Großbritannien"Sie machten mich betrunken und hatten Sex mit mir"

In England sind neun Männer aus Pakistan und Afghanistan verurteilt worden. Sie hatten systematisch junge Mädchen missbraucht – und viele Sozialarbeiter schauten weg.

Polizeikräfte vor einem Gerichtsgebäude in Liverpool

Polizeikräfte vor einem Gerichtsgebäude in Liverpool

Gerade ist im nordenglischen Rochdale der Prozess gegen einen organisierten Sexring zu Ende gegangen. Acht Männer pakistanischer Herkunft und ein Afghane sind zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ihnen konnte nachgewiesen werden, dass sie junge englische Mädchen systematisch missbraucht hatten. 

Dieses und andere Gerichtsverfahren förderten in den vergangenen Wochen zutage, was jahrelang im Halbdunkel geblieben war. Den Stein ins Rollen brachte eines der Opfer der "Sexgangs". Die 15-Jährige hatte folgende Sätze zu Papier gebracht: "Asiaten nehmen mich mit. Sie machen mich betrunken, geben mir Drogen, haben Sex mit mir und sagen, ich solle niemanden etwas erzählen. Ich will weg von hier." Sie gab den Zettel einem der Betreuer des Heimes in Rochdale, nahe Manchester, aus dem sie binnen drei Monaten 19-mal verschwunden war. Ihre Worte lösten eine der umfangreichsten Polizeiermittlungen gegen sexuellen Kindesmissbrauch in Großbritannien aus. 47 Opfer, Mädchen von 12 bis 16, wurden identifiziert, 26 Männer verhaftet, 11 angeklagt und zu insgesamt 77 Jahren Gefängnis verurteilt.

Anzeige

Seit zwanzig Jahren schon werden verletzliche Mädchen verkauft

Zugleich wurde diese spezifische Kategorie von Verbrechen erstmals öffentlich debattiert. Dabei breitet sie sich schon seit zwanzig Jahren aus. Verletzliche junge Mädchen werden ausgesucht, systematisch "aufbereitet" und dann sexuell missbraucht. Sie werden an Männer verkauft, die sie verachten. Es handelt sich um Mädchen, die oft nicht älter als zwölf Jahre sind und zumeist aus der weißen Unterschicht stammen. Es sind oft Kinder, die in Heimen leben oder mit alleinstehenden Müttern. Kinder, die oft dem Unterricht fernbleiben, auf Straßen herumstehen und darauf hoffen, dass man sie als Erwachsene behandelt, die sie nicht sind.

Ideale Zielscheiben für Männer, die sich freundlich geben, ihnen Pizza und Süßes anbieten und Orte, wo sie "chillen" können, etwa in Räumen über Kebabgeschäften. Dann werden eine Flasche Wodka und Drogen hervorgeholt. Die betrunkenen Mädchen werden zu Sex animiert oder gezwungen, oft mit Dutzenden Männern an einem Tag.

Sie wurden als Sexspielzeuge gebraucht und herumgereicht in einem Kreis von pakistanischen Männern zwischen 30 und 60, der stetig größer wurde. "Wir haben Mädchen hier, kommt und teilt sie mit uns" beschrieb Abdul Rauf, einer der Verurteilten im Rochdale-Prozess, die Texte, die an Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen verschickt wurden. Auch Taxifahrer beteiligten sich an den Sexringen. Diese Verbrechen sind nicht auf Rochdale beschränkt. Es laufen Ermittlungen in vielen Städten, beispielsweise in Blackburn, Bradford, Manchester und Leeds. Die Dunkelziffer ist hoch.

Während des Prozesses schockierte das Verhalten der neun Angeklagten. Sie zeigten keine Reue, dafür aber Unverständnis und sogar Zorn darüber, in Schwierigkeiten geraten zu sein wegen wertloser weißer Mädchen. Schließlich sei zu Hause in Pakistan Sex mit jungen Mädchen erlaubt.

Leserkommentare
    • tchonk
    • 04.06.2012 um 17:45 Uhr

    Wie ist ihr Kommentar gemeint? Wollen Sie damit sagen, dass der Schreiber des Artikels falsch liegt?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "......"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    [...]

    Es war die Aufgabe der Sozialarbeiter und der Behörden dieser Sache nachzugehen und den Mädchen zu helfen. Das taten die aber nicht!

    Hier gibt es keine Begründung dafür!
    [...]

    Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

    [...]

    Es war die Aufgabe der Sozialarbeiter und der Behörden dieser Sache nachzugehen und den Mädchen zu helfen. Das taten die aber nicht!

    Hier gibt es keine Begründung dafür!
    [...]

    Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

  1. Sie es nicht verstehen?

    Ja klar haben die alle weggeschaut obwohl Sie hätten helfen müssen und es auch konnten. All die Jahre über, all diese vielen Menschen haben wissentlich weggeschaut und es ignoriert. Und warum?

    Weil Sie Angst hatten. Angst davor in eine Ecke gestellt zu werden, die heutzutage multimediale Total-Vernichtung bedeutet. Und auch Angst vor Racheakten, denn die politische, gesellschaftliche und rechtliche Rückendeckung ist beschämend gering.

    58 Leserempfehlungen
    Antwort auf "????????"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    [Weil Sie Angst hatten. Angst davor in eine Ecke gestellt zu werden, die heutzutage multimediale Total-Vernichtung bedeutet.]

    Weil die Angst hatten in eine Ecke gestellt zu werden, wenn sie den Missbrauch melden? Jetzt sagen Sie mir mal von wem! Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?

    [Und auch Angst vor Racheakten, denn die politische, gesellschaftliche und rechtliche Rückendeckung ist beschämend gering.]

    Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist rechtlich, gesellschaftlich und politisch gering?

    Ich glaube, Sie haben den Kommentar nicht ganz erfasst. Es geht darum, dass die oben genannte Begründung für die Untätigkeit der Gesellschaft und der Behörden eigentlich nur vorgeschützt sein kann.

    Sehen Sie auch untätig bei Vergewaltigungen zu, weil Sie lieber nicht als politisch unkorrekt gelten wollen? Und dann auch noch als nordenglischer Polizist? Da habe ich ja ganz andere Erfahrungen gemacht - klingt für mich auch eher nach Ausflüchten.

    • cvnde
    • 05.06.2012 um 2:16 Uhr

    wenn die Briten Lust haben, dann können sie auch sehr grob werden.

    Man darf annehmen, dass sich die "Pakis" in nächster serhr friedlich verhalten werden.

    ... sonst nichts weiter.

    [Weil Sie Angst hatten. Angst davor in eine Ecke gestellt zu werden, die heutzutage multimediale Total-Vernichtung bedeutet.]

    Weil die Angst hatten in eine Ecke gestellt zu werden, wenn sie den Missbrauch melden? Jetzt sagen Sie mir mal von wem! Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?

    [Und auch Angst vor Racheakten, denn die politische, gesellschaftliche und rechtliche Rückendeckung ist beschämend gering.]

    Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist rechtlich, gesellschaftlich und politisch gering?

    Ich glaube, Sie haben den Kommentar nicht ganz erfasst. Es geht darum, dass die oben genannte Begründung für die Untätigkeit der Gesellschaft und der Behörden eigentlich nur vorgeschützt sein kann.

    Sehen Sie auch untätig bei Vergewaltigungen zu, weil Sie lieber nicht als politisch unkorrekt gelten wollen? Und dann auch noch als nordenglischer Polizist? Da habe ich ja ganz andere Erfahrungen gemacht - klingt für mich auch eher nach Ausflüchten.

    • cvnde
    • 05.06.2012 um 2:16 Uhr

    wenn die Briten Lust haben, dann können sie auch sehr grob werden.

    Man darf annehmen, dass sich die "Pakis" in nächster serhr friedlich verhalten werden.

    ... sonst nichts weiter.

  2. das waren Heimkinder! Mädchen, die in Kinderheimen lebten! Die haben sich nicht prostituiert, die wurden mit Alkohol gefügig gemacht. Und Beamte und Sozialarbeiter haben weggeschaut.
    Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?

    32 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
  3. [...]

    Es war die Aufgabe der Sozialarbeiter und der Behörden dieser Sache nachzugehen und den Mädchen zu helfen. Das taten die aber nicht!

    Hier gibt es keine Begründung dafür!
    [...]

    Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Verstehe ich nicht"
  4. 21. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

  5. 22. ......

    [Weil Sie Angst hatten. Angst davor in eine Ecke gestellt zu werden, die heutzutage multimediale Total-Vernichtung bedeutet.]

    Weil die Angst hatten in eine Ecke gestellt zu werden, wenn sie den Missbrauch melden? Jetzt sagen Sie mir mal von wem! Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?

    [Und auch Angst vor Racheakten, denn die politische, gesellschaftliche und rechtliche Rückendeckung ist beschämend gering.]

    Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist rechtlich, gesellschaftlich und politisch gering?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Können oder wollen"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dafür reicht schon ein Blick nach Uelzen, in welcher die Douglas-Bande lange Zeit die Bevölkerung terrorisierte. Erst als auch die lokale Presse bedroht wurde und das Ausmass nicht mehr zu deckeln war kam es bundesweit ans Tageslicht.

    All die Opfer davor sind bis heute Opfer geblieben. Ausgelacht, nicht für ernst genommen etc. pp. Und ja die politische, gesellschaftliche und rechtliche Rückendeckung ist beschämend gering wenn schon allein die Vorstrafenregister so dick wie Telefonbücher sind.

    "...Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?..."
    Noch nicht, aber der Weg scheint vorgezeichnet:
    http://deutschlandwoche.d...

    "Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?"

    Waren Sie überhaupt schon mal in der Türkei? Wenn Sie Vergleiche dieser Qualität ziehen, kann ich Sie nicht ernst nehmen. Das Sie Anatolien auch noch zuerst nennen, suggeriert dort wäre das aufgezeigte Problem an der Tagesordnung.

    In Anatolien würde so eine Geschichte nicht passieren. Schon allein, weil es dort keine Heimkinder gibt und praktisch auch keine Alleinerziehenden.

    Dafür reicht schon ein Blick nach Uelzen, in welcher die Douglas-Bande lange Zeit die Bevölkerung terrorisierte. Erst als auch die lokale Presse bedroht wurde und das Ausmass nicht mehr zu deckeln war kam es bundesweit ans Tageslicht.

    All die Opfer davor sind bis heute Opfer geblieben. Ausgelacht, nicht für ernst genommen etc. pp. Und ja die politische, gesellschaftliche und rechtliche Rückendeckung ist beschämend gering wenn schon allein die Vorstrafenregister so dick wie Telefonbücher sind.

    "...Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?..."
    Noch nicht, aber der Weg scheint vorgezeichnet:
    http://deutschlandwoche.d...

    "Ist aus England etwa Anatolien (oder eine Provinz aus Afghanistan) geworden?"

    Waren Sie überhaupt schon mal in der Türkei? Wenn Sie Vergleiche dieser Qualität ziehen, kann ich Sie nicht ernst nehmen. Das Sie Anatolien auch noch zuerst nennen, suggeriert dort wäre das aufgezeigte Problem an der Tagesordnung.

    In Anatolien würde so eine Geschichte nicht passieren. Schon allein, weil es dort keine Heimkinder gibt und praktisch auch keine Alleinerziehenden.

  6. 23. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

  7. 24. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

    Antwort auf "[...] "
Service