PolizeigewaltRodney King ist tot

Sein Name wurde zum Synonym für rassistisch motivierte Polizeigewalt gegen Afroamerikaner: Rodney King ist im Alter von 47 Jahren tot in seinem Pool in Kalifornien gefunden worden. von reuters

Rodney King (Archivbild)

Rodney King (Archivbild)  |  © Robert Sullivan/AFP/GettyImages

Rodney King ist tot. Das wohl berühmteste Opfer von Polizeigewalt in den USA starb am Sonntag im Alter von 47 Jahren. Seine Leiche sei in einem Pool im kalifornischen Rialto entdeckt worden, teilte die Polizei laut CNN mit . Auf den ersten Blick weise nichts auf ein Verbrechen hin, sagte ein Polizeisprecher. Eine Autopsie solle nun die genaue Todesursache klären.

Der Afroamerikaner war 1991 von vier Polizeibeamten verprügelt worden. Er war damals zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, fuhr alkoholisiert und lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, bis die Beamten ihn einholten und dann brutal auf ihn einschlugen.

Die Prügelszene wurde gefilmt, das Video bald darauf veröffentlicht. Die Beamten wurden freigesprochen , in der Folge gab es schwere Unruhen im Süden von Los Angeles , weil wütende Bürger ein rassistisch motiviertes Urteil vermuteten. Die Straßenschlachten dauerten drei Tage. 55 Menschen starben dabei.

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In einem zweiten Verfahren wurden dann schließlich doch noch zwei Polizisten zu je 30 Monaten Haft verurteilt. King erhielt von der Stadt Schadenersatz in Höhe von 3,8 Millionen Dollar.

King geriet weiter in Konflikt mit der Polizei

Auch nach der Prügelattacke der Polizisten geriet King mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt, insbesondere im Zusammenhang mit Drogen im Straßenverkehr sowie häuslicher Gewalt.

Er nahm in der 2. Staffel der Reality-TV-Show Celebrity Rehab with Dr. Drew teil und ließ sich während eines Drogenentzuges begleiten. Kurz vor seinem Tod, im April 2012, zum 20. Jahrestag der Unruhen, veröffentlichte King sein Buch The Riot Within: My Journey from Rebellion to Redemption .

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Leserkommentare
  1. eine Kultfigur für die Bewegung der Unterdrückten die sich damals gegen viele Mißstände mit einer harten Demo gemeldet hatten, jetzt hat die USA einen dunkelhäutigen Präsidenten und die Unterdrückten , na denen geht es schlechter als je zuvor.

  2. "Synonym für rassistisch motivierte Polizeigewalt"
    ###
    Ein wenig hoch gehängt, würde ich einmal sagen.
    Wer bitte kannte - außerhalb von Insiderkreisen in den USA - diesen Mr. King? Ich zumindest habe heute erstmals von ihm gehört.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    älter als 12 Jahre alt war kennt diesen Namen und die Hintergrundgeschichte... Anbei, über die Ausschreitungen wurde sogar in der BILD berichtet.

    • Ffm74
    • 17. Juni 2012 19:24 Uhr

    Das damalige Geschehen war in den Nachrichten über lange Zeit allgegenwärtig. Der Name Rodney King ist durchaus zu einem Synonym geworden und wird auch heute immer wieder als Beispiel herangezogen.

    • JUKOS
    • 17. Juni 2012 20:17 Uhr

    wenn sie bei US Amerikanischen Filmen, Serien, Musikvideos und Liedern genau hinhoeren und hinsehen und die Pruegelszene sieht man sehr oft, wenn man weiss worum es geht. Ich war damals 12 und kann mich noch sehr gut daran erinnern.

    Rodney King war das live-Beispiel für Polizeigewalt schlechthin

    vgl Rassenunruhen Los Angeles 1992 - da gabs auch schon so viele Filme darüber...

    und da aich ich noch nicht ansatzweise 30 bin, denke ich man kann das wissen ;)

    • PigDog
    • 17. Juni 2012 22:46 Uhr

    ...bitte nicht auf die Ihrer Mitbürger.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

    Mir (Jahrgang 1987) war "dieser Mr. King" schon seit längerer Zeit bekannt - wie so vielen anderen auch. Die Zahl der Antworten auf Ihren Kommentar und die Tatsache, dass dieser Artikel zu den meistgelesenen des Tages zählt, sind dafür ein deutliches Indiz.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim Artikelthema. Danke, die Redaktion/jz

    • em-y
    • 18. Juni 2012 4:14 Uhr

    das ist eine peinliche Wissensluecke. Nicht nur fuer jemanden, der sich "Freiheitsfreund" nennt.

    So ziemlich jeder, der damals den Kindergarten hinter sich hatte und nicht unter einem Stein lebte, weiss worum es geht, wenn von Rodney King die Rede ist. Ich hoffe, der andere Mr. King - Dr. King - ist Ihnen ein Begriff?

    Sie sollten das mal nachholen. Und wenn Sie schon dabei sind, schlagen Sie auch mal nach Rosa Parks, Freedom Rides, Mississippi Freedom Summer, March on Washington und die Unruhen in Harlem, Watts un Detroit, um nur ein paar Stichworte zu nennen.

    selten hat mich ein Beitrag so sprachlos gemacht. Und dann noch (bis jetzt) 4 Empfehlungen. Gut, dass schon entsprechend geantwortet wurde. Nicht jeder muss alles wissen, doch wieso wird das "Nichtwissen" hier verbreitet? Na ja, schönen Tag noch.

    Also mir war er bekannt. Und sonderlich politisch interessiert war ich damals nicht. Jedenfalls weniger als heute.

  3. älter als 12 Jahre alt war kennt diesen Namen und die Hintergrundgeschichte... Anbei, über die Ausschreitungen wurde sogar in der BILD berichtet.

    • phaty
    • 17. Juni 2012 19:22 Uhr

    Lieber Freiheitsfreund, vielen Dank dafür dass mich ihr Kommentar endlich dazu genötigt hat mich bei Zeit.de anzumelden! Rodney King war in den 90ern so viel im Fernsehen wie heute Dieter Bohlen und den Rest hat Monaco Franze schon sehr schön erklärt!

    • Ffm74
    • 17. Juni 2012 19:24 Uhr

    Das damalige Geschehen war in den Nachrichten über lange Zeit allgegenwärtig. Der Name Rodney King ist durchaus zu einem Synonym geworden und wird auch heute immer wieder als Beispiel herangezogen.

  4. Nach dieser Vorgeschichte ist das nun einmal von vornherein verdächtig.

    Dass jemand in diesem Alter einfach in einem Pool ersäuft oder sonstwie umkommt, scheint seltsam.

    Ich hoffe, dass die Todesursache und die näheren Umstände akribisch aufgeklärt werden.

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    "I want to believe".
    Basta!

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten und artikelbezogenen Beiträgen. Danke, die Redaktion/jz

    • em-y
    • 18. Juni 2012 4:20 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Kommentare. Danke, die Redaktion/jz

    massivste Verletzungen davon.

    Sowas verkürzt eben das Leben.

  5. "I want to believe".
    Basta!

  6. Manchmal frage ich mich wirklich, wer hier so rumkommentiert. Der eine kennt Rodney King nicht, der andere fühlt sich bemüßigt, gleich wieder mit einer Verschwörungstheorie um die Ecke zu schießen. Oder tickt das Web 2.0 einfach so? Viel Blabla, wenig Substanz, Hauptsache, man hat seine Spuren im Netz hinterlassen.

    Hätte jemand Rache an Rodney King aufgrund der Vorfälle von 1991 nehmen wollen, hätte er wohl die letzten zwanzig Jahre genug Zeit dazu gehabt. Vielleicht lag es einfach an seinem Lebenswandel, dass er mit 47 tot im Pool aufgefunden wurde. Soll vorkommen.

    Und wem der Name Rodney King nichts sagt, einfach www.wikipedia.de, dann bleibt einem so manche Peinlichkeit erspart. Muss ja keiner mitkriegen.

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    Es ist kein Verbrechen hier zu kommentieren ohne Vorwissen. Schlimm wird es doch erst, wenn Respektlosigkeit dazu kommt. Rumtrollerei, andere unsachlich abkanzeln, etc. Wobei hier bei Zeit.de hält sich das noch in Grenzen. Spon ist da schon ein anderes Kalliber.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Schlagworte CNN | Alter | Autopsie | Bewährungsstrafe | Dollar | Droge
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