Extremismus : Breivik soll Netzwerk rechtsradikaler Gefängnisinsassen planen

Der Massenmörder Breivik tauscht sich laut seiner Anwältin aus der Haft heraus mit Gleichgesinnten aus. Er wolle ein Netzwerk rechtsradikaler Häftlinge aufbauen.
Anders Behring Breivik erscheint vor dem Gericht in Oslo. © Heiko Junge/AFP/GettyImages

Nach Angaben der Anwältin Vibeke Hein Bæra verbringt Anders Behring Breivik einen Großteil seiner Haftzeit mit dem Beantworten von Briefen zu. Dabei tausche sich der 33-Jährige vornehmlich mit Gleichgesinnten aus. Er wolle ein Netzwerk rechtsradikaler Gefängnisinsassen aufbauen, berichtet die Osloer Zeitung VG unter Berufung auf die Anwältin und den Gefängnischef Knut Bjarkeid.

Bjarkeid sagte, er versuche seit längerem, mit dem Justizministerium zu klären, ob der Briefverkehr angesichts der Zensur zulässig sei oder nicht. Über ein mögliches Ergebnis wollte er sich nicht äußern.

Breivik hatte im Juli 2011 in einem Jugendlager der norwegischen Arbeiterpartei auf der Insel Utøya mindestens 69 Menschen getötet. Zuvor hatte er im Osloer Regierungsviertel mit einer Autobombe acht Menschen umgebracht.

Die als Vertreterin von Hinterbliebenen am Verfahren beteiligte Anwältin Mette Yvonne Larsen sagte, sie empfinde die Brief-Aktivitäten als "extrem anstößig". Breivik sei "ein zurechnungsfähiger, kalkulierender Terrorist, der Gewalt anwendet, um seine Propaganda zu verbreiten".

Breivik wurde Anfang der Woche aus Ila – wo ihm auch eine Büro-Zelle zur Verfügung stand – in das Gefängnis Skien verlegt. Das Gerichtsurteil gegen ihn wird am 24. August verkündet. Als entscheidend gilt dabei, ob Breivik für zurechnungsfähig erklärt wird.

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Kommentare

20 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Anders Breivik ist krank

Freiheit ist immer und nicht zuletzt auch die Freiheit der Anderen. Wenn jemand das nicht versteht und durch sein Handeln zeigt, dass er nicht in der Lage ist die Freiheit der Anderen zu respektieren, dann hat der Staat das Recht diese Person in ihrer Handlungsfreiheit zu beschränken. Dasselbe gilt doch auch für islamistische oder andere Terroristen, die die Freiheit unserer Systeme ausnutzen um sie mit ihren perversen Angriffen zu unterlaufen.
Meiner Meinung nach gehört jemand der sich angesichts so einer Tat immer noch so verhält in die Psychiatrie. So oder so. Man muss ihn ja nicht einfach ruhig stellen. Man sollte alles versuchen um ihn zu therapieren. Das wird zwar ein ziemlicher Aufwand sein, den dieser Kranke dem Gemeinwesen aufbürdet. Aber weil sein Fall so spektakulär war und so viel Öffentlichkeit erzeugt hat sollten man sich dazu entschließen. Niemand der halbwegs menschliche Reaktionen zeigt wird daran zweifeln dass Anders Breivik krank ist. Und dass diese Krankheit unter den Bedingungen eines normalen oder verschäften Strafvollzugs nicht behandelt werden kann wird auch niemand ernsthaft bestreiten wollen.

Schwierig

Ein Mensch ist kein Mensch mehr, wenn er so ein Verbrechen begeht.

WOHLAN! DAS IST NICHT MEINE MEINUNG. Aber viele denken so,.

Was mich jetzt beschäftigt ist , dass der Terror hier nicht weiter gehen darf, indem er auch noch ein Netzwerk gründet.

Oder sollte man vielleicht doch damit leben müssen? Es ist ja die Frage, ob dabei Gewalt geplant wird. Nichts anderes.

Ich bin einfach der Ansicht, ein Mensch ist immer noch ein Mensch, auch wenn er mich töten wollte. So würde ich nicht anders denken. Man muss sich nur vor diesen Kranken Typen in Acht nehmen. Und darum geht es.

Man kann es eh nicht vermeiden, dass Kranke Irre sich austauschen (Verzeihung dass ich solche Leute so nenne, es ist nur um nicht angegriffen zu werden, aufgrund Verharmlosung) . Man kann sich nur die Illusion schaffen, alles kontrollieren zu können.

Man kann einiges kontrollieren, aber nicht alles.-