Mittelmeer : Dutzende Flüchtlinge verdursten vor Italiens Küste

Mit einem Schlauchboot wollten die Nordafrikaner von Libyen nach Italien gelangen. Doch die Flucht endete für fast die gesamte Besatzung tödlich – nur ein Mann überlebte.

54 afrikanische Flüchtlinge sind auf der Überfahrt von Libyen nach Italien gestorben. Die meisten seien in einem Schlauchboot verdurstet, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen ( UNHCR ) unter Berufung auf den einzigen Überlebenden mit.

Die tunesische Küstenwache hatte den Mann aus Eritrea gerettet. Er trieb extrem dehydriert an die Reste des Schlauchboots geklammert im Meer. Ende Juni war er nach eigenen Angaben zusammen mit 54 weiteren Menschen in Libyen aufgebrochen .

Kurz vor der Küste Italiens sei das Boot wegen starker Winde wieder aufs offene Meer hinausgetrieben, nach einigen Tagen sei Luft entwichen. Da nicht genügend Wasser an Bord gewesen sei, hätten einige Insassen Meerwasser getrunken, was ihren Durst noch verschlimmert habe, berichtete der Überlebende.

Tausende Migranten kamen in den vergangenen Jahren beim Versuch ums Leben, von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen . Nach Angaben des UNHCR starben in diesem Jahr bislang 170 Menschen, die sich von Libyen aus auf den Weg machten. Etwa 1.300 haben Italien seit Anfang 2012 erreicht, 1.000 schafften es bis nach Malta .
 

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Kommentare

46 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Deutschland hat genug Platz, ein paar auf zu nehmen. Tiere und Pflanzen werden nicht gleich aussterben. Und auch die Verkehrswerte der Eigenheimchen werden nicht gleich in den Keller gehen. Aber gerne den Hunger in der Welt beklagen, aber zu essen haben wir für die Hungrigen auch nichts.

Ein paar Vorschläge

die Leute, die in ihren Schlauchbooten rüberkommen, aufnehmen. Man muss ihnen ja keine Fähren zur Verfügung stellen, sie aber auch nicht wie Dreck behandeln, wenn sie schon mal da sind. Echte politische und wirtschaftliche Unterstützung für die betroffenen Länder leisten und sie nicht mit ein paar Alibi-Euros versorgen, totalitären Regimes(n?) keine Waffen mehr liefern, die demokratisch legitimierten Regierungen auf hochpolitischer Ebene nicht wie bloße Beisitzer behandeln, sein Konsumverhalten insoweit ändern, dass nicht mehr jeden Tag tonnenweise Lebensmittel weggeworfen werden und den dadurch entstanden wirtschaftlichen Überschuss vernünftig dort investieren, wo es nötig ist, von mir aus auch, aber nicht nur, um die eigene Wirtschaft zu stärken.
Ich sage nicht, dass das alles einfach ist, nicht, dass das innerhalb von zwei Tagen, Wochen oder Jahren geschehen kann, aber es ist machbar. Und ich glaube sogar, dass es machbar ist, ohne (!) empfindliche Einbüßungen bzgl. unseres derzeitigen Lebensstils in Kauf nehmen zu müssen. Und: natürlich müssen die einschlägigen Staaten das letztlich selbst regeln, aber - und dafür muss man wahrlich kein Verschwörungstheoretiker sein - die industrialisierten Staaten nehmen ihnen derzeit auf unglaublich vielen Ebenen die Chance, das überhaupt tun zu können.

Die Alternative zur Betroffenheits"lyrik"

ist wohl Zynismus - denn die Frage, wie auf diese Situation, an der sich seit Jahren nichts ändert, zu reagieren ist, bleibt ja in Ihrem Beitrag auch offen.

Es wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn die EU aufhören würde, durch den Export hoch subventionierter Agrarprodukte nach Afrika die dortigen Märkte kaputt zu machen. Dafür kämpfen die berühmten "Gutmenschen" seit Jahren - leider bisher ohne Erfolg.

Guten Tag und vielen Dank für Ihre Antwort

...die Leute, die in ihren Schlauchbooten rüberkommen, aufnehmen.

Tun wir das nicht?

sie aber auch nicht wie Dreck behandeln...

Ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen, ganz persönlich und ganz provozierend (und doch völlig leidenschaftslos):

Wie behandeln Sie (Sie!) den arbeitslosen Penner, dem Sie in der Fußgängerzone begegnen?

C.

So wie jeden anderen auch, eher besser...

So, wie ich alle Leute behandle, die ich nicht kenne und die mir auf der Straße begegnen, tendenziell sogar freundlicher. Ich hab schon mit manch Obdachlosem ein Bier getrunken, ihnen ein bisschen Kleingeld gegeben (wenn mich einer anspricht, sage ich tendenziell nie "Nein", obwohl ich als Stundent auch nicht gerade im Geld schwimme, für ein paar Cent pro Obdachlosen reicht's aber allemal - wenn ich nicht angesprochen werde, dann - muss ich zugeben - hängt's davon ab, wie ich drauf bin, das finde ich aber selbst auch nicht gut. Die Maxime, immer einen kleinen Haufen Kleingeld mit mir herumzutragen und die auf jeden Obdachlosen zu verteilen, die mir begegnen, habe ich mir bereits ausgebildet, und es klappt immer besser, mich auch daran zu halten; wenn das jeder täte, sähe die Welt schon ein gutes Stück besser aus), mit ihnen längere Gespräche geführt und so weiter... ich bin kein Engel und meine Ressourcen sind relativ begrenzt, aber soweit ich geben kann, versuche ich, zu geben. Leider habe ich leichte bis mittelschwere soziophobe Tendenzen, sodass ich bzgl. der Kontaktaufnahme eher reserviert bin, aber das ist einerseits in Arbeit, andererseits bekommen das die Nicht-Obdachlosen mindestens (!) genauso zu spüren.

da kenne ich einige, natürlich aber auch Leute, denen es damit wesentlich schlechter geht als mir, weil ausgeprägter.

So oder so hat man dann, wenn es anderen schadet, daran zu arbeiten, oder sich gleich komplett zurückzuziehen. Wer das aushält, darf sich einen echten Soziophobiker nennen, wer nicht, tut gut daran (auch für sich selbst), an derartigen Tendenzen was zu ändern.

@ 4 Lyrik

Sie übersehen, daß jeder in Europa angekommene Wirtschaftsflüchtling den Erfolg nach Hause berichtet. Das setzt die nächsten 1000 in Bewegung. Nicht umsonst haben wir seit Jahrzehnten anschwellende Ströme illegaler Einwanderer aus Afrika.

Wir behandeln sie nicht wie Dreck. Sie bekommen Kost, Logis und Kleidung, ja sogar Taschengeld. In welchem Lande gibt es das? Kein Wunder, daß alle zu uns strömen.

jaja, der Wohlstand

"Auf der Suche nach Wohlstand umgekommen -- ist tragisch."

Meinen Sie damit die Suche der Europaer nach immer mehr Wachstum und Wohlstand? Die EU-Staaten haben durch ihre Subventionspolitik und ihre Waffenexporte einen ganzen Kontinent ins pure Elend gestuerzt. Ahnen Sie, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, um in einem Schlauchboot und mit nix und wieder nix das Mittelmeer zu ueberqueren - um genau von den Laendern, die diese Extremsituationen verursacht haben, Hilfe zu erbetteln. Und diese Verzweifelten laesst man dann verrecken und verdursten. Warum landen nicht mal unsere Lobbyisten, Hobbyparlamentarier, EU-Abgeordnete und Mutti Merkel vor dem Menschenrechtsgericht wegen all ihrer Verbrechen und unterlassener Hilfeleistung? Genau, weil es ja nur ein paar Afrikaner sind. Denen geht es ja gut, dort wo sie sind, Lybien ist ja inzwischen auch eine lupenreine Demokratie... und die ganze Entwicklungshilfe, die wir nach Afrika schicken, da mussen ja paradiesische Zustaende herrschen, kommen die einfach hier her und wollen auch noch wi Menschen behandelt werden ... tststs - und wo ist eigentlich die Medienberichterstattung, die diesen ganzen Dreck mal als das darstellt, was es ist: Eines der groessten Verbrechen der Menschheit im Namen fuer Kapitalismus und Wohlstand in Europa. Wo bleiben die kritischen Nachfragen?

doch, auch, aber diese könnten ihre Machthaberei nicht so ausspielen, würden sie darin nicht von westlichen Mächten unterstützt, eben auch durch Waffenexporte (seien es nun Regierungen oder Privatunternehmen). Und überhaupt geht es hier nicht um ein einfaches "entweder-oder", was ist so schwierig daran, zu sehen, dass das ein hochkomplexes Geflecht ist, an dem nahezu alle beteiligt sind und an dem auch alle was zu ändern haben? (Das geht übrigens auch an die, die meinen, dass nur die bösen Westmächte und Firmen die afrikanischen Staaten ruinieren - die sind selbst auch nicht so schlecht darin.)

"...zu sehen, dass das ein hochkomplexes Geflecht ist..."

alles richtig.

Und Europa hat auch eine gewisse Verantwortung für die Entwicklung in den unterentwickelten Regionen.

Diese Verantwortung speist sich aber nicht aus einem vormals schuldhaften Vorgehen, sondern aus einer generellen Verantwortung innerhalb einer globalisierten Völkergemeinschaft.

Wir sollten hier also ebenso wenig den Schuldbegriff ins Spiel bringen wie bei einer gescheiterten Ehe (auch dort "ist zu sehen, dass das ein hochkomplexes Geflecht ist...".)

So verstanden können wir über die eine oder andere Ihrer vorgeschlagenen Maßnahmen sinnvoll reden.

Wedelt in diesem Zusammenhang jedoch jemand mit der "Moralkeule", dann klappe ich das "Visier" nach unten und aktiviere meine "ethische firewall".

C.

Ein Schritt weiter, aber noch nicht am Ende

Da haben wir uns ja schon mal was angenähert... ähm, aber trotzdem finde ich's etwas schräg, "Schuld" ganz generell ausklammern zu wollen. Da muss man sich doch mit beschäftigen, in der Politik ebensosehr wie im Privaten - wenn Sie nur meinen, dass es keine Alleinschuldigen geben darf, stimme ich Ihnen zu. Aber sich zu fragen, wer an was und inwiefern Schuld trägt, ist meines Erachtens nicht nur erlaubt, sondern Pflicht - und darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Schon um des Erkenntnisgewinns willen, der daraus resultiert, habe ich mich selbst und den anderen zu fragen, inwiefern wer dazu beigetragen hat, dass X nicht funktioniert (hat). Und da kann durchaus auch mal herauskommen, dass da ein Ungleichgewicht besteht, dass sich der eine korrekter als der andere verhalten hat etc. - wenn auch nicht zwangsläufig.
Und ja, das hat auch mit Moral zu tun. Aber nicht, um mit Keulen zu wedeln, sondern um unter dem moralischen Gesetz auszumachen, was Sache ist (oder es wenigstens zu versuchen, das Teil funktioniert ja nicht so einfach wie andere Prinzipien, d.h., die Irrtumsgefahr ist realtiv hoch - aber versuchen muss man es wohl trotzdem).