In Nigeria sind bei einem Anschlag auf einen Gottesdienst zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Nach Augenzeugenberichten griffen Unbekannte zwei Freiluft-Gottesdienste an einer Universität in Kano im Norden des Landes an. Sie zündeten Sprengsätze und schossen auf die Flüchtenden.

Augenzeugen sagten, die Angreifer seien in einem Auto und mit Motorrädern gekommen, hätten das Feuer eröffnet und Sprengsätze geworfen. Anschließend hätten sie die fliehenden Gottesdienstbesucher verfolgt und niedergeschossen. Es soll zwischen 15 und 20 Tote gegeben haben, diese sind christliche Studenten.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die islamistische Sekte Boko Haram hatte in der Vergangenheit ähnliche Angriffe verübt. In Nigeria kämpft Boko Haram für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Behörden und Kirchen.

In Kano, der größten Stadt Nord-Nigerias, kamen im Januar 185 Menschen bei einer Anschlagsserie ums Leben. Zu dieser Serie bekannte sich Boko Haram. Am vergangenen Donnerstag wurden bei Anschlägen auf Zeitungsredaktionen in der Hauptstadt Abuja und der nördlichen Stadt Kaduna neun Menschen getötet.

Granate explodiert in kenianischer Kirche

Auch in Kenia wurden unterdessen bei einem Anschlag auf eine Kirche ein Mensch getötet und 15 weitere verletzt. Nach Polizeiangaben warf ein Attentäter während der Messe eine Granate. Bereits Ende März waren bei einem Granatenangriff auf Gläubige vor einer Kirche an der kenianischen Küste ein Mensch getötet und 15 weitere verletzt worden.

Kenia hatte im vergangenen Oktober Truppen über die Grenze in das benachbarte Somalia geschickt, um gegen die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz vorzugehen , nachdem mehrere Ausländer in Kenia entführt und nach Somalia verschleppt worden waren. Die Al-Shabaab-Miliz drohte mit Vergeltung. Sie kontrolliert große Teile des Zentrums und Südens des bürgerkriegsgeplagten Somalias.