Absturz in Indonesien : Hubschrauber-Crew findet verschollenen Superjet

Tragisches Ende eines Werbefluges des ersten selbst entwickelten russischen Passagierjets: Den Absturz des Flugzeuges über Indonesien hat keiner der Insassen überlebt.
Marinesoldaten auf der Suche nach der Unglücksstelle © Beawiharta/Reuters

Das in Indonesien abgestürzte Flugzeug ist entweder bereits in der Luft, spätestens jedoch beim Aufprall auseinandergebrochen. Ein indonesischer Militärvertreter schilderte, das Flugzeug sei "regelrecht vom Himmel gefallen". Es habe keiner überlebt, sagte ein Sprecher der Firma, die den russischen Flugzeughersteller Suchoi in Indonesien vertritt. Das bestätigte ein Sprecher der nationalen Rettungsbehörde.

An Bord waren bis zu 50 Menschen, neben der russischen Crew vor allem Vertreter von Fluggesellschaften und einige Journalisten. Das Wrack hatten Suchtrupps von einem Hubschrauber aus geortet. Die Absturzstelle nach Angaben der Luftwaffe liegt in unwegsamem Gelände an den Hängen des 2.200 Meter hohen Vulkans Salak südlich der Hauptstadt Jakarta .

Der Superjet 100 in einer Fabrik in Komsomolsk am Amur (Bild von 2007) © Yuri Maltsev/Reuters

Mittlerweile trafen dort Rettungstrupps ein. Ein Sprecher sagte, die Helfer hätten bei den Wrackteilen erste Leichen gefunden. Die Chancen, Überlebende zu finden waren gering: Das Flugzeug habe in voller Geschwindigkeit die Seite des Bergs gerammt, sagte der Sprecher. Es sei vollständig zerstört.

Vom Radar verschwunden

Die Maschine, ein Suchoi Superjet 100, war am Mittwoch bei einem Demonstrationsflug bei Jakarta vom Radar verschwunden . Die Crew hatte in ihrem letzten Kontakt zur Flugsicherung gebeten, die zugewiesene Flughöhe zu verlassen und auf 1.800 Meter sinken zu dürfen. Warum, war zunächst unklar. 

Neuentwicklung gemeinsam mit Boeing

Einen ersten Flug absolvierte die Maschine einem Ministeriumssprecher zufolge zuvor erfolgreich. Dieses Mal habe die Maschine kurz nach dem Start den Funkkontakt verloren.

Der Superjet 100 ist das erste größere Passagierflugzeug des Herstellers Suchoi, der bislang vor allem durch Militärflugzeuge bekannt ist. Die SSJ 100 wurde in Kooperation mit dem US-Flugzeugbauer Boeing und der italienischen Finmeccancia entwickelt – in Russland ist die Maschine die erste Neuentwicklung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion .

Je nach Modell bietet die Maschine Platz für 68 bis 103 Passagiere. Seinen Jungfernflug absolvierte das Modell 100 im Jahr 2008. Suchoi hat derzeit 170 Bestellungen für das Flugzeug und will vor allem ausländische Märkte bedienen. Geplant ist eine Produktion von bis zu 1.000 Maschinen.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Sinnloser Kommentar?

Sinnlos war m.E. nicht der Kommentar von Interozetor.
Sinnlos ist die Passage "Das in Indonesien abgestürzte Flugzeug ist entweder bereits in der Luft, spätestens jedoch beim Aufprall auseinandergebrochen" im Artikel selbst.

Das ist eine Nullaussage. Wann sonst soll das Flugzeug denn auseinandergebrochen sein, wenn nicht in der Luft oder eben beim Aufprall?
Wenn man es nicht genauer eingrenzen kann, sollte man einen solchen Satz gleich ganz weglassen, oder zumindest so etwas wie "Es ist noch unklar, ob das Flugzeug bereits in der Luft oder erst beim Aufprall zerbrochen ist."
Obwohl in Wirklichkeit klar ist, das letzteres *weitaus* wahrscheinlicher ist - Flugzeuge, speziell derart neue Flugzeuge, brechen nicht einfach so in der Luft auseinander und fallen dann runter.

Zum Kopfschütteln

Bin ganz bei Ihnen. Verstehe nicht, wie es zu solchen Sätzen kommen kann. Das sind Nichtaussagen. Das wäre so als würde man sagen: "Die Passagiere sind entweder alle an Bord schon verblichen oder jedenfalls spätestens beim Aufprall." Das wäre das Niveau.

Erinnere mich da an einen SPON-Artikel. Es ging um einen explodierten Handyakku. Das Handy war in der Brusttasche und es kam zu tödlichen Verletzungen beim Besitzer. Im Artikel stand dann, die Todesursache könne man nicht in dem Akku bzw. dem handy sehen, sondern diese sei das Eindringen von Splittern ins Herzgewebe (!).

Naja, zum Schmunzel irgendwie zu traurig, wenn es Tote gibt.

Dochdoch, "Das in Indonesien abgestürzte Flugzeug ist entweder bereits in der Luft, spätestens jedoch beim Aufprall auseinandergebrochen" ist eine vollkommene Nullaussage.

Wenn ich lediglich die Information unterbringen will, dass das Flugzeug nun in Einzelteilen am Berghang liegt - was ja auch im Foto zu sehen ist - dann kann ich genau das schreiben: "Trümmerteile des Wracks wurden an einem Berghang gefunden."

Um etwas plakativ deutlich zu machen, was ich meine: nach einem Autounfall, bei dem das Auto in zwei Teile gerissen an einem Baum liegt, käme auch niemand auf die Idee, zu schreiben "Das am Gardasee verunglückte Fahrzeug ist auf der Fahrbahn, spätestens jedoch beim Aufprall auseinandergebrochen."
(Nebenbei: Auch bei letzterem Satz wüsste ich - ebenso wie bei dem Satz im Artikel - welche Möglichkeit die mit Abstand wahrscheinlichere ist. Flugzeuge fallen wie gesagt ebensowenig einfach auseinander wie Schiffe, LKWs oder Autos.)