Denver12 Tote und Dutzende Verletzte nach Amoklauf

Die Polizei hat den Tathergang mit vielen Toten und Verletzten in einem Kino bei Denver geschildert: Der Täter habe sich vor die Leinwand gestellt und das Feuer eröffnet. von afp, dpa und reuters

Das Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado

Das Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado  |  © Evan Semon/Reuters

Bei dem Anschlag auf ein Kino in Aurora, einem Vorort zehn Meilen östlich von Denver im US-Staat Colorado , sind nach Angaben der Polizei mindestens zwölf Menschen getötet und 40 verletzt worden. Zuvor hatten die Behörden von 14 Toten und mindestens 50 Verletzten gesprochen. Viele der Opfer sind Kinder und Jugendliche, unter den Verletzten ist auch ein drei Monate altes Baby.

Der maskierte Täter habe vor der Leinwand einen Tränengasbehälter gezündet und das Feuer eröffnet, teilte die Polizei mit.

Zunächst war von zwei Tätern die Rede gewesen. Einer soll festgenommen worden sein, nach einem weiteren sei gefahndet worden, hieß es. Polizeichef Dan Oates teilte später mit, es gebe keine Hinweise auf einen zweiten Schützen.

Der 24 Jahre alte Bewaffnete eröffnete nach bisherigen Erkenntnissen während der Premiere des neuen Batman-Films The Dark Knight Rises das Feuer. Ein Augenzeuge berichtete, der Mann habe rund eine Viertelstunde nach Beginn der Mitternachtsvorstellung den Kinosaal durch einen Seiteneingang betreten. Die Schüsse seien während einer Schussszene im Film gefallen. Manche Zuschauer hätten sie zunächst als Teil des Streifens missverstanden.

Am Unglücksort war Chaos ausgebrochen. Die Menschen seien in Richtung Ausgang gestürzt und dabei übereinander hinweggetrampelt, berichteten Augenzeugen. Nach den Schüssen habe Tränengas in der Luft gelegen. Sie sprachen von zwei Angreifern, die Gasmasken getragen hätten.

Die Verletzten wurden in drei verschiedene Krankenhäuser gebracht. Da es nicht genügend Krankenwagen gab, wurden Verletzte auch mit Polizeiautos in die Klinik transportiert.

Der Fernsehsender NBC News berichtete, ein Team von Sprengstoffexperten sei am Tatort zugange.

Frank Fania von der Polizei in Aurora sagte dem Sender CNN , das Motiv des Schützen sei noch unklar. Der Mann habe nach seiner Festnahme gewarnt, er habe Sprengsätze in seiner Wohnung deponiert.

Leserkommentare
  1. "Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, über das Waffengesetz zu sprechen. Man sollte jetzt der Angehörigen der Opfer gedenken."

    So oder so ähnlich das wiederkehrende Argument der Waffenlobby in den USA.

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    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

    • 15thMD
    • 21. Juli 2012 12:33 Uhr

    EInen so durchgeplanten Angriff kann man mit den besten Waffengesetzen nicht verhindern.

  2. unter Verwendung von Nebel- oder Reizstoffwurfkörpern?

    Mal ein neuer Aspekt. Gibt es Hinweise auf einen politischen Hintergrund?

    [...]

    MfG KM

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

  3. Was soll man von einem Land erwarten, in dem jeder Depp im nächsten Supermarkt eine Waffe kaufen kann?

    40.000 Tote durch Schussverletzungen jedes Jahr:
    http://www.greenpeace-mag...

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    machen sie auch in unserem Land nichts. Das sieht man doch nach jedem Amoklauf.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

  4. ohne weiter Informationen zum Tathergang.

    Bemerkenswert!

    MFG KM

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    Allerhöchstens beschämenswert. Aber ich hab's fast schon erwartet: die Toten sind noch nicht ganz kalt, da wird schon wieder mit Einzeilern über Waffenrechte spekuliert.

    Ein schlimmes Verbrechen, zumal man in einem Kino auch ziemlich eingekesselt sein kann.

  5. Wenn mehr Menschen im Kino bewaffnet gewesen wären, wäre der Täter vielleicht bereits nach dem ersten Schuss zu bremsen gewesen.
    Das Problem sind nicht Schusswaffen. Sie sind Werkzeuge wie ein Hammer oder ein Computer. Das Problem ist, dass sich niemand darum kümmert, wenn sich Kriminelle bewaffnen.
    Aber wehe der freie Bürger "rüstet nach", um sich und sein Eigentum zu schützen. Dann ist das natürlich gleich die "böse Waffenlobby".
    Wenn man einmal die Schädigungszahlen ins Verhältnis setzt, stellt der gemeine Pkw ein weitaus höheres Risikopotenzial dar als jede Schusswaffe.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Spekulationen. Die Redaktion/sh

    kann ich nen Nagel in die Wand hauen. Mit dem Auto Freunde in der Ferne besuchen. Mit ner Schusswaffe... kann ich Leute bedrohen oder verletzen... wie "nützlich". Wenn Hans und Franz sich jetz auch noch aufrüsten, rüsten sich die Kriminellen ebenso einfach nach und statt nem blauen Augen landet man mit 3 Kugeln im Leichensack. Herzlichen Glückwunsch !

    Mein Beileid mit den Opfern und Angehörigen.

    Ihr Name ist wohl Programm, oder?

    Klar, wenn alle sich bewaffnen können, dann herrscht ja Waffengleichheit und alles ist gut. Aber erstens glaube ich nicht, dass sich zwei Quartalsirre davon abhalten lassen würden, Amok zu laufen, wenn alle anderen auch bewaffnet wären, zweitens macht es ja die Sache nicht besser, oder?

    Und unter welchen Zugzwang bringen Sie eigentlich die Menschen, wenn jeder sich bewaffnen dürfte und sich sozusagen selbst um sein Schicksal kümmern müsste? Vielleicht will ich mich einfach nicht bewaffnen und möchte auch nicht, dass andere dies tun können, egal ob legal oder illegal. Es ist doch auffällig, dass in einem Staat, wo die Todesstrafe erlaubt ist und sich jeder Depp eine Waffe besorgen kann, die Zahl der Gewaltverbrechen mit Todesfolge höher ist als in anderen Staaten.

    Mal etwas zum Nachdenken. Als in Kanada die Todesstrafe abgeschafft wurde, sank die Zahl der Gewaltverbrechen mit Todesfolge. Das Vorleben von Gewalt führt dazu, dass die Gesellschaft gewalttätiger ist.

    • Maksi
    • 20. Juli 2012 11:53 Uhr

    Bitte denken Sie daran solche Kommentare als "ironisch" zu kennzeichnen. [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk

    interessante These. Statt aber jetzt platt einfach mal über Recht und Unrecht von Waffen zu diskutieren, sollten wir doch mal die durchschnittlichen Toten durch Waffengebrauch auf die Zahl der Bürger umrechnen und das je nach Land betrachten.

    Ergebnis: Seltsamerweise gibt es in Ländern, in denen ein strenges Waffengesetz existiert, deutlich weniger Tote und Verletzte durch Schussverletzung.

    Das Argument bezüglich "Kriminelle bewaffnen sich" zieht hier übrigens nicht - denn DIE besorgen sich üblicherweise stets ILLEGAL ihre Waffen.

    @Freiheitsfreund: "Wenn mehr Menschen im Kino bewaffnet gewesen wären, wäre der Täter vielleicht bereits nach dem ersten Schuss zu bremsen gewesen."

    In einem dunklen, womöglich sogar schon mit Rauch/Gas durchsetzten Kino Saal, während einer Schießerei-Szene auf der Leinwand, bei aufkommender Panik??

    Weitere Waffen hätten sie Opferzahlen wohl noch erhöht. Bei den Verhältnisse hätte wohl niemand zwischen Attentäter und "Verteidiger" unterscheiden können.

    Das Ergebnis in diesem Fall wäre sehr wahrscheinlich ein ganzer Kinosaal voller Bewaffneter, die im Halbdunkel, mit durch Reizgas tränende Augen in Panik um sich ballern.

    Eine solche Tat ist in der Regel ideologisch Motiviert oder die Verzweiflungstat einer sich in einer vermeintlich ausweglosen Situation befindlichen, oder einer geistig verwirrten, Person. In keinem Fall liese sich ein Täter durch eine "bessere" Bewaffnung seiner Opfer abschrecken.

    - Haben zwei Leute eine Schusswaffe, sind beide tot.
    - Hat nur einer eine Schusswaffe, dann stirbt einer.
    - Hat keiner eine Schusswaffe, bleiben beide am Leben.

    Dieses Freiheitsgerede ist immer wieder nur für Menschen, die Probleme mit Mathe haben ;)

    Eine Pistole mit einem Hammer gleichzusetzen ist schlichtweg grotesk. Als ob die Täter mit einem Hammer ähnliches hätten anstellen können....so ein Unfug !

    • iawdw
    • 20. Juli 2012 15:00 Uhr

    Waffen sind keine Werkzeuge, das ist das älteste und schlechteste Argument der Waffenlobby.
    Eine Waffe kann höchstens juristisch zum Tatwerkzeug werden, wozu sollte sie auch sonst sinnvoll verwendet werden? Wollen sie damit wie Homer Simpson Fußbälle von Dächern herunterschießen?
    "Homer: Hey, aber ein Revolver ist doch keine Waffe, Marge! Sondern ein Werkzeug! Wie ein Schlachtermesser oder eine Harpune oder ein... ein... ein... äh.. ein Aligator, man muss nur über die Handhabung ein bisschen besser Bescheid wissen!"

    Im Übrigen, wie hoch soll denn nach Ihrer Meinung die Bewaffnungsquote sein, ab der bei so einem Amoklauf die private Waffe wirklich schützt?
    Selbst in den USA reicht es offensichtlich noch nicht aus, obwohl dort so viele zivile (!) Waffen im Umlauf sind, dass statistisch fast jeder US-Buerger eine besitzt, nämlich bis zu 280.000.000.

    Sie meinen also, es wäre besser ausgegangen, wenn in einem dunklen Kinosaal, in dem erstmal überhaupt niemand kapiert, was geschieht, und sicher keiner deutlich sehen kann, wer von wo aus schießt, noch ein paar bewaffnete Kinobesucher auch angefangen hätten, herumzuballern???????

    "Wenn mehr Menschen im Kino bewaffnet gewesen wären, wäre der Täter vielleicht bereits nach dem ersten Schuss zu bremsen gewesen."

    Hallo? Der Täter trug eine SCHUSSSICHERE WESTE.

    Zitat: "Das Problem ist, dass sich niemand darum kümmert, wenn sich Kriminelle bewaffnen."

    Ein Mensch ist erst nach seiner ersten Straftat ein Straftäter. Der Täter hier war nicht vorbestraft (siehe dazu: http://www.zeit.de/gesell... ) und bis zum heutigen Tag sicher kein "Krimineller".

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

  6. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Kommentare. Danke, die Redaktion/mk

  7. Mit Weste und Gasmaske, dazu ein noch unbekanntes Gas... Das klingt nach langer Vorbereitung.

    Quelle: http://www.rt.com/news/sh...

    Und wir hier im Westen haben noch Glück, dass es uns so selten trifft: http://www.welt.de/newsti...

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    von der AUsrüstung her möglicherweise ein durchgedrehter "Verteran".

    MfG KM

  8. Allerhöchstens beschämenswert. Aber ich hab's fast schon erwartet: die Toten sind noch nicht ganz kalt, da wird schon wieder mit Einzeilern über Waffenrechte spekuliert.

    Ein schlimmes Verbrechen, zumal man in einem Kino auch ziemlich eingekesselt sein kann.

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    • cornus
    • 20. Juli 2012 14:20 Uhr

    - wann ist dann der Zeitpunkt gekommen, um über Waffengesetze nachzudenken und zu diskutieren?

    sind die Toten schon kalt. Das geht sehr schnell und zweitens halte ich es IMMER für das beste den Toten zu gedenken und sie zu Ehren, indem man das, was zu ihrem Tod führte diskutiert und zukünfitge Opfer verhindert! Es gibt nicht was wir eher tun sollten, als Waffengesetze zu diskutieren. Waffen bedeuten nicht Freiheit, wie in Amerika von der Mehrheit propagiert. Sondern sie bedeuten Tod und Zwang. Das gilt für Schusswaffen, mit denen ein Kleinkind schon versehentlich seine Eltern töten kann doch erst recht.

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