Julian Assange in London © Andrew Winning/Reuters

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange ist mit seinem Antrag auf eine Überprüfung des Auslieferungsentscheids an Schweden in Großbritannien gescheitert. Wie der Oberste Gerichtshof in London mitteilte, wurde der entsprechende Antrag abgewiesen. Die vorgeschriebene Zehn-Tages-Frist bis zu einer Abschiebung nach Schweden beginnt nach einer Mitteilung des Gerichts am 28. Juni.

Als letztes rechtliches Mittel bleibt dem Australier nun noch Möglichkeit, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach Straßburg zu ziehen. Die Straßburger Richter haben die Möglichkeit, eine Auslieferung vorläufig zu stoppen. Rechtsexperten halten das aber für wenig wahrscheinlich.

Ende Mai hatte das Gericht Assanges Auslieferung erlaubt. Es billigte aber den Anwälten für einen Antrag auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens eine Frist von 14 Tagen zu. Damit wurde die Auslieferung vorerst aufgeschoben.

Dem Internetaktivisten werden in Schweden Sexualdelikte vorgeworfen . Der 40-jährige Australier weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politisch motiviert. Er fürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden, wo er wegen der Veröffentlichung Tausender geheimer US-Depeschen, unter anderem zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan , den Zorn der Regierung auf sich gezogen hat.