Niederlande: Ein Toter nach Zugunglück in Amsterdam
Aus noch ungeklärten Gründen sind in Amsterdam zwei Züge aufeinandergeprallt. Mehr als 100 Menschen erlitten Verletzungen, eine Frau starb.
Durch einen Frontalzusammenstoß von zwei Zügen im Zentrum von Amsterdam sind am Samstagabend 125 Menschen verletzt worden. Anderen Angaben zufolge gab es 136 Verletzte. Einem Sprecher der niederländischen Bahn zufolge stießen ein Schnellzug und ein doppelstöckiger Regionalzug unweit des Bahnhofs von Amsterdam-Sloterdijk aus zunächst unbekannten Gründen zusammen. Keiner der Züge stürzte um.
Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, 13 Menschen seien sehr schwer, 43 ernsthaft verletzt worden. Sie hätten vor allem Knochenbrüche und Prellungen erlitten, sagte ein Sprecher der Bahngesellschaft. Eine 68-jährige Frau sei am Sonntag ihren Verletzungen erlegen, teilte die Stadt Amsterdam mit. Die Zahl der Verletzten ist der Feuerwehr und Polizei zufolge so hoch, weil viele Passagiere zum Unglückszeitpunkt gestanden hätten oder noch auf der Suche nach einem Sitzplatz gewesen wären. Innerhalb von wenigen Minuten seien die ersten Rettungskräfte an der Unfallstelle gewesen, berichteten Augenzeugen der niederländischen Nachrichtenagentur ANP.
Sanitäter versorgten die Verletzten vor Ort, bevor diese in Krankenhäuser gebracht wurden. Feuerwehrsprecherin Elke van den Hout sagte, einige Passagiere hätten aus den Waggons gerettet werden müssen. Laut Polizeisprecher Ed Kraszewski waren bis zum späten Abend alle Passagiere gerettet.
Vor allem Passagiere des Regionalzugs verletzt
Die meisten Verletzten sollen Passagiere des Regionalzugs sein, der auf dem Weg vom Hauptbahnhof in das nahe gelegene Uitgeest war. Die Fahrt dauert normalerweise 28 Minuten. Nach Augenzeugenberichten waren die Züge beim Zusammenprall etwa 50 Stundenkilometer schnell, wie der niederländische Sender NOS meldete.
Die Züge waren bei der Kollision nicht umgekippt. Das Unglück geschah auf einer Brücke über einem Kanal, was die Rettungsarbeiten erschwerte. Einer der Lokführer befindet sich Medienberichten zufolge unter den Schwerverletzten und ist nicht ansprechbar. Der Fahrer des anderen Zuges wurde leicht verletzt, hieß es.
Die Stadtverwaltung richtete eine Telefonhotline für Angehörige ein. Die beschädigte Lokomotive des Regionalzugs wurde bereits abtransportiert. Die Arbeiten am Wrack des Intercity dauerten noch an.
Wegen des Unfalls lag der gesamte Bahnverkehr im Westen von Amsterdam still. Die Verbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem Flughafen Schiphol ist komplett unterbrochen, teilte ein Sprecher der Bahn mit.







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Bei aller Betroffenheit: Zu beachten ist, wie gut sich die neuen europäischen Crash-Normen bewährt haben. Die Führerstände blieben intakt, und bilden den Überlebensraum für die Lokführer. Die Wagen schoben sich nicht ineinander, sondern blieben in der Spur. Am Doppelstockzug sieht man gut, wie die Stossverzehr-Bereiche an den Wagenenden wirkten. Ein Bravo an die Ingenieure! Wie ein derartiger Unfall früher ausgegangen wäre, sieht man am Clapham Junction Unfall (London 1988).
Die Holländer waren weitsichtig und haben die Crash-Normen seit einigen Jahren eingeführt. Im regelhörigen Deutschland hingegen beschaffte man so lang wie möglich Züge nach alter Norm.
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