Anders Behring Breivik im Osloer Gerichtssaal © Fabrizio Bensch/Reuters

Der als Massenmörder angeklagte Anders Behring Breivik hatte nach eigenen Angaben mehrere weitere Terrorziele in der engeren Wahl. Der erste Plan sei gewesen, drei Autobomben zu bauen, sagte Breivik vor Gericht .

Ein Ziel sollte das Hauptquartier der Arbeiterpartei sein. Das weitere Ziel sei noch unklar gewesen, in Erwägung gezogen habe er unter anderem den Sitz der Zeitung Aftenposten , das Parlament, das Rathaus oder das königliche Schloss, sagte Breivik weiter. Wichtig sei ihm aber gewesen, der königlichen Familie keinen Schaden zuzufügen. "Ich bin Anhänger der Monarchie."

"Das Ziel war, alle zu töten"

Breivik sagte aus, er habe es  nicht geschafft, mehr als eine Bombe zu bauen. Daher habe er eines der Ziele auswählen müssen. Bei der Explosion im Osloer Regierungsviertel waren acht Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt.

Zusätzlich zum Bombenanschlag habe er sich für ein Massaker entschieden, sagte Breivik. Ursprünglich wollte er die internationale Journalisten-Konferenz Skup angreifen, das sei aber aus Zeitgründen nicht möglich gewesen. Das Ferienlager der sozialdemokratischen Jugend auf Utøya sei das nächstbeste Ziel gewesen.

Breivik äußerte sich vor Gericht zu seinen Plänen zum Anschlag auf der Fjordinsel. "Das Ziel war nicht, 69 Menschen zu töten, das Ziel war, alle zu töten." Er habe eigentlich die einstige sozialdemokratische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland töten wollen. Zudem habe er den Chef der sozialdemokratischen Jugend, Eskil Pedersen, im Visier gehabt. Den Rest der Jugendlichen habe er in Angst versetzen wollen. "Ich habe damit gerechnet, dass sie im Wasser ertrinken."

Vorbereitung seit 2006

Er habe sich seit dem Jahr 2006 auf die Anschläge vorbereitet, sagte Breivik auf Fragen der Staatsanwaltschaft aus. Er sei damals im Alter von 27 Jahren zu seiner Mutter zurückgekehrt, um sich ganz seinen Plänen zu widmen. Unter anderem habe er ein Jahr lang täglich 16 bis 17 Stunden lang das Computerspiel World of Warcraft sowie in geringerem Ausmaß den Ego-Shooter Modern Warfare gespielt.

Darüber hinaus habe er für den Anschlag in einem Schießclub trainiert und sich echte Waffen besorgt. Seit damals habe er gewusst, dass es eines Tages zu einer "Selbstmord-Operation" kommen werde, sagte Breivik an seinem vierten Prozesstag weiter.

Bei den Anschlägen im Sommer 2011 waren insgesamt 77 Menschen ums Leben gekommen. Breivik muss sich seit Montag vor Gericht dafür verantworten.