Das schwedische AKW Ringhals (Archivbild) © Scanpix/Bertil Ericson/Files/Reuters

Auf dem Gelände des schwedischen Atomkraftwerkes Ringhals ist Sprengstoff entdeckt worden. Kraftwerkssprecher Gösta Larsen sagte im Rundfunksender SR, es handle es sich um "zivilen Sprengstoff", wie man ihn etwa bei Bauarbeiten verwende. Explosionsgefahr habe nicht bestanden, weil kein Zündmechanismus installiert gewesen sei. Gleichwohl sprach Vattenfall von einem "mutmaßlichen Sprengsatz".

Sicherheitskräfte hatten den an einem Feuerlöscher befestigten Sprengstoff am Mittwoch bei einer Routinekontrolle entdeckt, als ein Lastwagen in den inneren Sicherheitsbereich des größten schwedischen Atomkraftwerks mit vier Reaktorblöcken fahren sollte. Ein Sprecher des Kraftwerks teilte mit, der betroffene Lastwagen bewege sich nur auf dem Gelände des Meilers und habe dieses "seit langer Zeit" nicht verlassen.

Die Polizei setzte eine umfassende Durchsuchung des Geländes in Gang. Es gebe keinen konkreten Verdacht auf eine Sabotageaktion, hieß es. Trotzdem wurde die Alarmbereitschaft in Ringhals und den beiden anderen schwedischen Atomkraftwerken Forsmark und Oskarshamn um eine Stufe erhöht.

Das Atomkraftwerk Ringhals stand bereits mehrfach wegen Sicherheitsproblemen in der Kritik. Im Juli 2007 wurden mehrere betrunkene Bauarbeiter auf dem Gelände gefasst, ein Jahr zuvor explodierte ein Trafo.

Ringhals produziert fast ein Fünftel des schwedischen Stroms. Hauptbetreiber der Anlage an Schwedens Westküste nahe der Stadt Varberg ist der staatliche Energiekonzern Vattenfall.