Drygalla-Affäre: Wir Gesinnungsschnüffler
Die erregten Kommentare, die auf den Drygalla-Abgang folgten, machen nachdenklich. Sind wir uns noch einig, dass man Neonazis isolieren sollte?
Es geht längst nicht mehr um Nadja Drygalla selbst. Was man von der Ruderin verlangen konnte, hat sie getan: Sie hat sich öffentlich vom Rechtsextremismus distanziert. Damit sollten wir es bewenden lassen. Wie man mit einem lebt, der Antisemitismus und Rassismus propagierte, ist Privatsache.
Die Debatte allerdings, die sich an den Fall anschloss, macht nachdenklich. Nach dem Einwurf von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziére – "Wo ist die Grenze?" – entstand ein diskursives Feuer, dessen Schärfe den Eindruck erweckt, hier habe dringend einmal etwas herausgemusst.
Der Tenor: Jemanden wegen eines Verdachtsmomentes nach seiner Haltung zur Demokratie zu befragen, sei Gesinnungsschnüffelei. Teile der Gesellschaft gerieten in einen Zustand, der auf "ungute Weise an die Jahre des RAF-Terrors erinnert", warnte der Tagesspiegel.
Wie abweichend vom sogenannten demokratischen Diskurs darf eine innere Einstellung denn sein?, fragte ein Kommentator in der Süddeutschen und antwortete: Eine demokratische Gesellschaft müsse Ansichten aushalten, die ihr entgegenstehen, solange diese nicht in Hetze, Diffamierung und Militanz ausarten. Oder, in der ZEIT: Auch zweifelhafte Sichtweisen seien Privatsache, wenn sie nicht zu Gewalttaten führen.
Nun ist es nicht falsch, im Umgang mit dem Rechtsextremismus vor Hysterie zu warnen. Nichts blamiert den Kampf gegen die Neonazis so sehr wie falsche Vorwürfe gegen Einzelne. Der Umgang des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) mit der Drygalla-Affäre war heuchlerisch. Denn warum musste sie gehen, wenn an ihrer demokratischen Einstellung kein Zweifel bestand?
Doch die leidenschaftlichen Verallgemeinerungen, die dem folgten, werfen eine grundsätzlichere Frage auf. Nämlich die, ob wir uns noch einig sind, dass Neonazis eine Sichtweise vertreten, die unbedingt zu isolieren ist.

Das ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Jahrzehnte des Ignorierens und eine rechtsextreme Mordserie hat es gebraucht, bis sich dieser Konsens durchsetzte: Neonazis haben ein Weltbild, das in jedem Fall menschenverachtend ist. Sie folgen einem Kanon an Ansichten, der grundsätzlich bekämpft werden muss, weil er Menschen wegen ihrer angeborenen Merkmale sortiert.
Gilt dieser Konsens noch? Wenn nämlich Neonazis wieder nur dann auszugrenzen sind, sobald ihnen strafbares Verhalten nachgewiesen werden kann, oder schlimmer: Wenn ihre Ansichten in dieser Demokratie zunächst einmal zu tolerieren sind; dann wäre die Auseinandersetzung mit ihnen auf die neunziger Jahre zurückgeworfen. Und der Vorwurf, die Meinungsfreiheit nicht verinnerlicht zu haben, träfe auf jeden zu, der sich in einem Bündnis gegen Rechtsextreme engagiert.
Mag sein, dass das nicht gemeint ist. Kaum ein Kommentar der vergangenen Tage verzichtete auf die Beistellung, dass Neonazis selbstverständlich verachtenswert seien. Doch es ist weltfremd, zu glauben, man könne gegen Rechtsextreme nur vorgehen, wenn sie gegen das Recht verstoßen.





Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk
Und hiervon:
"Kaum ein Kommentar der vergangenen Tage verzichtete auf die Beistellung, dass Neonazis selbstverständlich verachtenswert seien."
habe ich wenig bis nichts gemerkt.
Und hiervon:
"Kaum ein Kommentar der vergangenen Tage verzichtete auf die Beistellung, dass Neonazis selbstverständlich verachtenswert seien."
habe ich wenig bis nichts gemerkt.
Und hiervon:
"Kaum ein Kommentar der vergangenen Tage verzichtete auf die Beistellung, dass Neonazis selbstverständlich verachtenswert seien."
habe ich wenig bis nichts gemerkt.
Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mo.
Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mo.
"eine demokratische Gesellschaft muss Ansichten aushalten, die ihr entgegenstehen..."
Aber genau das ist noch lange kein Argument dafür, diese Ansichten in der Mitte der Gesellschaft zu akzeptieren oder gar zu integrieren.
Isolation ist das einzige, was gegen Rechts hilft - man kann mit Nazis nicht diskutieren.
Ich bin gedanklich weit weg von braunem Gedankengut, aber mir ist mit der Strategie "die sind rechts, mit deren Gedanken kann/muss/darf man sich nicht auseinandersetzen" immer irgendwie unwohl.
Sehr leicht drängt sich dann nämlich der Gedanke auf, dass es gegen braune Ansätze keine Argumente gäbe...
Wenn jemand Gedankengut hegt und verbreitet, das unserem Staats- und Menschenbild wiederspricht, dann kann man _immer_ aufzeigen, welche Folgen dessen Umsetzung hätte und warum es mit der Art, wie wie unsere Gesellschaft sehen wollen, nicht im Einklang stehen kann.
Wenn jemand im Bekanntenkreis braune Kontakte hat, sollte das aber per se nicht zu Diskrimunierung führen.
Die Isolation und das aus ihr resultierende Wegschauen haben ja in den Jahren seit der Wiedervereinigung sooo viel gebracht. Isolation und Ignorieren sind die einfache Variante. Man muss mit diesen Menschen diskutieren, debattieren und ihnen ihren Irrglauben aufzeigen. Im Zweifel muss man auch demonstrieren, dass sie falsch liegen indem man ihnen Ausländer vorstellt, die dem Stereotyp nicht entsprechen. Das ist Arbeit und dauert lange... Klar.. da kann man es sich einfach machen und sich auf Parolen wie "indiskutabel" etc. versteifen.
Außerdem könnte man ja die Frage stellen warum es nur noch Nazis sind, die in gewissen Gegenden Jugend und Sportvereine finanzieren. Könnte es etwas damit zu tun haben, dass der Staat in diesen Regionen seinen Aufgaben nicht mehr gerecht wird? Das heißt nicht, dass die Leute nichts für ihre Einstellung können, aber als Gesellschaft machen wir es den Nazis ziemlich einfach Fuß zu fassen, weil wir das Thema totschweigen und damit die Diskussion den Falschen überlassen und wir zweitens weite Teile der Gesellschaft verarmen und verwahrlosen lassen was immer und überall zur Radikalisierung führt.
Immer wieder wird diese Sichtweise vorgebracht - ignorieren der Rechten. Das ist aber grundfalsch und undemokratisch!
Erst in der Auseinandersetzung zwischen These und Antithese kann sich wirkliche Politik und Weltanschauung entwickeln. Wer die Rechten - genau wie auch die Linken - ignoriert, tut ihnen einen Gefallen. In einer Gesellschaft, die sie ignoriert, haben die Extremisten freie Fahrt, denn niemand nimmt sie wahr, bevor es zu spät ist.
In meiner Jugend gab es noch die richtigen Marxisten. Ich habe es geliebt, mit diesen zu diskutieren. Erst dadurch konnte ich deren Denkweise verstehen und auch vernünftig argumentieren. Ich war mit deren Denkweise überhaupt nicht einverstanden, konnte aber durch die Diskussionen besser auf deren Argumente reagieren. Dieses gelingt nur in der Auseinandersetzung, nicht indem man den anderen ignoriert.
Das ist übrigens das gleiche mit der in Deutschland verbotenen Literatur. Mit interessiert einfach die Denkweise der Verfasser, das heißt noch lange nicht, daß ich mich deren Denkweise zu eigen mache.
Wir Deutschen müssen erst wieder lernen, mit Andersdenkenden demokratisch umzugehen. Ignorieren ist da kein Mittel!
Ich bin gedanklich weit weg von braunem Gedankengut, aber mir ist mit der Strategie "die sind rechts, mit deren Gedanken kann/muss/darf man sich nicht auseinandersetzen" immer irgendwie unwohl.
Sehr leicht drängt sich dann nämlich der Gedanke auf, dass es gegen braune Ansätze keine Argumente gäbe...
Wenn jemand Gedankengut hegt und verbreitet, das unserem Staats- und Menschenbild wiederspricht, dann kann man _immer_ aufzeigen, welche Folgen dessen Umsetzung hätte und warum es mit der Art, wie wie unsere Gesellschaft sehen wollen, nicht im Einklang stehen kann.
Wenn jemand im Bekanntenkreis braune Kontakte hat, sollte das aber per se nicht zu Diskrimunierung führen.
Die Isolation und das aus ihr resultierende Wegschauen haben ja in den Jahren seit der Wiedervereinigung sooo viel gebracht. Isolation und Ignorieren sind die einfache Variante. Man muss mit diesen Menschen diskutieren, debattieren und ihnen ihren Irrglauben aufzeigen. Im Zweifel muss man auch demonstrieren, dass sie falsch liegen indem man ihnen Ausländer vorstellt, die dem Stereotyp nicht entsprechen. Das ist Arbeit und dauert lange... Klar.. da kann man es sich einfach machen und sich auf Parolen wie "indiskutabel" etc. versteifen.
Außerdem könnte man ja die Frage stellen warum es nur noch Nazis sind, die in gewissen Gegenden Jugend und Sportvereine finanzieren. Könnte es etwas damit zu tun haben, dass der Staat in diesen Regionen seinen Aufgaben nicht mehr gerecht wird? Das heißt nicht, dass die Leute nichts für ihre Einstellung können, aber als Gesellschaft machen wir es den Nazis ziemlich einfach Fuß zu fassen, weil wir das Thema totschweigen und damit die Diskussion den Falschen überlassen und wir zweitens weite Teile der Gesellschaft verarmen und verwahrlosen lassen was immer und überall zur Radikalisierung führt.
Immer wieder wird diese Sichtweise vorgebracht - ignorieren der Rechten. Das ist aber grundfalsch und undemokratisch!
Erst in der Auseinandersetzung zwischen These und Antithese kann sich wirkliche Politik und Weltanschauung entwickeln. Wer die Rechten - genau wie auch die Linken - ignoriert, tut ihnen einen Gefallen. In einer Gesellschaft, die sie ignoriert, haben die Extremisten freie Fahrt, denn niemand nimmt sie wahr, bevor es zu spät ist.
In meiner Jugend gab es noch die richtigen Marxisten. Ich habe es geliebt, mit diesen zu diskutieren. Erst dadurch konnte ich deren Denkweise verstehen und auch vernünftig argumentieren. Ich war mit deren Denkweise überhaupt nicht einverstanden, konnte aber durch die Diskussionen besser auf deren Argumente reagieren. Dieses gelingt nur in der Auseinandersetzung, nicht indem man den anderen ignoriert.
Das ist übrigens das gleiche mit der in Deutschland verbotenen Literatur. Mit interessiert einfach die Denkweise der Verfasser, das heißt noch lange nicht, daß ich mich deren Denkweise zu eigen mache.
Wir Deutschen müssen erst wieder lernen, mit Andersdenkenden demokratisch umzugehen. Ignorieren ist da kein Mittel!
...Rechtsextreme nur vorgehen, wenn sie gegen das Recht verstoßen."
Das ist eine sehr, nein äußerst beunruhigende Aussage. Sie scheint nahe legen zu wollen, man müsse gegen Meinungen vorgehen mit ähnlichen Mitteln, als hätten die politischen Gegner das Recht gebrochen. Das ist eine der schlimmsten Vergehen gegen die Demokratie und den Rechtsstaat, .... Das ist anti-demokratisch und solches Handeln das Gegenteil allgemeiner Rechtsanwendung und Rechtsstaatlichkeit. Es waren solche Meinungen, die am meisten beängstigen mussten in den letzten Tagen.
Selbst als überzeugter Demokrat darf man sagen: Dem geistigen Vater der NPD kam man auch in den 30ern nicht mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bei. Ein bisschen mehr physischer Widerstand hätte einiges verhindert können.
gezielte Mißverständnisse, die auf scheinbare undemokratische Gesinnungen hindeuten, wo undemokratisches Gedankengut kritisiert wird. Selbstverständlich werde ich auch gegen Meinungen vorgehen, deren Vertreter umgehend - wenn sie jemals ans Ruder kommen würden - alles tun werden, um Ruhe in der Menungsvielfalt einkehren zu lassen, um es mal euphemistisch auszudrücken; da werde ich nicht warten, bis diese Herren (und Damen) den Knüppel rausholen, um damit dann (offiziell) das Recht zu brechen - das könnte dann für einige Leute bereits zu spät sein, wie die weitere und nähere Vergangenheit beweist.
Die obige Aussage macht in diesem Zusammenhang auf einen Widerspruch aufmerksam, den ich gerne aushalte: keine Toleranz gegenüber der Intoleranz. Und nein: man muß in einer Demokratie nicht alles aushalten!
"Das ist eine sehr, nein äußerst beunruhigende Aussage. Sie scheint nahe legen zu wollen, man müsse gegen Meinungen vorgehen mit ähnlichen Mitteln, als hätten die politischen Gegner das Recht gebrochen. Das ist eine der schlimmsten Vergehen gegen die Demokratie und den Rechtsstaat, .... Das ist anti-demokratisch .."
Das ist meiner Ansicht nach eine pharisäerhafte Argumentation, die versucht, denjenigen Kräften propagandistischen Freiraum zu verschaffen, die die Errungenschaften, nämlich z.B. Meinungsfreiheit, die eine freiheitliche Demokratie bietet, lieber heute als morgen abschaffen würden.
Wer gegen demokratische Verhältnisse agitiert, kann für seine "Arbeit" nicht den Schutz eben dieser Demokratie einfordern.
Sie bezeichnen Rassenhass, Diskriminierung von Ausländern und Behinderten, rassistische Selektion und Volksverhetzung als tolerierbare Meinung.
Bei solchen Ansichten fängt der Aufstieg der Rechten an. Auch wenn sie sich dessen vielleicht nicht bewusst sind und selbst kein Rechter sind.
Dieser Artikel hier unterstreicht sehr wichtige Punkte, die mir auch in der Drygalla-Diskussion auffielen. Worte wie "Gesinnungschnüffelei" oder "Hypermoralismus" sollen den aufgeweckten und aufgeklärten Bürger stigmatisieren um zwielichtigen Gestalten mehr Platz in dieser Demokratie zu verschaffen.
Selbst als überzeugter Demokrat darf man sagen: Dem geistigen Vater der NPD kam man auch in den 30ern nicht mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bei. Ein bisschen mehr physischer Widerstand hätte einiges verhindert können.
gezielte Mißverständnisse, die auf scheinbare undemokratische Gesinnungen hindeuten, wo undemokratisches Gedankengut kritisiert wird. Selbstverständlich werde ich auch gegen Meinungen vorgehen, deren Vertreter umgehend - wenn sie jemals ans Ruder kommen würden - alles tun werden, um Ruhe in der Menungsvielfalt einkehren zu lassen, um es mal euphemistisch auszudrücken; da werde ich nicht warten, bis diese Herren (und Damen) den Knüppel rausholen, um damit dann (offiziell) das Recht zu brechen - das könnte dann für einige Leute bereits zu spät sein, wie die weitere und nähere Vergangenheit beweist.
Die obige Aussage macht in diesem Zusammenhang auf einen Widerspruch aufmerksam, den ich gerne aushalte: keine Toleranz gegenüber der Intoleranz. Und nein: man muß in einer Demokratie nicht alles aushalten!
"Das ist eine sehr, nein äußerst beunruhigende Aussage. Sie scheint nahe legen zu wollen, man müsse gegen Meinungen vorgehen mit ähnlichen Mitteln, als hätten die politischen Gegner das Recht gebrochen. Das ist eine der schlimmsten Vergehen gegen die Demokratie und den Rechtsstaat, .... Das ist anti-demokratisch .."
Das ist meiner Ansicht nach eine pharisäerhafte Argumentation, die versucht, denjenigen Kräften propagandistischen Freiraum zu verschaffen, die die Errungenschaften, nämlich z.B. Meinungsfreiheit, die eine freiheitliche Demokratie bietet, lieber heute als morgen abschaffen würden.
Wer gegen demokratische Verhältnisse agitiert, kann für seine "Arbeit" nicht den Schutz eben dieser Demokratie einfordern.
Sie bezeichnen Rassenhass, Diskriminierung von Ausländern und Behinderten, rassistische Selektion und Volksverhetzung als tolerierbare Meinung.
Bei solchen Ansichten fängt der Aufstieg der Rechten an. Auch wenn sie sich dessen vielleicht nicht bewusst sind und selbst kein Rechter sind.
Dieser Artikel hier unterstreicht sehr wichtige Punkte, die mir auch in der Drygalla-Diskussion auffielen. Worte wie "Gesinnungschnüffelei" oder "Hypermoralismus" sollen den aufgeweckten und aufgeklärten Bürger stigmatisieren um zwielichtigen Gestalten mehr Platz in dieser Demokratie zu verschaffen.
gibt es die Funktion "Bedrohung isolieren". Sie wird nicht wirklich neutralisiert, sondern von ihrer Umgebung abgespalten und kann in künstlicher Quarantäne tun, was sie will.
Es gibt "Schläfer" in unserer Gesellschaft, es gibt Geheimzellen wie die NSU. Die agieren in der Gesellschaft, von der sie zugleich isoliert sind.
Gegen Nazis zu sein bedeutet doch auch: Sich zu überlegen, welche Strategie die beste ist. "Isolation" hilft ihnen, weil sie diese WOLLEN: Gegen Menschen der Gruppe XY sein können, ohne mit diesen je zu tun haben zu müssen.
Deshalb: Alles, was gegen die Werte verstößt, die wir gegen die Nazis verteidigen wollen, spielt ihnen in die Hände, sei es, dass sie MärtyrerInnen bekommen und ihre Gefolgschaft weiter radikalisiert wird, sei es, dass wir uns unversehens auf ihr Niveau herablassen und selbst zu kleinen Proto-Nazis werden.
Gegen Feinde rechstaatlich grundierter Integrationsoffenheit hilft nur rechstaatlich grundierte Integrationsoffenheit.
Rechtsbrüche sind zu verfolgen, aber keine Rechtsbrüche nicht.
Alles andere schafft nur die Gräben, von denen die Radikalen leben und unterstützt sie so.
Also so breit, so offen, so aggressiv und geduldet wie die Nazis mittlerweile auftreten, egal wo, ist doch jedem klar wer sie sind.
Was sie wollen kann jeder, jederzeit nachlesen, hören, sehen. Auch hier im Forum. Ich KANN es nicht mehr hören. Nazis sind nur Nazis wenn sie vom Richter abgeurteilt werden oder was?
Gegen diese [...] braucht es offene Ablehnung. Heute Abend um 21.00Uhr auf NDR gibt es eine Doku über Rostock-Lichtenhagen. Die empfehle ich dringend all jenen, die das vergessen haben.
Da sehen Sie die Nazis, was sie wollen, was sie denken und was passiert wenn man sie lässt!
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf zu harsche Polemik. Danke, die Redaktion/ds
... ist das.
Also so breit, so offen, so aggressiv und geduldet wie die Nazis mittlerweile auftreten, egal wo, ist doch jedem klar wer sie sind.
Was sie wollen kann jeder, jederzeit nachlesen, hören, sehen. Auch hier im Forum. Ich KANN es nicht mehr hören. Nazis sind nur Nazis wenn sie vom Richter abgeurteilt werden oder was?
Gegen diese [...] braucht es offene Ablehnung. Heute Abend um 21.00Uhr auf NDR gibt es eine Doku über Rostock-Lichtenhagen. Die empfehle ich dringend all jenen, die das vergessen haben.
Da sehen Sie die Nazis, was sie wollen, was sie denken und was passiert wenn man sie lässt!
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf zu harsche Polemik. Danke, die Redaktion/ds
... ist das.
"Doch es ist weltfremd, zu glauben, man könne gegen Rechtsextreme nur vorgehen, wenn sie gegen das Recht verstoßen."
Wir sollen also gegen Bürger vorgehen, obwohl sie NICHT gegen das Recht verstoßen? Das ist Wahnsinn, tut mir leid. Die Meinungsfreiheit ist meines Erachtens genauso unantastbar wie die Würde des Menschen. Das ist eine absolute Grundsatzfrage - und eines der wesentlichen Dinge, die man eigentlich aus der Erfahrung totalitärer Systeme hätte lernen können.
Liebe/r nigromontanus,
in der Tat, eine Grundsatzfrage. Es gab mal weitreichenden Konsens, dass unsere Demokratie wehrhaft sein, ihre Feinde also isolieren soll. Wohlgemerkt, hier ist nicht von strafrechtlichen Maßnahmen die Rede, sondern von politischer Konfrontation auch im Kleinen.
Bestes,
Christian Bangel
Frau Drygalla mag Ansichten haben wie sie will. Aber als Olympionikin ist sie eine öffentliche Person und nimmt zudem an einem Wettkampf teil, zu dessen Leitideen u. a. der "Friedensgedanke und die Völkerverständigung" zählen ( http://www.nada.trainer-p... ). Rechtsextremes Gedankengut ist damit unvereinbar, da die angebliche blutsmäßige Unterschiedlichkeit und daraus abgeleitet die angeblich unterschiedliche Wertigkeit von Menschen konstitutierendes Element rechtsextremer Weltbilder sind.
Wie schon mehrfach von Foristen dargelegt, spricht schon Drygallas Partnerwahl für Zustimmung zu einem solchen Weltbild, das mithin mit dem olympischen Gedanken nicht vereinbar ist. Wie weiterhin im Forum diskutiert gab es Hinweise, dass ihre Ansichten im Team bekannt waren, und bemerkenswerterweise hat sie bislang von ihren Teamkolleginnen keinen Rückhalt erhalten.
Es geht nicht um Gesinnungsschnüffelei, sondern um die Frage, durch wen wollen Bund oder Sportverantwortliche Deutschland repräsentieren lassen.
Eine Aufmerksamkeit im Vorfeld des strafrechtlichen Relevanten halte ich für notwendig. Neonazismus ensteht im Sozialen, im Alltag, nicht in irgendeinem rein kriminellen Submilieu. Entsprechend muss man dort beginnen. Ich meine auch erkennen zu können, dass Bürgermeister und Bürgerschaften dies zunehmend erkennen, und viele zum Glück heute offensiv reagieren. Erst ohne diese Aufmerksamkeit entstehen "national befreite Zonen" etc., weil dann Nazis erst (wenn überhaupt) von der Öffentlichkeit bemerkt werden, wenn sie Straftaten begehen.
"Wahnsinn"?
Wenn davon gesprochen wird, "gegen Rechtsextreme vorzugehen, die kein Verbrechen begangen haben", kommt mir nicht in den Sinn, diese zu verfolgen, einzusperren oder gar selber Straftaten gegen Rechtsextreme zu begehen.
ich denke da an Aktionen gegen Rechts, wie z.B. "Bunt statt Braun", an Menschenketten, an gut organisierte Gegendemonstrationen etc.
Finden Sie solche Aktionen gegen "unbescholtene" Rechtsextreme wirklich "Wahnsinn"? Zweifeln Sie dann bereits an der "demokratischen Haltung" in unserem Land?
"Die Meinungsfreiheit ist meines Erachtens genauso unantastbar wie die Würde des Menschen." Das ist falsch. Siehe unten, GG Art. 5 Absatz 2:
"Art 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung." Quelle: http://www.gesetze-im-int...
Liebe/r nigromontanus,
in der Tat, eine Grundsatzfrage. Es gab mal weitreichenden Konsens, dass unsere Demokratie wehrhaft sein, ihre Feinde also isolieren soll. Wohlgemerkt, hier ist nicht von strafrechtlichen Maßnahmen die Rede, sondern von politischer Konfrontation auch im Kleinen.
Bestes,
Christian Bangel
Frau Drygalla mag Ansichten haben wie sie will. Aber als Olympionikin ist sie eine öffentliche Person und nimmt zudem an einem Wettkampf teil, zu dessen Leitideen u. a. der "Friedensgedanke und die Völkerverständigung" zählen ( http://www.nada.trainer-p... ). Rechtsextremes Gedankengut ist damit unvereinbar, da die angebliche blutsmäßige Unterschiedlichkeit und daraus abgeleitet die angeblich unterschiedliche Wertigkeit von Menschen konstitutierendes Element rechtsextremer Weltbilder sind.
Wie schon mehrfach von Foristen dargelegt, spricht schon Drygallas Partnerwahl für Zustimmung zu einem solchen Weltbild, das mithin mit dem olympischen Gedanken nicht vereinbar ist. Wie weiterhin im Forum diskutiert gab es Hinweise, dass ihre Ansichten im Team bekannt waren, und bemerkenswerterweise hat sie bislang von ihren Teamkolleginnen keinen Rückhalt erhalten.
Es geht nicht um Gesinnungsschnüffelei, sondern um die Frage, durch wen wollen Bund oder Sportverantwortliche Deutschland repräsentieren lassen.
Eine Aufmerksamkeit im Vorfeld des strafrechtlichen Relevanten halte ich für notwendig. Neonazismus ensteht im Sozialen, im Alltag, nicht in irgendeinem rein kriminellen Submilieu. Entsprechend muss man dort beginnen. Ich meine auch erkennen zu können, dass Bürgermeister und Bürgerschaften dies zunehmend erkennen, und viele zum Glück heute offensiv reagieren. Erst ohne diese Aufmerksamkeit entstehen "national befreite Zonen" etc., weil dann Nazis erst (wenn überhaupt) von der Öffentlichkeit bemerkt werden, wenn sie Straftaten begehen.
"Wahnsinn"?
Wenn davon gesprochen wird, "gegen Rechtsextreme vorzugehen, die kein Verbrechen begangen haben", kommt mir nicht in den Sinn, diese zu verfolgen, einzusperren oder gar selber Straftaten gegen Rechtsextreme zu begehen.
ich denke da an Aktionen gegen Rechts, wie z.B. "Bunt statt Braun", an Menschenketten, an gut organisierte Gegendemonstrationen etc.
Finden Sie solche Aktionen gegen "unbescholtene" Rechtsextreme wirklich "Wahnsinn"? Zweifeln Sie dann bereits an der "demokratischen Haltung" in unserem Land?
"Die Meinungsfreiheit ist meines Erachtens genauso unantastbar wie die Würde des Menschen." Das ist falsch. Siehe unten, GG Art. 5 Absatz 2:
"Art 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung." Quelle: http://www.gesetze-im-int...
die ersten sätze nach der überschrift ihres artikels sehr provokant... hier wird mit wörtern geschmissen die so nicht belegt werden können... und die erregten kommentare bezogen sich wohl eher darauf das fr. drygalla von der presse an den pranger gestellt wird, was nicht nur ich nicht nachvollziehen kann...sie hat sich nicht öffentlich i wie geäußert oder ist sonst i wie aufgefallen. im gegenteil hut ab vor so viel courage. sie geht.
die presse kann mit menschen verfahren wie sie wil...l früher hat man das hetz propaganda genannt und heute ?? pressefreiheit... wo liegt der unterschied ???...ich schäme mich in so einem land zu leben...
frei zu sein bedarf es wenig doch wer frei ist ist ein könig...
Gute Arbeit hat Simone Sievers geleistet. Sie schrieb am 03.08.2012 um 18:54 im Forum des DOSB an die Ruderinnen des Achters:
„Liebes Achter Team, ihr kennt doch bestimmt die Wahrheit. Wenn Nadja nichts damit zu tun hat, warum unterstützt ihr sie dann nicht?“
http://www.deutsche-olymp...
weiter Athletinnen unter:
http://www.deutsche-olymp...
(auf Pfeil neben „Achter Damen“ klicken)
Es ist doch bezeichnend, dass Frau Drygalla keine öffentliche Unterstützung ihrer Teamkolleginnen erhält. Sie könnten doch mit einem Interview die ganze Nachfragerei der Medien beenden. Sind sie etwa die anderen Athleten, mit denen Frau Carina Bär diskutierte? Ihr Schweigen unterstützt jedenfalls Frau Bärs Aussage, dass man Frau Drygallas politische Gesinnung nicht tolerieren kann!
http://www.sueddeutsche.d...
Ich bin froh in einem Land zu leben, wo sich Menschen gegen verfassungsfeindlichen Extremismus wehren!
Gute Arbeit hat Simone Sievers geleistet. Sie schrieb am 03.08.2012 um 18:54 im Forum des DOSB an die Ruderinnen des Achters:
„Liebes Achter Team, ihr kennt doch bestimmt die Wahrheit. Wenn Nadja nichts damit zu tun hat, warum unterstützt ihr sie dann nicht?“
http://www.deutsche-olymp...
weiter Athletinnen unter:
http://www.deutsche-olymp...
(auf Pfeil neben „Achter Damen“ klicken)
Es ist doch bezeichnend, dass Frau Drygalla keine öffentliche Unterstützung ihrer Teamkolleginnen erhält. Sie könnten doch mit einem Interview die ganze Nachfragerei der Medien beenden. Sind sie etwa die anderen Athleten, mit denen Frau Carina Bär diskutierte? Ihr Schweigen unterstützt jedenfalls Frau Bärs Aussage, dass man Frau Drygallas politische Gesinnung nicht tolerieren kann!
http://www.sueddeutsche.d...
Ich bin froh in einem Land zu leben, wo sich Menschen gegen verfassungsfeindlichen Extremismus wehren!
Und daher ist ihre Würde - glücklicherweise - unantastbar.
Erinnert sich noch jemand an die siebziger Jahre, als z.B. ein Paul Breitner erklärte, er sei Maoist, womit er sich auf die Seite eines Terrorregimes stellte, das dem Naziregine moralisch kaum überlegen sein dürfte? Als weite Kreise Anstoß an "Berufsverboten" für Lokomotivführer nahmen und an Überwachungsmaßnahmen bei Demos?
Jetzt, wo kein kommunistischer Ostblock mehr droht, wo keine RAF mehr das Schweinesystem erledigen will, ist an dieser Front endlich weitgehend Ruhe. Und da wendet man, und zwar mit Billigung der Empörten von damals, dieselben Methoden gegen Neonazis an. Gerne auch gegen angebliche Neonazis, wie damals bei der Keltenausstellung in Glauburg, wo zwei Männer, weil einer von ihnen wahrscheinlich ein ehemaliges NPD-Mitglied war, das Museum nicht mehr bewachen und auch nicht mehr betreten durften.
Hausverbot für mögliche NPD-Mitglieder in Museen?
Sportverbot für Freundinnen von ehemaligen NPD-Mitgliedern?
[...]
Kann es sein, dass die völlig gerechtfertigte Isolierung einer mit Demokratie und Menschenrechten unvereinbaren Meinung hierzulande verwechselt wird mit der Isolation von Menschengruppen, von denen man annimmt, dass sie solche Meinungen haben?
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf relativierende Vergleiche. Danke, die Redaktion/ds
"Kann es sein, dass die völlig gerechtfertigte Isolierung einer mit Demokratie und Menschenrechten unvereinbaren Meinung hierzulande verwechselt wird mit der Isolation von Menschengruppen, von denen man annimmt, dass sie solche Meinungen haben?"
ist auch mein Eindruck. Es reicht, NPD-Mitglied zu sein, oder nur im Dunstkreis von NPD-Mitgliedern, um den Vorwurf zu bekommen, nationalistisch, rassistisch, diskriminierend, und letztlich gefaehrlich zu sein.
Ich glaube, diese Einschaetzung geht an der Realitaet vorbei - viele Menschen aus diesem Umfeld haben keine Gewaltphantasien gegen andere Menschen oder betrachten sich selbst als besser.
Was die meisten in dieser Szene allerdings teilen, ist ein Weltbild, das besagt, dass eine kulturell und genetisch homogenere Gesellschaft gluecklicher ist und besser fuer ihre Mitglieder ist. Von diesen Gesellschaften kann es dann beliebig viele geben, die alle gleichermassen respektiert werden - genau, wie auch nicht-homogene Gesellschaften respektiert werden.
Diese Meinung wird sicherlich nicht von den meisten Medien geteilt, doch ist sie eine nicht-militante, nicht-diskriminierende und vom Grundgesetz geschützte Meinung.
Mein Eindruck ist, dass vielen Menschen, die solche oder aehnliche Meinungen haben, vorgeworfen wird, rechtsextrem insofern zu sein, als dass sie eine Wertigkeit, Diskriminierung und Militanz in ihren Welbildern enthalten. Wenn die Betroffenen das verneinen, wird ihnen meist Lüge vorgeworfen.
"Kann es sein, dass die völlig gerechtfertigte Isolierung einer mit Demokratie und Menschenrechten unvereinbaren Meinung hierzulande verwechselt wird mit der Isolation von Menschengruppen, von denen man annimmt, dass sie solche Meinungen haben?"
ist auch mein Eindruck. Es reicht, NPD-Mitglied zu sein, oder nur im Dunstkreis von NPD-Mitgliedern, um den Vorwurf zu bekommen, nationalistisch, rassistisch, diskriminierend, und letztlich gefaehrlich zu sein.
Ich glaube, diese Einschaetzung geht an der Realitaet vorbei - viele Menschen aus diesem Umfeld haben keine Gewaltphantasien gegen andere Menschen oder betrachten sich selbst als besser.
Was die meisten in dieser Szene allerdings teilen, ist ein Weltbild, das besagt, dass eine kulturell und genetisch homogenere Gesellschaft gluecklicher ist und besser fuer ihre Mitglieder ist. Von diesen Gesellschaften kann es dann beliebig viele geben, die alle gleichermassen respektiert werden - genau, wie auch nicht-homogene Gesellschaften respektiert werden.
Diese Meinung wird sicherlich nicht von den meisten Medien geteilt, doch ist sie eine nicht-militante, nicht-diskriminierende und vom Grundgesetz geschützte Meinung.
Mein Eindruck ist, dass vielen Menschen, die solche oder aehnliche Meinungen haben, vorgeworfen wird, rechtsextrem insofern zu sein, als dass sie eine Wertigkeit, Diskriminierung und Militanz in ihren Welbildern enthalten. Wenn die Betroffenen das verneinen, wird ihnen meist Lüge vorgeworfen.