NigeriaPassagierflugzeug stürzt in Wohngebiet von Lagos

Niemand an Bord hat den Absturz eines Flugzeugs auf die Millionenstadt Lagos in Nigeria überlebt. Unter den Opfern soll auch ein Deutscher sein. von dpa und reuters

Ein voll besetztes Passagierflugzeug ist über der nigerianischen Millionenstadt Lagos verunglückt. Wie Augenzeugen berichteten, streifte die Maschine ein Gebäude, ging in Flammen auf und stürzte im dicht besiedelten Stadtteil Agege ab. Nach Angaben der nigerianischen Luftfahrtbehörde kamen mindestens 150 Menschen ums Leben. Sowohl Passagiere als auch Menschen am Boden seien getötet worden.

Rettungskräfte seien am Unglücksort, sagte Yushau Shuaib von der Katastrophenschutzbehörde. Derweil haben Helfer nach Behördenangaben 62 Leichen aus den Trümmern geborgen. Am Montag wurden zwei Kräne zur Unglücksstelle gebracht, um Wrackteile zu bergen und den Arbeitern besseren Zugang zu dem dicht besiedelten Gebiet in der Nähe des Flughafens zu verschaffen.

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Unter den Opfern ist möglicherweise auch ein Deutscher. "Nach derzeitigen Erkenntnissen müssen wir leider davon ausgehen, dass wahrscheinlich ein deutscher Staatsangehöriger an Bord der verunglückten Maschine war", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Eine endgültige Bestätigung stehe aber noch aus. Nach Angaben von Spiegel Online handelt es sich um einen Entwicklungshelfer der GIZ , der gemeinsam mit einem einheimischen Kollegen unterwegs war. Die Organisation teilte auf Anfrage mit, dass sie den Tod ihrer Mitarbeiter befürchte. Bestätigen könne sie dies derzeit jedoch nicht.

Dreitägige Staatstrauer

Der amerikanische Sender CNN berichtete, dass der Pilot ein US-Amerikaner war. Zudem waren offenbar vier chinesische Staatsbürger und zwei Libanesen an Bord der Maschine. Nach Angaben der Zeitung Nigerian Tribune kamen zudem drei Generäle der nigerianischen Armee sowie ein hoher Mitarbeiter der Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) ums Leben.

Die Dana-Airline hat unterdessen alle für Montag geplanten Flüge gestrichen. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien der Fluggäste, die in das Unglück verwickelt waren", teilte die Fluggesellschaft mit. Im ganzen Land wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, alle Flaggen auf öffentlichen Gebäuden wurden auf halbmast gesetzt.

Pilot meldete vor dem Absturz einen Notfall

Die Maschine der nigerianischen Fluggesellschaft war offenbar aus der Hauptstadt Abuja gekommen und kurz vor der Landung auf dem Murtala Muhammed International Airport in Lagos abgestürzt. Zunächst hatte ein Behördensprecher gesagt, die Maschine sei in Lagos gestartet. Auf Fernsehbildern vom Unfallort war das brennende Wrack als McDonnell Douglas MD-83 des Herstellers Boeing zu identifizieren.

Das Flugzeug hatte offenbar zunächst eine Hochspannungsleitung gestreift, bevor es das Haus traf. Luftverkehrsministerin Princess Stella erklärte, der Pilot habe um 15.43 Uhr Ortszeit einen Notfall gemeldet. Bereits eine Minute später sei die Maschine vom Radar verschwunden. Die Trümmer des Flugzeugs stürzten in ein zweistöckiges Gebäude, das sofort Feuer fing. Über dem ganzen Stadtteil stand dichter Rauch.

Erst im November hatte Dana Air ihr dreijähriges Bestehen gefeiert. Die Kapazität seiner beiden Jets vom Typ Boeing MD-83 gibt das Unternehmen mit 140 Plätzen an. Der Flugzeughersteller McDonnell Douglas, der diesen Typ in den siebziger Jahren entwickelt hatte, fusionierte 1997 mit dem Konkurrenten Boeing. 

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Nutzen Sie die Kommentarbereiche bitte, um sachliche Argumente und Meinungen auszutauschen. Danke. Die Redaktion/kvk

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    Mein gelöschter Kommentar 1 war ein Hinweis an die Redaktion und bestand aus der gekennzeichneten Widergabe von zwei Textstellen des Artikels, bei denen die Angaben sich widersprechen oder nicht schlüssig sind. Dies war duch Fragezeichen gekennzeichnet.
    mfg

  2. Die MD-83 wurde von McDonnell Douglas hergestellt.

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    Zuerst mal mein Beileid an die Angehörigen.

    Ob es nun von Boeing oder MD gefertigt wurde lässt sich nicht so einfach sagen. Die Fusion der beiden war 1997, die letzte MD-83 wurde Ende 1999 ausgeliefert.

    Seit der Fusion mit Boeing wird die McDonnell Douglas MD-80 ab und an auch als Boeing MD-80 vermarktet, so auch auf der Website dieser Fluggesellschaft.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/...

  3. Gestern schon ist in Accra (Ghana) ein Flugzeug verunglückt und in einem dicht besiedelten Wohngebiet zum Stillstand gekommen. Dabei spielten jedoch insbesondere die Witterungsbedingungen eine Rolle.

    (http://avherald.com/h?art...)

    Die Häufung an solch tragischen Zwischenfällen zeigt wiedereinmal die niedrigen Sicherheitsstandards sowohl in der technischen Instandhaltung, als auch in der Schulung des Personals.
    Die Informationen sind zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht sehr genau. Sicher ist jedoch, dass dieses Muster KEINE Boeing ist!

    (http://avherald.com/h?art...)

  4. 4. [...]

    Bitte äußern Sie sich zum Artikelthema und verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/fk.

    2 Leserempfehlungen
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    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

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    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

  5. Zuerst mal mein Beileid an die Angehörigen.

    Ob es nun von Boeing oder MD gefertigt wurde lässt sich nicht so einfach sagen. Die Fusion der beiden war 1997, die letzte MD-83 wurde Ende 1999 ausgeliefert.

    Antwort auf "Boeing?"
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    entwickelt wurde das Muster allerdings nicht von Boeing ;)

    Aber ich denke in Anbetracht dieses Unglücks sind das nebensächliche Fakten

  6. 6. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nahmen, wurde entfernt. Die Redaktion/fk.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
  7. Seit der Fusion mit Boeing wird die McDonnell Douglas MD-80 ab und an auch als Boeing MD-80 vermarktet, so auch auf der Website dieser Fluggesellschaft.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/...

    Antwort auf "Boeing?"
    • Cet46
    • 03. Juni 2012 22:26 Uhr

    Mich wundert die emotionale Kälte der vorherigen Leserkommentare...
    Was interessiert es ob: 1. ein (unerheblicher) inhaltlicher Fehler vorliegt in Anbetracht des Außmases der Tragödie,2. ob es eine Boeing war oder nicht,3. ob man Teile sehen kann oder nicht...
    Ich dachte es geht um Menschen die gestorben sind auf eine furchtbare Art. Ist es uns wirklich sowas von egal?? Interessieren nur die Fakten und belanglose Nebenaspekte.
    Vielleicht mal eine Sekunde innehalten und Nachdenken...Mein Beileid...

    7 Leserempfehlungen
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    • Bolle3
    • 03. Juni 2012 23:58 Uhr

    Mein Beileid.

    @Cet46
    wir sind hier bei "zeit Online"

    ICH BEFÜRWORTE IHREN BEITRAG.

    mfg
    Bolle3

    "Mich wundert die emotionale Kälte der vorherigen Leserkommentare..."
    Die wundert mich jedes mal bei solchen Ereignissen! Daß die ZEIT darüber berichtet, auch bei noch unklarer Faktenlage und einfach der Nachricht wegen, das ist ja in Ordnung und das möchte ich auch nicht missen. Aber was dann immer an vorgefaßten Meinungen und Vorurteilen aus der Leserschaft so dringend an die Öffentlichkeit muß, darauf könnte ich gut verzichten. Die Kommentarfunktion sollte man bei solchen Meldungen besser abschalten, schon allein (aber nicht nur) der Pietät wegen!

    Natürlich ist so ein tragisches Ereignis bedauerlich. Andererseits sehe ich es nicht unbedingt als "emotionale Kälte" an, wenn man sich für die Faktenlage interessiert. Mit Beileidsbekundungen kann man natürlich hier etwas für sein eigenes Gewissen und den Anstand tun, die Angehörigen wird es wohl aber kaum erreichen.
    Einige Menschen machen sich nun einmal eher Gedanken, wie es zu so einem Unglück kommen konnte und wie es sich in Zukunft vermeiden lassen könnte. Da sind beispielsweise Flugzeugtyp und andere Details nicht unerheblich. Ich jedenfalls finde es wichtig, dass es auch solche Leute gibt, schließlich lässt sich nur so die Flugsicherheit erhöhen.

    Zitat:"Mich wundert die emotionale Kälte der vorherigen Leserkommentare..." Zitatende.

    Und mir geht dieses, Verzeihung, selbstgefällige Emotionsgerede, das so sicher wie das „Amen“ in der Kirche bei jedem Unglück in den Kommentaren auftaucht, auf den Senkel. Sie meinen damit vermutlich eine bestimmte Art der Sentimentalität, die manche für tiefe Emotion halten.

    Ich dagegen schätze es mehr, wenn die Kommentare sich sachlich mit dem Inhalt auseinandersetzen, anstatt sich gegenseitig im fühligen Trauern um völlig unbekannte Menschen zu überbieten. Manche provozierende Kommentare halte ich jedoch ebenfalls für unangebracht.

    Es gibt reichlich Foren internetweit, in denen ganz viel „gefühlt“ wird, wer da Bedarf hat, findet etwas.

    Denke, die Radaktionshinweise- (...um sachliche Argumente und Meinungen auszutauschen“) und die Netiquette-Regeln („…kritisieren Sie dessen Inhalte und greifen nicht den Verfasser an.“) machen Sinn und gelten auch für diesen Artikel.

    Z.B. zu unterstellen, Leserkommentare würden emotionale Kälte des Verfassers wiedergeben, ist eine persönliche Herabwürdigung. Schließe mich hier Kommentator @ christoph.an und weise darauf hin, dass eine sachlichen Kommentierung nicht im Widerspruch zu einer emotionale Anteilnahme steht.

    Dass man emotional berührt ist, dürfte eher eine Selbstverständlichkeit sein und das öffentliche Postulieren dieser Selbstverständlichkeit, um andere Kommentatoren herab zu würdigen, ist kei guter Kommentarstil.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Boeing | CNN | McDonnell Douglas | Airport | Flugzeug | GIZ
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