Ermittlungsverfahren : Weiterer NSU-Verdächtiger freigelassen

Die Bundesrichter in Karlsruhe haben den Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Helfer der NSU-Terrorgruppe aufgehoben. Er ist nicht der erste Verdächtige, der gehen durfte.

Der Bundesgerichtshof hat im NSU-Verfahren einen weiteren Haftbefehl aufgehoben. Der Beschuldigte André E., der an der Produktion des Bekennervideos der rechtsterroristischen Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund NSU mitgearbeitet haben soll, ist auf freiem Fuß.

André E. sei nicht dringend tatverdächtig, entschieden die Richter in Karlsruhe. Aus demselben Grund durfte Ende Mai schon Holger G. gehen, kurz darauf Carsten S. und Matthias D..

Holger G. soll den Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Jahre 2001 oder 2002 im Auftrag des ebenfalls verdächtigen Ralf W. die Pistole überbracht und damit Beihilfe zum Mord geleistet haben. Als Hauptverdächtige sitzt derzeit Beate Zschäpe in Haft.

Zwischen 2000 und 2006 hatten Mitglieder der Neonazi-Gruppe acht türkische und einen griechischen Kleinunternehmer ermordet, 2007 eine Polizistin in Heilbronn. Jahrelang hatten die Ermittler die Täter im Bereich der organisierten Kriminalität vermutet und keinen Rechtsextremismus-Verdacht geschöpft. Hinweise aus der Türkei erhärteten diese Spur. Erst als ein Video der Täter bekannt wurde, wurde das tatsächliche Motiv klar.

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Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Wie bitte?

Er ist dringend tatverdächtig der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Mindeststrafe soweit ich das im Gedächtnis habe: 3 Jahre Haft. Wenigstens müsste ihm die Unterstützung vorgeworfen werden, auch dann müsste er mit einer Haftstrafe rechnen.

Der andere Knabe müßte wegen der Beschaffung der Waffe und damit der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung mit bis zu 5 Jahren Haft rechnen.

Leute aus linken Zusammenhängen sitzen solche Strafen in der Regel ab. Fritz Teufel z.B. saß wegen einem Steinwurf so lange in U-Haft, wie die freigelassenen NSU-Unterstützer. Ein Bekannter von mir saß ein Jahr wegen einer Steinschleuder in Wackersdorf, ein anderer wegen demselben Delikt ein halbes Jahr in U-Haft. Beide wurden mit den Dingern außerhalb von Demonstrationen festgenommen und die Benutzung konnte ihnen noch nicht einmal im Ansatz bewiesen werden.

Solche Fälle sind Legion. Was da mit den NSU-Terroristen passiert ist ein Witz.

Die Straftatbestände kennen Sie, Respekt

aber leider ist die Konklusion falsch. Wenn es einen hinreichenden Verdacht mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Verurteilung gäbe (Konjunktiv), würden die ganzen angeblichen Unterstützer noch in Haft sitzen. Die Bundesanwaltschaft hat versucht einen großen Zusammenhang zu konstruieren. Das gelingt scheinbar nicht. Die linken Verschwörungstheorethiker sehen das rechte blinde Auge, ich sage, es wird nicht gelingen aus den 3 Personen mehr zu machen als sie sind. Gewöhnliche Verbrecher mit niedrigen Beweggründen. Es ist kein weiteres Geld im Kampf gegen Rechts nötig ;--))