News of the WorldVerdächtige im britischen Abhör-Skandal angeklagt

Journalisten sollen Telefone abgehört und Polizisten bestochen haben. Der frühere Sprecher von Premier Cameron und Verlagschefin Brooks müssen sich dafür nun verantworten.

Der frühere Pressesprecher des britischen Premiers, Andy Coulson

Der frühere Pressesprecher des britischen Premiers, Andy Coulson   |  © Miguel Medina/AFP/GettyImages

In der Abhör-Affäre um das britische Skandalblatt News of the World ist der frühere Pressesprecher des britischen Premierministers, Andy Coulson, angeklagt worden. Auch die frühere Verlagschefin Rebekah Brooks ist unter den insgesamt acht Angeklagten. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft London vor, die Telefone zahlreicher Prominenter und Politiker abgehört und Polizisten bestochen zu haben.

Dies soll in der Zeit geschehen sein, als Coulson der Chefredakteur der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung war. Im Januar 2011 trat Coulson im Zusammenhang mit dem Abhörskandal als Sprecher des britischen Premierministers David Camerons zurück.

Anzeige

Gegen Brooks und fünf weitere Beschuldigte, darunter Brooks' Ehemann Charlie, ein Schulfreund Camerons, hatte die Staatsanwaltschaft bereits Mitte Mai erste Anklagen wegen versuchter Verschleierung von Straftaten erhoben. Die neuen Anklagen beziehen sich auf die Abhöraktionen selbst.

Coulson war von 2003 bis 2007 Chefredakteur von News of the World, Brooks von 2000 bis 2003.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • TDU
    • 24. Juli 2012 16:26 Uhr

    Das scheint ja ein Selbstläufer an Nachrichtengeilheit gewesen zu sein. Schuldige müssen veurteilt werden wie überall, und die Presse möge daraus lernen. Sie wird gebraucht im demokratischen Prozess. Der sich selbst nicht wertschätzt, erfährt auch keine WErtschätzung, und was man vergammeln lässt, ist nur mühsam wieder her zu richten.

    Eine Leserempfehlung
    • TDU
    • 24. Juli 2012 16:31 Uhr

    ..wie überall, wo sie private und Anstandsgrenzen der Sensation und nicht der dringenden Recherche oder der unmittelbaren Gefahrenabwehr einreissen. Die Freunde der Beschänkung und der Praktiken mancher Staaten kriegen damit auch keinen Blankoscheck für Unterdrückung und Schlimmeres.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Premierminister | Staatsanwaltschaft | Straftat | London
Service