VatiLeaks-AffäreKammerdiener des Papstes aus Haft entlassen

Paolo Gabriele soll vertrauliche Dokumente des Vatikans entwendet und den Medien zugespielt haben. Jetzt wurde er aus der Haft entlassen, bleibt aber unter Hausarrest. von dpa

Der Ende Mai festgenommene Kammerdiener des Papstes kann seine Haftzelle im Vatikan verlassen. Paolo Gabriele (46) stehe nach einer Entscheidung des vatikanischen Untersuchungsrichters Piero Bonnet jetzt in "provisorischer Freiheit" nur noch unter Hausarrest. Das teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mit. Damit kehrt Gabriele in die Wohnung seiner Familie im Vatikan zurück.

Die von Benedikt XVI. eingesetzte Kommission der Kardinäle, die die Hintergründe der VatiLeaks-Enthüllungsaffäre im Vatikan untersucht, hat ihre Befragungen und Nachforschungen abgeschlossen und dem Papst berichtet. "In einigen Tagen geht die Prüfung der Vorwürfe gegen den Kammerdiener in eine wichtige Phase", sagte Lombardi. Der Untersuchungsrichter werde entscheiden müssen, ob Gabriele wegen schweren Raubes vor Gericht gestellt werden soll oder nicht.

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Der Kammerdiener soll eine Reihe vertraulicher Dokumente entwendet haben, die dann durch Medien publik wurden. In den vergangenen Monaten waren mehrere teils brisante Dokumente aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gelangt, so zu einem angeblichen Mordkomplott gegen Benedikt oder über das umstrittene Finanzgebaren der Vatikanbank IOR. Gabriele soll mit den Ermittlern kooperiert haben und kann nach Medienberichten mit einem milden Urteil rechnen.

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Leserkommentare
  1. gegen das Absolutistische/Diktatorische Herrschaftssystem des Vatikans auflehnen!

  2. "Gabriele soll mit den Ermittlern kooperiert haben" - hoffentlich hat keine exorzistische Sitzung dabei geholfen.

  3. einen Orden der Transparenz verleihen. Auch wenn er ein par Zettel geklaut hat, so geben die Veröffentlichungen ein wenig Licht über zwielichtige Strukturen und Intrigen im Vatikan wieder.

    Die "Männer Wirtschaft" der Katholischen Kirche ist längst überholt, die "Allmacht" des Papstes wird in Frage gestellt.

    Recht so - es gibt einen Gott mit vielen Facetten, einen allmächtigen Papst braucht man zum Glauben nicht.

  4. Paolo Gabriele, der Bradley Manning des Vatikan.Wer Missstände publik macht landet im Knast.

    • undee
    • 22. Juli 2012 10:23 Uhr
    5. Raub?

    Wem hat denn der Herr Gabriele Gewalt angetan? Vielleicht ist das auch nur ein Übersetzungsproblem.

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    • simlei
    • 22. Juli 2012 16:49 Uhr

    auch nur ein Quirk des Vatikanischen Strafrechtkatalogs.

    • simlei
    • 22. Juli 2012 16:49 Uhr

    auch nur ein Quirk des Vatikanischen Strafrechtkatalogs.

    Antwort auf "Raub?"
  5. Diener einer als Kirche firmierenden kriminellen Vereinigung, dann einmal das richtige gemacht und die Verbrecherbande kompromitiert, und dafür dann wahrscheinlich 6 Jahre ins Gefängnis...

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz

  6. dieses ständige, extrem gegen die kirche gewettere ist unerträglich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/ag

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Federico Lombardi | Medien | Familie | Gericht | Papst | Raub
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