Fußball-EMSchlägereien und chaotische Zustände nach Deutschland-Niederlage

Die einen feierten, die anderen waren schwer enttäuscht. In manchen deutschen Städten hat diese Gemengelage zu Raufereien zwischen Fans Italiens und Deutschlands geführt. von afp

Polizisten begleiten die Feiern italienischer Fans in Wolfsburg.

Polizisten begleiten die Feiern italienischer Fans in Wolfsburg.  |  © Britta Schulze/dpa/lni

Nach der Niederlage Deutschlands im EM-Halbfinale gegen Italien ist es in mehreren deutschen Städten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen deutschen und italienischen Fans gekommen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Freitag Dutzende Menschen vorläufig festgenommen, es gab mehrere Verletzte. Teilweise hatte die Polizei große Mühe, die Anhänger der deutschen und der italienischen Mannschaft wieder zu trennen.

In Wuppertal konnte die Polizei nach eigenen Angaben nur durch den massiven Einsatz von Beamten und Fahrzeugsperren ein Aufeinandertreffen von rund 800 deutschen und 600 italienischen Fans verhindern. Die Polizisten gingen dabei auch mit Pfefferspray gegen deutsche Anhänger vor. Laut Polizei gab es 13 Leichtverletzte, darunter einen Polizisten. 27 Menschen wurden vorläufig festgenommen, in 18 Fällen wurde Strafanzeige erstattet. Auch aus Solingen und Remscheid meldete die Polizei vereinzelte Reibereien und Festnahmen.

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In Wolfsburg herrschten nach den Angaben eines Polizeisprechers am Donnerstagabend für etwa eine Stunde chaotische Zustände, weil nach Schlusspfiff Fans aneinander gerieten. Trotz vier Körperverletzungsdelikten, 14 vorläufigen Festnahmen und mehreren Rauchbomben und bengalischen Feuern habe aber "nicht der Mob getobt", sagte der Sprecher. In Wolfsburg ist der Anteil der italienisch-stämmigen Einwohner an der Gesamtbevölkerung der größte in Deutschland, viele Italiener wurden in den vergangenen 50 Jahren als Arbeiter bei Volkswagen angeworben.

In Kassel kam es zu sechs vorläufigen Festnahmen. Zwei Tatverdächtigen wird dort laut Polizei gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. In einem Fall warf ein Fan einen Böller in ein Public Viewing, wodurch eine Besucherin am Bein verletzt wurde. Eine Anhängerin der deutschen Mannschaft setzte zudem Pfefferspray gegen italienische Fans ein. Auch gegen den Freund der Frau wird nun ermittelt, weil er bei deren Festnahme Polizisten angriff.
 

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Leserkommentare
  1. ... Chip-Ball kommen sollte, dann wird Fußball die erste Sportart sein, bei der das Spielgerät intelligenter ist als mancher "Fan".

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    • Afa81
    • 29. Juni 2012 15:27 Uhr

    ...das gilt auch jetzt schon mit dem Ball ohne Chip.

    Aber so ist das. Fußball erzeugt Emotionen. Und einige wenige werden damit wohl nie klar kommen.

    • Spez
    • 29. Juni 2012 19:53 Uhr

    Dem ist nichts hinzuzufügen

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen!!!

    • Afa81
    • 29. Juni 2012 15:27 Uhr

    ...das gilt auch jetzt schon mit dem Ball ohne Chip.

    Aber so ist das. Fußball erzeugt Emotionen. Und einige wenige werden damit wohl nie klar kommen.

    13 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wenn der ..."
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    ...dann sollte man keinen Sport mehr im TV übertragen.

    .
    Fussball ist eben nicht Polo, und Fussball-"viewer" sind eben keine Polo-Kundschaft.

    Nicht dass Polofreunde einen Deut besser wären, aber die Methoden sind halt subtiler.

  2. 3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  3. 4. Tja...

    ...Fußball lockt immer degenerierte Menschen an. Ist leider so. Zum Glück sind die meisten Zuschauer nicht so. Ich schäme mich für die, die gewalttätig geworden sind.

    3 Leserempfehlungen
  4. ...dann sollte man keinen Sport mehr im TV übertragen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich glaube..."
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    Wenn die Leute auf irgendwas nicht klar kommen, reden wir nicht mehr drüber, dann wird's schon gut gehen...

    Und ich habe mich auch noch verklickt und den Kommentar empfohlen 8o)

    Halte ich natürlich nichts von. Für mich ist eher die Frage, warum Menschen "degeneriert" sind oder für degeneriert gehalten werden, wie hier geschrieben wird. Oder warum Menschen nicht auf sportliche Niederlagen klarkommen. Die Frage nach der Ursache eben.

    • TDU
    • 29. Juni 2012 16:23 Uhr

    Wäre ja auch ein Wunder, wenn nicht gleich wieder nach Verboten gerufen würde.

    • Afa81
    • 29. Juni 2012 16:43 Uhr

    ...dass man millionen Menschen bestraft, weil ein paar Idioten sich nicht beherrschen können.
    Dann müsste man auch das Autofahren verbieten, weil eben einige immer wieder doch glauben, dass sich Biertrinken und Straßenverkehr nicht ausschließen.

  5. Typisch deutsch: Schlechte Verlierer!

    3 Leserempfehlungen
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    "Typisch deutsch" - dass ist typisch von einigen Deutschen, sich selbst wieder und wieder zu denunzieren - als ob in anderen Ländern und anderen Nationen andere Reaktionen anch der Niederlage herrschen würden.

    Dieser geistige Dephätismus und Selbstvera_ngstrieb von einigen Landsleuten (oder Trittbrettfahrern) ist einfach widerlich.

    • TDU
    • 29. Juni 2012 16:26 Uhr

    Sei wissen doch gar nicht, ob immer Deutsche schuld sind. Es gibt auch äusserst unangenehmes mit lauthals Häme Siegerverhalten. Mit war das immer egal, aber nicht jeder hat die gleiche Reizschwelle.

    Jau, stimmt! Und dann hat unsere Mannschaft auch noch gegen eine ausländische verloren, bevor sie ins Endspiel kommen konnte. Das ist auch mal wieder typisch deutsch. Kein Wunder, dass die anderen dann die besseren Gewinner sind. Stell dir vor, es wäre andersrum.. Das wäre ja untypisch, und das geht ja schon gar nicht!

    • TDU
    • 29. Juni 2012 16:19 Uhr

    Raufereien ist für mich Schulhof. Schlägereien ziehen meist ein blaues Auge oder sontige Blessuren nach sich. Ob da immer die Polizie kommen muss?. Meist wird von aussen einegriffen oder einer hat fertig.

    Bitten achten Sie doch auf die Sprache. Wenn jetzt schon ein Zusammenstoss von 600 oder 800 Leute eine Rauferei ist, wird entweder die Auseinandersetzung zwischen 20 Mann verharmlost oder 2000-3000 bergen Notstandsgefahr.

    Und was sollte das mit den frühen Arbeitern zu tun haben. In Köln gibts genug Italiener und alles war ruhig. Vielleicht weil die die Eisdielen gebracht haben?. Nichst für ungut, aber weder Überteibungen noch Verharmlosungen sollten sein. Und solnage der "Mob" nicht getobt hat, ist doch alles m. E. im grünen Bereich.

    4 Leserempfehlungen
  6. "Typisch deutsch" - dass ist typisch von einigen Deutschen, sich selbst wieder und wieder zu denunzieren - als ob in anderen Ländern und anderen Nationen andere Reaktionen anch der Niederlage herrschen würden.

    Dieser geistige Dephätismus und Selbstvera_ngstrieb von einigen Landsleuten (oder Trittbrettfahrern) ist einfach widerlich.

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    Antwort auf "Typisch"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Volkswagen | Fußball-EM | Polizei | Solingen | Stadt | Italien
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