Schwangerschaftsabbruch: Tabu Abtreibung
Schwangerschaftsabbrüche sind zwar möglich, aber längst nicht unproblematisch. Denn viele Frauen lassen der Trauer keinen Raum. Sie fühlen sich schuldig und allein.
Vor sechs Jahren stand Susanne M. am Fenster ihres Schlafzimmers und wollte hinunter springen. Sie hatte eine Panikattacke. Nur wenige Stunden zuvor hatte sie, auf Drängen ihrer Eltern und dem Vater des Kindes, ihre Schwangerschaft abgebrochen. Sie selbst wollte ihr Kind behalten, obwohl sie alleinerziehend war und bereits vier Kinder groß zog. "Ich hatte nur zwei, drei Wochen Zeit bis zur Entscheidung", sagt die Ärztin. "Aber nur mit Abstand und Zeit findet man andere Lösungen."
Die Sozialpädagogin Petra Herrmann erlebt diesen enormen Druck bei allen Frauen, die zu ihr in die Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werks Leipzig kommen. Manchmal üben andere Druck aus, Partner oder Eltern wie bei Susanne M. Viele Frauen glauben auch, dass sie sich ganz schnell entscheiden müssten, einerseits um wieder arbeiten zu können, andererseits um die Entscheidung hinter sich haben. "Es braucht aber Zeit, eine so wichtige Entscheidung zu treffen und sie sollte nicht unter Druck getroffen werden. Auch der Partner ist entscheidend", sagt Herrmann. "Wenn sich Frauen für einen Abbruch entscheiden, brauchen sie für die Verarbeitung auch im Nachgang Zeit, da kann eine Krankschreibung hilfreich sein. Auch da erleben wir Druck."
Susanne M. erzählt: "Es ist ein kleiner Eingriff mit großen Folgen. Ich habe mich nach dem Abbruch sehr verändert. Ich hatte über Jahre Schlafstörungen, weinte aus heiterem Himmel, lebte wie ein Roboter."
Ein weiteres Problem ist, dass nach dem Abbruch die Frauen und Männer meist allein mit ihrer Entscheidung sind. Abtreibungen sind legal, und doch spricht fast niemand öffentlich darüber. Über Todesfälle in der Familie können Hinterbliebene reden. Für Eltern, die eine Fehl- oder Totgeburt erlebt haben, gibt es Hilfsgruppen. Gruppen für Abtreibungen gibt es so gut wie nicht. Und die, die existieren, werden kaum angenommen.
Seit 1996 gab es knapp zwei Millionen Schwangerschaftsabbrüche, beinahe jede sechste Frau hat in Deutschland abgetrieben. Doch viele Frauen sprechen nicht einmal mit ihrer Familie oder mit ihren engsten Freunden darüber. In ihrem Umfeld stoßen sie auch häufig auf Unverständnis, erklärt Professor Anette Kersting, Leiterin der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. "Viele Menschen verstehen nicht, dass Frauen zu ungeborenen Kindern eine intensive Beziehung aufbauen können, auch wenn sie sich entscheiden, die Schwangerschaft abzubrechen."
Freunde und Familienmitglieder sind häufig überfordert, schweigen lieber, vor allem wenn sie selbst eine Abtreibung hinter sich haben. Susanne M. hat auch diese Erfahrung gemacht. "Eine Freundin blieb hartnäckig und hakte nach. Ich erzählte und erfuhr, dass sie mit 18 auch abgetrieben hatte. Ihre Erinnerungen kamen wieder hoch. Wir sprachen aber nur dieses eine Mal darüber."
"Meine Kinder haben mich danach immer wieder gefragt: Mama warum weinst Du? Ich konnte es ihnen nicht sagen", sagt sie. Erst der Kontakt zu anderen betroffenen Frauen in einem Verein, der Menschen zusammenbringt, die abgetrieben haben, bot ihr den Austausch, den sie brauchte.





eben drum ist es letztendlich der schwangeren Frau zu überlassen zu entscheiden.
Ohne ihren Körper würde aus dem potenziellen Menschen nie ein tatsächlicher werden.
Insofern verbietet sich das Wort "Mord" im Zusammenhang mit Abtreibungen. Diese Diktion übt nur zusätzlichen Druck aus auf Frauen, die vor einer ohnehin schwierigen Entscheidung stehen.
Außerdem: 9 von 10 Alleinerziehenden sind weiblich, in der Lebenswirklichkeit treiben also deutlich mehr Männer als Frauen ab, nur eben ohne die physischen Konsequenzen, die trägt jemand anders.
k.
ist denn mit dem "Samenspender"? Der hat wohl nichts zu melden? Die Frau entscheidet alleine, ober der "Samenspender" Vater wird und zahlen muss (dagegen gibt es meiner Meinung nach auch nichts einzuwenden) oder ob er nicht Vater wird.
Im letzeren Fall werden sogar die Rechte zweier Menschen beschnitten, die des potentiellen Vaters und des potenziellen Nachwuchses.
Ich habe auch nicht gesagt: "das ist Mord", sondern "ich halte es für Mord". Da gibt es schon noch einen Unterschied.
Wenn es tatsächlich Mord wäre, dann müssten Frauen, die abgetrieben haben ins Gefängnis.
Auf das Argument mit den allein erziehenden Müttern gehe ich hier nicht, das es mit dem Thema Abtreibung zunächst nichts zu tun hat.
ist denn mit dem "Samenspender"? Der hat wohl nichts zu melden? Die Frau entscheidet alleine, ober der "Samenspender" Vater wird und zahlen muss (dagegen gibt es meiner Meinung nach auch nichts einzuwenden) oder ob er nicht Vater wird.
Im letzeren Fall werden sogar die Rechte zweier Menschen beschnitten, die des potentiellen Vaters und des potenziellen Nachwuchses.
Ich habe auch nicht gesagt: "das ist Mord", sondern "ich halte es für Mord". Da gibt es schon noch einen Unterschied.
Wenn es tatsächlich Mord wäre, dann müssten Frauen, die abgetrieben haben ins Gefängnis.
Auf das Argument mit den allein erziehenden Müttern gehe ich hier nicht, das es mit dem Thema Abtreibung zunächst nichts zu tun hat.
@ -lupo-
Sie sprechen davon, dass auch die schwächsten Mitglieder beschützt werden sollten, dass auch bei ihnen der Grundsatz gälte "Die Würde des Menschen ist unantastbar", aber was ist mit der Würde der Mutter?
Ab wann "ein Zellhaufen" als Leben anerkannt wird, darüber kann man sich streiten, aber das die Mutter ein vollwertiges Lebewesen ist, dessen Würde unantastbar ist, das ist ja wohl klar.
Wenn nun aber dieser "Zellhaufen" z.B.aufgrund schwieriger Lebensverhältnisse das Leben der Frau, in einem Ausmaße, das nicht zu akzeptieren ist, behindern sollte, ist dies nicht auch ein Angriff auf die Würde der Mutter?
Ich gehe in diesem Fall von Extremfällen aus, eine 16jährige, die schwanger wird und noch keinen Schulabschluss hat und auf sich allein gestellt ist, oder eine 40jährige Hartz IV - Empfängerin mit schon 5 weiteren Kindern. Denn in solchen Fällen bedeutet ein Kind eine enorme Belastung, die für die Mutter vielleicht nicht zu stemmen ist. Insbesonders, wenn sie kein gutes soziales Umfeld hat.
Ganz zu schweigen von den Kindern, die durch Vergewaltigungen gezeugt werden. Meinen Sie wirklich, dass es jedem Opfer gelingen könnte, das Kind mit Liebe und Sorgfalt zu umsorgen, das das Ergebnis eines traumatischen Erlebnisses ist?
Und dann sind wir auch an den Punkt angelangt, wo man sich fragen kann, ob das Leben, das die Mutter ihrem Kind bieten könnte, ein würdevolles ist und ob es Chancen hätte, aus seinem Leben etwas zu machen.
Nur eine kleine Gedankenanregung ...
Ob die Würde der Mutter gewichtiger ist als die Würde des Ungeborenen, darüber mögen Rechtswissenschaftler streiten.
Ich teile hier mein persönliches, privates Rechtsempfinden mit, und dieses sagt mir: Die Würde des ungeborenen wiegt schwerer.
Auf Ihre Extremfälle möchte ich nicht weiter eingehen, nur so viel: ich bin sicher, dass es für diese Fälle andere Lösungsmöglichkeiten gäbe. Das kann man nicht alles über einen Kamm scheren, das ist klar.
Das Verbot der Abtreibung als Angriff auf „die Würde der Mutter“ zu deklarieren, ist eine vollkommen verschrobene Rhetorik.
Das geht schon damit los, dass die Mutter „ihre Würde“ nur dadurch retten kann, indem sie einen vollkommen gesunden und in der Allgemeinheit wünschenswerten Vorgang nur mit technischer Unterstützung von Fachleuten beenden kann.
Ferner blenden Sie – wie so viele – stets hartnäckig aus, das hier noch ein zweites menschliches Wesen betroffen ist.
Und dies pejorative „Zellhaufenrhetorik“: Schauen Sie sich doch einmal einen dreimonatigen „Zellhaufen“ an, den man an die Luft gesetzt hat. Im Internet finden sie ausreichend Bildmaterial
Sie kritisieren den technischen Vorgang der Abtreibung, der einen natürlichen Prozess unterbricht, sind Sie also auch gegen die allgemeine Verwendung der Medizin? Keine Antibiotika, keine Operationen, keine Bluttransfusionen?
Wir können uns glücklich schätzen, in einer Zeit zu leben, in der es diese Möglichkeiten gibt. Oder rollen Sie einen rohen Holzklotz vor sich her, weil sie die Erfindung des Rades nicht akzeptieren wollen? (Entschuldigen Sie bitte meinen Sarkasmus.)
Ich blende keineswegs die Problematik der Fragestellung aus, ob es sich bei dem "Zellhaufen" um ein vollwertiges menschliches Wesen handelt. Dies hängt meiner Meinung nach stark vom Zeitpunkt der Abtreibung ab. Bis zur sechsten Woche ist meiner Meinung nach eine Abtreibung auf jeden Fall gerechtfertigt und selbst danach gewichte ich die Frau schwerer als den Fötus.
Die Frau ist nämlich im Gegensatz zum "Zellhaufen" in der Lage, Selbstbestimmung auszuüben!
Ob die Würde der Mutter gewichtiger ist als die Würde des Ungeborenen, darüber mögen Rechtswissenschaftler streiten.
Ich teile hier mein persönliches, privates Rechtsempfinden mit, und dieses sagt mir: Die Würde des ungeborenen wiegt schwerer.
Auf Ihre Extremfälle möchte ich nicht weiter eingehen, nur so viel: ich bin sicher, dass es für diese Fälle andere Lösungsmöglichkeiten gäbe. Das kann man nicht alles über einen Kamm scheren, das ist klar.
Das Verbot der Abtreibung als Angriff auf „die Würde der Mutter“ zu deklarieren, ist eine vollkommen verschrobene Rhetorik.
Das geht schon damit los, dass die Mutter „ihre Würde“ nur dadurch retten kann, indem sie einen vollkommen gesunden und in der Allgemeinheit wünschenswerten Vorgang nur mit technischer Unterstützung von Fachleuten beenden kann.
Ferner blenden Sie – wie so viele – stets hartnäckig aus, das hier noch ein zweites menschliches Wesen betroffen ist.
Und dies pejorative „Zellhaufenrhetorik“: Schauen Sie sich doch einmal einen dreimonatigen „Zellhaufen“ an, den man an die Luft gesetzt hat. Im Internet finden sie ausreichend Bildmaterial
Sie kritisieren den technischen Vorgang der Abtreibung, der einen natürlichen Prozess unterbricht, sind Sie also auch gegen die allgemeine Verwendung der Medizin? Keine Antibiotika, keine Operationen, keine Bluttransfusionen?
Wir können uns glücklich schätzen, in einer Zeit zu leben, in der es diese Möglichkeiten gibt. Oder rollen Sie einen rohen Holzklotz vor sich her, weil sie die Erfindung des Rades nicht akzeptieren wollen? (Entschuldigen Sie bitte meinen Sarkasmus.)
Ich blende keineswegs die Problematik der Fragestellung aus, ob es sich bei dem "Zellhaufen" um ein vollwertiges menschliches Wesen handelt. Dies hängt meiner Meinung nach stark vom Zeitpunkt der Abtreibung ab. Bis zur sechsten Woche ist meiner Meinung nach eine Abtreibung auf jeden Fall gerechtfertigt und selbst danach gewichte ich die Frau schwerer als den Fötus.
Die Frau ist nämlich im Gegensatz zum "Zellhaufen" in der Lage, Selbstbestimmung auszuüben!
Zuerst mal: die Legalität der Abtreibung (respektive die Grauzonenfärbung dieser, legal ist sie nämlich nicht einfach so) hat mit dem Zeitpunkt NICHTS zu tun. Ganz wichtig. Unsere Gemeinschaft hat nicht gesagt "na holla, bis dahin ist es so und so und deshalb können wir abtreiben", sondern wir haben gesagt "Abtreibung ist nicht strafbar, ABER nur ..."
Ja, der letzte nicht strafbare Zeitpunkt ist ein künstlicher. Ich schrieb es ja auch: es ist eine pragmatische Wahl. Deine Unterscheidung zwischen dem alltäglichen 50%igen-Abort des nichtfühlenden Zellhaufens in den ersten Wochen und dem des nichtfühlenden Zellhaufens bis zur 20+x.ten Woche ist aber auch nur eine künstliche, moralische Wertung.
Denn: Wir Menschen haben seit einiger Zeit die Verantwortung für uns und unsere Natur selbst in die Hand genommen. Wenn du so erpicht darauf bist, dass Aborte furchtbar sind, wo ist der Schrei nach der Forschung für die Vermeidung der 50% durch die Natur abgetriebenen Zellhaufen? Wieso kannst du da plötzlich wegschauen und dich mit "ist ja nur Natur" aus der Verantwortung für dein harsches Urteil wider Abtreibungen stehlen?
Niemand weiß doch, warum diese natürlichen Aborte passieren. Es ist einfach der natürliche Lauf der Dinge. Zumindest ist es völlig an den Haaren herbeigezogen, aus diesem natürlichen Faktum ein Recht auf künstliche Abtreibung abzuleiten.
Sie können ja auch aus dem Faktum des plötzlichen Kindstods nicht das Recht auf Säuglingstötung ableiten, oder aus dem Tod Erwachsener durch Blitzschlag das Recht auf Mord.
Die in unserer Verfassung niedergelegte Wertordnung besagt, dass menschliches Leben vom Zeitpunkt seines Bemerktwerdens an unter Schutz steht.
Niemand weiß doch, warum diese natürlichen Aborte passieren. Es ist einfach der natürliche Lauf der Dinge. Zumindest ist es völlig an den Haaren herbeigezogen, aus diesem natürlichen Faktum ein Recht auf künstliche Abtreibung abzuleiten.
Sie können ja auch aus dem Faktum des plötzlichen Kindstods nicht das Recht auf Säuglingstötung ableiten, oder aus dem Tod Erwachsener durch Blitzschlag das Recht auf Mord.
Die in unserer Verfassung niedergelegte Wertordnung besagt, dass menschliches Leben vom Zeitpunkt seines Bemerktwerdens an unter Schutz steht.
§ 1923 Bürgerliches Gesetzbuch.
(1) Erbe kann nur werden, wer zur Zeit des Erbfalls lebt.
(2) Wer zur Zeit des Erbfalls noch nicht lebte, aber bereits gezeugt war, gilt als vor dem Erbfall geboren.
Schon mal gelesen?
Soviel zum Recht des genannten "Zellhaufens".
Abfälliger über ein werdendes Kind zu reden, geht kaum.
Allein darin spiegelt sich die Kinderfeindlichkeit in unserem Land wieder.
Nur soviel:
Habe selbst 5 wunderbare Kinder trotz Schwierigkeiten, die es im Leben nun mal gibt und ohne höchstqualifizierten Beruf.
Manche haben halt vergessen, dass sie auch mal so ein "Zellhaufen" waren und ihre heutige Existenz nur allein und ausschließlich auf diesem "Zellhaufen" beruht. Sie sind somit ein großer "Zellhaufen" geworden.
Ich verstehe nicht warum in der ganzen Diskussion nie die Möglichkeit einer Adoption erwähnt wird.
Ein Abort mag angezeigt sein in Fällen wie medizinischer Indikation oder auch bei Vergewaltigung etc.
Aber bei schlechten Lebensumständen á la schon 5 Kinder, keine finanziellen Mittel, alleinstehen, keine Lust,
Da gibt es doch die Möglichkeit das Kind auszutragen und zur Adoption freizugeben, es gibt doch genug Paare die keine Kinder haben können und trotzdem gerne eines großziehen würden.
Ist die Entfernung des Fetus da wirklich die bessere Option?
Die Option Adoption kann durchaus eine Alternative sein. Hierbei ist die psychische Belastung für die Frauen nur ungleich größer. In 9 Monaten Schwangerschaft baut sich eine Bindung zu dem Kind auf, die psychischer und physischer Natur ist. Ein Kind, das man geboren hat, dann einfach wegzugeben, können die wenigsten. So ist das auch in der Natur vorgesehen.
Des Weiteren arbeitet der Kopf weiter. "Wo ist es? Geht es ihm gut? Was macht es gerade? Sind die Adoptiveltern gut zu ihm? Wie sieht es aus?" oder auch die Frage, ob es mit 18 vor der Tür steht. Bei dem Kind gibt es da natürlich auch Gedanken wie "Warum wollte mich meine Mutter nicht? Wo komme ich her? Wer sind meine Eltern?"
Ganze ehrlich, ich rechne lieber nach, wie alt es jetzt wäre, als zu wissen es lebt irgendwo und ich bin nicht Teil seines Lebens.
Die Option Adoption kann durchaus eine Alternative sein. Hierbei ist die psychische Belastung für die Frauen nur ungleich größer. In 9 Monaten Schwangerschaft baut sich eine Bindung zu dem Kind auf, die psychischer und physischer Natur ist. Ein Kind, das man geboren hat, dann einfach wegzugeben, können die wenigsten. So ist das auch in der Natur vorgesehen.
Des Weiteren arbeitet der Kopf weiter. "Wo ist es? Geht es ihm gut? Was macht es gerade? Sind die Adoptiveltern gut zu ihm? Wie sieht es aus?" oder auch die Frage, ob es mit 18 vor der Tür steht. Bei dem Kind gibt es da natürlich auch Gedanken wie "Warum wollte mich meine Mutter nicht? Wo komme ich her? Wer sind meine Eltern?"
Ganze ehrlich, ich rechne lieber nach, wie alt es jetzt wäre, als zu wissen es lebt irgendwo und ich bin nicht Teil seines Lebens.
Ich kann nicht sehen, wo es sich hier um einen Vergleich handelt. Es wurden lediglich Beispiele aufgezählt, wo es zur Bewältigung von Trauer und Traumata Hilfsgruppen gibt.
Nach meinem Leseverständnis wurde hier nicht im Geringsten versucht, den Tot von Angehörigen auf eine Stufe mit Abtreibungen zu stellen.
Ich denke, es sollte jedem klar sein dass der "Zellhaufen" nicht einfach nach ein paar Wochem "plopp" macht und zum Menschen wird. Also müssen wir definieren, was einen Menschen ausmacht.
Manchmal kommt das Argument, dieses "Etwas" müsse autark lebensfähig sein. Das ist man allerfrühstens nach der Geburt (eigenständige Atmung, keine essentielle körperliche Abhängigkeit von einem anderen Individuum). Allerdings müsste man konsequenterweise dann auch sagen, dass kein Baby oder gar Kleinkind zu autarker Lebensweise fähig ist. Ob die Abhängigkeit nun durch eine Nabelschnur oder durch eine zwingend notwendige Brutpflege besteht, ist ein biologisches Detail.
Selbst wenn es um körperliche Merkmale geht und nicht um Autarkie, ist es schwer zu sagen, wann ein Mensch denn nun salopp gesagt "fertig" ist. Ein Embryo in der 5. Schwangerschaftswoche ist unfertig, genauso wie ein 11-jähriges Kind bei dem die Pubertät noch nicht eingesetzt hat.
Der andere halbwegs logische Zeitpunkt der Individuumsentstehung ist schon der erste, nämlich die Befruchtung. Hier ist das konkrete Ereignis, dass das Individuum schafft, denn biologisch definiert sich das Individuum vor allem durch einen eigenen Genotyp, also einen definierten Satz von Bauplänen die die spätere Entwicklung festlegen. Sobald also n=2 vorliegt, ist aus biologischer Sicht das Individuum entstanden.
Die Entwicklung von der Befruchtung ab ist dann ein kontinuierlicher Prozess, bei dem es nie DEN einen Schritt zum "Menschsein" gibt.
Erinnert mich irgendwie an das: wann ist ein mensch tot, hirntod. Sowohl bei der organentnahme wie beim schwangerschaftsabbruch herrscht da eine grauzone. Wann ist man lebendes wesen, wann ist man tot. Und ich glaub nicht dass überhaupt ein mensch oder experte in der lage ist das zu beurteilen.
Das muss jeder für sich entscheiden, damit mein ich organspende.
Und schwangerschaftsabbruch.
Erinnert mich irgendwie an das: wann ist ein mensch tot, hirntod. Sowohl bei der organentnahme wie beim schwangerschaftsabbruch herrscht da eine grauzone. Wann ist man lebendes wesen, wann ist man tot. Und ich glaub nicht dass überhaupt ein mensch oder experte in der lage ist das zu beurteilen.
Das muss jeder für sich entscheiden, damit mein ich organspende.
Und schwangerschaftsabbruch.
Interessanter Journalismus:
Da steht, es gäbe kaum wiss. Studien zu Schwangerschaftsabbrüchen. Der nächste Satz zitiert das Ergebnis einer Studie zu Abtreibungen "aus medizinischen Gründen" (was immer damit gemeint ist). Der nächste zitiert eine Quelle, wonach genau diese Fälle "nur bedingt mit den Frauen vergleichbar [seien], die aus persönlichen Gründen die Schwangerschaft beendet haben". Mit anderen Worten: Es gibt kaum Studien, und die Erfahrung eines "medizinisch" bedingten Abbruchs ist nicht unbedingt zu vergleichen mit der eines nicht medizinisch bedingten. Sprich: wir haben allen Grund uns zu hüten vor allgmeiner Spekulation über Erfahrung und Folgen einer Abtreibung.
Zu welchem Fazit kommt dagegen die Journalistin? "Nicht jede Frau, die ihre Schwangerschaft aus persönlichen Gründen abgebrochen hat, leidet also unter dieser Entscheidung." Wow. Moment, wie war das? Es wurde diesbezügl. keine Studie zitiert. Es wurde auch kein(e) Betroffene(r) zitiert, die/der diesen Eindruck nahelegen könnte. Und im Nachgang wird eine Nichtbetroffene zitiert zur Bekräftigung; offenbar soll die Aussage von zweiter Hand gestützt werden. Sorry, aber das haut nicht hin.
Es gibt einen Grund für diese Ansicht, keinen guten, aber einen mächtigen. Es ist derselbe Grund wie für den Mangel an Studien zur immerhin häufigsten Todesursache von Kindern überhaupt: "Weil nicht sein kann was nicht sein darf." Die "Spuren" aus der Überschrift sind genau das Tabu an dem Thema in unserer Gesellschaft.
Logik für Einsteiger:
Die Aussage, daß nicht jede Frau leidet, ist leicht zu "beweisen" - es reicht eine einzige Frau, die nicht gelitten hat. Dazu braucht es also keine Studie...
Stellvertretend für vermutlich Tausende Frauen stelle ich mich also hier als lebenden Beweis zur Verfügung: Ich habe abgetrieben, und dadurch keine Leiden oder Schäden davongetragen. Ich war einfach nur erleichtert!
Später wurde ich dann Mutter, und diese Erfahrung bestätigte mich nur in meiner Entscheidung: Gut, daß ich mich seinerzeit dagegen entschieden hatte.
Es gibt sicher Frauen, die bringen X Kinder unter Y erschwerten Bedingungen "heldenhaft" durch. Aber die Menschen sind nun mal verschieden, und übrigens auch die Ansprüche, die sie an sich als Eltern stellen. Nicht jede Frau ist ein "Muttertier", wie es im Buche steht, manche brauchen ein unterstützendes Umfeld mehr als andere, und ist das nicht vorhanden, dann halte ich es für weise, seine Grenzen zu kennen. Gerade wenn man weiß, wie eine NICHT so schöne Kindheit sich anfühlt.
Logik für Einsteiger:
Die Aussage, daß nicht jede Frau leidet, ist leicht zu "beweisen" - es reicht eine einzige Frau, die nicht gelitten hat. Dazu braucht es also keine Studie...
Stellvertretend für vermutlich Tausende Frauen stelle ich mich also hier als lebenden Beweis zur Verfügung: Ich habe abgetrieben, und dadurch keine Leiden oder Schäden davongetragen. Ich war einfach nur erleichtert!
Später wurde ich dann Mutter, und diese Erfahrung bestätigte mich nur in meiner Entscheidung: Gut, daß ich mich seinerzeit dagegen entschieden hatte.
Es gibt sicher Frauen, die bringen X Kinder unter Y erschwerten Bedingungen "heldenhaft" durch. Aber die Menschen sind nun mal verschieden, und übrigens auch die Ansprüche, die sie an sich als Eltern stellen. Nicht jede Frau ist ein "Muttertier", wie es im Buche steht, manche brauchen ein unterstützendes Umfeld mehr als andere, und ist das nicht vorhanden, dann halte ich es für weise, seine Grenzen zu kennen. Gerade wenn man weiß, wie eine NICHT so schöne Kindheit sich anfühlt.
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