Buback-Prozess : Becker zu vier Jahren Haft verurteilt

Das Gericht ist der Forderung der Anklage gefolgt: Vier Jahre Freiheitsstrafe erhält die ehemalige RAF-Terroristin Becker wegen Beihilfe am Buback-Mord.
Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart (Archivbild) © Bernd Weißbrod/dpa/lsw

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker wegen Beihilfe zum Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 schuldig gesprochen. Die Richter verurteilten sie zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Zwei Jahre und sechs Monate gelten bereits als vollstreckt. Beim Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Bundesstaatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt.

Der damalige Generalbundesanwalt Buback und seine beiden Begleiter waren 1977 von Terroristen der Roten Armee Fraktion ( RAF ) von einem Motorrad aus erschossen worden. Der Prozess gegen Becker begann im September 2010. Zuvor hatten Ermittler Beckers DNA an einem Bekennerschreiben aus der RAF-Zeit gefunden.

Im Verlauf des Prozesses hatte sich die Angeklagte nach langem Schweigen Anfang Mai zum Tatvorwurf erklärt und eine Beteiligung bestritten . Sie habe sich auch an den konkreten Vorbereitungen nicht beteiligt, sagte sie damals.

Die Staatsanwaltschaft aber ist von einer Beteiligung Beckers überzeugt : Sie soll bei Treffen der RAF auf die Ausführung des Anschlags gedrungen und damit einen Tatbeitrag geleistet haben.

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Kommentare

63 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Die eigenen Taten holen einen letztlich ein, genau so ist es !

Ich habe die Vermutung, dass Frau Becker viel mehr weiß, als Sie im Prozeß preisgegeben hat, wahrscheinlich alter Ehrenkodex der RAF...

Ähnliches können wir ja zur Zeit vom Rechtsextremen Lager der NSU in Gestalt von Beate Tschäpe erleben. Sie schweigt beharrlich zur abscheulichen Mordserie, obwohl Sie extrem eng mit den mutmaßlichen Tätern und deren Helfern verbandelt war.

Ja und unser sorgloser Umgang mit der Natur, den Resourcen etc. wird uns schon sehr bald auf die Füße fallen...

Schöne Republik!

Becker wird verurteilt, veilleicht zu recht. Sie hatte bekanntermassen einen Deal mit dem Verfassunsgsschutz, den man nicht eingehalten hat.

Die Täter der NSU, keiner glaubt wohl dass die im luftleeren Raum agiert haben, sind ja schon tot. Deren Helfer im Verfassungsschutz haben gerade die Akten vernichtet und kommen wohlmöglich mit einem Disziplinarverfahren odereiner Entlassung davon.

Die Rechten sínd unseren Staatsdienern immer näher gewesen als die Linken.

Wundert es?

"Die Rechten sínd unseren Staatsdienern immer näher gewesen als die Linken."

Naja, nach dem Fall Holger Meins wundert mich das auch nicht. Er geht in den Hungerstreik, man hat ihn künstlich ernährt irgenwann stirbt er. Und dann rennen die Studenten mit Transparenten rum "Holger Meins vom Staat SS chutz ermordet!". Wie kann man anderen Menschen noch mehr ins Gesicht spucken?

Oder nehmen Sie Benno Ohnesorg. Es wurde nachweislich von einem Stasi Agenten erschossen. Klar, das kam erst spät ans Licht, aber für die Linke war das sofort klar. Und damals gab es kein Internet. Man konnte nicht so einfach recherchieren. Man ist einfach von der Situation ausgegangen, wie man sie brauchte. Und Enslin ist gleich hysterisch geworden und hat rumgeheult "Die wollen uns alle umbringen!". Also, was will man von solchen Menschen halten die offenkundig alle Staatsdiener für Monster halten.

Klar, Staatsdiener sollen unabhängig sein und ich finde diese Spaltung auch nicht gut - wunder tut sie mich nicht.

Antwort auf "wundert's"

Es wäre schön, wenn Sie hinsichtlich des Staatsdieners Kurras nicht in manipulativer Absicht einen Teil des allgemeinen Wissens wegliessen: Herr Kurras war - was man 1967/68 nicht wissen konnte - in der Tat Mitglied der SED und IM der Stasi. Er hatte aber auch einen "übermäßigen Hang zu Waffen und Uniform“ und galt als "Waffennarr". Welche politisch-geistigen Verhältnisse in Schützenvereinen der "Frontstadt" Berlin geherrscht haben mögen, kann ich nicht beurteilen, aber ich habe so einiges über die Verhältnisse in solchen Vereinen im Jahr 2012 gehört. Mit wenig Fantasie und einem hohen Grad an Nüchternheit, gepaart mit wenig Illusion über die Natur des Menschen, lässt mich vermuten, dass die Mitgliedschaft in der SED nicht dem politischen Denken Herrn Kurras entsprach.
Aber alles dies weglassend: es gibt deutlich mehr Indizien als eine DNA-Spur auf einem Blatt Papier und doch wird der Mann, der auf einen Studenten schoss und sich mit Notwehr raus reden durfte, auch im wiederholten Verfahren frei gesprochen. "Nur ein Student"?