RechtsextremismusGute Mitte, böse Nazis

Seit der Aufdeckung der NSU befassen sich Medien und Politik wieder verstärkt mit Neonazis. Der Rassismus der Mehrheit bleibt dabei unbeachtet, kommentiert P. Gensing. von Patrick Gensing

Anhänger der rechtspopulistischen Vereinigung Pro NRW protestieren gegen ein muslimisches Gemeindeszentrum im Dortmunder Stadteil Hörde.

Anhänger der rechtspopulistischen Vereinigung Pro NRW protestieren gegen ein muslimisches Gemeindezentrum im Dortmunder Stadtteil Hörde.  |  © Roland Geisheimer/attenzione

Die NPD ist gefährlich; nicht politisch, sie spielt in den meisten Bundesländern keine Rolle, dafür als legaler Arm einer gewalttätigen völkischen Bewegung, die sich über die Partei mit Geld versorgen kann. Diese Gefahr darf nicht kleingeredet werden, es braucht fundierte und unaufgeregte Berichterstattung über die NPD und die rechtsextreme Bewegung. Daher ist der Ansatz der ZEIT-ONLINE-Serie, unter der Überschrift Neue deutsche Nazis genau hinzuschauen – und zwar kontinuierlich – richtig.

Damit ist es aber nicht getan. Christian Bangel schrieb , Neonazis seien "uns näher, als wir denken. Mit wachsendem Erfolg buhlen sie um die Mitte der Gesellschaft. Wissenschaftler warnen schon länger davor, dass rassistische und autoritäre Ideen dort auf wachsendes Wohlwollen stoßen".

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Ich glaube, dass nicht Neonazis diese Ideen in die Mitte der Gesellschaft tragen. Es sind vielmehr Teile der selbst ernannten Mitte, die sich radikalisieren. Ein zunehmend entsichertes Bürgertum wirft zivilisatorische Errungenschaften leichtfertig über Bord; Hetze gegen Arme, Ausländer, Migranten und andere Minderheiten sowie gegen den Staat Israel gehören mittlerweile wieder zum guten Ton. Wer solche Auswüchse kritisiert, wird entweder zum Gutmenschen, Gegner der Meinungsfreiheit oder Kriegstreiber erklärt. 

Neue deutsche Nazis

Deutschland hat ein Neonaziproblem. In den vergangenen zwanzig Jahren sind Zonen entstanden, in denen sie faktisch das Sagen haben. Und sie dringen zunehmend in soziale Milieus der Mitte ein, zu denen sie früher kaum Zugang hatten.

Dies ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Strategie. ZEIT ONLINE zeigt in der Serie "Neue deutsche Nazis", wie moderner Rechtsextremismus funktioniert und wo die Grenzen zwischen Demokratie und Rechtsextremismus aufweichen. Wir zeigen, wie jene Angst-Räume entstehen, in denen auch die Zwickauer Terroristen zu ihren brutalen Entschlüssen gelangten.

Die moderne deutsche Neonazi-Szene ist dynamisch, vernetzt, vielfältig und einflussreich. Wir sind sicher: Das Problem Rechtsextremismus wird sich nicht von selbst lösen.

Die Serie

Bisher erschienen:

Neue deutsche Nazis: Wie Rechtsextreme mit Geschick und Geduld neue Milieus und Regionen erobern.

No-Go-Area im Landtag: Wie die NPD das sächsische Parlament nutzt.

Frauensache Volksgemeinschaft: Frauen spielen in der rechtsextremen Szene eine Schlüsselrolle.

Flashmobs gegen die Demokratie: Wie Neonazis neue Medien und linke Symbole nutzen.

Wie Neonazis ihre Gegner bedrohen: Rechtsextreme schüchtern Demokratie-Aktivisten ein – professionell und präzise.

Warum es Neonazis nach Dortmund zieht: Dortmund ist ein Hot-Spot der Szene. Wie kam es dazu?

Spuren der Dortmunder Neonazis: Eine Fotostrecke aus der westdeutschen Rechtsextremismus-Hochburg

Vati ist ein guter Nazi: Die Generation der Nachwende-Neonazis wird zur Elterngeneration.

Spiel nicht mit den Ausländerkindern: Was die rechtsextreme Erziehung bei Kindern anrichtet.

Der Extreme unter den Rechtsextremen: Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern kämpft NPD-Fraktionschef Pastörs gegen die Verweichlichung seiner Partei.

Lieber nicht über Neonazis schreiben: Warum Angst, Kostendruck oder Desinteresse lokale Berichterstattung verhindern.

Gute Mitte, böse Nazis: Warum es nicht reicht, nur auf die Rechtsextremisten zu schauen.

Kein Kampf gegen Neonazis ohne die Mitte: Eine Bilanz der Rechtsextremismus-Serie

ALS E-BOOK

Die Serie Neue deutsche Nazis gibt es auch als E-Book. Erfahren Sie wie Rechtsextremismus die Mitte der Gesellschaft erobert - in dieser für Ihren eReader hochwertig aufbereiteten Fassung. Unser E-Book steht Ihnen dabei als EPUB-Version für Ihren eReader, sowie als MOBI-Version für Ihr Kindle Lesegerät von Amazon zur Verfügung.

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Literaturnobelpreisträger und ehemalige Bundesbanker verbreiten neuen Antisemitismus sowie rassistische Thesen über die Leitmedien – eine Wirkmacht, die die Schreihälse von der NPD nie erreichen werden.

Die wahre Funktion der NPD: Ablenkung

Patrick Gensing

Patrick Gensing ist Journalist und Betreiber des Blogs Publikative.org. Im Herbst erscheint sein Buch "Terror von rechts – die Nazi-Morde und das Versagen der Politik".

Nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde standen die staatlichen Stellen so heftig in der Kritik wie wahrscheinlich nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Von autonomer Antifa bis FAZ-Feuilleton wurde offen über das Ende des Inlandsgeheimdienstes mit dem hübschen Namen "Verfassungsschutz" debattiert. Die Politik musste handeln – und sie handelte. Innenminister Friedrich kündigte eine Neonazi-Verbunddatei an und das Thema NPD-Verbot wurde wieder auf die Agenda gesetzt . Viele Medien waren zufrieden, der Staat hatte das Ruder wieder übernommen. 

Ob es aber sinnvoll ist, Sicherheitsbehörden, die ein gefährliches Eigenleben geführt und komplett versagt haben, mit noch mehr Kompetenzen auszustatten, wurde bald nicht mehr thematisiert. Nun beherrschten stattdessen Meldungen zum NPD-Verbot die Medien. Selten zuvor war so deutlich geworden, welche Funktion die NPD hat: Mit dem Kampf gegen die Neonazi-Partei lässt sich effektiv vom Versagen der Behörden und dem Rassismus der sogenannten Mitte ablenken. 

Dabei wäre nach den NSU-Morden eine echte Debatte über die deutsche Art der Integration nötig gewesen. Eine schonungslose Bestandsaufnahme über unsere Verhältnisse, die noch immer durch das Blutsrecht geprägt sind. Warum werden Migranten in Deutschland vor allem als potenzielle Islamisten oder Kriminelle wahrgenommen? Wie kann es sein, dass neun Menschen ermordet werden – und Ermittler und Medien verbreiten die Mär von Morden im Drogenmilieu? Warum hat es die Mehrheitsgesellschaft nicht gestört, dass Menschen zu Dönern gemacht wurden? Warum wurde den Angehörigen der NSU-Opfer über die Presse keine Stimme verliehen? Viele Fragen, kaum Antworten – zumindest nicht mehr in den großen Medien.

Weiterhin ethnisch weiße Redaktionen

Dabei sollten gerade Journalisten und Medienhäuser genauer hinschauen. Die meisten Redaktionen in Deutschland sind weiterhin ethnisch homogen, nämlich weiß. Sie bilden nicht die Bevölkerungsstruktur in Deutschland ab – Themen wie Rassismus finden meist nur bei außergewöhnlichen Vorfällen statt, Alltagsrassismus ist absolutes Nischenthema. Fühlen sich Schwarze diskriminiert, wird dies gerne als subjektives Empfinden abgetan – genau das aber ist Rassismus: Eine Mehrheit definiert, was sie sich gegen Minderheiten herausnehmen kann.

Deutschland erklärt derweil nicht mehr den Krieg, sondern Flüchtlingsabwehr, Frieden und Sparen. Es ist erstaunlich, mit welchem Brustton der Überzeugung deutsche Friedensfreunde, Sparfüchse, Umweltschützer und Hobbystrategen die Welt lehren, warum man sich an Deutschland orientieren müsse. Früher bezeichnete man so ein übersteigertes Selbstbewusstsein und lehrmeisterhaftes Auftreten übrigens als Nationalismus.

Mit den braunen Schmuddelkindern will aber niemand etwas zu tun haben, NPD und Neonazi-Szene sind zu Recht fast bundesweit isoliert, viele Funktionäre sind kaum tageslichttauglich. Kleinkriminelle, bemitleidenswerte Charaktere, die meinen, die Welt beherrschen zu müssen – aber nicht einmal einen Kreisverband führen  können.

Doppelte Maßstäbe

Doch dass ihnen keiner zuhört, heißt nicht, dass auch ihre Ansichten verpönt wären. Wenn ein NPD-Abgeordneter im Sächsischen Landtag Israel als Schurkenstaat bezeichnet, rümpfen die Abgeordneten der demokratischen Parteien die Nase. Wenn Günter Grass ähnliches äußert, applaudieren viele begeistert. 

Wenn die NPD Wahlplakate veröffentlicht, auf denen Migranten rassistisch karikiert werden, ist die Öffentlichkeit empört. Als aber in einem bayerischen Polizeikalender Migranten als kriminelle Affen dargestellt wurden , erklärten CSU und Polizei, der Kalender sei nicht rassistisch, weil er nicht rassistisch gemeint sei. Würde die NPD im Zusammenhang mit dem Bildungssystemen in Europa von Pferderassen schwadronieren, hieße es, sie entlarve sich selbst. Einem Bestseller-Autor aber jubeln dafür Tausende auf seinen Lesungen zu.

Rassismus und Antisemitismus werden exotisiert und auf die Neonazis abgeschoben. Das gibt es angeblich nur bei der NPD – obgleich sämtliche Studien zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Die sogenannte Mitte erteilt sich selbst die Absolution, während davor gewarnt wird, dass Neonazis Soziale Netzwerke, Kindergärten, Schulen oder Vereine unterwandern.

Doch so einfach ist es nicht. Die Neonazis kommen aus unserer Mitte. Es sollte ein Alarmsignal sein, wenn eine Partei wie die NPD in zwei Landtagen sitzt – und zwar nicht, weil sie bald die Macht in Berlin übernehmen könnte, sondern weil dies ein Zeichen dafür ist, dass etwas nicht stimmt. Rechtsextreme sind in den Regionen besonders stark, in denen Alltagsrassismus besonders virulent ist. Die NPD ist Symptom, nicht Ursache des Rassismus. Schaut man in den braunen Abgrund, spiegeln sich die Missstände der Mehrheitsgesellschaft wider, eine groteske Fratze, die höhnisch die Unzulänglichkeiten und Mängel aufzählt – wenn man ihr denn zuhören mag.

Es ist wichtig, über die Neonazis zu berichten. Doch nun muss der nächste Schritt folgen. Wer ausschließlich über die NPD reden will, schweigt über den Rassismus und Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft. Dabei liegt genau hier der Schlüssel, um den Rechtsextremismus zu besiegen.

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Leserkommentare
    • xajija
    • 09. Mai 2012 15:09 Uhr

    Und warum gehen die Medien und die Politik mit Salafisten nicht genau so hart ins Gericht?

    [...] Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ kvk

    59 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    in dem Artikel wird irgendetwas von Salafisten gesagt. Oder lautet Ihre Argumentation: "Wenn die sich wie haßerfüllte Idioten benehmen, dürfen wir das auch!"?

    ...Morden nicht ungehindert über 10 Jahre lang in der Bundesrepublik.

    Redaktion

    Hallo xajija,

    bitte beachten Sie das Thema des Artikels. Es geht hier nicht um Salafisten.

    Danke.

    Grüße,
    Sebastian Horn

    Und was ist mit den Kinderschändern?
    Und was ist mit den Menschenrechten in China?
    Und was ist mit den Foltergefängnissen in Syrien?
    Und was ist mit ...

    Machen Sie sich mitsamt Ihrer lächerlichen Strohmann-"Argumentation" bitte vom Acker.

    >> Und warum gehen die Medien und die Politik mit Salafisten nicht genau so hart ins Gericht? <<

    ... *so* hart? Genau *wie* hart?

    Von besonderer Härte in der Verfolgung und Bestrafung rechtsextremistischer Gewalttaten habe ich noch nicht viel bemerkt.

    Damit kann man nur ganz, ganz unerfahrene Erzieherinnen ablenken.

    • th
    • 09. Mai 2012 18:17 Uhr

    aus der "Mitte der Gesellschaft" - besonders die Konvertiten unter ihnen. Wer was anderes behauptet, der betreibt Ausgrenzung! Und die ist bekanntlich böse, ausser wenn sie "gegen rechts" geht.

    • xpeten
    • 09. Mai 2012 19:48 Uhr

    diese ewigen Aufrechnungen. Kann man nicht einmal über das eine reden ohne das andere zu nennen?

    Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass die Kritiker von NPD, ProNRW, NSU, Rassisten, Fremdenfeinden und sonstigen rechten Brandstiftern

    gleichzeitig auch Fans von messerstechenden Salafisten sind und verletzte Polizisten befürworten,

    was hier in schöner Regelmäßigkeit (aber ohne Erfolg) den Leuten weisgemacht werden soll.

    Entfernt. Verzichten Sie auf haltlose Unterstellungen. Die Redaktion/mak

    liegt ganz einfach an den Nullen, genauso wie Ihre Frage nach den Sala*dingern. S`S*arazins -> ca. 5 Mio. Anhänger
    Salafisten -> ca. 5.000 Anhänger

    Mit denen wird nicht ins Gericht gegangen? Habe ich aber anders wahrgenommen...da gab es etliche Verhaftungen in den letzten Tagen, der Innenminister hat sich persönlich zu Wort gemeldet und die Medien treiben die neue Sau Salafisten durchs Dorf. Wo leben Sie?

    ist das Gleiche. Beide bedienen die sinngebende Suche nach Halt in einer Gruppe.
    Der Wohlstand, die Sicherheit und die Sicherheit einer eigenen Zukunftsplanung wirkte wie ein Korken auf einer Sektflasche. Der sinngebende Moment war die Geborgenheit in der Gewissheit bald sein verdienten Lebensabend genießen zu können - wie ein kollektives Trauma. Durch das Wegbrechen dieses Korkens fehlt vielen die Identifikation mit der Gesellschaft. Der Traum von eigener Identität in der Geborgenheit der Gemeinschaft ist für viele ausgeträumt. Diese Geborgenheit wird nun in Ismen oder und Religionen gesucht, konservativ oder liberal.

    hat der artikel mit salafisten zu tun?
    wo steht im artikel das die salafisten nicht so behandelt werden sollten wie die nazis?
    und warum schreiben sie nicht etwas was mit den artikel zu tun hat?
    genau so rutscht der rechtsextremismus und rassismus in die mitte der bevölkerung.

    Wir hatten darum gebeten, die Kommentarfunktion zur Diskussion des Artikelthemas zu nutzen. Dafür ist die Kommentarfunktion laut Netiquette vorgesehen. Danke, die Redaktion/fk.

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    .. mit den Salafisten und ähnlich staatsfeindlichen Gruppierungen darf nicht rücksichtsvoll umgegangen werden, sondern auch auf dem linken Auge sollte man nicht erblinden und dies vor allen Dingen nicht angesichts der Tatsache, das hier die Zahl gewaltätiger Übergriffe geradezu explodiert ist.

  1. Entfernt. Bitte nutzen Sie den Kommentarbereich, um sachliche Argumente zum Inhalt des Artikels vorzubringen. Danke. Die Redaktion/sh

    7 Leserempfehlungen
  2. und vor allem notwendiger Artikel.

    Wie notwendig wird man an den gleich folgenden Kommentaren erkennen, die sich über "Gutmenschen" (d.h. Menschen, die nicht jede Sauerei hinnehmen) und "Moralisten" beklagen.

    58 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte begründen Sie Ihre Kritik mit Argumenten. Danke. Die Redaktion/sh

    noch zwei Zitate, über die ich kürzlich gestolpert bin, und die es ganz gut auf den Punkt bringen:

    "Unter den Begriffen, die hierzulande vom Einverständnis mit den herrschenden Zuständen künden, ist der des "Gutmenschen" einer der widerlichsten. Er verhöhnt im Namen eines faulen Realismus jede Anstrengung, das eigene Leben an einem gewählten moralischen Standard auszurichten." (Christian Semmler)

    "Wir beobachten, wie mit der sozialen Armut auch die emotionale voranschreitet. Das Gefühls-Prekariat wächst. Aber hier versagt der Sozialstaat. Für die Arbeitslosen im unteren Drittel der Gesellschaft gibt es wenigstens Hartz IV. Für die Emotionslosen im oberen Drittel nicht mal das. Die Leute, denen Verantwortung und Empfindung abhanden gekommen sind, sammeln sich in den einschlägigen Kältestuben des Internets und schimpfen dort auf die "Gutmenschen", also jene, die noch nicht alle Hoffnung haben fahren lassen. Sie kleben sich "Eure Armut kotzt mich an" auf die Stoßstangen, um sich vor den moralischen Kollisionen im ruppiger werdenden sozialen Verkehr zu schützen.
    Sloterdijk hat geschrieben: "Zynismus, als aufgeklärtes falsches Bewusstsein, ist eine hartgesotten-zwielichtige Klugheit geworden, die den Mut von sich abgespalten hat, alle Positivitäten a priori für Betrug hält und darauf aus ist, sich nur irgendwie durchzubringen." Für die Demokratie reicht das auf Dauer nicht aus."

    Jakob Augstein:
    http://www.spiegel.de/pol...

    „Warum werden Migranten in Deutschland vor allem als potenzielle Islamisten oder Kriminelle wahrgenommen?“

    Ganz einfach: Weil unsere Einwanderung LEIDER hauptsächlich eine Einwanderung in die Sozialsysteme ist. Hätten wir eine Einwanderung wie nach Australien, Kanada oder Irland, würden rassistische Vorurteile auch hierzulande rasch verschwinden. Zur Integration gehören immer zwei Seiten…

    „Wie kann es sein, dass neun Menschen ermordet werden – und Ermittler und Medien verbreiten die Mär von Morden im Drogenmilieu?“

    Unter anderem wegen irreführender Hinweise seitens der türkischen Polizei in Ankara:

    http://www.zeit.de/gesell...

    Ansonsten, gebe ich zu, ist Stimmungsmache gegen Randgruppen natürlich unschön.

    Nur hat die Mitte / die Mehrheit / die Mittelschicht aber auch nicht immer nur Pflichten, sondern vielleicht auch mal ein paar Rechte. Und die Verhöhnung der arbeitenden Mittelschicht, zu der weiß Gott nicht nur Angehörige des „gehobenen Bürgertums“ gehören, sondern auch Leute, die hart um einen hierzulande halbwegs menschenwürdigen Lebensstandard kämpfen, spottet mittlerweile jeder Beschreibung!

    Fortsetzung folgt…

    Fortsetzung:

    Der Steuerzahler arbeitet nicht selbstlos fürs Gemeinwohl, sondern in erster Linie für sich selbst und seine Familie. Trotzdem besitzt er ein soziales Gewissen und ist durchaus willens, Steuern und Abgaben fürs Gemeinwohl zu leisten. Daß diese Steuern und Abgaben in zunehmendem Maße nicht dem Gemeinwohl zufließen, sondern im Endeffekt in reicher Leute Taschen landen, ist allein schon eine gigantische Verhöhnung.

    Wer gegen diese Umverteilung von Fleißig zu Reich aufmuckt, dem wird von gewissen Medien dann Neid und „Reichenhaß“ vorgeworfen und belehrt, daß Steuerhinterzieher nun einmal leider mit Samthandschuhen anzufassen seien.

    Vor diesem Hintergrund ist es dann vielleicht etwas zu viel des Guten, wenn man in der ZEIT ständig vorgehalten bekommt, „wir“ würden „alle“ über unsere Verhältnisse leben, auf „hohem Niveau“ jammern, hartherzig und intolerant gegenüber Bedürftigen sein etc.

    Der Allgemeinheit immer größere Lasten und Pflichten aufzubürden und dann noch grenzenloses Großherzogtum und ewig belastbares soziales Pflichtgefühl gegenüber Transferleistungsempfängern von Fleißig einzufordern, während Reich seine hinterzogenen Steuern in Steueroasen deponiert, ist schon ein starkes Stück.

    Die Mehrheit muß eben nicht immer nur irgendwas müssen, sie darf auch mal etwas wollen

  3. Es sei denn, dass Patrick Gensing die Leitkultur gefunden haben sollte.

    15 Leserempfehlungen
  4. in dem Artikel wird irgendetwas von Salafisten gesagt. Oder lautet Ihre Argumentation: "Wenn die sich wie haßerfüllte Idioten benehmen, dürfen wir das auch!"?

    32 Leserempfehlungen
  5. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/ls

  6. ...Morden nicht ungehindert über 10 Jahre lang in der Bundesrepublik.

    25 Leserempfehlungen
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    Entfernt, da nicht zum Thema des Artikels. Die Redaktion/sh

    • xajija
    • 09. Mai 2012 15:19 Uhr

    das stimmt allerdings

    sie wurde offensichtlich sogar noch von staatl. stellen unterstützt.

    in dem auf diese interessante Frage eine mögliche Antwort gefunden wurde: "Wie kann es sein, dass neun Menschen ermordet werden – und Ermittler und Medien verbreiten die Mär von Morden im Drogenmilieu?" Antwort: der Rat zum Recherchieren im Drogenmilieu kam aus Ankara. Nicht aus der so gefährlichen Mitte der Gesellschaft.

    RedaktionSebastian Horn
    09.05.2012 um 15:25 Uhr
    Thema
    Hallo xajija,

    bitte beachten Sie das Thema des Artikels. Es geht hier nicht um Salafisten.

    Danke.

    Grüße,
    Sebastian Horn

    mordet auch nicht ungehindert über 10 Jahre lang in der Bundesrepublik.

    Entfernt. Verzichten Sie auf haltlose und diffamierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    ..nehmen nur jede Gelegenheit zum "Ausrasten" wahr und zücken das jederzeit griffbereite Messer.Hier ist eine Verharmlosung erst recht nicht angebracht!!

  7. Sehen sie sich mal die europäische Perspektive an, z.B. Griechenlands frisch gewählte Neonazis, Frankreichs Le Pen, Finnlands Nationalisten. Da liegen die Anteile z.T. bei 20%! Deutschland hat zum Glück nicht diese radikalen Größenordnungen. Die Frage die ich mir eher stelle ist, warum es europaweit einen Rechtsruck gibt? Wo liegen dafür die Ursachen, darüber würde ich gerne einen Artikel lesen, und nicht über einen im europäischen Zusammenhang winzigen Neonazianteil in Deutschland, der von der ZeitOnline polemisch aufgebauscht wird!

    44 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Selbst wenn der Anteil Rechtsradikaler in Deutschland vergleichsweise niedrig sein sollte, ist das kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Es ist sicher besser, früh auf ein Problem hinzuweisen und sich an einer Lösung zu versuchen, als abzuwarten, bis die Kacke richtig am Dampfen ist.

    Das ist exakt die richtige Frage.

    Und die richtige Antwort?

    Weil eine verfehlte Einwanderungspolitik vor allem in den reicheren Ländern Europas zu gesellschaftlichen Problemen geführt hat,

    die von den Verursachern bzw, aktuell Regierenden, die allesamt "politisch korrekt" handeln, nicht gelöst werden,

    sondern mit verschleiernden Appellen an die Bevölkerung unter dem Motto "Integration" usw. in die Länge gezogen, aber keinesfalls gelöst werden.

    Der europäische Rechtsruck ist geradezu eine notwendige Folge davon, dass man in den einzelnen Ländern grundlegende Prinzipien nationalstaatlicher Politik über Bord geworfen hat, und zwar nicht erst seit Maastricht...

    Das politische Prinzip lautet nicht mehr, Schaden vom eigenen Volk abzuwenden, sondern auf Kosten der eigenen nationalen Interessen an der Verwirklichung von Utopien wie "EU" und "Euro" zu arbeiten...

    Die Antwort darauf kommt von rechts.

    • Bashu
    • 09. Mai 2012 16:39 Uhr

    Da ist die gleiche Geschichte wie vor 90 Jahren.
    Wenn harte Zeiten anstehen - und Europa steuert wahrscheinlich kurzfristig keiner blühenden Zukunft entgegen - igelt man sich ein, man sucht Gründe für das Scheitern und ein Ventil für seine Ängste.

    Früher hatten die Juden den schwarzen Peter. Die Muslime sind die Juden des 21. Jahrhunderts, scheint mir.

    Einer der wenigen, vernünftigen Artikel hier.

    Schonmal was von Prof.Dr.Maria Böhmer gehört? Falls nicht, wird es Ihnen wie den meisten hier gehen.

    Das Thema Integration ist populär wenn Konferenzen anstehen, eine Schule geöffnet wird oder eine fesche Rede auf einer Konferenz gehalten werden kann.

    Der Gesellschaft, in ihrer Gesamtheit aber mal den Spiegel vorzuhalten, da traut sich keiner ran.

    Es kommt der Moment wo eine richtige Person, zur richtigen Zeit das Richtige sagt, und dann wird allen ein Schauer über den Rücken laufen wo plötzlich die Wähler hinrennen.

    Wie sie gesagt haben: Finnland, Frankreich, Niederlande, Schweiz, österreich...

    Meiner Ansicht nach gibt es zwei Gründe für den Erfolg der Rechten:
    1. Der Umstand, daß in ganz Europa der Anteil an Emigranten mittlerweile relativ hoch ist, und sich viele davon bedrängt und bedroht fühlen.
    2. Durch Globalisierung und auch durch den zunehmenden Zusammenschluß Europas wird die Rückbesinnung auf nationale Identitäten, vielleicht auch der Wunsch danach, unabhängig zu sein, bzw. sich abzugrenzen, wieder stärker. (Der Erfolg von Le Pen in Frankreich hat sicherlich viel mit dem Euro-Gerangel zu tun.)

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