Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich © Sean Gallup/Getty Images

Die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten hat 2011 einen Höchststand erreicht. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte , wurden im vergangenen Jahr insgesamt 30.216 politisch motivierte Straftaten gezählt. Die Gewalttaten darunter stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 17,9 Prozent auf mehr als 3.000. Das ist der bislang höchste Wert seit Einführung des Erfassungskriteriums der "politisch motivierten Taten" 2001.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich äußerte seine Sorge darüber, dass besonders ausländerfeindlich motivierte Gewalttaten um etwa 22,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hätten. Die Zahl der Gewalttaten im linksextremen Spektrum stiegen den Angaben nach um 31,4 Prozent, die Zahl der rechtsextrem motivierten Gewalttaten um 2,7 Prozent. Der CSU-Politiker verwies in seiner Erklärung auf die der rechtsextremen Kriminalität "innewohnenden Brutalität", die sich an einer deutlich höheren Quote an Verletzten im Verhältnis zur Anzahl der Gewalttaten zeige.

Friedrich erinnerte daran, dass es 2011 erstmals einen islamistisch motivierten Terroranschlag in Deutschland gab, bei dem auf dem Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten starben. Im gleichen Jahr wurde die rechtsextremistische Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) erkannt, deren Mitglieder über mehrere Jahre hinweg mindestens zehn Menschen getötet hatten.

Auch wenn der Anstieg bei den rechtsextremen Gewalttaten weitaus geringer sei als in anderen Bereichen, dürfe nicht aus den Augen verloren werden, dass "die meisten politisch motivierten Straftaten seit Jahrzehnten einen rechtsextremen Hintergrund haben", sagte der Innenminister. Seit dem Jahr 1990 seien – die Morde der NSU einbezogen – bislang 60 Menschen durch rechtsextreme Gewalt umgekommen.