Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker wegen Beihilfe zum Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 schuldig gesprochen. Die Richter verurteilten sie zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Zwei Jahre und sechs Monate gelten bereits als vollstreckt. Beim Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Bundesstaatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt.

Der damalige Generalbundesanwalt Buback und seine beiden Begleiter waren 1977 von Terroristen der Roten Armee Fraktion ( RAF ) von einem Motorrad aus erschossen worden. Der Prozess gegen Becker begann im September 2010. Zuvor hatten Ermittler Beckers DNA an einem Bekennerschreiben aus der RAF-Zeit gefunden.

Im Verlauf des Prozesses hatte sich die Angeklagte nach langem Schweigen Anfang Mai zum Tatvorwurf erklärt und eine Beteiligung bestritten . Sie habe sich auch an den konkreten Vorbereitungen nicht beteiligt, sagte sie damals.

Die Staatsanwaltschaft aber ist von einer Beteiligung Beckers überzeugt : Sie soll bei Treffen der RAF auf die Ausführung des Anschlags gedrungen und damit einen Tatbeitrag geleistet haben.