WikiLeaks-GründerScotland Yard droht Assange mit Festnahme

Mit seiner Flucht in Ecuadors Botschaft hat Julian Assange gegen Bewährungsauflagen verstoßen. Die Polizei droht, ihn festzunehmen, sobald er die Vertretung verlässt.

Julian Assange in London

Julian Assange in London

Die britischen Behörden haben angekündigt, WikiLeaks-Gründer Julian Assange festzunehmen, wenn er die Botschaft Ecuadors in London verlässt. "Er ist für die Verletzung der Auflagen zu verhaften", sagte eine Sprecherin der Londoner Polizei. Assange hatte sich am Dienstagnachmittag in Ecuadors Londoner Botschaft begeben, um dort politisches Asyl zu beantragen. Er verbrachte offenbar die Nacht in der Botschaft. Assange muss unter anderem eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der Polizei melden. Gegen mindestens eine dieser Arrestauflagen hat er nach Darstellung der britischen Polizei nun verstoßen.

Der Australier war vor fünf Tagen mit einem Widerspruch gegen seine Auslieferung von Großbritannien nach Schweden gescheitert. Nach Mitteilung des Obersten Gerichts in London beginnt am 28. Juni die vorgeschriebene Zehn-Tages-Frist bis zu einer Abschiebung. Als letztes rechtliches Mittel bleibt Assange noch die Möglichkeit, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen.

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Assange sieht sich von höchsten Regierungsstellen attackiert

Das Verfahren um die Auslieferung Assanges läuft seit rund 18 Monaten. Ihm wird in Schweden Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Anfang 2011 war er gegen strenge Auflagen aus der Auslieferungshaft entlassen worden. Assange weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politisch motiviert. Ecuadors Außenministerium in Quito zufolge habe Assange vorgetragen, er sei in Schweden von höchsten Regierungsstellen offen attackiert worden.

Der WikiLeaks-Gründer wirft den schwedischen Behörden vor, die Anschuldigungen der sexuellen Belästigung nur als Vorwand zu erheben. Aus seiner Sicht würde ihn in Schweden kein fairer Prozess erwarten. Unter Umständen könne er von Schweden auch in die USA überstellt werden, wo er fürchten müsse, wegen der Veröffentlichung zahlreicher Geheimdokumente zum Tode verurteilt zu werden.

Ecuador werde die Anfrage prüfen, sagte Außenminister Ricardo Patiño. In Washington wollte man sich zu der neuen Entwicklung in dem Fall nicht äußern. "Das ist Sache Großbritanniens, Schwedens und Ecuadors", heißt es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.

Kritik an Australiens Regierung

Die australische Regierung bezeichnete den Asylantrag als private Angelegenheit des Internetaktivisten. "Herr Assange wird Entscheidungen im eigenen Interesse so treffen, wie er es sieht", sagte der amtierende Regierungschef Wayne Swan in Canberra. Man werde ihm "größtmögliche Unterstützung zukommen lassen, wie es bei jedem australischen Staatsbürger im Ausland normal ist".

Kritik an der Regierung kam vom australischen Grünen-Senator Scott Ludlam. "Dieser jüngste Schritt von Herrn Assange zeigt, dass er kein Vertrauen in die Bereitschaft der australischen Regierung hat, einzuschreiten und ihn vor einer Strafverfolgung durch die USA zu schützen", sagte er.

Vor zwei Jahren hatte Assange für weltweites Aufsehen gesorgt, weil WikiLeaks Tausende geheime US-Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan veröffentlichte. Es war die größte Enthüllung geheimer Dokumente in der Geschichte der USA. Die US-Regierung sieht in Assange einen Verräter. In der Anti-Zensur-Bewegung wurde er dagegen zeitweise als Held gefeiert.

 
Leserkommentare
  1. Zitat
    " Aber dieser blinde Hass auf die USA finde ich nicht nur lächerlich, sondern auch dezent kindisch."

    Glauben Sie im Ernst, daß sich die einschlägigen USA-Kritiker hier um das Schicksal der dort zum Tode Verurteilten scheren? In den USA wird man nicht aufgrund seiner Homosexualität hingerichtet.
    In anderen Ländern schon.

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    Antwort auf "lächerlich"
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    Ich denke nicht. Leider. Wäre aber meiner Erfahrung nach auch das erste mal, dass so etwas eingesehen wird.
    Auch darüber hinaus kann ich Ihnen nur voll und ganz zustimmen.
    Danke!

    Ich denke nicht. Leider. Wäre aber meiner Erfahrung nach auch das erste mal, dass so etwas eingesehen wird.
    Auch darüber hinaus kann ich Ihnen nur voll und ganz zustimmen.
    Danke!

  2. hinsichtlich unschuldiger Toter liegt ja bemerkenswert
    hoch.
    Wie gut, dass Sie als Deutscher davor gefeit
    sind, jemals unschuldig zum Tode verurteilt zu werden oder
    aber als Collateral Damage einem Drohnenangriff zum Opfer
    zu fallen.

    Die letzten großen Kriege : Korea, Vietnam, Irak,
    Afghanistan....die gingen Ihrer Meinung nach nicht
    von den USA aus ?

    Interessant.

    Vermutlich plädieren Sie....rein sicherheitshalber....
    für "präventive" Kriege.
    Gegen den Iran zum Beispiel ?

    Und "wo gehobelt wird, da fallen Späne " ????

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "wirklich??"
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    Zitat
    " Ihre Toleranzschwelle....
    hinsichtlich unschuldiger Toter liegt ja bemerkenswert
    hoch"

    Nein, jeder Tote ist ein Toter zu viel.
    Ich bedaure aber auch die Toten in den Lagern in Nordkorea oder die getöteten Christen in Ägypten, ohne diese vor meinen politischen Karren zu spannen.

    Zitat
    " Ihre Toleranzschwelle....
    hinsichtlich unschuldiger Toter liegt ja bemerkenswert
    hoch"

    Nein, jeder Tote ist ein Toter zu viel.
    Ich bedaure aber auch die Toten in den Lagern in Nordkorea oder die getöteten Christen in Ägypten, ohne diese vor meinen politischen Karren zu spannen.

  3. 67. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Danke, die Redaktion/lv

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    dann sind Sie das "Evil Disposer".

    Die durch WL an die Öffentlichkeit gebrachten Fakten
    sind eine unleugbare Tatsache.
    Ebenso die von der Sicherheitsfirma Stratfor für die
    US Behörden vorgeschlagenen AntiWL Strategien.
    Ebenso die Aufrufe von USPolitikern, Assange als
    Verräter zu betrachten und hinzurichten.
    Ebenso die Tatsache, dass DDB Assange schwerst
    geschadet hat, Tausende von Daten vernichtet hat
    und bis jetzt keine funktionierende Plattform OL
    zustandebrachte.

    Fakten logisch miteinander zu verknüpfen, das lernt
    man in Schule und Universität.
    Fakten zu leugnen, das wird einem dann später
    manchmal suggeriert...:)))

    dann sind Sie das "Evil Disposer".

    Die durch WL an die Öffentlichkeit gebrachten Fakten
    sind eine unleugbare Tatsache.
    Ebenso die von der Sicherheitsfirma Stratfor für die
    US Behörden vorgeschlagenen AntiWL Strategien.
    Ebenso die Aufrufe von USPolitikern, Assange als
    Verräter zu betrachten und hinzurichten.
    Ebenso die Tatsache, dass DDB Assange schwerst
    geschadet hat, Tausende von Daten vernichtet hat
    und bis jetzt keine funktionierende Plattform OL
    zustandebrachte.

    Fakten logisch miteinander zu verknüpfen, das lernt
    man in Schule und Universität.
    Fakten zu leugnen, das wird einem dann später
    manchmal suggeriert...:)))

  4. dann sind Sie das "Evil Disposer".

    Die durch WL an die Öffentlichkeit gebrachten Fakten
    sind eine unleugbare Tatsache.
    Ebenso die von der Sicherheitsfirma Stratfor für die
    US Behörden vorgeschlagenen AntiWL Strategien.
    Ebenso die Aufrufe von USPolitikern, Assange als
    Verräter zu betrachten und hinzurichten.
    Ebenso die Tatsache, dass DDB Assange schwerst
    geschadet hat, Tausende von Daten vernichtet hat
    und bis jetzt keine funktionierende Plattform OL
    zustandebrachte.

    Fakten logisch miteinander zu verknüpfen, das lernt
    man in Schule und Universität.
    Fakten zu leugnen, das wird einem dann später
    manchmal suggeriert...:)))

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Das Wort habe _ich_ allerdings auf der Schule nicht gelernt :))), aber da die red. so dynamisch reagiert (gelöscht) hat, braucht Sie das alles ja gar nicht zu belasten:)))
    Erzählen Sie mir mehr über Ihre Schule und Ihre Universität, wo Sie das folgerichtige Denken lernten.:)))
    Bitte.:)))

    Das Wort habe _ich_ allerdings auf der Schule nicht gelernt :))), aber da die red. so dynamisch reagiert (gelöscht) hat, braucht Sie das alles ja gar nicht zu belasten:)))
    Erzählen Sie mir mehr über Ihre Schule und Ihre Universität, wo Sie das folgerichtige Denken lernten.:)))
    Bitte.:)))

  5. Zitat
    " Ihre Toleranzschwelle....
    hinsichtlich unschuldiger Toter liegt ja bemerkenswert
    hoch"

    Nein, jeder Tote ist ein Toter zu viel.
    Ich bedaure aber auch die Toten in den Lagern in Nordkorea oder die getöteten Christen in Ägypten, ohne diese vor meinen politischen Karren zu spannen.

    2 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

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  6. wenn man nur liest, was die Bild und vergleichbare Zeitungen (auch die Zeit) schreiben und sich nicht selbst mit der Materie beschäftigt. Wikileaks hat einige unfassbare Dinge veröffentlicht, die die Medien aber wohlwissend ignoriert haben.

    5 Leserempfehlungen
  7. China und Iran spielen sich auch nicht als "Weltpolizei" auf und wollen auch nicht die Welt belehren. Und China bombt auch nicht "Demokratie" in die Köpfe ganzer Bevölkerungen.

    5 Leserempfehlungen
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    aber ein fremdes Land zu besetzen und zu kolonialisieren, zu übersiedeln mit Han-Chinesen, das ist nicht aggressiv?

    aber ein fremdes Land zu besetzen und zu kolonialisieren, zu übersiedeln mit Han-Chinesen, das ist nicht aggressiv?

  8. 72. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@noprincess"
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    Zitat
    "Nicht, wenn man die jahrzehntelang geübte Praxis,
    Hundertausende von Menschenleben zu opfern, kritisiert."

    [...] Sie kritisieren eben NUR die USA und untermauern damit Ihre politische Haltung. Jeder Tote ist einer zuviel.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie auf einer sachlichen Ebene. Danke, die Redaktion/mk

    Zitat
    "Nicht, wenn man die jahrzehntelang geübte Praxis,
    Hundertausende von Menschenleben zu opfern, kritisiert."

    [...] Sie kritisieren eben NUR die USA und untermauern damit Ihre politische Haltung. Jeder Tote ist einer zuviel.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie auf einer sachlichen Ebene. Danke, die Redaktion/mk

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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  • Schlagworte Schweden | Abschiebung | Botschaft | Nötigung | US-Regierung | USA
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