Die US-Geheimdienste haben den geplanten Anschlag des Terrornetzwerkes Al-Kaida auf einen Passagierflug in die USA durch den Einsatz eines Agenten verhindern können. Dies berichten US-Medien. Demnach hatte der Al-Kaida-Ableger im Jemen einem eingeschleusten Agenten die Aufgabe übertragen, die Bombe an Bord eines Linienfluges zu zünden.

Der Geheimdienstmitarbeiter habe Wochen bei Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel verbracht, berichtete unter anderem die New York Times . Der "Doppelagent" habe sich freiwillig für den geplanten Selbstmordanschlag gemeldet. Ihm sei es dann gelungen, den Jemen mit der Bombe über die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlassen. Den Sprengsatz habe er dem US-Geheimdienst CIA übergeben, der mit saudi-arabischen und anderen Diensten zusammengearbeitet habe.

Die Nationalität des Mannes wurde nicht bekannt; er sei nicht von der CIA rekrutiert worden, hieß es in der New York Times . Seine Kontaktleute befanden sich laut anderen Medien in Saudi-Arabien . Dort befinde er sich derzeit in Sicherheit.

Agenten-Informationen führten zu Tötung von Al-Kaida-Führer

Der Agent habe nach seiner Rückkehr auch Informationen über die Führer der Al-Kaida-Gruppe geliefert, schrieb die New York Times . Die CIA habe darauf am Sonntag einen Luftangriff veranlasst, bei dem das Al-Kaida-Führungsmitglied Fahd al-Kuso getötet wurde . Al-Kuso wurde von den USA seit Jahren wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Anschlag auf das Kriegschiff USS Cole gesucht, bei dem im Jahr 2000 im Golf von Aden 17 US-Marinesoldaten getötet worden waren.

Der Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im Repräsentantenhaus, Peter King, hatte zuvor bereits bestätigt, dass es eine Verbindung zwischen dem vereitelten Anschlagsversuch und dem Angriff vom Sonntag gibt. "Das Weiße Haus hat mir gesagt, dass sie Teil derselben Operation waren", sagte er dem Sender CNN .

Clinton warnt vor "immer perverseren" Terrormethoden

Die CIA und das Weiße Haus wollten sich auf Anfrage nicht zu den Medienberichten äußern. Der Anschlagsversuch, der um den ersten Jahrestag der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden stattfinden sollte, war am Montag bekannt geworden. Er sollte nach dem Vorbild eines gescheiterten Attentats von 2009 auf eine Maschine nach Detroit erfolgen. Dabei hatte der Attentäter in seiner Unterhose eine Bombe an Bord eines Fluges geschmuggelt, deren Zündung aber fehlschlug.

Ein US-Beamter, der für den Anti-Terror-Kampf zuständig ist, verwies auch auf Ähnlichkeiten zu dem Sprengsatz, der 2009 bei einem Anschlag auf den stellvertretenden saudi-arabischen Innenminister Mohammed bin Najef verwendet wurde. Auch hier hatte der Attentäter die Bombe in seiner Unterwäsche versteckt. Der US-Terror-Experte Bruce Riedel sagte, dies deute auf denselben Bombenbauer hin. Vermutet werde dahinter der aus Saudi-Arabien stammende Ibrahim Hassan al-Asiri, der sich im Jemen versteckt hält. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor "immer perverseren" Terrormethoden.