Pekings Bürgermeister Guo Jinlong © dpa

Drei Tage nach den schweren Unwettern in China ist Pekings Bürgermeister Guo Jinlong zurückgetreten. Wie staatliche Medien berichteten, trat auch Vize-Bürgermeister Ji Lin zurück. Allein in der Hauptstadt waren mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen.

Wegen der Überschwemmungen in China hatte es laute Kritik am Krisenmanagement der Behörden gegeben. Der Stadtverwaltung wird vorgeworfen, nicht rechtzeitig vor den Unwettern gewarnt und die Rettungsarbeiten zu zögerlich eingeleitet zu haben.

Anlass des Ärgers war ein Aufruf der Stadtverwaltung Pekings, in dem sie die Einwohner um Spenden für einen Katastrophenhilfe-Fonds bat, der von Parteimitgliedern und Kadern angeführt wurde, wie die Zeitung Beijing Daily berichtete. Im Internet löste der Aufruf wütende Reaktionen von Bürgern aus. Zudem wurde kritisiert, dass die Kanalisation Pekings unzureichend sei.

Parteiämter bleiben

Peking hatte am Wochenende die schlimmsten Regenfälle seit Beginn der Aufzeichnungen vor 61 Jahren erlebt. In einigen Bezirken stand das Wasser in den Straßen einen Meter hoch. Landesweit brachten die Unwetter fast 30.000 Häuser zum Einsturz, weitere 55.000 wurden beschädigt.

Die beiden Politiker werden trotz ihres Rücktritts ihre wichtigsten Posten behalten: Guo Jinlong (64) bleibt Chef der Kommunistischen Partei in Peking, Ji Lin sein Stellvertreter.