Terrorismus : CIA-Informant sollte Al-Kaida-Anschlag verüben

Ein Doppelagent soll den geplanten Bombenanschlag auf ein Flugzeug in die USA vereitelt haben. Der Mann war im Jemen in das Terrornetzwerk Al-Kaida eingeschleust worden.
Hauptquartier des CIA in Langley, Virginia (Archiv) © Jason Reed/Reuters

Die US-Geheimdienste haben den geplanten Anschlag des Terrornetzwerkes Al-Kaida auf einen Passagierflug in die USA durch den Einsatz eines Agenten verhindern können. Dies berichten US-Medien. Demnach hatte der Al-Kaida-Ableger im Jemen einem eingeschleusten Agenten die Aufgabe übertragen, die Bombe an Bord eines Linienfluges zu zünden.

Der Geheimdienstmitarbeiter habe Wochen bei Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel verbracht, berichtete unter anderem die New York Times . Der "Doppelagent" habe sich freiwillig für den geplanten Selbstmordanschlag gemeldet. Ihm sei es dann gelungen, den Jemen mit der Bombe über die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlassen. Den Sprengsatz habe er dem US-Geheimdienst CIA übergeben, der mit saudi-arabischen und anderen Diensten zusammengearbeitet habe.

Die Nationalität des Mannes wurde nicht bekannt; er sei nicht von der CIA rekrutiert worden, hieß es in der New York Times . Seine Kontaktleute befanden sich laut anderen Medien in Saudi-Arabien . Dort befinde er sich derzeit in Sicherheit.

Agenten-Informationen führten zu Tötung von Al-Kaida-Führer

Der Agent habe nach seiner Rückkehr auch Informationen über die Führer der Al-Kaida-Gruppe geliefert, schrieb die New York Times . Die CIA habe darauf am Sonntag einen Luftangriff veranlasst, bei dem das Al-Kaida-Führungsmitglied Fahd al-Kuso getötet wurde . Al-Kuso wurde von den USA seit Jahren wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Anschlag auf das Kriegschiff USS Cole gesucht, bei dem im Jahr 2000 im Golf von Aden 17 US-Marinesoldaten getötet worden waren.

Der Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im Repräsentantenhaus, Peter King, hatte zuvor bereits bestätigt, dass es eine Verbindung zwischen dem vereitelten Anschlagsversuch und dem Angriff vom Sonntag gibt. "Das Weiße Haus hat mir gesagt, dass sie Teil derselben Operation waren", sagte er dem Sender CNN .

Clinton warnt vor "immer perverseren" Terrormethoden

Die CIA und das Weiße Haus wollten sich auf Anfrage nicht zu den Medienberichten äußern. Der Anschlagsversuch, der um den ersten Jahrestag der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden stattfinden sollte, war am Montag bekannt geworden. Er sollte nach dem Vorbild eines gescheiterten Attentats von 2009 auf eine Maschine nach Detroit erfolgen. Dabei hatte der Attentäter in seiner Unterhose eine Bombe an Bord eines Fluges geschmuggelt, deren Zündung aber fehlschlug.

Ein US-Beamter, der für den Anti-Terror-Kampf zuständig ist, verwies auch auf Ähnlichkeiten zu dem Sprengsatz, der 2009 bei einem Anschlag auf den stellvertretenden saudi-arabischen Innenminister Mohammed bin Najef verwendet wurde. Auch hier hatte der Attentäter die Bombe in seiner Unterwäsche versteckt. Der US-Terror-Experte Bruce Riedel sagte, dies deute auf denselben Bombenbauer hin. Vermutet werde dahinter der aus Saudi-Arabien stammende Ibrahim Hassan al-Asiri, der sich im Jemen versteckt hält. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor "immer perverseren" Terrormethoden.

Verlagsangebot

Die Macht der Vorurteile

Vorurteile prägen unseren Alltag. Woher sie kommen. Wem sie nützen. Und warum man sie so schwer loswird. Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

52 Kommentare Seite 1 von 9 Kommentieren

Unglaublich....

wer soll das alles noch ernst nehmen ?

Aus meiner Sicht stellen die Geheimdienste
und ihre diversen Interessengruppen/Auftraggeber
die wirkliche Gefahr dar.

Das Leid und Elend in der Gegenwart, Kriege,
Tod und Armut.....sie sind nicht das Werk
des von allen deklarierten Feindes "Islamisten".

Wie so oft, die wahren Täter sind die "white-collar"
Träger......

NATO-Geheimarmeen / Staatsterrorismus

Kein geringerer als Helmut Schmidt auf Zeit online:

"Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. SIE WERDEN ÜBERTROFFEN VON BESTIMMTEN FORMEN VON STAATSTERRORISMUS.

ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?

S.: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage. "

http://www.zeit.de/2007/3...

Der schweizer Historiker Daniele Ganser zu NATO-Geheimarmeen:

http://www.youtube.com/wa...

ab 11:35 der ehemalige Präsident Lyndon B. Johnson zum Demokratieverständnis unserer heiligen Krieger für "Freiheit und Demokratie":

Zum Demokratieverständnis der imperialen Eliten der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson:

“Vergessen sie ihr Parlament und ihre Verfassung, Amerika ist ein Elefant, Zypern ist eine Fliege, Griechenland ist eine Fliege. Wenn die beiden Fliegen weiterhin den Elefanten jucken, dann könnten beide durch den Rüssel des Elefanten zerquetscht werden, entgültig zerquetscht [...] Wir zahlen den Griechen eine ganze Menge guter Dollars, Herr Botschafter. Wenn ihr Premierminister mir etwas über Demokratie erzählen will, über das Parlament und die Verfassung, dann könnte es sein, dass er, sein Parlament und seine Verfassung nicht lange überleben."

2 Jahre später (1967) kam es in Griechenland zu einem Militärputsch, an dem die CIA vermutlich beteiligt war.

na ja

wer trotzdem richtig lesen kann, liest nichts neues.

der terrorismus ist ein geheimdienstinstrument, was von denen benutzt wird um ein bestimmtes klima zu erzeugen.
das ist dann anlass, eine militärische präsenz oder operation durchzuführen, die wiederum konkrete politische interessen bedient.

es fällt doch auf, dass uns immer das weiße haus erklärt, wer terrorist ist, wer sein stellvertreter, welche anschläge entdeckt oder vereitelt werden und welches material über die terroristen gerade mal wieder gefunden wurde.

peinlich trivial, im gleichschritt dieses niveaus bewegt sich dann nur noch die unkritische, begleitende berichterstattung in den medien ...