Der britische Medienunternehmer Rupert Murdoch hat schwere persönliche Fehler im Umgang mit dem Abhörskandal in seinem Verlag News International zugegeben. Murdoch musste den zweiten Tag in Folge auf Fragen eines richterlichen Untersuchungsausschusses antworten. Den Ausschuss hatte die britische Regierung eingesetzt, um nach der Abhöraffäre die Regeln zur Einhaltung ethischer Grundsätze in den Medien neu zu schreiben.

"Ich muss auch sagen, ich habe versagt, und das tut mir leid", sagte Murdoch. Die Abhörpraktiken bei der inzwischen eingestellten Zeitung News of the World seien ihm nicht bekannt gewesen. Er hätte sich mehr kümmern sollen, räumte er ein. Spätestens nach der Entlassung eines inhaftierten News-of-the-World -Reporters hätte er diesen befragen müssen und nicht weiter von einem Einzelfall ausgehen dürfen. Murdoch äußerte Bedauern für die von den Abhörmethoden Betroffenen und deren Familien.

Namen will er nicht nennen

Der 81-jährige Unternehmer sagte, dass er daran gescheitert sei, früher eine gründliche Untersuchung zu fordern, als die Abhörpraktiken offensichtlich geworden seien. Ein oder zwei "hochrangige" Mitarbeiter seines Medienkonzerns News Corp. hätten die Abhörpraktiken verheimlicht. Er werde die Namen der Mitarbeiter, an die er denke, nicht nennen, weil sie festgenommen werden könnten. Einer der Mitarbeiter sei "lange, lange, lange Jahre" bei der News of the World sowie ein Vertrauter und Trinkkumpan von betroffenen Journalisten gewesen. Es handle sich dabei um einen "klugen Anwalt".

Kurze Zeit später meldete sich der ehemalige Hausjurist der Zeitung, Tom Crone, zu Wort: Murdoch könne seine Äußerungen nur auf ihn bezogen haben. Dass er jedoch für eine Verschleierung verantwortlich gemacht werde, sei eine beschämende Lüge. Auch sei nicht wahr, dass er die Konzernleitung falsch informiert habe, sagte Crone.

Journalisten der Boulevardzeitung hatten die Handy-Mailboxen von Prominenten, Verbrechensopfern und Angehörigen getöteter Soldaten abgehört . Mehrere Journalisten und Manager, darunter Verlagschefin Rebekah Brooks , wurden entlassen. Gegen sie und andere wird auch strafrechtlich ermittelt. Hinzu kam eine Affäre bei Murdochs Zeitung The Sun . Reporter des Blattes stehen im Verdacht, Polizisten und andere Beamte bestochen zu haben.

Cameron steht weiter in der Kritik