BotschaftsfluchtEcuador berücksichtigt mögliche Todesstrafe für Assange

Ecuador will in Kürze entscheiden, ob es dem WikiLeaks-Gründer Asyl gewährt. Regierungsvertreter kündigten an, man werde das Recht auf Leben schützen. von afp

Unterstützer von Assange protestieren vor der ecuadorianischen Botschaft in London.

Unterstützer von Assange protestieren vor der ecuadorianischen Botschaft in London.  |  © Dan Kitwood/Getty Images

Ecuador will bei der Prüfung des Asylantrags von Julian Assange auch die Gefahr der Todesstrafe für den Wikileaks-Gründer in den USA berücksichtigen. "Wir untersuchen derzeit Assanges Einwand, dass er aus politischen Gründen vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt werden könnte", twitterte der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño. Ecuador werde das Menschenrecht auf Leben und freie Meinungsäußerung schützen. Die ecuadorianische Verfassung kenne keine Todesstrafe.

Patiños Stellvertreter Marco Albuja hatte zuvor im australischen Fernsehen gesagt, dass Ecuadors Präsident Rafael Correa sich noch am Donnerstag zu dem Antrag äußern werde. Correa selbst, der sich zum UN-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro aufhielt, sagte dazu: "Wir sind ein Land der Freiheit."

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Assange hatte am Dienstag in der Londoner Botschaft Ecuadors Zuflucht gesucht und einen Antrag auf politisches Asyl gestellt. Ihm droht die Auslieferung an Schweden , wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden . Assange fürchtet aber, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen durch seine Website Wikileaks verfolgt zu werden.

Die britischen Behörden hatten am Mittwoch angekündigt , Assange festzunehmen, sobald er die ecuadorianische Botschaft in London verlässt, weil er seine Arrestauflagen verletzt habe. Assange muss unter anderem eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der Polizei melden.
 

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Leserkommentare
  1. Danke, Ecuador.

    Wir pflegen ja so etwas mit Brunnenbohrern und Mädchenschulen bauenden Teppichhändlern zu erledigen.

  2. Nun, Schweden kann, will nicht, wird nicht, je eine Zusage geben, jemanden gegen den ein Prozess in USA beschlossen ist, nicht auszuliefern. Schweden war das einzige Land, das den Transit nach dem Guatan...Knast in USA billigte. Im FR TV, im UK TV wird Assange zur prime time der 2 fachen Vergewaltigung bezichtigt, ja unterschwelling (Viol, Rape) sogar vorsätzlich. Wenn man sich anguckt, wie die Besitzverhältnisse dieser Antennen und der verbandelten Presse sind wird klar, Sprachrohr der konservativen US, zumindest Diener und Werbekpital abhängig. Warten wir ab, ich denke privat, wer sich so weit aus dem Fenster lehnt wie der twitternde Diplomat, sähe unheimlich doof aus, würde er einen Rückzieher machen.

  3. Hier mal ein Beispiel dafür, dass Herr Assange offenbar sehr gut damit beraten ist, sich so gut wie möglich gegen eine Auslieferung in das ach so demokratische Schweden zu wehren:

    "Schweden und die CIA-Praxis des Verschleppens von angeblichen "Terroristen" in Folterländer

    Über den Fall der mit US-Geheimdienst-Unterstützung durchgeführten heimlichen Abschiebung von zwei Asylbewerbern nach Ägypten wird die Praxis der "extraordinary renditions" wieder einmal zum Thema
    Ausgerechnet in Schweden kam es am 18. Dezember 2001 zu einer schweren Verletzung der Menschenrechte. Am Abend diesen Tages wurden Ahmed Agiza und Muhammed Al Zery nach Ägypten abgeschoben."

    http://www.heise.de/tp/ar...

  4. 36. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Danke, die Redaktion/ds

    Antwort auf "Doppelmoral?"
  5. Zeitung, Internet, Radio entnehmen, was in etwa geschehen ist. So einiges ist doch an die Öffentlichkeit gekommen. Daß die gekränkten Mädel ihre Anzeige sofort wieder zurückgezogen haben, dürfte auch damit zusammenhängen, daß sie ja bereits ihre Begeisterung über die "Vergewaltigungen" getwittert hatten. Ob die Staatsanwältin in feministischem Furor agiert, oder aus Ehrgeiz, oder auf politischen Druck hin - das allerdings vermag heute niemand zu sagen.

    Unsere historischen Erfahrungen mit den USA lassen mich aber eher an die letztere Variante glauben. Zumal Frau Ny erst nach einem "Personalwechsel" an den Fall Assange kam, der zunächst als Bagatelle niedergeschlagen werden sollte. So wie Bradley Manning als Hochverräter behandelt wird - obwohl er als Whistleblower in bester amerikanischer Tradition geehrt werden sollte - so wird Assange als Hochverräter betrachtet. Wenn sie ihn kriegen, bringen sie ihn um oder lassen ihn für immer verschwinden.

  6. sondern die Netzwerke welche diese Staaten auf Zeit kapern können.
    Es ist blos Zeichen einer maroden Gesellschaft, wenn eine Minderheit ihr die eigenen Ziele unterjubeln kann. Es wissen immer mehr Leute Bescheid, und vielleicht wird bald niemand mehr in der Position sein, Assadnge zu verfolgen. Ihr Stil ist es auch eher, dann Sanktionen gegen das ecuadorianische Volk zu ersinnen. Siehe auch gerade wie im Kosovo die Natosöldner jetzt Zivilisten gegenüber stehen. Da ist schon Hass auf widerspenstige Völker dahinter.

    Antwort auf "Grundsätzlich ist..."
    • Goody
    • 21. Juni 2012 11:03 Uhr

    Ecuador ist ein sehr sympathisches Land mit schönen Stränden viel Natur und netten Menschen.
    Und wenn der "Coup" mit Assange gelingt,dann sind die

    "in in aller Munde" Werbung gratis,genial.

    Motiv : Rache an den Amis z.B. dafür:

    "CHEVRON SOLL DEN AMAZONAS-URWALD VERSCHMUTZT HABEN"

  7. was denn "besser" ist, zum Tode verurteilt zu werden, oder dann eben für die nächsten 50 Jahre in einem US Gefängnis zu verrotten. Für mich kommt das ehrlich gesagt aufs Gleiche raus, wobei die Todesstrafe da fast noch gnädiger wäre....

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Rafael Correa | Todesstrafe | Ecuador | Asyl | Botschaft | Sexualdelikt
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