absolute Toleranz eingefordert, schweinefleischfreie Tage an Schulen und kopftuchtragende Lehrerinnen. Das ist aber nach meiner Meinung zu viel des Guten!

    In meiner Firmenkantine gibt's auch schonmal einen völlig fleischfreien Tag. Da sind neben den Moslems (Hindus essen kein Rind, oder?) auch gleich die Vegetarier zufrieden. Wo ist das Problem? Ein buntes Durcheinander tut niemandem weh, mit Ausnahme von Extremisten.

    In meinem Alltag sind aufdringliche Christen ein größeres Ärgernis. Zugegebenermaßen muss das nicht daran liegen, dass Christen schlimmer sind, sondern kommt vielleicht daher, dass es von denen mehr gibt und die sich schon länger hier (vor allem in öffentlichen Institutionen) eingenistet haben.

    "Ich will aber nicht, dass auf der Straße Korane verteilt werden und ich zwingend diese Religion als Teil unser Kultur anerkennen muss."

    Man kann doch nicht so beschränkt sein. Niemand wird doch gezwungen das Buch mit zu nehmen. Es ist eine deutsche Übersetzung eines deutschen Verlages die völlig korrekt ist und nicht auf dem Index steht.
    Mit welchem Recht nehmen sie sich raus zu fordern, das Menschen die andere Überzeungungen haben als sie nicht ihre Meinung äußern dürfen?

    Diese ganzen Talking Points Saudi Arabien, Bier und Bratwurst haben nicht mal BILD Niveau.

    Wenn sie sich mit einer absolutistischen Monarchie in einem Gottestaat vergleichen wollen muss man wirklich an ihrem Intellekt zweifeln. Wollen sie auch in einem Saudi Arabien für Christen leben wo Homsexuelle hingerichtet werden? ISt in der Bibel auch als Todsünde vermerkt.

    Unser Land ist so weit fortgeschritten weil wir eine offene Gesellschaft haben. So sind nicht nur sie glücklich sondern auch andere die nicht ihre Einstellungen teilen.

    Ich entscheide über mein Verhalten. Wenn sie radikaler Verfechter des Christentums hier in D sein wollen lade ich sie herzlich ein ihr Leben zu verschwenden.
    Ich bin mir sicher davon ausgehen zu können, das Innenminister Friedrich eher seinen eigenen Vornamen vergisst als die Überwachung der Radikalen Muslime in Deutschland.

    • GDH
    • 19. April 2012 15:55 Uhr

    Meines Wissens sind im Christentum weder Kopftücher noch schweinefleischfreie Tage verboten. Toleranz würde aus meine Sicht eher bedeuten, wenn man schon staatliche Gelder für den Betrieb von Bildungseinrichtungen nimmt, auch Leute unabhängig von ihrer Religion einzustellen.

    "Ich finde Missionierung gehört einfach nicht in unsere Zeit und die Sonntagmorgen Zeugen Jehovas sind mir schon zu viel."

    Zahlen Sie Kirchensteuer? Die wird nämlich teilweise für Missionierungsarbeit in anderen Ländern genutzt. Der Papst hat die deutsche katholische Kirche sogar dafür gerügt, weil sie zu wenig Missionsarbeit leistet und sich zu sehr um die Versorgung der Menschen mit dem nötigsten an Nahrungsmitteln und Kleidung kümmert.

    "Ich kann das nicht mal begründen, muss ich auch nicht."

    Wenn Sie Ihre Aussage nicht begründen können, ist sie wertlos. Lesen Sie mal Kant dazu.

    "Was mich aber am meisten stört ist die Ungleichheit. Von unserer christlich geprägten Kultur wird absolute Toleranz eingefordert"

    Bei allem Verständnis für Ihren Ärger: Sie können doch nicht Intoleranz damit legitimieren, dass andere auch intolerant sind. Natürlich ist es wünschenswert, dass sich andere Länder öffnen und toleranter werden. Die CDU/CSU tut dafür übrigens ziemlich wenig, denn sie unterstützt intolerante Regime wie Saudi-Arabien und liefert ihnen sogar noch 200 Panzer. Schon irgendwie scheinheilig, sich über die von Saudi-Arabien finanzierte Koranverteilung zu echauffieren und gleichzeitig die Aufrüstung dieses radikalsten aller islamischen Staaten zu unterstützen.

    • FranL.
    • 19. April 2012 22:35 Uhr

    Ich gehe doch auch nicht nach Saudi-Arabien und renne mit Bier und Bratwurst in der Hand durch Riad und predige wie toll doch Schweinefleisch und Alkohol ist und verlange Toleranz.

    Das könnten Sie versuchen, aber dann würden Sie feststellen, daß es mit der Toleranz der Moslems in einem muslimischen Staat nicht so weit her ist. Versuchen Sie mal in Saudi-Arabien Bibeln zu verteilen! Oder versuchen Sie mal, in Gegenwart eines Moslems den Koran als Altpapier zu verwerten, könnte lebensgefährlich werden, hat man ja jüngst in Afghanistan erlebt!

    So intolerant sind wir Nichtmuslime in Deutschland wohl doch nicht, denn über die Koranverteilungsaktion wurde zwar debattiert, aber verboten wurde sie nicht. Dafür wurden Journalisten, die ein bißchen zu kritisch über die Salafisten berichteten, bedroht.

    Übrigens, warum werden in Deutschland Juden, Buddhisten oder Hindus diskriminiert? Warum nicht mal eine Buddhistenkonferenz, oder Atheistenkonferenz?

    • Lieps
    • 19. April 2012 23:39 Uhr

    hervorragender Kommentar. 28 Leserempfehlungen und mein ausdrückliches Danke. Sie haben alles gesagt.

    Lieps
    Preußischer Diplomat

    • CoMiMo
    • 20. April 2012 10:47 Uhr

    "[...]und ich zwingend diese Religion als Teil unser Kultur anerkennen muss.[...]"

    Benutzen Sie Regenschirme?
    Schlafen Sie auf einer Matratze?
    Rechnen Sie mit Zahlen?
    Gehen Sie zum Arzt?

    Was hat das mit dem Islam und unserer Kultur zu tun?
    Alles!
    Vieles, was wir heute als UNSERE Kultur ansehen, haben einst die Muslime zu uns nach Europa gebracht.

    Kennen Sie die alten griechischen Denker?
    Die Trödien?
    Die Griechischen Mythen?

    Was hat das mit dem Islam zu tun und mit unserer Gesellschaft?

    Dank des Islam haben wir diesen Teil UNSERER Geschichte erhalten, denn das Christentum hat die alten Denker verteufelt und ihre Werke als teuflisch verbrannt.

    Als der Islam anfing mit der christlichen europäischen Welt Handel zu treiben, gab es einen großen Kulturaustausch wie schon zu der Zeit VOR den monotheistischen Religionen.

    Diesen Kulturaustausch haben selbst die damaligen Kriege nicht verhindert.

    Teile UNSERER christlichen Kultur sind also Teile der islamischen Kultur (und umgekehrt).

    Warum also haben viele Europäer Probleme damit den Islam als einen Teil des ganzen zu sehen?

    • GDH
    • 19. April 2012 15:40 Uhr

    Man braucht nicht provozierend zu formulieren "Der Islam gehört nicht zu Deutschland".

    Eine sinnvolle säkulare Formulierung wäre aus meiner Sicht:
    "Der Islam gehört zu Deutschland genauso wie Kaninchenzucht, Christentum, Heavy Metall, Bratkartoffeln und Segelfliegen. Das sind Dinge, mit denen sich manche Leute in diesem Land beschäftigen und in diesem Sinne gehört das zu unserem Land.".

    11 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Der Islam"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wieso gab es die Islamkonferenz eigentlich, welchen Zweck sollte sie erfüllen und warum muß jetzt plötzlich ein würdiges Ende gefunden werden?
    Da passt doch irgendwas nicht (zusammen). War es am Ende gar eine Islam-Reformationskonferenz? Würde mich nicht wundern.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Wolfgang Schäuble | Angela Merkel | Hans-Peter Friedrich | Volker Kauder | Forum | Glaube
Service