Pro NRWPolizei verhindert Zusammenstöße vor Moschee

In Köln ist die befürchtete Konfrontation zwischen Rechtsextremen und radikalen Salafisten ausgeblieben. Zehn bewaffnete Islamisten wurden festgenommen. von afp

Ein Unterstützer von Pro NRW (Archiv)

Ein Unterstützer von Pro NRW (Archiv)  |  © Thomas Starke/Getty Images

Drei Tage nach den Ausschreitungen zwischen Rechtsextremen und Salafisten in Bonn ist eine weitere antiislamische Demonstration der rechten Gruppierung Pro NRW in Köln weitgehend friedlich verlaufen. Laut Polizei wurden zehn bewaffnete Salafisten festgenommen.

An der Demonstration unweit der im Bau befindlichen Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld beteiligten sich etwa 30 Sympathisanten von Pro NRW . Gegen die Kundgebung demonstrierten wenige hundert Meter entfernt mehr als 300 Unterstützer eines Bündnisses gegen Rechts. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um Ausschreitungen radikalislamischer Salafisten zu verhindern. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger ( SPD ) waren etwa 1.000 Polizisten im Einsatz. Sein Ministerium hatte zuvor von "ganz konkreten Hinweisen auf Gewalttaten" gesprochen.

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Bei einigen der festgenommenen Salafisten beschlagnahmte die Polizei Messer, Eisenstangen und Tierabwehrspray. Mehr als 100 radikalen Islamisten hatte die Polizei das Betreten des Kölner Stadtgebietes vorsorglich verboten.

Zeichner Westergaard wehrt sich gegen Missbrauch seiner Karikatur

Erneut zeigten die Pro-NRW-Demonstranten die umstrittenen Mohammed-Zeichnungen. Dies hatte das Kölner Verwaltungsgericht erlaubt. Am Samstag hatte es bei einer vergleichbaren Aktion in Bonn Auseinandersetzungen gegeben . Demonstranten aus dem salafistischen Umfeld griffen Polizisten an und verletzten 29 Beamte, zwei von ihnen schwer.

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard hat sich gegen den Gebrauch seiner Mohammed-Karikatur durch Pro NRW gewehrt. Er habe den Rechtsextremen niemals erlaubt, die Karikatur zu verwenden, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Ich lehne es strikt ab, mit einer politischen Partei oder Bewegung in Verbindung gebracht zu werden."

Der Bezirksbürgermeister von Köln-Ehrenfeld, Josef Wirges (SPD), sagte: "Es ist eine Unverschämtheit, heute, am Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus, sich hier hinzustellen und zu versuchen, Menschen gegeneinander aufzuhetzen."

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Leserkommentare
  1. 1. .....

    Gut so.

    Sry aber das zeigen von Karikaturen muss in einem freien Land doch erlaubt sein.

    (das sollte jetzt nicht so ausgelegt werden das ich Pro-NRW sonderlich mag, tu ich nämlich nicht.)

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    ...dient ausschließlich zur Provokation, daher sollte diese provokative Aktion untersagt werden.

    Es sollte Grenzen geben, wenn sie zeitlich und räumlich begrenzt sind und zur Sicherheit dienen. Karikaturen sind nicht verboten, nur haben sie genau wie Texte und Symbole in bestimmten Zusammenhängen und Situationen so sehr provozieren dass die Sicherheit aller Beteiligten nicht sehr gewährleistet werden kann.

    Grundsätzlich ja, aber nicht direkt vor einer Moschee. Das hat einfach was mit Toleranz und Respekt zu tun. Man MUSS nicht von jedem Recht gebrauch machen, wenn es Menschen emotional verletzt. Dennoch sollten religiöse Fanatiker und Extremisten jedweder Art verboten werden.

  2. 6. ......

    Oh, ich wusste nicht das Provokationen verboten sind....

    Karikaturen sind ein legitimer Ausdruck der eigenen Meinung, Meinungsfreiheit gilt doch noch oder bzw. die Freiheit der Kunst und Satire.

    Für die Provokation brauchts immer zwei einen der provoziert und einen der sich provozieren lässt, weder das eine noch das andere ist in einem freiheitlichen Staat ein Problem, das Problem kriegt erst derjenige der zu haut weil er meint anderen ihre Freiheit nehmen zu müssen mit Karikaturen rum zu laufen.

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  3. ... beispielsweise auch jeder Kabarettist auf sein religiöses Provokationspotential geprüft werden müssen.

    Wir graben uns hier mit Verboten nur die Freiheit selbst wieder ab, für die viele Menschen lange und hart gekämpft haben.

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  4. Karrikaturen dürfen sie aber trotzdem jederzeit zeigen, um Freude zu verbreiten oder zu provozieren. Das Grundgesetz schützt sie und die Karrikaturisten und weder gehört in diesem Fall die Schere in den Kopf der Zeichner noch in die Köpfe von Juristen, die sich schließlich an unsere Gesetze halten sollen oder gar von Politikern, die so gern alles mögliche verbieten würden.

    Zeigen, provozieren - ist Recht. Ob es nun jedem gefällt oder nicht.

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  5. will das Zeigen von Karikaturen verbieten, weil Gewalttäter diese Karikaturen nicht mögen.

    So weit sind wir also schon.

    (Dass die Karikaturen von politisch Rechten gezeigt werden tut hier nichts zur Sache.)

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  6. ... dass das Zeigen von Karikaturen und damit das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht verboten werden darf.

    Dabei muss es selbstverständlich egal sein, wer dieses Grundrecht für sich in Anspuch nimmt. Sonst wäre es kein Grundrecht.

    Eigentlich bedenklich, dass es dazu erst einer Verwaltungsgerichtsentscheidung bedarf und es mithin überhaupt einen Anlass gibt, der dargestellten Selbstverständlichkeit in einem Kommentar Ausdruck zu verleihen.

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    "Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass das Zeigen von Karikaturen und damit das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht verboten werden darf.

    Dabei muss es selbstverständlich egal sein, wer dieses Grundrecht für sich in Anspuch nimmt. Sonst wäre es kein Grundrecht.

    Eigentlich bedenklich, dass es dazu erst einer Verwaltungsgerichtsentscheidung bedarf und es mithin überhaupt einen Anlass gibt, der dargestellten Selbstverständlichkeit in einem Kommentar Ausdruck zu verleihen."

    Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Um so bedenklicher ist es, daß es inzwischen offenbar nicht mehr selbstverständlich ist, dieses Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Deutschland in Anspruch zu nehmen, ohne Gewalt und Terror ausgesetzt zu sein.

  7. Für mich ist jede Kirche, jeder Tempel, jede Moschee eine Provokation, da ich nicht an diese Religionen glaube.
    Und die bleiben stehen! Für immer.
    Dennoch nehme ich sie gelassen hin.
    Wieso nehmen Religionen Sonderrechte in Anspruch ?
    Davon abgesehen, wieso ist die Abbildung eines bärtigen Mannes mit einer Bombe im Turban provokativ wenn bärtige Männer passend dazu randalieren ?
    Da wenige Abbildungen von Mohammed existieren ( diese sind bei Wikipedia aus dem arabischen Raum einzusehen ), seine Existenz nicht einmal gesichert ist, woher wissen die Gläubigen , wie er denn nun ausgesehen hat ? Sein angebliches Grab wurde von den Wahabiten zerstört, dass sind nun die, die sich aufregen über eine politische Karikatur die genau zu ihrem Votgehen passt ?

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "§166 StGB"
  8. Nehmen wir mal an, ich würde mit einem T-shirt rumlaufen, auf dem gezeigt wird, wie ein Papst Christus an das Kreuz nagelt,
    ( da gibt es sicher viele Menschen, die dieser Äusserung positiv gegenüber stehen ), in keinem, auch Islamischen, Land würde dieses mir übel bekommen, ich glaube auch nicht einmal in Rom, wobei mir der Anstand verbäte, damit in den Vatikan zu gehen.
    Bei einer Bedruckung mit einer Islamkritischen Darstellung müsste ich aber sogar in Deutschland um mein Leben fürchten?
    Da passt doch etwas nicht mehr zusammen.

    9 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte SPD | Kurt Westergaard | Faschismus | Innenminister | Jahrestag | Missbrauch
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