Leben mit Rassismus:
Orte, an denen Grausames geschah

10.12.2010, Berlin-Mitte. Ein 30-jähriger Mann wird kurz vor Mitternacht am Alexanderplatz von einem 23-jährigen und einem 21-jährigen Mann rassistisch beleidigt, zu Boden gedrückt und mit der Faust geschlagen. | © Fotos: Sabine Schründer für ZEIT ONLINE
Straßenecken, Unterführungen und Parks: Die Beratungsstelle Reachout hat auf einer Karte von Berlin die Orte markiert, an denen Menschen Opfer rassistischer Überfälle geworden sind. Was dort geschehen ist und wann, steht in Zeitungs- oder Polizeiberichten. Sabine Schründer hat an diesen Tatorten fotografiert – zu der Tageszeit, an der die Angriffe stattfanden. Was auf den ersten Blick banal scheint, wird zu einem bedrohlichen Raum.
- Datum 23.05.2012 - 07:46 Uhr
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Ich habe selten eine so unnötige Bilderserie gesehen. Klar, die Fälle dahinter darf man nicht unter den Teppich kehren, allerdings kann jeder dämliche Markplatz, jede U-Bahn-Station und vermutlich auch jede Parkbank in Deutschland Schauplatz rassistischer (und sonstiger) Verbrechen werden, und von davon brauche ich keine Bilder.
Was ich allerdings begrüßen würde wäre ein längerer Beitrag zum zweiten Fall, da steht die Polizei ja in einem sehr zweifelhaften Licht, man könnte auch sagen sie ist auf dem rechten Auge blind.
Schade finde ich auch, dass nur an einer Stelle (Nr. 12) auch mal Passanten dem Opfer zur Hilfe eilen. Sicher gibt es hier nun zu wenige Informationen um zu beurteilen ob das in den anderen Situationen möglich gewesen wäre, aber es passt zum üblichen Bild, dass es mit der Zivilcourage in Deutschland immer noch übel aussieht.
Doch das nenne ich pragmatisch! Wer braucht schon Kunst? Oder den Versuch, anders als über Worte und logische Aussagen zu verstehen? Wo es doch nur um Fakten geht. Fakten mit denen man jeden ideologisch Verblendeten sicher "umerziehen" kann, wenn sie nur rational und logisch genug vorgetragen werden. Anders Behring Breivik, der so genannte NSU und alle möglichen anderen Fanatiker werden sich doch auf Dauer vernünftigen Argumenten nicht verschließen.
Vor allem die Idee, dass man Marktplätze, U-Bahnstationen und was es sonst an dämlichen, öffentlichen Einrichtungen geben mag auch so gestalten könnte, dass sie die Menschen eher friedlich und offen füreinander machen. Das man mit der Gestaltung der Städte Einfluss auf die Psyche nehmen kann. -Alles Quatsch und den Hirnen irgendwelcher Menschen entsprungen die sich mit völlig überflüssigem Zeugs auseinander setzen.
Doch das nenne ich pragmatisch! Wer braucht schon Kunst? Oder den Versuch, anders als über Worte und logische Aussagen zu verstehen? Wo es doch nur um Fakten geht. Fakten mit denen man jeden ideologisch Verblendeten sicher "umerziehen" kann, wenn sie nur rational und logisch genug vorgetragen werden. Anders Behring Breivik, der so genannte NSU und alle möglichen anderen Fanatiker werden sich doch auf Dauer vernünftigen Argumenten nicht verschließen.
Vor allem die Idee, dass man Marktplätze, U-Bahnstationen und was es sonst an dämlichen, öffentlichen Einrichtungen geben mag auch so gestalten könnte, dass sie die Menschen eher friedlich und offen füreinander machen. Das man mit der Gestaltung der Städte Einfluss auf die Psyche nehmen kann. -Alles Quatsch und den Hirnen irgendwelcher Menschen entsprungen die sich mit völlig überflüssigem Zeugs auseinander setzen.
Tut mir leid, Frau Schründer....
Aus wenn Sie versuchen durch eine Kurzbeschreibung der Taten die Bilder mit "Leben" zu füllen.
Mit diesen Kurzmeldungen kann ich in der Regel nicht viel mit anfangen, betrifft aber alle Zeitungen und Statistiken. Hinter jeder dieser Taten steckt leider eine Geschichte, wenn ich Gesichter - Opfer und Täter - dazu sehe, die Hintergünde kenne, etwas über das Umfeld erfahre, kann ich mir ein Bild dazu machen und das entsprechend verurteilen und beurteilen.
Beklemmung bekomme ich so nicht, an diesen Orten hätten auch über die Jahre ganz andere Geschichten passieren können. Auch schöne ...
Es sei denn Sie hätten z.B. Bilder der Täter daneben gestellt, wenn da z.B. ein Glatzkopf gewesen wäre, also ein nach aussen sichtbarer "Rassist", hätte ich weniger Angst als wenn dort Bilder von Tätern, die Aussehen wie Du und ich, gewesen wären.
Ansonsten bleibe ich beim Betrachten dieser schönen Orte bei meiner These, das wir hier über soziale Probleme reden, die leider oft genug die Grundlage für diese Auswüchse bilden.
Übrigens, ich war vor kurzem selbst in Berlin und bin fleissig S- und U-Bahn gefahren. Ich habe viel Multi-Kulti gesehen, man verzeiche mir den Ausdruck, aber keinen sichtbaren Rassist. Wohl aber sozial "schwache" Gegenden, wo mit wir wieder beim Problem sind.
es gab hier einige beispiele mit antisemitischen hintergrund.
kam das von deutschen?
es ist auch schwer vorstellbar, das am kottbuser tor deutsche sich als rassisten outen.
zur fotostrecke an sich: entfaltet keinerlei wirkung
"von welchen seite kam der rassismus? es gab hier einige beispiele mit antisemitischen hintergrund. kam das von deutschen?"
[irony on] Sie könne sich beruhigen, das waren Franzosen und US-Amerikaner. [irony off]
Im Ernst: Ihre mehr oder minder rhetorische Frage ist selbst latent rassistisch. Rassismus ist immer verabscheuungswürdig und ein Verbrechen.
Die Fotostrecke finde ich gut.
"von welchen seite kam der rassismus? es gab hier einige beispiele mit antisemitischen hintergrund. kam das von deutschen?"
[irony on] Sie könne sich beruhigen, das waren Franzosen und US-Amerikaner. [irony off]
Im Ernst: Ihre mehr oder minder rhetorische Frage ist selbst latent rassistisch. Rassismus ist immer verabscheuungswürdig und ein Verbrechen.
Die Fotostrecke finde ich gut.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf relativierende Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn
Danke für die Fotos.
Sie überlassen den Betrachter seinen eigenen Gedanken.
Natürlich werden wir niemals begreifen, wie die Opfer tatsächlich gelitten haben, denn der Betrachter, so hat der Schriftsteller Peter Weiss einmal formuliert: »trägt daran, doch fassen kann er nur, was ihm selbst widerfährt.«
(Es scheint hier ja von Banausen zu wimmeln)
Zeitweise scheinen mir die Fotostrecken hier wenig sinnhaft!
Was soll diese hier aussagen? Das an normalen Orten schlechte Dinge passieren können? Ich denke, dass ist den meisten durchaus bewusst! Appelliert sie an mehr Zivilcourage? Man weiß es nicht und das ist genau das was fehlt!
Eine Anmerkung zur Bildunterschrift der Fotostrecke
"Sabine Schründer hat an diesen Tatorten fotografiert – zu der Tageszeit, an der die Angriffe stattfanden." - ich habe noch nie erlebt, dass der S-Bahn-Steig Alexanderplatz an einem Morgen um 11 Uhr menschenleer ist und ich wundere mich sehr, dass um kurz vor Mitternacht am Alexanderplatz taghell ist ... ?
Zeitweise scheinen mir die Fotostrecken hier wenig sinnhaft!
Was soll diese hier aussagen? Das an normalen Orten schlechte Dinge passieren können? Ich denke, dass ist den meisten durchaus bewusst! Appelliert sie an mehr Zivilcourage? Man weiß es nicht und das ist genau das was fehlt!
Eine Anmerkung zur Bildunterschrift der Fotostrecke
"Sabine Schründer hat an diesen Tatorten fotografiert – zu der Tageszeit, an der die Angriffe stattfanden." - ich habe noch nie erlebt, dass der S-Bahn-Steig Alexanderplatz an einem Morgen um 11 Uhr menschenleer ist und ich wundere mich sehr, dass um kurz vor Mitternacht am Alexanderplatz taghell ist ... ?
Also sorry, aber was soll das?
Typische Stadtbilder sollen Bedrohlich sein? Was ist das Ziel der Autorin, unbewusste Angst und Panik in die Köpfe der Menschen pflanzen?
Ein Ort wird nicht bedrohlich nur weil da ein Verbrechen geschehen ist. Ein Auto wird nicht bedrohlich nur weil damit mal ein Unfall gebaut wurde.
Dieses Bedrohungsempfinden haben die Opfer, die plötzlich irrationale Angst vor diesen Orten haben.
Ich will die Angst der Opfer nicht herunterspielen, aber das ist einfach eine unnütze Bilderstrecke mit Schlagwort Rassismus. Genauso gut hätte man diese nichtsbedeutenden Bilder mit "Orte wo Menschen Sex hatten" überschreiben können, dazu der Untertitel "Wer die Bilder sieht, spürt die Romantik."
Hätte den gleichen Effekt, nämlich das sich die Menschen fragen was in den Köpfen der Autoren und Fotografen vorgeht wenn sie versuchen aus irgendwelchen Orten etwas zu machen was diese Orte nicht sind.
Sehr geehrter DAMerrick,
ich habe das Gefühl, sie verwechseln Kunst mit Berichterstattung. Denn die Aussage der Bilder ist eindeutig: Rassismus ist in unserer Gesellschaft leider allgegenwärtig, es kann zu jeder Zeit an jedem Ort passieren, dass jemand beleidigt und geschlagen wird.
Und genau das drücken diese Fotos eindringlich aus, wie ich finde.
Beste Grüße
Kai Biermann
Tatsache ist, dass sich exakt an diesen Orten genau jene Übergriffe ereignet haben (es geht in dieser Serie nicht um Sex).
Die Panik, respektive die Bedrohung, die Sie beim Betrachten der Bilder zu spüren meinen, lieber DAMerrick, entspringt damit wohl eher Ihrem eigenen Kopf, bzw. einem Weltbild, das sich nur ungern mit den Schattenseiten unserer Gesellschaft beschäftigt.
Die vielen emotionalen Reaktionen hier im Thread legen doch den Schluss nahe, dass Sabine Schründer mit Ihren Aufnahmen ein Thema eröffnet hat, das viele Menschen berührt. Ich nehme an, dass die Mehrheit der Kommentierenden noch nie Opfer von Übergrifflichkeiten auf offener Straße wurden (was gut ist).
Mit Verlaub: Kunst liegt hier weniger in dem besonderen Betrachtungswinkel, Farbgebung, Konstellation der Bilder, möglicherweise eher noch in der Tatsache überhaupt, dass Bilder (also nicht mal wie und welche) zu einem Thema zusammengestellt wurden.
Wenn das künstlerische Handwerk allein darin besteht, auf das, was man 'künstlerisch' verarbeiten will, nur aufmerksam zu machen, und bloß auf die nackte Tatsache aufzuzeigen, dann ist es nicht mehr so eindeutig, ob hier Kunst mit 'Berichterstattung', oder 'Berichterstattung' mit Kunst verwechselt wird.
Wie sonst könnten Sie ihre Deutunghoheit über andere Deutungen gerade denn mit hrem Kunstblick begründen, und andere Deutungen als Tatsachenblick entwerten?
Wenn es Kunst ist, dann muss (jede intelligente Betrachtung, die hier allein vom Betrachter hineingebracht werden muss) die Deutung erlaubt sein, dass es dem Künstler gerade um die falsche Art der Betrachtung von 'aufgewerteten' Bildern, und dessen subtil-harmlosen Missbrauch´/Zweckentfremdung durch denjenigen geht, der darauf einfach nur zeigt, dabei nichts zu seinem eigenen moralischen 'Vorsprung' leistet, aber dennoch für sich beanspruchen will - oder eben um den Betrachter, der nichts zum eigenen 'morlaischen Vorsprung' leistet, auf nackte, neutrale Tatsachen irgendeine 'Kunst', also irgendeine empathische Betroffenheit hineinlegt, wie etwa 'Mitleid', 'Hass' aber evtl. auch 'rechtes Gedankengut', und selbstreferenziell durch seine eigene Aufwertung Recht bekommt.
...
Sehr geehrter DAMerrick,
ich habe das Gefühl, sie verwechseln Kunst mit Berichterstattung. Denn die Aussage der Bilder ist eindeutig: Rassismus ist in unserer Gesellschaft leider allgegenwärtig, es kann zu jeder Zeit an jedem Ort passieren, dass jemand beleidigt und geschlagen wird.
Und genau das drücken diese Fotos eindringlich aus, wie ich finde.
Beste Grüße
Kai Biermann
Tatsache ist, dass sich exakt an diesen Orten genau jene Übergriffe ereignet haben (es geht in dieser Serie nicht um Sex).
Die Panik, respektive die Bedrohung, die Sie beim Betrachten der Bilder zu spüren meinen, lieber DAMerrick, entspringt damit wohl eher Ihrem eigenen Kopf, bzw. einem Weltbild, das sich nur ungern mit den Schattenseiten unserer Gesellschaft beschäftigt.
Die vielen emotionalen Reaktionen hier im Thread legen doch den Schluss nahe, dass Sabine Schründer mit Ihren Aufnahmen ein Thema eröffnet hat, das viele Menschen berührt. Ich nehme an, dass die Mehrheit der Kommentierenden noch nie Opfer von Übergrifflichkeiten auf offener Straße wurden (was gut ist).
Mit Verlaub: Kunst liegt hier weniger in dem besonderen Betrachtungswinkel, Farbgebung, Konstellation der Bilder, möglicherweise eher noch in der Tatsache überhaupt, dass Bilder (also nicht mal wie und welche) zu einem Thema zusammengestellt wurden.
Wenn das künstlerische Handwerk allein darin besteht, auf das, was man 'künstlerisch' verarbeiten will, nur aufmerksam zu machen, und bloß auf die nackte Tatsache aufzuzeigen, dann ist es nicht mehr so eindeutig, ob hier Kunst mit 'Berichterstattung', oder 'Berichterstattung' mit Kunst verwechselt wird.
Wie sonst könnten Sie ihre Deutunghoheit über andere Deutungen gerade denn mit hrem Kunstblick begründen, und andere Deutungen als Tatsachenblick entwerten?
Wenn es Kunst ist, dann muss (jede intelligente Betrachtung, die hier allein vom Betrachter hineingebracht werden muss) die Deutung erlaubt sein, dass es dem Künstler gerade um die falsche Art der Betrachtung von 'aufgewerteten' Bildern, und dessen subtil-harmlosen Missbrauch´/Zweckentfremdung durch denjenigen geht, der darauf einfach nur zeigt, dabei nichts zu seinem eigenen moralischen 'Vorsprung' leistet, aber dennoch für sich beanspruchen will - oder eben um den Betrachter, der nichts zum eigenen 'morlaischen Vorsprung' leistet, auf nackte, neutrale Tatsachen irgendeine 'Kunst', also irgendeine empathische Betroffenheit hineinlegt, wie etwa 'Mitleid', 'Hass' aber evtl. auch 'rechtes Gedankengut', und selbstreferenziell durch seine eigene Aufwertung Recht bekommt.
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Entfernt. Doppelposting. Die Redaktion/ds
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