Nach dem Gespräch war Harmonie angesagt: "Sachlich und konstruktiv" sei die Atmosphäre gewesen, hieß es in einer Pressemitteilung der Erzdiözese Freiburg nach einem Gespräch von Erzbischof Robert Zollitsch mit sieben aufmüpfigen Pfarrern und Diakonen.

Und auch von deren Seite wurde bestätigt: Der Erzbischof habe sich verständnisvoll gezeigt. Ihr Anliegen wolle er sich zueigen machen, versprach er. In Zukunft werde man gemeinsam nach Lösungen dafür suchen, wie der lockerere Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, der in vielen katholischen Gemeinden längst praktiziert wird, mit dem Kirchenrecht in Übereinstimmung gebracht werden könne.

Der kleine Aufstand, den 14 Pfarrer und Diakone aus der Diözese Freiburg Anfang Juni angezettelt hatten , darf damit zumindest vorerst als befriedet gelten. Dabei hatte der Bischof zunächst durchaus mit scharfen Worten auf die Rebellen, die sich selber gar nicht als solche sehen, reagiert.

Seit Langem gängige Praxis

Diese hatten im Internet eine Erklärung zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der Katholischen Kirche veröffentlicht, einem Dauerstreitthema in allen katholischen Reformdebatten der vergangenen 30 bis 40 Jahre.

"In unseren Gemeinden gehen wiederverheiratet Geschiedene mit unserem Einverständnis zur Kommunion und empfangen das Bußsakrament und die Krankensalbung. Sie sind tätig als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pfarrgemeinderat, in der Katechese und in anderen Diensten", heißt es in dem Dokument.

Der Skandal lag darin, dass ein solches Vorgehen zwar in vielen Pfarrgemeinden seit Langem gängige Praxis ist, kirchenrechtlich aber eigentlich verboten ist. Den Initiatoren war das natürlich bewusst, wie sie in dem Dokument auch bekennen. Sie waren aber nicht länger bereit sich an diese Vorschriften zu halten, sondern wollen sich stattdessen von "der Barmherzigkeit" leiten lassen.

Mittlerweile haben 197 Pfarrer und Diakone in der Diözese das Dokument unterschrieben, rund ein Sechstel also. Der Aufforderung von Erzbischof Zollitsch, der zugleich Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz ist, die Unterschrift wieder zurückzuziehen, kamen ganze zwei nach.