Zum Höhepunkt der Blockupy-Proteste haben sich in Frankfurt am Main laut Polizei mehr als 20.000 Menschen zu einer Demonstration versammelt. Ihr Protest richtet sich gegen die europäische Sparpolitik und die Macht der Banken. Nach einer Kundgebung in der Nähe des Hauptbahnhofs wollen die Teilnehmer zu einem Protestmarsch bis ins Bankenviertel aufbrechen.

Der Demonstrationszug geht am Main entlang über den Opernplatz in Richtung Taunus- und Gallusanlage, wo die Abschlusskundgebung in Sichtweite der Europäischen Zentralbank (EZB) stattfindet. Dort wird den Veranstaltern zufolge unter anderem die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei , Sahra Wagenknecht , sprechen.

Die Stimmung sei weitgehend friedlich, bislang habe es nur am Rand "kleinere Scharmützel" gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Aus Furcht vor Krawallen hatte die Polizei auch Teile der Innenstadt sowie zwei U- und S-Bahn-Stationen gesperrt. Insgesamt sind über die Tage etwa 5.000 Beamte im Einsatz.

Alle anderen Protestveranstaltungen verboten

Am Samstag kontrollierte die Polizei bereits bei der Anreise viele Demonstranten in Zügen und auf Autobahnen. Während der Vorkontrollen habe es bereits zehn Festnahmen gegeben, bei denen Sturmhauben und Schlaginstrumente sichergestellt worden seien.

Unter dem Namen Blockupy protestieren rund 40 Organisationen seit Mittwoch in der Frankfurter Innenstadt. Unterstützt wird die Bewegung unter anderem von Occupy , den Gewerkschaften, vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac und von linken Initiativen und Parteien. Das Ordnungsamt hat bis auf den heutigen Demonstrationszug sämtliche Veranstaltungen wie Mahnwachen, Blockaden und Demonstrationen verboten und dies mit massiven Sicherheitsbedenken begründet.

"Nach den ausdauernden Versuchen der Behörden, Frankfurt zur demonstrationsfreien Zone zu erklären, ist das ein weiterer großer Erfolg der Blockupy-Aktionstage", sagte der Blockupy-Vertreter Werner Rätz.

Trotz des Demonstrationsverbots hatten die Aktivisten auch in den vergangenen Tagen immer wieder protestiert und Straßen blockiert . Nach Angaben der Polizei waren die Aktionen überwiegend friedlich verlaufen. Die Beamten nahmen aber mehr als 600 Aktivisten vorübergehend in Gewahrsam, weil sie das Demonstrationsverbot missachtet hatten.