Fährunglück in IndienRettungskräfte suchen nach mehr als 150 Vermissten

Nach dem Schiffsunglück auf dem Brahmaputra im Nordosten von Indien werden noch 150 Menschen vermisst. Die Retter gehen mittlerweile von mindestens so vielen Toten aus. von afp und dpa

Helfer bergen Teile der gekenterten Fähre aus dem Brahmaputra nahe dem Dorf Buraburi in Assam, Indien.

Helfer bergen Teile der gekenterten Fähre aus dem Brahmaputra nahe dem Dorf Buraburi in Assam, Indien.  |  © REUTERS/Utpal Baruah

Nach dem Fährunglück im Nordosten Indiens haben Bergungsmannschaften die Suche nach Opfern und Überlebenden fortgesetzt. An der groß angelegten Rettungsaktion seien Angehörige der Sicherheitskräfte und des Katastrophenschutzes beteiligt, sagte der Ministerpräsident des Bundesstaates Assam, Tarun Gogoi, am Dienstag. Nach Medienberichten waren am Unglücksort in der Nähe der Stadt Dhubri auch Taucher und ein Hubschrauber im Einsatz.

Heftiger Regen behindert jedoch die Arbeiten. Durch umgestürzte Bäume waren zahlreiche Straßen zur Unglücksstelle zunächst unpassierbar, Rettungsteams kamen nicht durch.

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Wie die Times of India berichtet , waren etwa 300 Menschen an Bord. 68 Tote seien geborgen worden, 150 würden noch vermisst. Die Fähre war auf dem Weg nach Madattari und geriet auf dem Brahmaputra in Assam in einen Sturm. Nach Augenzeugenberichten zerbrach das Schiff und kenterte. Es soll keine Schwimmwesten und auch keine Rettungsboote an Bord gehabt haben.

Nur wenige Passagiere schafften es, ans Ufer zu schwimmen. Einige konnten von Einheimischen in Booten gerettet werden. Polizeiangaben zufolge überlebten etwa 100 Personen das Unglück.

Nur wenige Inder können schwimmen

In Indien gibt es in den meisten Schulen keinen Schwimmunterricht. Damit ist die Zahl der Nichtschwimmer sehr hoch.

Indiens Premierminister Manmohan Singh sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und nannte das Unglück eine Tragödie.

Das Fährunglück ist eines der schwersten in der jüngeren Geschichte Südasiens. Geringe Sicherheitsauflagen und überfüllte Schiffe führen in der Region immer wieder zu schweren Unglücken. Im Oktober 2010 ertranken mindestens 79 muslimische Pilger, als eine überfüllte Fähre im indischen Bundesstaat Westbengalen sank.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
    • Schlagworte Indien | Manmohan Singh | Ministerpräsident | Opfer | Premierminister | Region
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