Arbeiter entfernen antisemitische Graffiti an der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. © Menahem Kahana/AFP/Getty Images

Unbekannte haben die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem geschändet. In der Nacht zum Montag seien an mehreren Orten etwa zehn Graffitis an Wände geschmiert worden – vor allem der Warschauer-Ghetto-Platz sei betroffen, sagte Sprecherin Esti Yaari. Es handele sich um "Slogans gegen den Zionismus und den Staat Israel".

Nach Angaben eines Polizeisprechers lauteten die Sprüche in hebräischer Sprache "Hitler, Danke für den Holocaust" oder "Wenn Hitler nicht existiert hätte, hätten die Zionisten ihn erfunden". Yaari und der Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagten, es sei unklar, wie der oder die Täter auf das Gelände gelangen konnten. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen.

Der Vorsitzende der Gedenkstätte, Avner Shalev, reagierte entrüstet auf die Schändungen: "Dieser beispiellose Akt überschreitet eine rote Linie". Der israelische Bildungsminister Gideon Sa'ar sagt der israelischen Zeitung Jerusalem Post, die Gedenkstätte werde auf diese Weise entweiht, die Täter wollten die Gefühle der Menschen verletzen.

Yad Vashem, was übersetzt "Denkmal und Name" bedeutet, ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Sie wurde 1953 auf Beschluss des israelischen Parlaments gegründet. Hier sind die Namen von knapp vier Millionen der sechs Millionen ermordeten Juden dokumentiert.